I. Inhaltsverzeichnis
II. Abbildungsverzeichnis III
1. Einleitung 1
2. Die ökonomische Zwickmühle 1
2.1 Herausforderungen auf dem Lesermarkt 2
2.2 Probleme auf dem Anzeigenmarkt 2
3. Institutionelle Besonderheiten der journalistische n Produktion. 3
4. Die klassische Ressortstruktur 5
5. Aufbauorganisation der Redaktion. 6
5.1 Ein-Linien-System. 6
5.2 Stab-Linien-Organisation. 7
6. Die Rolle des Chefredakteurs als Manager 8
7. Innovationen in der Freien Presse in Chemnitz. 10
7.1. Recherchegruppe (Wilfried Hub) 10
7.1.1 Vorteile Rotationsverfahren 11
7.1.2 Nachteile Rotationsverfahren. 12
7.2. Recherche- und Reportageressort (Soika) 13
7.3. Abbestellung der Agentur dpa als Nachrichtenquelle 14
7.4. Ressortübergreifende Modelle. 15
7.4.1 Vorbild „Newsroom“ 15
7.4.2 Newsdesk. 16
8. Fazit 18
III. Literaturverzeichnis 20
II
II. Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Verrichtungsgliederung der „journalistischen Produktion“
Quelle: Moss, Christoph: Die Organisation der Zeitungsredaktion. Wie sich journalistische
Arbeit effizient koordinieren lässt, Opladen 1998, S.92. ........................................................... 4
Abbildung 2: Grundmodelle der Organisation - auch für die Redaktionsarbeit
Quelle: Ruß-Mohl, Stephan: Journalismus.
Das Hand- und Lehrbuch, Frankfurt/M, 2003, S. 265................................................................ 7
Abbildung 3: Redaktionelle Kompetenzkreuzungen Quelle: Hohlfeld, Ralf/Meier,
Klaus/Neuberger, Chr istoph: Innovationen im Journalismus. Forschung für die Praxis,
Münster: LIT-Verlag, 2002, S. 104. ........................................................................................... 8
III
1. Einleitung
„Idealerweise kommentieren Sie den Datenschwund im Kanzleramt genauso souverän wie das Abschneiden der deutschen Fußball-Nationalmannschaft und fühlen sich im Hessischen Landtag ebenso wohl wie auf den heimischen Fußballplätzen.“ 1
Das oben genannte Zitat aus einer Stellenbeschreibung belegt, dass Zeitungsredaktionen in Deutschland gravierenden Veränderungen unterliegen. Der Redakteur, der Ressortgrenzen nicht mehr überwindet, gehört der Vergangenheit an. Kostendruck der Verleger, die Konkurrenz schnellerer Medien, wie z.B. das Internet, und der Leserschwund bei vor allem jungen Lesern stellt das Produkt Zeitung und alle Beteiligten immer wieder vor neue Herausforderungen.
Vokabeln wie Recherchegruppe, Themen- oder Rotationsplanung prägen heutzutage immer mehr Zeitungsredaktionen. Neue Anforderungen werden an die Chefredakteure beziehungsweise an die Journalisten und Redakteure von Zeitungen gestellt und das obwohl „… Journalisten […] die strukturkonservativsten Menschen [sind], die […] [man sich] überhaupt vo rstellen kann. 2
Redaktionsmanagement und Mut zur Innovation sind neue Anforderungsprofile erfolgreicher Chefredakteure geworden. Die vorliegende Studienarbeit beschäftigt sich mit den Innovationen und Trends, die in der Regionalzeitung „Freie Presse“ in Che mnitz den redaktionellen Ablauf verändert haben. Ziel ist es, die neuen Methoden darzustellen und kritisch zu bewerten.
2. Die ökonomische Zwickmühle
Seit Ende der 80er Jahre beobachtet man Versuche, Redaktionen in Zeitungsverlagen neu zu strukturieren. 3 Doch gerade jetzt, wo Zeitungen in einer akuten Wirtschaftskrise stecken, sind konkrete Maßnahmen gefragt, die den Lesermarkt langfristig und den Anzeigenmarkt kurzfristig positiv beeinflussen können. 4 Die Zeitungsredaktion muss vor diesen Hintergründen reorganisiert werden.
1 Stellenangebot. In: Journalist, 50. Jg. 2000, H. 8, S.134.
2 Meier, Klaus: Ressort, Sparte, Team. Wahrnehmungsstrukturen und Redaktionsorganisation im Zeitungsjour-
nalismus. Konstanz: UVK Medien, 2002, S. 351.
3 Vgl. im folgenden: Rau, Harald: Redaktionsmarketing. Journalismus als Planungsfaktor in der Positionierung
regionaler Tageszeitungen, Wiesbaden 2000, S. 190f.
