Inhalt
Vorwort. 3
1.Das altägyptische Wirtschaftssystem 3
1.1 Prolog 3
1.2 Das Privateigentum. 4
1.3 Das Geld 6
1.4 Warenpreise. 7
1.5 Feste Preise 7
1.6 Redistribution 8
1.7 Streiks und Arbeiterunruhen 9
1.8 Grabraub-eine willkommene Einkommensverbesserung 9
1.9 Der Außenhandel und die Rohstofflage 10
1.10 Die Wirtschaft in der Ptolemäerzeit (322-30 v. Chr.) 11
2. Exkurs-Landwirtschaft 11
3. Literatur. 13
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Vorwort
In meiner Hausarbeit über das Wirtschaftssystem des alten Ägypten möchte ich vor allem zeigen, dass die Wirtschaft sehr viel zum Werden der altägyptischen Hochkultur beigetragen hat, aber sie auch eine vom Staat kontrollierte Verteilungswirtschaft war, die dem arbeitenden Volk nur sehr wenig wirtschaftliche Freiheiten ließ. Die staatlichen Eingriffe zeigen sich auf allen Bereichen der Wirtschaft. Angefangen bei der Begrenzung des Privateigentums bis hin zur Monopolstellung des Königs in der Außenwirtschaft zeigen sich diese Strukturen auf. Im Verlauf der Hausarbeit wird rasch deutlich, dass unter anderem die Ausbeutung der arbeitenden Bevölkerung zum Werden der ägyptischen Hochkultur beigetragen hatte. 1. Das altägyptische Wirtschaftssystem
1.1 Prolog
Die ägyptische Wirtschafts- und Sozialgeschichte ist bislang nur sehr wenig erforscht. Heutige volkswirtschaftliche Theorien können nur begrenzt auf die altägyptische Wirtschaft angewendet werden, weil es nur sehr wenig Quellen und Aufschlüsse über sie gibt. Kennzeichnend für das recht simple organisierte Ägypten vor der Reichseinigung waren das Leben in kleinen Dörfern in Form eines Familienverbundes und die Selbstversorgung: Die Menschen waren in der Lage sich selbst zu ernähren und Geräte zu produzieren. Die Rollen zwischen den Geschlechtern waren klar verteilt. Der Mann ging auf die Jagd und die Frau sammelte Früchte und kümmerte sich um das Haus.
Erst in der Jungsteinzeit (Neolithikum) vollziehen sich entscheidende Innovationen, die als ein wichtiger Auslöser für die spätere Hochkultur Ägyptens anzusehen sind: „Der Übergang zum Bauerntum, und damit zur produzierenden Wirtschaftsweise durch Vereinigung von Ackerbau (Pflanzer) und Viehzucht (Hirten) am Ende des Neolithikums“ (dtv-Atlas, 2003, S. 17). Durch diese “Neolithische Revolution“ ging man dazu über Weizen, Gerste und Hirse zu kultivieren und gleichzeitig Schafe, Ziegen, Schweine und Equiden am Haus zu halten. Dabei waren die gesamten Ernteerträge und der zu bewirtschaftende Boden Eigentum der Gemeinschaft und wurde von einem so genannten Ältesten beaufsichtigt. Er besaß Autorität innerhalb der Dorf-und Hausgemeinschaft.
Später vergrößerte sich der Aufgaben- und Einflussbereich des Ältesten mit zunehmender Sesshaftigkeit. Er verteidigte Vieh und Ernte vor Räubern, pflegte als Stellvertreter der Gemeinschaft die Beziehungen zu den Nachbargruppen, übte religiöse Funktionen aus und entschied über Eheschließungen. Auf Grund dieser Vielzahl an Aufgaben konnte der Älteste
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sich und seine Familie nicht mehr selbst ernähren und bezog Hilfe für seine Versorgung von der Gemeinschaft. Diese Tatsache ist deshalb so bedeutend, weil der Bauer zum ersten Mal über seinen eigenen Bedarf hinaus produzierte.
Die Nahrungsmittelproduktion, eines der wichtigsten Hauptprobleme dieser frühen Wirtschaft wurde durch die Anlegung von Speichern gewährleistet. Sie waren die Antwort der sesshaft gewordenen Bevölkerung auf die sich ständig veränderten Bedingungen des Landes. Es konnten Missernten überbrückt und wettgemacht werden, indem man sich von den Vorräten des Speichers ernährte, vorausgesetzt man erhöhte in ertragsreichen Zeiten die landwirtschaftliche Produktion in dem Maße, dass man einlagern konnte. Dieser Überproduktion ist es zu verdanken, dass für andere Teile der Bevölkerung anfallende Aufgaben im Handwerk und Kult sowie in der Verteidigung und Verwaltung frei wurden und sich Spezialisten, wie der Schmied herausbildeten. So entstanden verschiedene „Berufsschichten und damit die Bildung einer differenzierten Gesellschaft durch die Emanzipation arbeitsteiliger Gewerbe und die komplizierten Produktionsverfahren“ (dtv-Atlas, 2003, S. 17). „Die wirtschaftliche Basis für die Gründung des Staates (…)“ (Arne Eggebrecht, 1984, S. 197) wurde durch die Entstehung einfacher Arbeitsteilung, die im Zuge, der Neuerungen in der Nahrungsmittelproduktion entstand, und vor allem durch die Organisation durch den Ältesten gelegt. (vgl. Arne Eggebrecht, 1984, S. 197)
1.2 Das Privateigentum
Wichtig für die wirtschaftliche Untersuchung des alten Ägyptens ist die Frage nach den Eigentums- und Besitzverhältnissen. „Grundbesitz bedeutet Macht, und die Machtausübung ist der Eckpfeiler jeder staatlichen Organisation“ (Arne Eggebrecht, 1984, S. 198). Im ägyptischen Gottkönigtum unterstand der Boden quasi allein dem absoluten, erblichen König und dieser hatte die so genannte „Vergabungs urkunde“ (Kees, 1977, S.28). Er stattete, wenn er es wollte, Leute mit Grundbesitz, Vieh und Hörigen aus und konnte jederzeit von seinem königlichen Rücknahmerecht Gebrauch machen. Mit der Einrichtung staatlicher und königlicher Güter unterstand dem König in immer größerem Maße die Produktion seiner Untertanen. Ab der 1. Dynastie wurden die Erzeugnisse des Landes in das Vorratshaus des Königspalastes eingelagert, um die Versorgung der Königsfamilie und der steigenden Zahl ihrer Angestellten zu gewährleisten. (vgl. Arne Eggebrecht, 1984, S. 198)
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Arbeit zitieren:
Jan-Bernd Stahmann, 2004, Das altägyptische Wirtschaftssystem, München, GRIN Verlag GmbH
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