Inhalt
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Inhalt 1
1. Einleitung 2
2.1 Die Ursprünge 3
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2.2 Der Aufbau der IRA
2.3 Vorgehensweise und Methoden 10
3.1 Was ist Terror? 12
3.2 Kann das Vorgehen der IRA als Terrorismus bezeichnet 14
werden ?
Anhang :
Literaturverzeichnis
Organigramm
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1.Einleitung
Der Nordirlandkonflikt ist hunderte Jahre alt, doch noch immer hat sich keine Lösung gefunden. Anstatt dessen kämpfen radikale Gruppierungen gegeneinander, wobei der Außenstehende nicht mehr genau w eiß, ob es um Land, um Glaube, um beides oder inzwischen keines der beiden mehr geht. Der Name IRA wird mit dem Nordirlandkonflikt sofort assoziiert.
Die IRA wird von den meisten Menschen sicherlich ohne Nachdenken den terroristischen Vereinigungen zugeordnet werden. Seit Ende der sechziger Jahre verbreitet die IRA Angst und Schrecken, in der deutschen Öffentlichkeit in erster Linie durch Bombenanschläge wahrgenommen. Doch die genauen Hintergründe sind nicht immer klar, es scheint als ob die Forderungen utopisch und aus der Luft gegriffen seien. Außerdem handelt es sich doch um eine Terrororganisation, mit der man am besten gar nicht verhandeln sollte.
In der vorliegenden Arbeit möchte ich die historischen Hintergründe des Nordirlandkonflikts näher beleuchten und die Ziele und Ängste beider Parteien verdeutlichen. Weiterhin gehe ich auf die innere Struktur der IRA ein, um einen weitern Teil der Komplexität des Konflikts zu beschreiben. Die internen und externen Methoden und Vorgehensweisen nehmen neben den historischen Hintergründen eine zentrale Rolle. Es folgt eine kurzer Definitionsversuch des Terrorismusbegriffs und eine abschließende Bewertung der IRA in Bezug auf Terror und den Nordirlandkonflikt allgemein.
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2.1. Die Ursprünge
Die Ursprünge des Nordirland-Konflikts reichen sehr weit zurück. Ich werde die entscheidenden Ereignisse skizzieren, um ein Verständnis für die Entwicklungen und das Vorgehen der IRA aufbauen zu können.
Bereits ab 1155 greift die britische Krone in innerirische Angele genheiten ein und unterwirft Irland schließlich 1210 zu großen Teilen. Ab 1541 kann die Insel als vollständig unterworfen betrachtet werden.
Es folgen einige erfolglose Versuche, teilweise vom katholischen Spanien unterstützt, sich von der Macht der englischen Krone zu befreien. Anstatt dessen fliehen 1607 in einer Nacht- und Nebelaktion zwei nordirische Grafen aus dem Bezirk Ulster nach Spanien. Da nun der Adel vor Ort keine Besitzansprüche mehr stellt, ist dies der Beginn der schottischen, protestantische n Übersiedlungen, so dass die britische Vormacht zu stabilisiert werden kann.
1688 wird der katholische König von England Jakob II. in der sog. Glorious Revolution vom protestantischen Wilhelm von Oranien entthront. Jakob II. versucht zwar von Irland aus den Thron zurückzuerobern, wird jedoch in der entscheidenden Schlacht (Battle of Boyne) geschlagen. Dieses historische Ereignis wird von den protestantischen Nordiren noch immer als Symbol der Überlegenheit herangezogen. Es dient ebenfalls als Grundlage für die Gründung des Orange Order im 19. Jahrhundert und als Anlass für die traditionellen, bis heute durchgeführten Oraniermärsche jeden Sommer. Ab 1782 erzwingen protestantische Iren größere Eigenständigkeit vom britischen Mutterland. Somit entsteht ein protestantisches, unabhängiges nordirisches Parlament, das jedoch 1800 wieder aufgelöst wird. Etwa zeitgleich finden erneut zahlreiche Aufstände gegen die britische Herrschaft statt, die jedoch alle niedergeschlagen werden. In der Folgezeit entstehen Geheimbünde wie die Irish National Land League, die gegen die britischen Großgrundbesitzer vorgehen.
In den Jahren 1846-1851 herrscht eine große Hungersnot, The Great Famine. Die Kartoffelernte ist wiederholt auf Grund von Fäulnis so gut wie ausgeblieben, wodurch den Iren die Nahrungsgrundlage genommen wird. Ca. eine Million Menschen sterben und ebenso viele wandern in die USA aus. Die britische Krone tut kaum etwas, um die Not zu lindern.
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Nachdem die Hungersnot überwunden ist, kommt es 1867 zu Aufständen der Fenians, einer nationalistischen revolutionären Bewegung. Sie treten für eine Trennung von England ein. Sozusagen im Fahrwasser der Fenians entsteht die Irish Republican Brotherhood (IRB). Sie verstehnen sich als legitime Vertretung „ihres“ Volkes, als die eigentliche Regierung Irlands.
Trotz wiederholter Rebellion gehörte Irland somit bis Anfang des 20. Jahrhunderts offiziell zum englischen Mutterland; die Behandlung gleich laut Bittner/Knoll (S. 21) allerdings eher der einer Kolonie.
