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Inhalt:
Einleitung 3
1. Die Ursprünge des römischen Bades 3
2. Die Entwicklungen der römischen Thermen und Bäder 5
2.1 Funktionswandel 6
2.2 Bautypen 8
2.3 Arten und Funktionen 10
2.4 Die Caracallathermen 14
3. Technische Ausstattung der Thermen: Die Hypokaustenheizung 17
Literatur 19
3
Einleitung
Bäder und Thermen hatten einen festen Platz in der römischen Gesellschaft. Sie waren Mittelpunkt des öffentlichen Lebens und ein Besuch gehörte zum festen Tagesablauf eines Römers. Neben der Reinigung und Körperpflege waren es Erholung und Ausgleich, die zum Besuch einer der zahlreichen Thermenanlagen einluden. Zudem wurden vielfältige Sportarten in gesonderten Räumen angeboten und nicht selten wurde neben dem Körper auch der Geist durch den Besuch einer angegliederten Bibliothek gestärkt.
Schriften und Berichte zeitgenössischer Autoren wie Seneca zeugen vom hohen Stellenwert der Badekultur im alten Rom. Des Weiteren sind die zahlreichen baulichen Überreste, die verstärkt nach dem 2. Weltkrieg durch archäologische Forschungen zutage traten Meisterwerke der Architektur und bewundernswerte Ausdrücke der technischen Fähigkeiten des römischen Volkes.
In dieser Hausarbeit sollen zunächst die Ursprünge des römischen Bades und anschließend seine Entwicklungen bis zum Ende der trajanischen Zeit aufgezeigt werden. Nach den Erkenntnissen über die verschiedenen Bau- und Funktionstypen wird explizit auf die luxuriösen Thermen des Kaisers Caracalla eingegangen. Auch der alltägliche Badebetrieb und die technische Raffinesse der beheizten Bäder werden thematisiert.
1. Die Ursprünge des römischen Bades
Eine Therme (griech. „warme Bäder“, „warme Quelle“, „Warmbad“; lat thermae) ist eine Einrichtung, die Wasser aus einer natürlichen warmen Heilquelle (Thermalquelle) oder über Wasserleitungen bezieht und zu Bade- und Heilzwecken nutzt. 1
Die Wurzeln und Vorläufer der römischen Thermen und prunkvollen Luxusbäder der Kaiserzeit finden sich bereits in den alten Hochkulturen Ägyptens und Mesopotamiens
4
während der Bronzezeit, als Ritualbäder und Reinigungsszenen „in der Nähe von Tempeln, Kultstätten, Palästen, an heiligen Quellen und im künstlich geschaffenen Badebecken vollzogen“ wurden. 2 Aus diesen Bräuchen entwickelte sich später die Mikwe, „eine unterirdische Anlage für das rituelle Tauchbad der Juden“. 3 Das heiße Wasser wurde in vulkanischen Gebieten direkt aus Thermalquellen bezogen oder erst durch Feuer auf einem Herd, Ofen oder Holzkohlebecken erwärmt und schließlich in eine Wanne aus Stein oder Ton gegossen. Wurde das Wasser direkt im Baderaum erwärmt, nutzte man das Feuer, um den Raum zu erwärmen. Unter guten klimatischen Bedingungen konnte man vielerorts das Wasser auch durch die Sonnenstrahlung erhitzen.
„Im griechischen Kulturkreis tauchen zum ersten Mal öffentliche Badeanlagen auf, die außer kultischen Zwecken der Körperpflege – vor allem nach sportlicher Betätigung – und der Behandlung von Krankheiten dienten.“ 4 Die kleinen Badeanlagen waren meist einem gymnasion (Sportanlage zusammen mit einer oder zwei Laufbahnen) oder einer palästra (rechteckiger, von Säulen eingefaßter Hof mit verschiedenen Anbauten), also Trainingsstätten für Athleten und Ringkämpfer, angegliedert. Wertvolle Erkenntnisse liefern die archäologischen Funde von H. Schlief in Olympia aus den Jahren 1940/41: Es handelt sich um ein beheiztes Warmwasserbad, das die technische Entwicklung von „einer primitiven Anlage aus dem Beginn des 5. Jh. v. Chr. (Periode I) […] bis zu dem ´griechischen Hypokaustenbad´“ zwischen 180 und 80 v. Chr. (Periode IV) vollzogen hat. 5 Entwicklungsschritte bis hin zu dieser Warmluftheizanlage/Fußbodenheizung bilden ein Baderaum ausgestattet mit Sitzbadewannen, einem Heizkanal und einem Heißwasserkessel aus dem 4. Jh. v. Chr. (Periode II), sowie „eine Heizungsanlage mit Kesselraum und Schornstein“ 6 aus dem 3. Jh. v. Chr. (Periode III).
