II
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis II
Abbildungsverzeichnis III
Tabellenverzeichnis III
1 Einleitung 1
2 Das Lernkurvenkonzept. 2
2.1 Grundlagen. 2
2.2 Spezielle Formen von Lernkurven 5
3 Das Erfahrungskurvenkonzept 7
3.1 Grundlagen. 7
3.2 Abgrenzung Lernkurve - Erfahrungskurve 9
3.3 Ursachen für Erfahrungseffekte 10
3.4 Formale Betrachtung 12
3.5 Probleme für die Bestimmung der Erfahrungskurve 15
4 Erfahrungskurve als Basis der Strategiefindung 17
4.1 Die Hauptstrategie der Marktführerschaft 18
4.2 Der Preis als strategisches Mittel 21
4.3 Zusammenfassung und Hauptempfehlungen 23
5 Grenzen des Erfahr ungskurvenkonzepts 25
6 Die Erfahrungskurve an einem Beispiel aus der Praxis 26
7 Fazit 28
Quellenverzeichnis 29
Anhang A. 31
Anhang B 32
III
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: degressiv fallende, 80 -Lernkurve
Abbildung 2: doppelt logarithmierte, 80 -Lernkurve
Abbildung 3: Übersicht der Ursachen des Erfahrungseffektes
Abbildung 4: unterschiedlicher Umfang der Lernrate.
Abbildung 5: Zeitpunkt des Markteintritts.
Abbildung 6: unterschiedliche Kosten des Prototyps.
Abbildung 7: unterschiedlich hoher Output
Abbildung 8: Entstehung eines Preisschirms
Abbildung 9: kumulierte Menge in Abhängigkeit von der Zeit
Abbildung 10: jährliche Durchschnittskosten in Abhängigkeit von der Zeit
Abbildung 11: Erfahrungskurve in doppelt logarithmierter Darstellung
Tabellenverzeichnis
Tabelle 1: Umfang des Lerneffektes
Tabelle 2: Übersicht über Arten der Gesamtkostenberechnung
1 Einleitung
Die Erfahrungskurve ist seit den sechziger Jahren bis heute ein fester Bestandteil der strategischen Entscheidungsfindung für Unternehmen. Ursprünglich als Lernkurve formuliert, wurde beim Bau von Flugzeugen lediglich die Zeitersparnis mit zunehmender Erfahrung, das heißt steigender produzierter Menge, betrachtet. Später wurde das bereits bestehende Konzept weiterentwickelt und als Erfahrungskurvenkonzept neu bezeichnet. Es spricht nun nicht mehr nur von einer Zeitersparnis in Abhängigkeit von der produzierten Menge, sondern von Kosteneinsparungen in allen Bereichen des Unternehmens. Erfahrungskurven lassen sich für alle Branchen, Unternehmen, Geschäftsteile und Produkte bilden und legen die Grundlage für fast jede Strategiefindung. Heute findet das Konzept besonders in Hightechbranchen, wie der Computer-, Halbleiter- und Kommunikationsindustrie Anwendung, da diese Industriezweige noch die höchs ten Wachstumsraten aufweisen.
Um die Erfahrungskurve näher zu betrachten, soll im nächsten Kapitel vorerst der Begriff der Lernkurve genauer erläutert werden, bevor in Kapitel 3 zum eigentlichen Erfahrungskurveneffekt über gegangen wird. Kapitel 4 beschäftigt sich mit den Handlungsalternativen, die aus dem Konzept der Erfahrungskurve abgeleitet werden können und Kapitel 5 beleuchtet das Modell kritisch. Abschließend wird der Effekt noch an einem Beispiel aus der Praxis demonstriert.
2
2 Das Lernkurvenkonzept
2.1 Grundlagen
Das Lernkurvenphänomen wurde erstmals 1925 auf der Wright-Patterson Air Force Base in Ohio beobachtet. Man entdeckte, dass die für die Fertigung von Flugzeugen benötigte Zeit mit zunehmender Produktionsmenge sinkt und erkannte die Ursache dafür in der zunehmenden Erfahrung, die die Arbeiter durch die Wiederholung von gleichen Fertigungsschritten erlangten. Der Zeitvorteil wurde also von der zunehmenden Fertigungsmenge abhängig gemacht. Er sank um einen bestimmten, konstanten Prozentsatz mit jeder Verdoppelung der kumulierten Produktionsmenge. Die Zeitersparnis schlug sich direkt in geringeren Fertigungskosten nieder. Diese Erkenntnis wurde allerdings erst 1938 von WRIGHT als statistisch erwiesenes Gesetz formuliert und später von weiteren Autoren bestätigt und weiterentwickelt. 1 Zu nennen wäre hier J. R. CRAWFORD, dessen Lernkurven-Modell heute in den meisten Lehrbüchern Verwendung findet.
