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Inhaltsübersicht
1. Vorwort 1
2. Online-Einkaufsauktion, ein Instrument des E-Procurements. 3
2.1 Sell-Side-Lösung 3
2.2 Buy-Side-Lösung. 4
2.3 Marktplatzlösung. 5
3. Grundtypen der Online-Einkaufsauktionen 6
3.1 Einkaufsauktionen mit sofortigem Zuschlag 6
3.2 Einkaufsauktionen mit verzögertem Zuschlag. 7
4. Technische Spezialitäten 9
5. Erstellen des Bidder-Package. 9
6. Einrichtung und Verlauf der Online-Einkaufsauktion 10
7. Kosten 12
8. Nutzen 13
9. Lösungsspezialitäten 13
10. Eignung der Auktion als Beschaffungsinstrument. 15
11. Reaktionen der Lieferanten 15
12. Fazit und Schlusswort. 16
13. Literaturverzeichnis 19
- 2 - 1.Vorwort
Bayer macht es, BASF auch, die Zulieferer der Automobilindustrie haben sich dafür eine E-Commerce-Plattform eingerichtet. Die Rede ist von Online-Einkaufsauktionen zur Vergabe von Aufträgen im Internet. Diese Form der Beschaffung per digitales Datennetz nutzen immer mehr Firmen.
Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe, Ausrüstung bis hin zu Dienstleistungen wie Reinigungs- und Bauarbeiten: Die BASF vergibt laut Georg Wellinghoff, Leiter des technischen Einkaufs, 15 Prozent der Aufträge für Güter und Dienstleistungen im Internet. So habe das Unternehmen im Jahr 2004 rund 480 Auktionen veranstaltet. Transparenz und Effizienz des Verfahrens machen es für die BASF insbesondere attraktiv. „Die einzelnen Bieter sehen unmittelbar, wo sie während der Auktion stehen“, (Pressestelle BASF AG, 2005). Der Erfolg der Auktion hängt allerdings von der Vergleichbarkeit der angebotenen Dienstleistung ab. Auch die Qualität der angebotenen Produkte muss ebenfalls vergleichbar sein. So prüft die BASF vor der Auktion, ob die teilnehmenden Unternehmen den Qualitätsanforde-
rungen entsprechen. Dass durch Versteigerungen die Bieter zum Preisdumping getrieben werden, weist Wellinghoff zurück: „Auch bei konventionellen Verhandlungen kann der Preis stark gedrückt werden“, (Pressestelle BASF AG, 2005).
Auch die Bayer Business Services GmbH, Leverkusen nützt dieses Einkaufswerkzeug intensiv. Nach Angaben eines Firmensprechers versteigert das Unternehmen bereits seit Jahren Dienstleistungen vom Gerüstbau bis hin zur Kommunikationstechnik. Als jüngstes Beispiel wird die Versteigerung des Auftrags zur Lieferung von Laptops und PCs angeführt. „Wir achten sehr auf Transparenz bei den Rahmenbedingungen“, so der Firmensprecher. So werden nicht nur der Ablauf der Auktion sondern auch die Rahmenbedingungen und das gewünschte Produkt sehr genau beschrieben und festgelegt. Das Unternehmen bevorzugt die so genannte „Englische Auktion“, bei der der Preis in regelmäßigen Zeitabständen unterboten wird. Allerdings
- 3 - ließensich nur bei teuren Gütern oder größeren Stückzahlen von Warenbestellungen Einsparungen erzielen.
Die Firma Supplyon in Hallbergmoss bietet im Internet ein Forum für Automobil-Zulieferer. Lieferanten der Automobil-Industrie können sich in eine Datenbank der Firma Supplyon einschreiben. Die Zahl der eingetragenen Firmen hat sich seit 2000 auf 4600 erhöht (Pressestelle Supplyon, Hallbergmoss 2004). Rund 60 Prozent der Unternehmen kommen aus Deutschland. „Der Hintergedanke war, Geschäftsprozesse zu optimieren. Durch das Internet kann ohne Zeitverlust gehandelt werden“, so ein Supplyon-Sprecher. Thomas Renner, Leiter des Kompetenz-Zentrums Electronic Business am Frauenhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) in Stuttgart bewertet die Auktionen positiv: „Es ist eine beschleunigte und transparente Verhandlungsform“, (Wirtschaftsredaktion der Tageszeitung „Rheinland-Pfalz“, 2005). Renners Ansicht nach, sind die Auktionen jedoch nicht für alle Güter und Dienstleistungen einsetzbar. Das Gut müsse klar spezifiziert werden. „Für die Auktion müssen klare Spielregeln aufgestellt werden, an die sich dann auch alle halten“, so Renner (Wirtschaftsredaktion der Tageszeitung „Rheinland-Pfalz“, 2005).