1905 wird die Partei Sinn Féin (irisch: Nur wir selbst) gegründet, als separatistische, gewaltablehnende, nicht-sozialistische Partei. Verbindungen zu Geheimbünden oder Untergrundbewegungen bestehen zu diesem Zeitpunkt nicht.
Auf Grund eines neuen Gesetzes, das Irland größere Autonomie von England zuspricht, gründen die ängstlich gewordenen Potestanten im Norden 1912 die Ulster Volunteer Force (UVF). Trotz der Aufhebung des Gesetzes zwei Jahre später, hat die UVF bis heute Bestand.
1916 kommt es zum Osteraufstand, The Easter Rising. Die Führung der IRB, darunter James Connolly und Patrick Pearse, ruft in Dublin die Republik Irland aus. Es kommt zu heftigen Kämpfen, die die Stadt verwüsten. Dieser - obwohl niedergeschlagene - Aufstand führt 1918 zu jeweils im Verhältnis gesehen ho hen Wahlerfolgen der beiden gegensätzlichen Parteien: Sinn Féin gewinnt in den katholischen Teilen, die pro-britischen Unionisten in Ulster (73 zu 26 von 105 irischen Sitzen im britischen Parlament). Diese Verhältnisse bleiben bis heute bestehen. Doch die Sinn Féin nimmt ihre Sitze nicht ein, sondern erklären sich selbst zum Dáil Éireann, dem irischen Parlament. 1919 werden alle Freiwilligenverbände zur Irish Republican Army (IRA) zusammengefasst. Die IRA ist gegründet und beginnt unter der Führung von Michael Collins sogleich den zweijährigen Unabhängigkeitskrieg gegen die Briten. Die IRA erzielt Verhandlungen mit den Briten, was 1920 den Government of Ireland Act hervorbringt. Dabei können beide Teile der irischen Insel selbst darüber abstimmen, ob sie eigenständig sein oder zu Großbritannien gehören wollen. Die nordische Provinz in Ulster mit ihren überwiegend protestantischen Einwohnern entscheidet sich zu Großbritannien gehörig zu bleiben, während der katholische Rest des Landes die eigenständige Republik Irland wird. Die Teilung der irischen Insel in zwei unabhängige Territorien wird vollzogen, Ulster ist nun (1922) offiziell ein vom Rest des irischen Freistaates getrenntes Gebiet.
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Trotzdem haben die Protestanten in Nordirland bis heute ngst davor,früher oder später dem katholischen Irland zuzufallen. Diese Angst gründet nicht zuletzt darin, dass die katholischen Geburtenzahlen stets höher waren als die der Protestanten. Und es gilt bis heute der Government of Ireland Act. Er besagt, dass Nordirland nur so lange ein Teil von Großbritannien bleiben solle, solange es die Mehrheit der Bevölkerung wünscht (Bittner Knoll 2001, S.23). Sollten eines Tages die Protestanten nicht mehr die Mehrheit stellen, wäre durch eine katholische Mehrheit der Status Quo gefährdet bzw. sehr wahrscheinlich bald aufgehoben.
An der vertraglichen Einigung durch den Government of Ireland Act zerbrechen 1920 die republikanischen Bewegungen, inklusive der IRA. Die eine Hälfte der IRA wird zur offiziellen Armee des Freistaates Irland, die andere Hälfte kämpft weiterhin für ein vereintes, von England unabhängiges Irland. Sie zetteln einen Bürgerkrieg an, der bis 1923 dauert, jedoch ohne nennenswerte Erfolge. Nach Verhaftung einer ihrer Anführer, geht die IRA in den Untergrund und wird 1936, nach dem Mord am englischen Vizeadmiral Henry Boyle, zur illegalen Organisation erklärt.
Durch den zweiten Weltkrieg ist Irland wirtschaftlich geschwächt, die IRA ist unabhängig davon nicht gut organisiert. Erst in den späten 50er Jahren erstarkt sie wieder, ist jedoch recht erfolglos, ihre Aktionen bleiben ohne Ergebnis.
Trotz der vermeintlichen Ruhe, dem Ausbleiben von republikanischen Übergriffen, ist die Lage alle andere als entspannt. Wut staut sich auf. Der kleine Staat Nordirland wurde von Anfa ng an von protestantischen Unionisten regiert und nach den Ängsten ebendieser Bevölkerungsgruppe gestaltet. Es wurde somit offiziell ein Klima der Unterdrückung und Benachteiligung der Katholiken geschürt (Bittner/Knoll S. 23). Dazu zählt nicht zuletzt ein Wahlrecht, das die katholische Minderheit klar benachteiligte: Das „ausschließliche Mehrheitswahlrecht“ (Bittner/Knoll 2001, S.22), eine „die Protestanten bevorteilende Wahlkreiszuteilung“ (ebd.), das Zugrundelegen völlig veralteter Volkszählungsergebnisse für die Sitzverteilung, sowie ein Wahlrecht, das nur Steuerzahler und Grundbesitzer bzw.pächter wählen ließ, was auf die Katholiken in der Regel nicht zutraf. Zu diesen rein rechtlichen Formen der Benachteiligung kamen Übergriffe der Royal Ulster Constabulary (RUC), der nordirischen, unionistisch orientierten Polizei.
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Arbeit zitieren:
Julia Rehkopf, 2005, Die IRA - legitime Interessenvertretung oder terroristische Gruppierung?, München, GRIN Verlag GmbH
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