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Inhaltsverzeichnis
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1. Einleitung 3
1.1 Darstellung der Untersuchungsfrage 3
2. Literaturüberblick und theoretische Grundlagen 4
3. Operationalisierung der Variablen und Ableitung der
Hypothesen 7
3.1 Operationalisierung der Variablen 7
3.1.1 die unabhängige Variable: gender equality 7
3.1.1.1 social equality 7
3.1.1.2 political equality 8
3.1.1.3 economic equality 9
3.1.2 die abhängige Variable: Handelsliberalisierung 9
3.2 Ableitung der Hypothesen 10
4. Überlegungen zum methodischen Vorgehen 10
4.1 Fallauswahl 10
4.2 Kontrollvariablen 11
4.3 statistisches Verfahren 12
5. Erwartete Probleme 12
6. Schlusswort 14
Zitierte Literatur 15
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1. Einleitung
Innerhalb der neoliberalen Schule der politikwissenschaftlichen Disziplin der Internationalen Beziehungen wurde eine Vielzahl von Theorieansätzen zur Erklärung der Kooperation zwischen Staaten entwickelt. Aber obwohl sich die verschiedenen Formen auf durchaus unterschiedliche Grundannahmen stützen, identifiziert die feministische Literatur doch ein gender bias: Dort heißt es, die theoretischen Grundlagen basierten auf männlichen Konstruktionen, die die gesamte Denkweise in der Disziplin geprägt hätten, während spezifisch weibliche Haltungen und Strukturen als irrelevant ausgeschlossen worden seien. Nach Keohane ist es deshalb für die Weiterentwicklung der IB wichtig, zentrale Konzepte der IB-Theorie von einem feministischen Standpunkt aus umzuformulieren und gleichzeitig ihren Wert für die empirische Forschung zu ermitteln (Keohane 1991: 45). Die Forderung lautet also, Frauen als Akteure und Subjekte mit in die Theorien der IB einzubeziehen: gender soll als Determinante der internationalen Politik berücksichtigt werden, da es die Rollen bzw. die sozialen, politischen und ökonomischen Funktionen in der Gesellschaft bestimmt. Sandra Harding (1987, in Grant/Newland 1991) definiert gender als „a systematic social construction of masculinity and femininity that is little, if at all, constrained by biology.“
1.1 Darstellung der Untersuchungsfrage
Aufbauend auf zwei neueren Studien, die einen Zusammenhang zwischen der Variablen gender und dem außenpolitischen Verhalten von Staaten bzw. den Einstellungen gegenüber diesem Verhalten überprüfen und auf die ich im folgenden noch genauer eingehen möchte, werde ich nun die Grundstrukturen eines Research Designs erarbeiten. Das Ziel ist dabei erstens, einen möglichen Einfluss der Variablen gender equality auf die wirtschaftliche Kooperation von Staaten in Form von Handelsliberalisierung zu untersuchen und zweitens eine theoretische Erklärung für mögliche Unterschiede im außenpolitischen Verhalten von Staaten zu liefern. Meine Arbeit konzentriert sich auf einen Aspekt des kooperativen Verhaltens von Staaten, weil sich die bisherige Forschung in diesem Gebiet fast ausschließlich der Erklärung des Konfliktverhaltens von Staaten gewidmet hat. Zunächst möchte ich nun einen kurzen Literaturüberblick geben und auf die relevanten theoretischen Grundlagen eingehen, um dann Vorschläge für die Operationalisierung der Variablen zu erarbeiten und die Hypothesen abzuleiten. Im Anschluss daran werde ich die zeitliche und räumliche Fallauswahl erläutern sowie weitere Überlegungen zum methodischen Vorgehen darlegen. Abschließend will ich noch auf einige der zu erwartenden Probleme des Research Designs eingehen.
