INHALTSVERZEICHNIS
Inhaltsverzeichnis I
1. Einleitung 1
2. Konzernkostenrechnung 2
2.1 Definitionen des Konzernbegriffs 2
2.2 Entwicklung der Konzernkostenrechnung 4
2.3 Besonderheiten im internen Rechnungswesen 4
2.3.1 Notwendigkeit einer Konzernkostenrechnung 4
2.3.2 Die klassischen Kostenbegriffspaare 6
2.3.3 Konsolidierungsvorschriften 7
2.4 Grundlagen der Konzernkostenrechnung 7
2.4.1 Grenzplankostenrechnung 8
2.4.2 Einheitliche Ordnungssysteme,
Kostenerfassung und -bewertung 9
2.4.2 Zwischenergebniseliminierung und
Verrechnungspreise 10
2.4.4 Primärkostenrechnung 13
2.5 Möglichkeiten der Konzernkostenrechnung 15
3. Zusammenfassung 16
LITERATURVERZEICHNIS 17
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1. Einleitung
In den vergangenen Jahren hat sich in vielen Wirtschaftszweigen sowohl nationaler als auch internationaler Unternehmen die Wettbewerbsintensität nicht zuletzt dank verbesserter Transport- und Kommunikationstechnologien weltweit verschärft. Unternehmen betrachten den gesamten Weltwirtschaftsraum zunehmend als einen einheitlichen Werkplatz sowohl für ihre operativen als auch für ihre strategischen Aktivitäten. So werden für die Produktion und Direktinvestitionen unter steuerlichen und gewinnorientierten Gesichtspunkten optimale Standorte in der Welt gesucht; die Undurchlässigkeit der Grenzen und Beschränkungen im internationalen Güter- und Kapitalverkehr nehmen ab; die globale Wirtschaft und nicht die einzelnen Regierungen bestimmen im Wesentlichen die internationale Wirtschaftspolitik. Die Konzernpolitik entwickelt sich somit zum Suchprozess für optimale Standorte. Erschließung neuer Absatzmärkte zur Steigerung der Ertragspotentiale, Outsourcing und Zusammenschlüsse mit anderen Unternehmen zur Realisierung von Kosten -vorteilen können somit zur Verbesserung der Wettbewerbsposition von Konzernen beitragen.
Die Konzernkostenrechnung führt zu der erforderlichen, betriebswirtschaftlich abgesicherten Kosten- und Erlöstransparenz für all jene Produkte, die im Rahmen eines mehrere Konzernbetriebe umfassenden Wertschöpfungsprozesses entwickelt, hergestellt und verkauft werden. Erst mit Hilfe der Ergebnisse der Konzernkostenrechnung lassen sich die entscheidenden Wertschöpfungs - und Gewinnquellen erkennen, Konzernplanungs- und Vorschaurechnungen vornehmen und die Voraussetzungen für konzernorientiertes Controlling schaffen. Die zentrale Aufgabe der Konzernkostenrechnung besteht darin, die komplexen Konzernstrukturen und Konzerninterdependenzen sowohl aus Sicht des operativen Kosten - und Deckungsbeitragsmanagments als auch aus strategischer, wertbasierter Sicht auf ein „virtue lles“ Unternehmen zu reduzieren.
3
Dabei sollten insbesondere bei der kostenwir tschaftlichen Konsolidierung alle konzernspezifischen Vorgaben und Randbedingungen 1 und die unterschiedlichen Anforderungen der einzelnen Konzernunternehmen berücksichtigt werden.
2 Konzernkostenrechnung 2.1 Definition des Konzernbegriffs
Konzerne bestehen aus mindestens zwei rechtlich selbständigen Unternehmen, die jedoch eine wirtschaftliche Einheit darstellen. Der offensichtliche Gegensatzrechtliche Selbständigkeit bei wirtschaftlicher Unselbständigkeit und Abhängigkeit - muss zwangsläufig zu kostenwirtschaftlichen Konflikten führen.
Im deutschen Recht erfolgt eine Definition im Aktiengesetz.
Gemäß § 18 AktG bilden Unternehmen dann einen Konzern, wenn die wirtschaftlichen Aktivitäten der Konzernunternehmen durch ein herrschendes Unternehmen einheitlich geleitet werden. Die zusammengeschlossenen Unternehmen sind entweder hierarchisch organisiert (Unterordnungskonzerne gemäß § 18 Abs. 1 AktG) oder gleichberechtigt (Gleichordnungskonzerne gemäß § 18 Abs. 2 AktG), wobei sich der Unterordnungskonzern selbst noch in verschiedene Ausprägungen aufspalten lässt - Faktischer Konzern, Vertragskonzern und Eingliederungskonzern.
Nach dem Handelsrecht ist lediglich nach § 290 HGB festgelegt, wann ein Ko nzernabschluss aufzustellen ist. Eine konkrete Definition existiert hierbei allerdings nicht. Lediglich die Kriterien zur Prüfung der Aufstellungspflicht 2 sind abhängig von der Art der Unternehmensbeziehungen. 3 Die Prüfung erfolgt anhand eines der beiden Konzepte „Einheitliche Leitung“ bzw. „Control-Konzept“ (IAS 27.12.). Das „Control-Konzept“ beschreibt die Macht des Mutterkonzerns, die Finanz - und Geldpolitik des untergeordneten Unternehmens steuern zu können. Dies beinhaltet beispielsweise die Möglichkeit, die Mehrheit der Mitglieder der Aufsichts- und
1 z.B. Berücksichtigung der unterschiedlichen Firmen- und Controllingkulturen,
Wechselkursproblematik, Verrechnungspreisbildung
2 Die Regelung zur Aufstellungspflicht nach internationalen Standards findet sich in IAS 27;
Befreiender Konzernabschluss IAS 27.8., Konsolidierungskreis, Einbeziehungsverbot IAS 27.13.
