2
Inhalt:
Einleitung 3
1. Benito Mussolini 3
1.1 Kindheit und Jugend 3
1.2 Wander- und Lehrjahre 5
2. Aufstieg zum Duce del Fascismo 9
2.1 Italien und der Erste Weltkrieg 9
2.2 Die Machtergreifung 12
2.2.1 Der Marsch auf Rom 12
2.2.2 Die Matteotti-Krise 14
Literatur 18
3
Einleitung
Blickt man zurück auf die Geschichte des 20. Jahrhunderts, speziell die Zeit vom Ende des Imperialismus bis hin zum 2. Weltkrieg, so war Benito Mussolini in weltpolitischer Hinsicht ohne Frage eine der wichtigsten Persönlichkeiten. Er begründete den italienischen Faschismus, der zum Vorbild für andere Diktaturen in Europa wurde.
Ich möchte im Folgenden das Leben des Duce del Fascismo, wie man den italienischen Diktator auch nannte, bis zu seiner Machtübernahme rekonstruieren und darüber hinaus auf die wichtigsten Stationen der faschistischen Machtergreifung eingehen. Dabei tangiert Mussolinis Lebenslauf die italienische Geschichte und spätestens mit dem „Marsch auf Rom“ vermischen sich beide. Eine Biografie über den Duce ist letztlich auch eine Darstellung der Geschichte Italiens der ersten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts.
1. Benito Mussolini
1.1 Kindheit und Jugend
Benito Amilcare Andrea wurde am 29. Juli 1883 in Dovia di Predappio in der Emilia-Romagna geboren. Sein Name war „[…] eine Huldigung an drei Idole des Vaters: den Mexikaner Benito Juá rez, den Internationalisten Amilcare Cipriani und den Sozialisten Andrea Costa“ 1 .
Sein Vater Alessandro, der aus einer finanziell angeschlagenen Bauernfamilie stammte, war ein überzeugter Sozialist und kannte diese Männer persönlich. Nicht selten wurde der Bauer und Schmied verfolgt und sogar inhaftiert wegen seines militanten politischen Engagements. Später jedoch galt er als Gemäßigter, saß im Gemeindrat und bekleidetet sogar das Amt des Bürgermeisters von Predappio, obwohl er keine schulische Ausbildung genossen hatte. Im Gegensatz zu seinem Vater war seine oft gesundheitlich angeschlagene Mutter Rosa, gebürtige Maltoni, finanziell besser gestellt und versorgte mit ihrem Volksschullehrergehalt von 50 Lire die 5-köpfige Familie quasi alleine. Benito war nämlich der älteste Sohn von 3 Kindern. Zu seiner Schwester hatte er ein gutes Verhältnis. Im Laufe der Zeit versuchte sie stets auf ihren Bruder mit Worten Einfluss zu nehmen. Auch zu seinem Bruder Arnaldo pflegte er guten Kontakt. Dieser verfasste später sogar eine Biografie über seinen älteren Bruder, die 1928 in der amerikanischen Presse, genauer gesagt der „Saturday Evening Post“, erschien. Benito hat selber 1911/12 eine Autobio grafie verfasst, die aber erst 1923 in der französischen Zeitschrift „Candile“ veröffentlich wurde. Es erschienen weitere Schriften, von
1 De Luna, 1978, S. 7
4
denen aber die berühmte 6000-seitige, die er bereits als Duce verfasste, nach seinem Ableben aus ungeklärter Ursache verschwand. 2
Seine Schriften verraten zwar wenig über seine Gefühle zu seinen Eltern und Geschwistern, bezeugen jedoch sie die proletarischen Familienverhältnisse im Hause der Mussolinis. Anlässlich des Todes seines geliebten Bruders (1931) schrieb er rückblickend in seinem Buch „Vita di Arnoldo“:
‚Arnoldo und ich schliefen im gleichen Zimmer, in demselben großen Eisenbett, das mein Vater geschmiedet hatte, ohne Matratze, nur auf einem mit Maisblättern gefüllten Sack liegend.‘ 3
Des Weiteren entnimmt man seinen zahlreichen Abhandlungen über seine Kindheit, dass die Erziehung in der Hand seiner tief religiösen Mutter lag, während sich der atheistische Vater mehr um die politische Gesinnung des Jungen sorgte. So musste Benito zu seinem Unmut jeden Sonntag mit seiner Mutter und Großmutter die Kirche besuchen und auch die Kulturtechniken wie Lesen, Schreiben und Rechnen erlernte er mit Hilfe seiner Mutter.
1892 verließ er im Alter von neun Jahren auf ihren Wunsch hin die familiäre Umgebung, um auf dem streng ge führten katholischen Salesianer-Kolleg in Faënza seine Grundschulzeit zu verbringen. Dort wurde er allerdings mit einer anderen Realität konfrontiert: Es gab Schüler wohlhabender Eltern, die gegenüber Schülern wie ihm, die aus einer armen Familie stammen, gewisse Privilegien genossen. Nachdem der junge Mussolini bereits einen Lehrer tätlich angegriffen hatte, führte schließlich eine weitere Attacke, diesmal gegen einen Mitschüler, zum Verweis.
