I
Die historische Entwicklung des Phänomens Wellness anhand abendländischer Badekultur
Inhaltsverzeichnis
Abk ürzungsverzeichnis II
A Einleitung 1
1 Problemstellung und Untersuchungsziel 1
2 Der Begriff Wellness 1
B Historische Entwicklungen des Phänomens Wellness 3
1 Badekulturen in der Antike 3
a. Griechische Badekultur 3
b. Römische Badekultur 4
2 Badekulturen im Mittelalter 6
3 Badekulturen in der Neuzeit 8
C Parallelen historischer Badekulturen zum Phänomen Wellness im 21.
Jahrhundert 10
D Fazit und Ausblick 16
Quellenverzeichnis 18
Literatur 18
Elektronische Quellen 19
Abkürzungsverzeichnis
a.a.O. am angegebenen Ort bzw. beziehungsweise f. folgende (Seite) ff. fortfolgende (Seiten) Hrsg. Herausgeber n. Chr. nach Christus o.ä. oder ähnliches S. Seite u. und u.a. unter anderem vgl. vergleiche v. Chr. vor Christus z.B. zum Beispiel
A Einleitung
1 Problemstellung und Untersuchungsziel
Fast jede Zeitschrift schreibt heute über Wellness. Wellness ist in aller Munde, aber was steckt hinter diesem Begriff? Wie ist Wellness entstanden? Ist Wellness eine Modeerscheinung - ein Phänomen des 20./21. Jahrhunderts? Gibt es Vorläufer dieses Phänomens?
Immer schon strebten die Menschen nach dem Idealzustand Körper, Seele und Geist in Harmonie zu vereinen. Besonders deutlich wird dies anhand der verschiedenen Badekulturen. Daher ist es Ziel dieser Arbeit, zunächst einen Überblick über die historische Entwicklung der abendländischen Badekultur zu geben, um darauf aufbauend Parallelen zum Phänomen Wellness im 21. Jahr-hundert herzustellen. Im Rahmen einer exemplarischen Darstellung der Kneipp-Therapie werden anschließend historische Wurzeln dieser Wellnessanwe ndung aufgezeigt.
Eine umfassende Analyse der orientalischen Einflüsse in die abendländische Badekultur sowie die Thematik religiös begründeten Badens würden den Ra hmen dieser Arbeit sprengen und sind daher nicht Gegenstand der Betrachtung.
2 Der Begriff Wellness
Gemäß einer Umfrage beschreiben ca. 40% aller Befragten Wellness als „körperliche und geistige Betätigung, gesunde Ernährung und Entspannung“. 1
In der Literatur finden sich zahlreiche Definitionen und Bedeutungen des Begriffs „Wellness“. Nachweislich taucht der Begriff Wellness das erste Mal 1654 in einer Monographie auf. Damals zeitweilig als Gegenbegriff zum Wort „illness“ verwandt, konnte sich Wellness als Gebrauchswort allerdings nicht etablieren. Etymologisch strittig ist, ob die heutige Bedeutung des Wortes Wellness sich schon in dem historischen Begriff oder erst in dem 1959 durch den amerikanischen Arztes Halbert L. Dunn kreierten Kunstwort finden lässt. 2
1 Vgl. Umfrage für Univox, die 1998 in der Schweizer Bevölkerung durchgeführt wurde, zitiert
nach Eveline Lanz Kaufmann, Wellness - Tourismus, Entscheidgrundlagen für Investitionen
und Qualitätsverbesserungen, Bern 2002, S. 30
2 Vgl. Lothar Abicht u.a., Wellness - ein Freizeittrend als Auslöser neuer Qualifikationsent-
wicklungen in: Hans - Jörg Bullinger (Hrsg.), Gesundheit, Wellness, Wohlbefinden Perso-
Dunn setzt den Begriff Wellness aus den beiden Worten: Well-being und Fitness, im Sinne von Wohlsein und körperlicher bzw. geistiger Leistungsfähigkeit zusammen. Das von ihm entwickelte Wellness-Konzept mit ökonomischer Zielsetzung sollte sich für die Unternehmen kostensenkend auswirken, indem durch ein ganzheitlicheres Verständnis von Gesundheit körperliches, seelisches, mentales und soziales Wohlbefinden der Arbeitnehmer gefördert werden sollte. 3
Der Deutsche Wellness Verband versteht Wellness als „aktive Gesundheitsstrategie, die den Einzelnen unterstützt, sein Leben durch wissenschaftlich gesicherte Maßnahmen gesund und produktiv zu gestalten und damit ein zufriedenes, von chronischen Krankheiten weitgehend freies Leben zu führen“. 4
Umfangreicher definiert Eveline Lanz Kaufmann Wellness als einen „Gesund-heitszustand der Harmonie von Körper, Geist und Seele“ 5 und nennt unter der Voraussetzung der Selbstbestimmung als wesensbestimmende Elemente von Wellness: „Fitness und Körperpflege, gesunde Ernährung, Entspannung, geistige Aktivität/Bildung sowie soziale Beziehungen und Umweltsensibilität.“ 6 Dieses Begriffsverständnis wird den folgenden Ausführungen zugrunde gelegt.