1
2.1 Herausforderungen auf dem Lesermarkt
Eine amerikanische Branchenweisheit zeigt auf, inwiefern sich das Produkt Zeitung gege nüber konkurrierender Medien neu aufstellen muss. "If you can't be the first, you have to be the best." 5 Der Rückgang der Reichweite der Tageszeitungen und die deutliche Zunahme der Internetnutzung, gerade bei den jungen Menschen, zwingt die Zeitungsmacher Alleinstellungsmerkmale herauszuarbeiten. Problematisch für die Zeitungsverlage ist die heutige Informationsdemokratisierung, welche durch das Internet zunehmend vorangetrieben wird. Informationen aller Art sind heutzutage schnell und größtenteils kostenfrei für fast jedermann zugänglich geworden. Schwierigkeiten ergeben sich für den Informationssuchenden insbesondere in der Einordnung und Verarbeitung der gefundenen Nachrichten. Das ist der Punkt, wo die Ze itung durch neue redaktionelle Organisationsformen ihre Leser wieder auffangen kann. Zusammenhangslose Nachrichten werden durch Hintergrundgeschichten aufgearbeitet und In-formationen aus den überregionalen, regionalen und lokalen Bereichen miteinander verknüpft.
2.2 Probleme auf dem Anzeigenmarkt
Der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger meldete 2003, dass der Umsatzrückgang in den Jahren 2002 und 2001 seit dem Ende des 2. Weltkrieges noch nie so dramatisch gewesen ist. 6 Die schwache Konjunktur im Jahr 2002 machte sich bei den Zeitungsverlagen deutlich bemerkbar, da das Anzeigengeschäft im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 12 Prozent eingebrochen ist. Auch in den Regionalzeitungen sind die Anzeigenumfänge im Jahr 2002 im Vergleich zum Vorjahr um 12,3 Prozent zurückgegangen. In den Anzeigensparten verloren hierbei besonders die Stellenanzeigen (- 40,7 Prozent) gefolgt von den Verlusten aus überregionalen Anzeigen (-13,2 Prozent).
4 Vgl. Meier, Klaus: Die Neuerfindung der Redaktion. Wie Teams tradit ionelle Grenzen sprengen, Presse 2003 -
Dokumentation, Analysen, Fakten. Tätigkeitsbericht des VÖZ 2003,
http://www.voez.at/content/main/basics/Zukunft_Meier.html (28.05.04).
5 Vgl. Meier, Klaus: Das flexible Unternehmen. Gruppenarbeit in der Zeitungsredaktion: Führen neue Organis a-
tionsmodelle die Zeitungen aus der Krise?, http://www.flexible -unternehmen.de/kl0311.htm (28.05.04).
6 Vgl im Folgenden: Pasquay, Anja: Zur Lage der Zeitungen in Deutschland 2003, http://www.bdzv.de/cgi-
bin/pd.pl?publikation=420&template=arttexts&redaktion=42&artikel=102148716, Stand August 2003
(29.05.2004).
2
Der Umsatzanteil aus dem Anzeigenverkauf finanziert Tageszeitungen üblicherweise zu zwei Drittel. 7 Nun zwingt das fehlende Umsatzvolumen aus dem Verkauf von Anzeigen zu Umstrukturierungen im redaktionellen Umfeld der Zeitungen. 8
Chefredakteure sind gefordert, mehr Effizienz sowie den ne uen Bedürfnissen der Leserschaft angepasste Strukturen in den Redaktionen zu schaffen.
3. Institutionelle Besonderheiten der journalistischen Produktion
Im Folgenden werden institutionelle Besonderheiten der journalistischen Produktion aufgezeigt, um nachfolgende organisatorische Veränderungen in der Zeitungsredaktion zu erläutern. Betrachtet man die zum Teil 100 Jahre alte Organisation einer Zeitungsredaktion, so erhält man eine Wertschätzung der Umstrukturierung, die durch die Chefredakteure der Freien Presse realisiert wurde. 9
Die Aufgabe der Redaktion ist die journalistische Produktion, welche vergleichsweise gering strukturiert ist. 10 Die Zerlegung der journalistischen Aufgabe in Teilschritte, und deren Zurechenbarkeit auf die einzelnen Teilschritte ist verbunden mit hohen Koordinationskosten und teilweise sogar unmöglich. 11 Be ispielsweise lässt sich Recherchearbeit an einem Thema durch mehrere Redakteure am Endprodukt (der Artikel in der Zeitung) anteilig nicht genau zurechnen. Lediglich der Zeitpunkt der Fertigstellung ist exakt feststellbar sowie das Produktionsergebnis - die Zeitung nach dem Druck - ist quantifizierbar in Zeilen oder Seiten. 12 Die redaktionellen Aufgaben, wie etwa Art der Recherche, Bearbeiten der Agenturmeldungen, Darstellungsformen, Layout, etc. sind vielfältig und die Themen der journalistischen Produktion heterogen. Redaktionelle Arbeit zu standardisieren ist demnach ausgeschlossen. Der Output der Zeitungen, insbesondere bei den Lokalzeitungen, ist jedoch spezifisch, da dieser auf die Region zugeschnitten produziert wird. Dagegen nimmt das Ausmaß an Spezifität im Mantelteil einer Zeitung ab. Hier wählt der Leser die Inhalte selektiv nach seinen Interessen aus. Ein Leser bevorzugt zum Beispiel den Sportteil, ein anderer liest lieber das Feuille-
7 Vgl.Heinrich, Jürgen: Medienökonomie, Bd.1. Mediensystem, Zeitung, Zeitschrift, Anzeigenblatt, Opladen
2001, S. 237.