‚Am 14. Januar 1898 wurde ich aus dem Institut ausgestoßen. Dies der Grund: An jenem Tage war ich im Klassenraum mit einer Rechenarbeit beschäftigt, als mir ein Klassenkamerad, Umberto Dirresi aus Rimini, das Blatt verschmierte. Es folgte eine Auseinandersetzung. Er haute mir eine herunter. Da ergriff ich das Taschenmesser, mit dem ich den Tintenklecks ausradieren wollte und stach ihn damit in den Hintern. Große Aufregung!...‘ 4
Der jugendliche Mussolini besuchte anschließend das Collegio Giosuè Carducci in Forlimpopoli, ein weiteres Internat, das allerdings nicht in katholischer Trägerschaft war und zudem vom Lehrplan her technisch ausgerichtet war. Benito war ein intelligenter und eifriger Schüler. Der Individualist glänzte mit hervorragenden Noten im Bereich der Kultur- und Geisteswissenschaften. Daneben war er ausdrucksstark und wies eine rhetorische Begabung auf. Er hatte aber auch ein eigensinniges Gemüt, war egoistisch und ein Narziss. Dies änderte
2 Vgl. Wichterich, 1952, S. 15-22
3 Ebd., S. 18
4 Ebd., S. 21
5
aber nichts daran, dass er (vorerst) in die Fußstapfen seiner Mutter trat und als Bester aus dem Lehrerseminar 1901 die Lehrerausbildung mit Erfolg abschloss. In Forlimpopoli kam es neben sexuellen Ausschweifungen auch zum ersten Austausch mit den Sozialisten im so genannten „sozialistischen Zirkel“. Der von der Statur her frühreife und große Mussolini folgte also dem Vater, mit dem er immer wieder über den Sozialismus sprach, als er 1901 in die Partito Socialista Italiano (PSI) eintrat. 5
Mit einem abgeschlossenen Grundschullehrer-Diplom erhie lt er Anfang 1902 eine Anstellung als Aushilfslehrer in Gualtieri, wurde aber bereits im Sommer desselben Jahres gekündigt, weil seine Affäre zu einer verheirateten Frau publik wurde. Andere Stimmen behaupten er wäre entlassen worden, weil „[…] er bei den Kommunalwahlen aus Wut über den Sieg des gegnerischen Kandidaten im Streit die Wahlurne zertrümmert [hätte]“. 6 Dieses Erlebnis war ein Wendepunkt in Mussolinis Leben. Die Erfahrung lehrte ihn, dass er nicht aus Überzeugung, sondern vielmehr durch Zufall Lehrer geworden worden war. Benito wollte sein Leben nicht als arbeitsloser Lehrer in der italienischen Provinz verbringen, sondern raus in die weite Welt, um sich diese zu erschließen.
1.2 Lehr- und Wanderjahre
Mussolinis Weg führte 1902 in die französische Schweiz. Er folgte damit vielen arbeitslosen Italienern, die sich dort eine neue Existenz aufbauen wollten.
„Schließlich zogen alljährlich Zehntausende von Italienern in die Schweiz, nicht nur Arbeitssuchende, sondern auch politische Flüchtlinge, in erster Linie führende Marxisten, welche an den Aufstandsbewegungen vergangener Jahre (so 1898) teilgenommen hatten.“ 7
Zwar war seine wirtschaftliche Lage miserabel und er konnte sich von seinen ebenso armen Eltern nicht länger aushalten lassen, aber er könnte noch einen anderen Beweggrund gehabt haben. Angelika Balabanoff, seine spätere Parteigenossin, spricht davon, dass sich der 19-Jährige dem anstehenden Militärdienst entziehen wollte.
Am 10. Juli 1902 kam Mussolini in Yverdon an und arbeitete dort kurzfristig als Maurergeselle. Zeitweilig musste er sich sogar mit Aushilfsarbeiten bei einem Weinhändler und in einem Delikatessenladen in den Orten am Genfer See durchschlage n. Der Obdachlose
5 Vgl. De Luna, 1978, S. 7-11
6 Mannhardt, 1925, S. 147
7 Wichterich, 1952, S. 24
Arbeit zitieren:
Jan-Bernd Stahmann, 2005, Benito Mussolini und die Machtergreifung der Faschisten, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Freie Alternativschulen und ihr Prinzip der Selbstregulierung
Seminararbeit, 17 Seiten
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Formatvorlage (OpenOffice) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Hausar...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 35 Seiten
Formatvorlage / Vorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit, Bachelorarb...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 15 Seiten
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Für MS Word 2007 - dotx
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wisse...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 20 Seiten
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Hausarbeit, 14 Seiten
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Bibliografieren - Reden - Schr...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Skript, 46 Seiten
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - ...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 39 Seiten
Jan-Bernd Stahmann hat den Text Benito Mussolini und die Machtergreifung der Faschisten veröffentlicht
Jan-Bernd Stahmann hat einen neuen Text hochgeladen
Agro Pontino: Urbanism and Regional Development in Lazio Under Benito ...
Helga Stave Tvinnereim, Viviann Hansen Aarones
Kopierhefte mit Pfiff! Geschichte - Quiz. Weimarer Republik bis Weimar...
Lernzielkontrollen, Proben, Te...
Politisch-kulturelle Zugänge z...
Roland Lhotta, Alexander Thumfart, Arno Waschkuhn, Rüdiger Voigt, Hauke Brunkhorst
Parlamentarische Kultur in der Weimarer Republik
Politische Kommunikation, symb...
Thomas Mergel
0 Kommentare