INHALTSVERZEICHNIS
1 EINLEITUNG 4
2 DEFINITIONEN 5
2.1. Religion 5
2.2. Religionssoziologie 5
2.3. Gemeinschaften 7
3 MAX WEBER: SEIN LEBEN UND WIRKEN 7
3.1. Biographie Max Webers 8
3.2. Die Religionssoziologie Max Webers 9
3.3. Max Webers berühmtestes Werk:Wirtschaft und Gesellschaft 12
4 DIE EVOLUTION VON RELIGION NACH MAX WEBER 14
4.1. Max Webers Verständnis von Religion anhand eines „Stufenmodells“ 14
4.2. Detaillierte Bestimmung der Typen religiöser Vergemeinschaftungen. 17
4.2.1.§ 1 Die Entstehung der Religionen. 17
4.2.2.§ 2 Zauberer - Priester 18
4.2.3.§ 3 Gottesbegriff. Religiöse Ethik. Tabu. 19
4.2.4.§ 4 Prophet. 20
4.2.5.§ 5 Gemeinde. 21
4.2.6.§ 6 Heiliges Wissen. Predigt. Seelsorge. 22
4.2.7.§ 7 Stände, Klassen und Religionen. 24
5 ZUSAMMENFASSUNG UND SCHLUSSWORT 27
6 BIBLIOGRAPHIE 29
7 ANHANG 31
1)Definitionen…………………………………………………………........... 31
2)Tabelle: Zauberer - Priester - Propheten 35
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1 EINLEITUNG
Religion ist ein Phänomen, welchem wir in allen Kulturkreisen begegnen und welches den Alltag und das Leben vieler - wenn nicht sogar der meisten Menschenprägt und beeinflusst. Bevölkerungsgruppen haben sich seit jeher an einem Glauben an eine höherstehende, teilweise mystische Macht orientiert - oftmals auch, um dem teilweise unverständlichen irdischen Leben einen Sinn zu geben. Wieso sich Menschen aber einer Glaubesrichtung zuwenden, wieso sie Religion tradieren, wieso eine Religion in einem speziellen Kulturkreis dominiert und welche Entwicklungsstufen der Religion differenziert werden können, sind alles Fragen, die wissenschaftlich-rational nur schwer geklärt werden können. Somit kann noch keine allgemein anerkannte Theorie zur Enstehung und Entwicklung von Religion verzeichnet werden. Auch wenn sich viele Wissenschaftler, seien es Theologen, Philosophen oder Soziologen 1 (u.a. Weber, Durkheim, Bellah), mit der Frage der Evolution der Religion beschäftigt haben, wurde nie vollkommene Klärung erreicht.
Die vorliegende Arbeit zeichnet einen Teilbereich des Versuchs Max Webers auf, Religion als soziales Phänomen zu erklären. Denn Max Weber beschäftigte sich viele Jahre mit der Frage der Evolution von Religion, verfasste zahlreiche Aufsätze zur Thematik (Gesammelte Aufsätze zur Religionssoziologie I-III) und widmete in seinem Hauptwerk Wirtschaft und Gesellschaft ein Kapitel der Frage der Bestimmung der religiösen Vergemeinschaftung (Kapitel in Wirtschaft und Gesellschaft: „Typen der religiösen Vergemeinschaftungen“). Auch wenn Weber versuchte, die verschiedenen Phasen der Religionsentwicklung darzulegen, war sein Hauptziel jedoch immer, dem sozialen Handeln (soziales Handeln beinhaltet laut Weber natürlich auch religiöse Handeln) einen Sinn zu geben. Die Sinndeutung des sozialen Handelns und das Verstehen von Gemeinschaftshandeln war somit von grösstem Interesse für Weber. Um soziales Handeln somit vollumfänglich zu verstehen, musste er auch versuchen, religiöses Handeln zu analysieren und erklären. Die nachfolgende Arbeit konzentriert sich in im Hauptteil aber hauptsächlich auf religiöses Handeln, indem auf die verschiedenen Phasen der Religionsentwicklung anhand des Kapitels „Typen religiöser Vergemeinschaftungen“ (In: Wirtschaft und Gesellschaft) eingegangen wird. Die Arbeit gliedert sich somit in einen einführenden
1 Der Einfachheit wegen werden in dieser Arbeit die weiblichen Wortformen weggelassen. Sie sind in
der Bedeutung aber enthalten.
