Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Watzlawick: Man kann sich nicht nicht verhalten 4
3. Sartre: Verurteilt frei zu sein 6
4. Sartre: Scheinbarer Widerstand durch Gegebenes 8
5. Watzlawick: Trügerische Interpunktion von Ereignisfolgen 11
6. Sartre: Losreißen und Wählen der Wirklichkeit 14
7. Schluss 16
8. Literaturverzeichnis 18
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1. Einleitung
Watzlawick hat mit „Menschliche Kommunikation“ (Watzlawick 2003) ein soziologisch und psychologisch orientiertes Buch geschrieben, während Sartre in seinem Hauptwerk „Das Sein und das Nichts“ (Sartre 1987) und seinen weiteren Schriften eine Theorie entwickelte, die zu den Klassikern der Philosophie zählt.
Obwohl allein aufgrund der unterschiedlichen Fachrichtungen Motivationen und Ziele verschieden sind, finden sich zahlreiche Gemeinsamkeiten. Bei der Beschreibung bestimmter Aspekte des Handelns ähneln sie sich hinsichtlich der Beispiele und den daraus gewonnenen Schlüssen.
Sie beschreiben beide, dass man sich in irgendeiner Art und Weise verhalten, kommunizieren/wählen muss. Beide sind der Ansicht, dass man subjektiv das Gefühl haben kann einer Situation nur ausgeliefert zu sein: durch Gegebenes oder durch falsche Interpunktion. Zudem gehen beide darauf ein, wie man sich aus diesen Situationen losreißen kann (wobei Watzlawick das in dem anderen Buch behandelt: Watzlawick 2001).
Die Positionen Watzlawicks und Sartres in den angesprochenen Punkten sollen in dieser Hausarbeit vergleichend beschrieben werden. Dabei kommt es mir besonders darauf an, aufschlussreiche Gemeinsamkeiten hervorzuheben. Im Einzelnen orientiert sich die Darstellung an den eben angesprochenen Punkten: der These von Watzlawick, dass man sich nicht nicht verhalten kann (Kapitel 2), schließt sich Sartres Entsprechung des wählen Müssens an (Kapitel 3). Dem folgen Betrachtungen der Äußerungen Sartres und Watzlawicks zu dem Gefühl in einer Situation gefangen zu sein und nur Reagieren zu können (Kapitel 4 und 5). Zuletzt wird auf das Problem des Losreißens von der gegenwärtigen Wirklichkeit behandelt (Kapitel 6), bevor die Ergebnisse im Schlusskapitel noch einmal zusammengefasst werden.
Die Hausarbeit beginnt folglich mit relativ allgemeinen Vorstellungen beider Autoren über menschliches Verhalten und arbeitet sich dann zu den Beschreibungen der für die Individuen schwierigeren Situationen vor.