3 Vgl. Baetge/Kirsch/Thiele, Konzernbilanzen, 2002, S. 27
4
Leitungsorgane zu bestellen oder abzuberufen und entscheidenden Einfluss auf die Abstimmungen dieser Organe zu nehmen (faktische Stimmrechtsmehrheit). Ko nzerne werden also handelsrechtlich als wirtschaftliche Einheit betrachtet und bezüglich des Konzernabschlusses nach der im HGB festgeschriebenen Einheitstheorie behandelt. 4
Das Interesse an zeitnahen und gesicherten Aussagen aus einer Konzernkostenrec hnung hat sich in den letzten Jahren als unmittelbare Folge der zunehmenden Globalisierung verstärkt. Die Unternehmen fordern dafür integrierte und konsolidierbare Lösungen unter Wahrung der Wirtschaftlichkeit.
2.2 Entwicklung der Konzernkostenrechnung
Aufgrund der praktischen Entstehung der Konzernkostenrechnung rückt die theoretische Behandlung in den Hintergrund. Der wissenschaftliche Ursprung der Ko nzernkostenrechnung basiert auf der Arbeit von Marchand (1949), in der Probleme und erste Lösungsansätze der Konzernkostenrechnung aufgezeigt wurden. Dabei geht es um die Überprüfung der Wirtschaftlichkeit ausgehend von einer Plankostengegenüberstellung und der Ermittlung des Betriebsergebnisses aus Konzer nsicht. 5 „Die Durchführung von Vor-, eventuell Nachkalkulationen durch die wir tschaftliche Einheit ist nicht nötig. Für die Preisstellung und -überprüfung werden die Kalkulationen der einzelnen Betriebe genügen.“ 6 Statt die Notwendigkeit der Konzernkostenrechnung als Kostenträgerstückrechnung zu sehen, betrachtet sie Marchand als Periodenrechnung. 7
Die Konzeptionen konsolidierter Kosten- und Deckungsbeitragsrechnungen entwickelten sich ab Mitte der 70iger Jahre des vergangenen Jahrhunderts. Im Fokus dieser Arbeiten stand hauptsächlich die Entwicklung einer entscheidungsor ientierten Kosten- und Erlösrechnung. 8
4 Einheitstheorie sieht den Konzern als selbständige wirtschaftliche Einheit, sowohl Mehrheit- als
auch Minderheitsgesellschafter werden als Eigenkapitalgeber des Konzerns betrachtet.
5 Vgl. Marchand, S. 90.
6 Marchand, S. 88 f.
7 Vgl. Kajüter, P., Theoretische Grundlagen der Kostenrechnung im Konzern, in: Konzernrechnung
im international vernetzten Konzern, 2003, S. 13 f
8 Vgl. Pfaff/Kajüter, Konzernrechnung im international vernetzten Konzern, 2003, S. 31
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Die flexible Grenzplankostenrechnung hingegen wurde beispielsweise in der Arbeit von Rein 1993 thematisiert. Auf Basis der flexiblen Grenzplankostenrechnung e rfolgt die Gewinnung von entscheidungsrelevanten Daten durch die Konsolidierung der aggregierten Kosten und Erlöse der einzelnen Konzernunternehmen. Neben der Kostenarten-, Kostenstellen- und Kostenträgerzeitrechnung wird auch die Kalkulation in Form der Kostenträgerstückrechnung betrachtet 9 , die bei der Bearbeitung der Seminararbeit näher beleuchtet wird.
2.3 Besonderheiten im internen Rechnungswesen
2.3.1 Notwendigkeit einer Konzernkostenrechnung
Mit zunehmender Größe eines Unternehmens oder der Ausweitung sowohl des Produktionsprogramms als auch der Fertigungstiefe steigt die Komplexität des Ver -bundes im Konzern.
Die Dezentralität des Konzern muss dabei so koordiniert werden, dass die Erre ichung von Konzernzielen gesichert ist. Dabei ist es nicht wichtig, die einzelnen dezentralen Bereiche zu optimieren, sondern vielmehr aus Konzernsicht die Ergebnisse der abgesetzten Produkte außerhalb des Konzerns mit den im Konzern ent -standenen Primärkosten gegenüber zu stellen. Wird die im Konzern abgesetzte Leistung, die über mehrere Wertsschöpfungsstufen erzeugt wird, intern nicht auf Grundlage der Kosten verrechnet, so wird aus Sicht des Konzerns eine falsche Höhe des letztendlichen Ergebnisses ausgewiesen. Produktentscheidungen können somit zu Fehlentscheidungen aus Konzernsicht führen. 10
Grundsätzlich bestimmt das liefernde Konzernunternehmen die konzerninternen Leistungen mit Herstell- und Selbstkosten zuzüglich eines zuvor vereinbarten Gewinnzuschlages. Der sich daraus ergebene Verrechnungspreis wird beim Leistungsaustausch dem empfangenden Konzernunternehmen in Rechnung gestellt. Dabei unterscheiden sich diese aktivierungspflichtigen Anschaffungskosten des empfangenden Unternehmens bezüglich der Buchungsvorschriften nicht von Materialbezügen fremder Firmen.
9 Vgl. Kajüter, P.
10 Vgl. Franz, K., Verbundbeziehungen und Komplexität im internationalen Konzern, in:
Konzernrechnung im international vernetzten Konzern, 2003, S.1
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Arbeit zitieren:
Dipl.-Kfm. Sven Lindhoff, 2005, Grenzen und Möglichkeiten der Konzernkostenrechnung, München, GRIN Verlag GmbH
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Einbetten
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