Da bei den Elementen soziale Beziehungen und Umweltsensibilität kein direkter Bezug zum Thema gegeben ist, bleiben diese im Folgenden unberücksichtigt. Die Hauptwesensmerkmale von Wellness lassen sich damit auf Fitness und Körperpflege, gesunde Ernährung, Entspannung und geistige Aktivität bzw. Bildung reduzieren.
nenbezogene Dienstleistungen im Fokus der Qualifikationsentwicklung, Bielefeld 2001, S. 87
siehe auch Eveline Lanz Kaufmann, a.a.O., S. 19
3 Vgl. http://avur.inity.de/main/mgtag2002/pdf/k_48.pdf abgefragt am 01.08.2003 um 13:20
4 Vgl. http://www.wellnessverband.de/wir/leitbild.html abgefragt am 05.08.2003 um 19:30
5 Eveline Lanz Kaufmann, a. a. O., S. 22
6 Ebenda, S. 22
B Historische Entwicklungen des Phänomens Wellness
1 Badekulturen in der Antike
a. Griechische Badekultur
Bäder - häufig im Zusammenhang mit religiösen Ritualen - aber auch als Privatbäder fanden sich schon in frühen Hochkulturen. 7 Die Griechen übernahmen deren Badegewohnheiten und modifizierten sie gemäß ihren Vorstellungen. Als Anzeiche n für eine sehr alte Badekultur fand man bei Ausgrabungen bereits aus der kretischen 8 und mykenischen 9 Zeit Badewannen in Griechenland. 10 Aus dem 6. Jahrhundert v. Chr. wurden Vasenbilder mit Badeszenen gefunden; als erste architektonisch nachweisbare Badeanlagen lassen sich jedoch erst die Badeanlagen in Aigina und Olympia im 5. Jahrhundert v. Chr. anführen. 11
Bei den Griechen standen Fitness und Körperpflege an erster Stelle. Das Baden spielte eher eine untergeordnete Rolle und ergänzte die sportlichen Aktivitäten wie Ringen, Boxen, Lauf - und Wurfübungen. Öffentliche Badeanstalten -Gymnasien genannt - wurden von den Griechen in erster Linie entwickelt, um sich nach dem Sport grob zu reinigen und im Kaltbad zu erfrischen oder um Krankheiten zu behandeln. Der Priorität entsprechend waren die Baderäumlichkeiten eher klein und einfach gehalten. Warmbaden in Sitzbadewannen war ausschließlich den Kranken, Alten und Gebrechlichen vorbehalten. Da bei stärkerer Verschmutzung der Athleten Kaltbäder zur Reinigung nicht ausreichten, wurden Schwitzbäder oder Heißluftbäder benutzt. 12
In diesen fanden die Griechen vor Wettkämpfen oder nach sportlichen Übungen körperliche und geistige Entspannung. 13 Meist handelte es sich bei den Bädern in der Regel um einen kleinen Raum mit zentraler Feuerstelle. Erzeugt wurde die Hitze vermutlich durch Holzkohle, offenes Feuer oder mit Hilfe von erhitzten Steinen. Heißluftbäder mit einer geringen Luftfeuchtigkeit von 10-15% und mit
7 Vgl. Ulrika Kiby, Bäder und Badekultur in Orient und Okzident: Antike bis Spätbarock, Köln
1995, S. 9 ff.
8 (ca. 2600-1200 v. Chr.)
9 (ab ca. 1600 v. Chr.)
10 Vgl. Erika Brödner, Die römischen Thermen und das antike Badewesen: eine kulturhistori-
sche Betrachtung, Darmstadt 1983, S. 6 ff.
11 Vgl. Michaela Hoffmann, Griechische Bäder, München 1999, S. 15 f.
12 Vgl. Marga Weber, Antike Badekultur, München 1996, S. 31 ff.
13 Vgl. Michaela Hoffmann, a.a.O., S. 76
Arbeit zitieren:
Ellen Wicht, 2003, Die historische Entwicklung des Phänomens Wellness anhand abendländischer Badekultur, München, GRIN Verlag GmbH
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