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2. Watzlawick: Man kann sich nicht nicht verhalten
Das Leben besteht aus vielerlei Handlungen, die wir ausführen. Einen großen Teil davon nehmen Handlungen ein, die in Bezug zu anderen Menschen stehen, so genannte "soziale Handlungen". Wir reden mit anderen Menschen, wir kaufen etwas, von was wir wissen, dass es unserem Partner gefallen wird und ähnliches. Watzlawick untersucht in seinem Buch "Menschliche Kommunikation", solche Handlungen des wechselseitigen aufeinander bezogen Seins. „Wenn man untersucht, was jede Mitteilung enthält, so erweist sich ihr Inhalt vor allem als Information. Dabei ist es gleichgültig, ob diese Information wahr oder falsch, gültig oder ungültig oder unentscheidbar ist. Gleichzeitig aber enthält jede Mitteilung einen weiteren Aspekt, der viel weniger augenfällig, doch ebenso wichtig ist - nämlich einen Hinweis darauf, wie ihr Sender sie vom Empfänger verstanden haben möchte. Sie definiert also, wie der Sender die Beziehung zwischen sich und dem Empfänger sieht, und ist in diesem Sinn seine persönliche Stellungnahme zum anderen.“ (Watzlawick 2003, 53) Von einem Funktionieren von Kommunikation kann dann gesprochen werden, wenn die Kommunikationspartner in ihrer Wirklichkeitsdefinition
übereinstimmen. Sie sind sich dann sowohl auf der Inhalts-, wie auch auf der Beziehungsebene einig. Wenn z.B. eine Mutter ihr Kind auffordert sein Zimmer aufzuräumen, dann kann das Kind sich darauf einlassen und das Zimmer aufräumen, wenn es sowohl die Mitteilung auf der Beziehungsebene als auch auf der Inhaltsebene akzeptiert. Die Akzeptanz in der Beziehungsebene drückt sich in dem Einverständnis aus, dass es die Aufgabe der Mutter ist das Kind zu erziehen und es zum aufräumen anweisen kann, während die Akzeptanz auf der Inhaltsebene darin bestehen könnte selbst zu meinen, dass es wichtig und richtig ist das Zimmer sauber und ordentlich zu halten. Leider stimmen die Kommunikationspartner oftmals nicht in ihrer Wirklichkeitsdefinition in der Inhalts- und/oder Beziehungsebene überein. Nehmen wir zunächst den Fall, dass das Kind die Mitteilung der Beziehungsebene nicht teilt, z.B. weil das Kind zwar Tochter der Mutter ist, aber inzwischen schon längst erwachsen und ein eigenständiges Leben führt. Dann
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kann das "Kind" die Angelegenheit beispielsweise mit einem klaren "Nein" abwehren und die Art der Beziehung mit der Mutter besprechen. Schwieriger wird die Situation für das Kind, wenn es der Mutter zwar auf der Beziehungsebene zustimmt, dass die Mutter das Recht hat, das Kind anzuweisen das Zimmer aufzuräumen, aber es nicht für nötig befindet das Zimmer aufzuräumen. Sicherlich kann das Kind der Mutter mitteilen, dass es viel lieber spielen möchte als aufzuräumen, dies wird in den wenigsten Fällen dazu führen, dass die Mutter ihre Meinung ändert. So wird es sehr wahrscheinlich zu der Situation führen, dass das Kind zwar zustimmt das Zimmer aufzuräumen, es aber während des Aufräumens immer wieder in Spielen verfallen wird. Das Kind räumt dann auf, hat aber die Situation dadurch entwertet, dass es immer wieder anfängt zu spielen und nicht mit der Zügigkeit aufräumt, wie die Mutter es erwartet.
Anhand der Beispiele habe ich nun 3 Fälle aufgeführt. Zunächst die Zustimmung und Bestätigung, dann die Abweisung und Verwerfung und schließlich die Entwertung. Dies sind zugleich die Möglichkeiten, die von Watzlawick angeführt werden, um aufzuzeigen welche Möglichkeiten der Mensch hat einer sozialen Situation zu begegnen. (vgl. Watzlawick 2003, 72-91) Gleichgültig für welche Möglichkeit wir uns entscheiden, jede Handlung von uns wird von dem Gegenüber selbst als Mitteilung verstanden. „Handeln oder Nichthandeln, Worte oder Schweigen haben alle Mitteilungscharakter.“ (Watzlawick 2003, 51) Dies gilt unabhängig davon wie wir uns verhalten; in irgendeiner Art und Weise müssen wir handeln. So schreibt Watzlawick dann auch: „Man kann sich nicht nicht verhalten.“ (Watzlawick 2003, 51). Watzlawick sieht die Schwierigkeiten vor allem in der Situation, in denen man nicht kommunizieren möchte. Denn man ist gezwungen irgendwie zu kommunizieren, da sowohl Zustimmung, Abweisung sowie Verwerfung eine Form von Kommunikation darstellen.
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Arbeit zitieren:
Kalina Seekatz, 2004, Gemeinsamkeiten in den Theorien von Watzlawick und Sartre, München, GRIN Verlag GmbH
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