Trotz all den Vorteilen, die eine Online-Auktion mit sich bringt, wickelten deutsche Unternehmen in den vergangenen Jahren weniger als ein Prozent aller Güter und Dienstleistungseinkäufe über Internetauktionen ab. Dies entspricht einem Wert von 8,5 Mrd. Euro. Die Redaktion der Fachzeitschrift „Industrieanzeiger“ kommt zu einem vernichtenden Urteil: „Die Unternehmen verschenken Milliarden“, (Industrieanzeiger 41 / 2002, Seite 58-59). In dieser Seminararbeit werden einzelne Arten der Online-Einkaufsauktionen beschrieben und die Spezialitäten der verschiedenen Lösungen näher betrachtet. Es werden Themen wie E-Procurement, Technische Spezialitäten und die einzelnen Schritte der Auktion erläutert. Darüber hinaus werden Kosten, Nutzen, Lieferantenverhalten, Erfahrungen aus Online-Auktionen und Lösungsspezialitäten näher betrachtet.
- 4 - 2.Online-Einkaufsauktion, ein Instrument des E-Procurements
Im Allgemeinen wird die Beschaffung über das World Wide Web als Electronic Procurement bezeichnet. E-Procurement Systeme (elektronische Beschaffungssysteme) unterstützen den innerbetrieblichen Prozess des Einkaufs von Produkten und Dienstleistungen. Folgende Definition erscheint als zweckmäßig:
E-Procurement unterstützt die Beziehungen und Prozesse eines Unternehmens zu seinen Lieferanten mit Hilfe von elektronischen Medien. 1
Letztendlich ist E-Procurement ein Sammelsurium unterschiedlicher Beschaffungsinstrumente, die in unterschiedlichen Bereichen und zu unterschiedlichen Zwecken eingesetzt werden. Hierzu gehören unter anderem Internetausschreibungen und Online-Einkaufsauktionen. Eine Einteilung solcher Bausteine lässt sich nach dem Einsatzbereich aufstellen: Buy-Side, Sell-Side und neutrale Lösungen (Marktplatz). 2
2.1 Sell-Side-Lösung
Bei dieser Lösungsart werden der Produktkatalog der Lieferanten und die Einkaufssoftware von den Lieferanten zur Verfügung gestellt. Somit fallen die Transaktionsdaten bei Lieferanten an. Der Vorteil dieser Lösungsart liegt vor allem bei den Lieferanten. Diese können ihre Produkte optimal präsentieren und spezifische Funktionen integrieren. 3
1 Petra Schubert, Ralf Wölfle, Walter Dettlig: Procurement im E-Business, München
2002, Seite 2
2 Petra Schubert, Ralf Wölfle, Walter Dettlig: Procurement im E-Business, München
2002, Seite 9
3 Petra Schubert, Ralf Wölfle, Walter Dettlig: Procurement im E-Business, München
2002, Seite 5
- 5 - UmOnline-Auktionen mit Sell-Side-Lösung durchzuführen, müssen sich Auktionator-Unternehmen bei speziellen Internet-Plattformen der Zulieferer anmelden. Die Abbildung 1.2 (Sell-Side-Lösung) verdeutlicht noch einmal die Funktionsweise dieser Lösungsart.
Abbildung 1.2: Sell-Side-Lösung (Quelle: Petra Schubert, Ralf Wölfle, Walter
Dettlig, Procurement im E-Business, Seite 5)
2.2 Buy-Side-Lösung
Bei der Buy-Side-Lösung werden die Programmlogik (Einkaufssoftware, Multilieferantenkatalog) und die Plattform (Server, Hardware) vom Käufer betrieben. Grundsätzlich bringt diese Art der Lösung zwei entscheidende Vorteile für das Auktionator-Unternehmen: 1. Für die Transparenz bei dem Produktangebot und der Vergleichbarkeit der Artikel bezüglich Qualität, Preis und Konditionen werden einzelne Produkt- und Dienstleistungskataloge der Lieferanten zu einem Multilieferantenkatalog zusammengefasst. 2. Um die Einhaltung von Beschaffungsbedingungen, allgemeiner Geschäftsbedingungen und Rahmenverträgen zu erleichtern werden diese durch Auktionator-Unternehmen festgelegt, wobei dadurch auch die Genehmigungsabläufe vereinfacht werden. 4
4 Andreas Preißner: Elektronic Procurement in der Praxis, Hanser-Verlag 2002,
Seite 4
Arbeit zitieren:
Philipp Wotke, 2005, Online-Einkaufsauktion als Werkzeug des modernen Einkaufs, München, GRIN Verlag GmbH
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