Der Unterschied zwischen dem WRIGHT-Modell und dem CRAWFORD-Modell besteht, neben einigen formalen Unterschieden, in der ungleichen Entwicklung der Einzelstückkosten im Verhältnis zu den durchschnittlichen Stückkosten. Während bei Wright mit jeder Verdoppelung der Produktionsmenge die durchschnittlichen Stückkosten parallel zu den Einzelstückkosten um einen k onstanten Prozentsatz sinken, sinken bei CRAWFORD die Einzelstückkosten stärker als die Durchschnittskosten. 2 Dieser Sachverhalt resultiert aus der unterschiedlichen Berechnung der jeweiligen Kosten. Im Modell von WRIGHT errechnen sich die durchschnittlichen Stückkosten ∅ K aus: − ⋅ = 1 b (1) X K K
∅ n
K die Kosten des zuerst hergestellten Stückes, wobei 1 X die insgesamt produzierte
n
Menge und b den Degressionsfaktor wiedergeben. CRAWFORD hingegen berechnet aus der identischen Gleichung die Kosten n K des zuletzt hergestellten Stückes, nämlich:
− ⋅ = 1 b (2) X K K
n n
1 Vgl. Albach, H., 1987, S. 1
2 Vgl. Teplitz, C. J., 1991, S. 35f
3
Grundsätzlich sind aber beide Modelle richtig und finden in der heutigen Praxis Anwendung. Einige Unternehmen verwenden das WRIGHT-Modell, andere das CRAWFORD-Modell. Aufgrund der größeren Verbreitung des CRAWFORD-Modells, soll aber in der weiteren Arbeit darauf aufgebaut werden. 3
Das Lernkurvenkonzept hat ein breites Anwendungsspektrum. Es findet vor allem in produktionswirtschaftlichen Bereichen Verwendung. Besonders zu nennen wären hier die Wirtschaftlichkeitskontrolle vor der Produktion, Planung von Bestellmengen und Losgrößen sowie Kapazitätsplanung und Optimierung. Aber auch in Bereichen wie Personalplanung und Finanz- und Investitionsplanung lässt sich das Lernkurvenkonzept finden. Generell kann gesagt werden, alle Bereiche, die Auswirkungen auf die Qualität, die Bearbeitungszeit oder die Kosten des Leistungserstellungsvorganges haben, sind vom Lernkurveneffekt betroffen. 4
Die in Abbildung 1 darggestellte Lernkurve, stellt eine typische degressiv fallende Lernkurve dar. Auffällig sind, die zu Beginn der Produktion stark abfallenden absoluten Stückkosten, deren Verringerung mit zunehmender Produktionsmenge immer geringer
3 Der interessierte Leser kann sowohl das Wright-, als auch das Crawford-Modell in Teplitz, C.J., 1991,
S. 22ff in aller Ausführlichkeit nachschlagen.
4 Vgl. Mochty, L., 1996, Sp.1083
4
werden. Überträgt man diese Funktion in ein doppelt logarithmiertes Koordinatensystem (Abbildung 2) erhält man das Bild einer Geraden. Die Gerade drückt die konstante Veränderung der abhängigen Variablen (Stückkosten) aufgrund einer bestimmten Veränderung der unabhängigen Variablen (kumulierte Produktionsmenge) aus. 5
Der Vorteil der Darstellungsform in Abbildung 1, ist die Einfachheit, mit der die Kosten für jedes beliebige produzierte Stück abgelesen werden können. Leider gilt dies nur für relativ kleine Produktionsmengen. Je größer die kumulierte Menge wird, umso schwieriger wird es, die Abbildung einer Lernkurve vernünftig zu interpretieren, da die Kostensenkungen mit zunehmender Menge immer geringer werden. Genau hier liegt der Vorteil der doppelt logarithmierten Form. Durch die logarithmische Skalierung der Achsen wird die Lernkurve als Gerade dargestellt und bleibt auch bei größeren Produktionsmenge interpretierbar. Aus diesem Grund hat sich letztere Darstellungsform im Laufe der Zeit durchgesetzt. 6
5 Vgl. Wacker, P. A., 1980, S. 10
6 Vgl. Nieschlag, R.; Dichtl, E.; Hörschgen, H., 2002, S. 133
Arbeit zitieren:
Andreas Conrad, 2005, Erfahrungskurvenkonzept als Instrument zur Ableitung von strategischen Handlungsalternativen, München, GRIN Verlag GmbH
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