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2. Literaturüberblick und theoretische Grundlagen
Untersuchungen zu einem gender gap in den Einstellungen gegenüber der Außenpolitik eines Staates gehen bis in die 70er Jahre zurück. Bei der Präsidentschaftswahl Richard Nixons fa nd sich erstmalig ein signifikanter Unterschied im Wahlverhalten von Männern und Frauen, der auf deren unterschiedliche Haltungen zu Krieg und zur Außenpolitik allgemein zurückgeführt wurde. Das gleiche Muster fand sich auch bei den amerikanischen Präsidentschaftswahlen 1980 und 1984. Die Hypothese der Forscher war, dass Frauen friedliebender seien als Männer und deshalb für den Kandidaten stimmten, der weniger die Haltung eines Falken einnimmt. Nach diesen ersten Untersuchungen wurden v.a. in den USA weitere Studien zum gender gap durchgeführt. Die Ergebnisse zeigen, dass Frauen die Anwendung politischer Gewalt weniger unterstützen als Männer (Togeby 1994; Fite et.al. 1990 u.a.). In der Literatur finden sich mehrere Theorieansätze zur Erklärung des gender g ap. Ausgangspunkt ist die Annahme, dass sich Männer und Frauen generell durch ihre Werthaltungen unterscheiden lassen, auf die die unterschiedlichen Einstellungen, u.a. gegenüber der Außenpolitik, zurückgeführt werden. Unterscheiden lassen sich die Ansätze durch verschiedene Erklärungsmechanismen für die Entstehung der Werte. Die für die feministische Literatur auf diesem Gebiet bedeutendste Arbeit hat Carol Gilligan (1982) mit „In a Different Voice“ vorgelegt. Gilligan berichtet darin, dass Männer und Frauen moralische Dilemmata unterschiedlich wahrnehmen. Für die Frauen steht dabei der Konflikt zwischen Verantwortlichkeiten im Vordergrund, den es unter Berücksichtigung sozialer Beziehungen kompromisshaft und für alle Seiten akzeptabel zu lösen gilt. Gilligan nennt dies die Moral der Verantwortlichkeit. Männer bewerten dagegen das Individuum und dessen Unabhängigkeit und Autonomie höher; moralische Probleme bestehen für sie aus den konkurrierenden Rechten der Individuen, z.B. dem Recht auf Leben und Selbstve rwirklichung. Das Lösungsprinzip ist hier die Gerechtigkeit. Gilligans Ergebnisse sind durch mehrere empirische Studien bestätigt worden (z.B. Ford/Lowery 1986). Als typisch weibliche Werte wurden dabei Gleichheit, Gemeinschaft, zwischenmenschliche Beziehungen, die Fürsorge für andere sowie das Schließen von Kompromissen identifiziert. Im folgenden möchte ich nun kurz die wichtigsten Erklärungsansätze zum gender gap darstellen: Der biologische Determinismus begründet die unterschiedlichen sozialen Rollen vo n Männern und Frauen mit ihrer ungleichen genetischen Ausstattung bzw. mit physiologischen Unterschieden. Danach richtet sich das Verhalten von Frauen instinktiv an ihrer Fähigkeit zur Reproduktion des Menschen aus; es ist biologisch determiniert (Daly 1984; Elshtain 1986; Ruddick 1987, in Caprioli 2000). Im Gegensatz dazu geht der soziale
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Konstruktivismus davon aus, dass keine inhärenten Unterschiede zwischen Mann und Frau bestehen; diese entstehen erst, wenn Männer und Frauen in ihren sozialen Beziehungen durch Erziehung bzw. Sozialisation in stereotype Rollen gedrängt werden und sind damit gesellschaftlich determiniert (Tickner 1992; Gailey 1987, in Caprioli 2000). Ein weiterer Erklärungsansatz stellt die einzigartige Erfahrung der Mutterschaft durch die Frau in den Mittelpunkt (Conover/Sapiro 1992, in Togeby 1994). In einer erweiterten Version sollen allgemein familiäre Faktoren wie Familienstand die Basis für die Generierung der Werte darstellen. Eine letzte Form nimmt sich schließlich der Tatsache an, dass Frauen oft in der caring industry (Sozialsektor) beschäftigt sind (z.B. als Krankenschwestern, Kindergärtnerinnen, Lehrerinnen oder Sozialarbeiterinnen). Sowohl die Ausbildung als auch die Ausübung des Berufs sollen dabei die bereits vorhandenen weiblichen Werte noch weiter verstärken (Togeby 1994: 384f).
Die bisherige Forschung zur Existenz eines gender gap bezog sich meist auf Unterschiede bezüglich der Unterstützung von Krieg bzw. der Anwendung politischer Gewalt (Caprioli 2000: 53). Auch Mary Caprioli (2000) untersucht in ihrer Studie „Gendered Conflict“ als abhängige Variable das Konfliktverhalten von Staaten. Ihr Ausgangspunkt sind aber nicht die divergierenden Werthaltungen von Männern und Frauen. Sie kann damit die Probleme dieses Ansatzes umgehen 1 . Caprioli legt stattdessen eines der Ergebnisse von Tessler/Warriner (1997) zugrunde, die berichten, dass Frauen nicht, wie bisher angenommen, weniger militaristisch sind als Männer, sondern dass „those who express greater concern for the status and role of women, and particularly for equality between women and men, are more likely than other individuals to believe that the international disputes in which their country is involved should be resolved through diplomacy and compromise“ (Caprioli 2000: 55). Daraus leitet Caprioli ab, dass der gleichberechtigte Einbezug und Einfluss von Frauen in eine Gesellschaft einen befriedenden Einfluss auf die Außenpolitik des Staates hat. Ihre Hypothesen postulieren einen negativen Zusammenhang zwischen gender equality und Militarismus, der als das Ausmaß der von einem Staat angewandten militärischen Gewalt operationalisiert wird. Caprioli nimmt also einen Einfluss der Variable gender auf die Außenpolitik eines Staates an, in dem Sinne, dass größere Gleichheit zu einem geringeren Konfliktniveau führt; die zugrundeliegenden unterschiedlichen Wertdimensionen nimmt sie dabei als gegeben an.
1 Erstens wurde als Operationalisierung der Werthaltungen meist die Messung der öffentlichen Meinung gewählt
(Gidengil 1995: 387), eine zwar praktikable, wahrscheinlich jedoch wenig valide Lösung. Zweitens wurde kein
expliziter Wirkungsmechanismus für den Zusammenhang zwischen den zugrundeliegenden Werten und den
resultierenden Einstellungen zu bestimmten Themen angeführt (Gidengil 1995: 387).
Arbeit zitieren:
Christina Zimmer, 2000, Research Design: Beeinflusst gender equality das Ausmaß der Handelsliberalisierung?, München, GRIN Verlag GmbH
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