Auch das Heißluftbad erfreute sich bei den Griechen großer Beliebtheit und soll laut dem Geschichtsschreiber Herodot viel effektiver gewesen sein als das eben beschriebene feuchte
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Brödner, 1983, S. 2
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Knaurs, 1999, S. 614
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Brödner, 1983, S. 6
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Ebd., S. 8
6
Ebd., S. 9
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Schwitzbad. Hippokrates, griechischer Arzt und Begründer der klassischen Medizin, sieht darin sogar eine geeignete Therapie gegen die weibliche Unfruchtbarkeit.
Vergleichbar mit einem Saunagang befinden sich die Besucher in einem geschlossenen Raum (Heißluftraum) mit einer hohen Temperatur und geringer Luftfeuchtigkeit. Durch Aufguss und Bespritzen heißer Steine mit Wasser steigt heißer Dampf auf, der die Luft weiter erwärmt. Ein anschließendes Bad im kalten Wasser intensiviert die Durchblutung des Körpers.
Forscher gehen davon aus, dass es das Heißluftbad in seinen Grundzügen bereits in der Jungsteinzeit bei den mongolischen und kaukasischen Stämmen gab.
Ausgrabungen weisen ihre Existenz zudem in den Kulturräumen Mesopotamiens, des Fernen Ostens und rund um das Mittelmeer nach. Dabei dienten Höhlen, Hütten und Zelte als Orte religiöser Reinigungsrituale: Wie später im griechischen Kulturkreis wurde durch einen Verbrennungsvorgang oder durch Erhitzen eine hitzige Luft erzeugt. Bei Bedarf führte man auch die bekannten Aufgüsse durch und streute sogar Hanfsamen und andere berauschende Kräuter auf die Holzkohleglut oder auch heißen Steine. 7
2. Die Entwicklungen der römischen Thermen und Bäder
Im Hellenismus wurden die Grundlagen des römischen Badewesens gelegt. Die Römer übernahmen sowohl das trocken-heiße Schwitzbad, als auch das Heißluftbad der Griechen. Auch der runde, überkoppelte Baderaum, die tholos, geht auf griechischen Ursprung zurück und wurde über Unteritalien in die römische Architektur aufgenommen. 8 Nach den politisch-militärischen Siegen Roms über die Diadochenreiche (2./1. Jh. v. Chr.) fand geradezu eine Hellenisierung Roms statt. So schreibt der Dichter Herodot: „Graecia capta ferum victorem capit et artes / intulit agresti Latio…(das unterworfene Griechenland
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überwältigte den rauen Sieger und brachte die Segnungen der Kultur in das unkultivierte Volk der Latiner).“ 9 Eigene römische Innovationen in der Baukunst wurden dadurch gebremst. Erst ab dem 1. Jh. v. Chr. löste man sich von der hellenistischen Kultur und setzt eigene architektonische Akzente.
2.1 Funktionswandel
Wie bereits erwähnt hatten die großen Palästren der Griechen auch kleine Bade- und Waschräume. Allerdings stand der sportliche Aspekt stets im Vordergrund und so blieb das Baden eher ein Vergnügen am Rande, das wenig Aufmerksamkeit genoss. Bei den Römern kam es zu einem Funktionswandel der Badeanlagen. Nicht mehr der Sport, sondern das Baden rückte an erster Stelle. Seit dem 1. Jh. v. Chr. entwickelte sich eine ausgeprägte Badekultur; die Bäder wurden zu regelrechten Institutionen, die von allen sozialen Schichten zur Reinigung und Entspannung genutzt wurden. 10 Sklaven hatten jedoch keinen Zutritt zu den Gebäuden, außer sie kamen in Begleitung ihres Herrn, um diesen beispielsweise den Rücken zu bürsten.
Darüber hinaus waren sie auch Orte der Kommunikation. Das ansprechende Ambiente der zahlreichen Bäder und Thermen lud zu einem Smalltalk oder Geschäftsgespräch ein. Meist wurde der Badespaß erweitert durch Ball-, Brett- und Würfelspiele und sogar Bibliotheken, Vortragssäle und medizinische Einrichtungen waren vorhanden. Allgegenwärtig waren meist auch Skulpturen und Trophäen, die von den Eigentümern, oftmals römische Kaiser und Feldherren, ausgestellt wurden und die Thermen nicht selten in Museen verwandelten. Mit unseren Augen bewundern wir oft nur die kostbare Ausstattung unter dem Aspekt der Ästhetik der herausragenden Kunstwerke. Dabei vergessen wir nicht selten, dass diese auch mit dem Zweck der Propaganda exponiert wurden. Die Herrscher
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Brödner, 1983, S. 17
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Ich beziehe mich an dieser Stelle auf die öffentlichen Bäder (balnea publica) und die Pachtbäder (balnea meritoria). Die Gesamtheit aller Arten und Funktionen römischer Bäder wird in einem gesonderten Kapitel dargestellt.
Arbeit zitieren:
Jan-Bernd Stahmann, 2005, Römische Thermen, München, GRIN Verlag GmbH
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