8 Vgl. Meier, Klaus: Das flexible Unternehmen. Gruppenarbeit in der Zeitungsredaktion: Führen neue Organis a-
tionsmodelle die Zeitungen aus der Krise?, http://www.flexible -unternehmen.de/kl0311.htm (28.05.04).
9 Vgl. Meier, Klaus: Ressort, Sparte, Team. Wahrnehmungsstrukturen und Redaktionsorganisation im Zeitungs-
journalis mus. Konstanz: UVK Medien, 2002, S. 424.
10 Vgl. Heinrich, Jürgen: Medienökonomie, Bd.1. Mediensystem, Zeitung, Zeitschrift, Anzeigenblatt, Opladen
2001, S. 180.
11 vgl. Moss, Christoph: Die Organisation der Zeitungsredaktion. Wie sich journalistische Arbeit effizient koor-
dinieren lässt, Opladen 1998, S. 90.
12 vgl. im Folgenden: Moss, Christoph: Die Organisation der Zeitungsredaktion. Wie sich journalistische Arbeit
effizient koordinieren lässt, Opladen 1998, S. 92f.
3
Arbeit zitieren:
Philipp Mühlenkord, 2004, Innovative redaktionelle Organisationsformen, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Die Nachrichtenproduktion bei MSNBC Interactive
Medien / Kommunikation - Multimedia, Internet, neue Technologien
Facharbeit (Schule), 8 Seiten
Vom Ressort zum Newsdesk: Konzepte der Redaktionsorganisation
Vom Verschwinden traditionelle...
Medien / Kommunikation - Medienökonomie, -management
Seminararbeit, 23 Seiten
Ist es möglich, für die Massenmedien, wenn man sie als soziales System...
Medien / Kommunikation - Medienethik
Hausarbeit, 28 Seiten
Redaktionsabläufe managen mit Newsdesks - Eine Bestandsaufnahme und di...
Medien / Kommunikation - Journalismus, Publizistik
Studienarbeit, 39 Seiten
Die Objektive Hermeneutik: Theorie und Praxis
Pädagogik - Wissenschaft, Theorie, Anthropologie
Hausarbeit (Hauptseminar), 33 Seiten
"Obamessiah" - Die Relevanz zivilreligiöser Terminologie in ...
Hausarbeit, 47 Seiten
Organisatorischer Journalismus: Ansätze und Ergebnisse der Redaktionsf...
Medien / Kommunikation - Journalismus, Publizistik
Hausarbeit (Hauptseminar), 23 Seiten
Rhetorische Analyse der "Yes we can" Rede von Barack Obama
New Hampshire Primary Speech a...
Rhetorik / Phonetik / Sprechwissenschaft
Seminararbeit, 22 Seiten
Medienmarken als Erfolgsfaktor - Zusatzgeschäfte als strategische Opti...
Medien / Kommunikation - Medienökonomie, -management
Diplomarbeit, 124 Seiten
Die Gesellschaft, ihre Funktions- und ihre Sozialsysteme bei Niklas Lu...
Soziologie - Individuum, Gruppe, Gesellschaft
Hausarbeit, 17 Seiten
Fernsehserien und Luhmann - Ein blick auf Unterhaltung durch eine Seri...
Medien / Kommunikation - Film und Fernsehen
Seminararbeit, 15 Seiten
Medien / Kommunikation - Medienökonomie, -management
Hausarbeit, 14 Seiten
Siegeszug der Rationalisierung - Die McDonaldisierung der Gesellschaft
Pädagogik - Pädagogische Soziologie
Hausarbeit (Hauptseminar), 16 Seiten
Philipp Mühlenkord's Text Innovative redaktionelle Organisationsformen ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Philipp Mühlenkord hat den Text Innovative redaktionelle Organisationsformen veröffentlicht
Philipp Mühlenkord hat einen neuen Text hochgeladen
Die optimale Organisationsform
Vorgehen und Instrumente zur B...
Norbert Thom, Andrea P. Wenger
Shared Service als alternative Organisationsform
Am Beispiel der Finanzfunktion...
Uwe Kagelmann
Organisationsformen des Kommunalen Gebäudemanagements
Wegweiser und Materialsammlung
Jens Kramer
Instandhaltungsmanagement in neuen Organisationsformen
Wilfried Sihn, Siegfried Stender, Engelbert Westkämper
0 Kommentare