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Teil über die Wissenschaft der Religionssoziologie und Max Webers Persönlichkeit und Schaffen, in einen Hauptteil, der das so eben genannte Kapitel aus Wirtschaft und Gesellschaft analysiert und diskutiert und in einen Schlussteil mit weiterführenden Gedanken.
Folglich soll das Ziel der vorliegenden Arbeit sein: Die Typen der religiösen Vergemeinschaftungen, welche in Max Webers Monumentalwerk Wirtschaft und Gesellschaft erläutert werden, herauszuarbeiten und Bezüge zu realen Situationen herzustellen. Im weiteren sollen auch Widersprüche aufgedeckt und diskutiert werden.
An dieser Stelle muss noch erwähnt werden, dass ich aufgrund der Sprunghaftigkeit in dem behandelten Text zuerst die verschiedenen Phasen der Religionsentwicklung exakt abstrahieren und abgrenzen musste, damit Webers Theorie von Religion für mich ihre vollumfängliche Bedeutung erlangte. Deshalb fühlte ich mich an die von mir gelesenen Texte von Max Weber erinnert, als ich Dirk Käslers Aussage (in dem Kapitel über den Klassiker Max Weber), dass die fehlende Systematik, die vorhandenen Widersprüche und die unterschiedlichen
Präzisionsstufen [...] das Gesamtwerk Max Webers zu einem riesigen „Steinbruch“ werden
lassen und liessen (Käsler, 1999: 208),
las.
2 DEFINITIONEN
2.1. Religion:
Religion ist in dem Buch Grundbegriffe der Soziologie folgendermassen definiert: 1) Religion wird auf den religionswissenschaftlichen Begriff des „Heiligen“ bezogen und
bezeichnet dann die Riten, Kulte, Rollen und Einrichtungen, durch die sich die Menschen in
ihrem Zusammenleben einer ausseralltäglichen Wirklichkeit versichern;
2) Religion wird auf die Lösung bestimmter gesellschaftlicher Probleme bezogen. Gemäss dem
funktionalistischen Religionsbegriff gilt das als Religion, was der normativen Integration von
Gesellschaft [...], der sozialen Chiffrierung des Unbestimmbaren [...] oder Kompensation von
Leid- und Unrechtserfahrungen, kurzum der symbolischen Stabilisierung des
gesellschaftlichen Ge samtzusammenhangs dient;
3) [...] Unter Religion werden dann diejenigen Elemente einer Kultur verstanden, die den
Menschen gestatten, sich des überindividuellen Sinns ihres Daseins zu vergewissern
(Schäfers, 2003: 281). 2.2. Religionssoziologie:
Da sich diese Arbeit in einem Teilbereich der Soziologie, nämlich der Religionssoziologie ansiedeln lässt, soll im folgenden der Bergriff der Religionssoziologie genauers definiert werden. Diese Begriffsbestimmung soll es
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ermöglichen, die vorliegende Arbeit in einem grösseren Kontext zu verankern und übergeordnete Bezüge herzustellen. Religionssoziologie ist
eine auf die empirische Erforschung der in sozio-kulturelle Lebenszusammenhänge eingebundenen
religiösen Weltanschauungen, Institutionen (Kirche, Gemeinde, Sekte u.s.w.) und
Verhaltensweisen ausgerichtete spezielle Soziologie (Hillmann, 1994: 732). Im weitern untersucht Religionssoziologie nach Hillmann (ebenda)
Je nach dem weltanschaulichen-theoretischen Hintergrund der Analyse erstreckt sich die
soziologische Interpretation der Religion über ein breites Spektrum. [...] Entsprechend einer
mehr idealistischen oder materialistischen Betrachtungsweise wird Religion teils als Ursache
gesellschaftlicher Ordnugsvorstellungen und -zustände, teils als nachträgliche
Rationalisierung und Ideologisierung für schon bestehende gesellschaftliche
Entwicklungszustände und Intressenlagen eingeschätzt (Hillmann, 1994: 732).
2 Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich hauptsächlich mit dem Verhältnis von Religionsentwicklung
und allgemein gesellschaftlichen Entwicklungen, mit dem auf Religion bezogenen sozialen Handeln in
seiner Verbindung mit anderen menschlichen und gesellschaftlichen Verhaltensbereichen und mit den
besonderen sozialen Strukturen religiöser Gruppierungen und Organisationen (Punkt 1,2 und 3)).
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2.3. Gemeinschaften 3 : Der Begriff der Gemeinschaft ist
seit der Arbeit von Ferdinand Tönnies über „Gemeinschaft und Gesellschaft“ (1887) ein
Grundbegriff der Soziologie, mit dem die nicht-gesellschaftlichen Formen des Soziallebens
hervorgehoben werden (Schäfers, 2003: 99).
3 MAX WEBER: SEIN LEBEN UND WIRKEN
Im folgenden Teil sollen Max Webers Leben und seine wichtigsten Werke skizziert werden, damit die nachfolgenden Darlegungen seiner Theorie der Evolution von Religion in einen grösseren Kontext gebettet und mit seiner Persönlichkeit in Verbindung gebracht werden können.
Max Weber gilt nicht nur als Begründer der deutschen Soziologie, sondern auch der Religionssoziologie an sich. So trug er mit seinen Werken massgeblich zur Konstituierung der Soziologie als eigenständige Disziplin bei und trieb ihre Professionalisierung voran. Max Weber wurde als Soziologe unter anderem für sein Konzept der zunächst okzidentalen, dann universalen „Rationalisierung“, für seine idealtypische Betrachtungsweise und für sein rastloses Streben nach einer Antwort für die Ursprünge des Kapitalismus (siehe u.a. Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus) bekannt.
Auch Max Webers Beitrag zur deutschen Wissenschaftsgeschichte war nicht von geringer Bedeutung. So entfachte er in Deutschland mit der Aussage, dass Erfahrungswissenschaften nicht zur Aufgabe hätten, fixierte Ideale und Normen zu schaffen, die dann in der Praxis jeweils angewendet werden könnten, und mit seinem Schrifttum zur Objektivität sozialwissenschaftlicher Erkenntnis den Werturteilsstreit (nach „Max Weber: Sein Leben“, 2). Jedoch steht
die heutige Bedeutung Max Webers [...] erkennbar im Gegensatz zur nationalen und
internationalen Rezeption und Wirkung Max Webers zu seinen Lebzeiten (Käsler, 1999: 205). Erst 1964 am Heidelberger Soziologentag (100jähriger Geburtstag Max Webers) wurden sich viele deutsche wie auch nicht deutsche Soziologen (wie Parsons, der in seinem Werk The Structure of Social Action Max Webers Konzepte verarbeitete) dem wichtigen Beitrag Max Webers zur internationale n Soziologie bewusst. Somit wurde der bereits verstorbene Soziologe Max Weber allmählich, neben Karl Marx und Emil
3 Der Begriff der Gemeinschaft wird bei Weber mit dem Begriff der Vergemeinschaftungen
gleichgesetzt.
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Arbeit zitieren:
Isabelle Fol, 2004, Typen Religiöser Vergemeinschaftung in Max Webers "Wirtschaft und Gesellschaft", München, GRIN Verlag GmbH
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