1
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 2
1.1 Zielsetzung 2
1.2 Was ist Pastoraltheologie 2
2. Ist der Pastor anders? 2
2.1 Vier Thesen 2
2.2 Was löst dieser Satz aus? 3
2.2.1 Soziologisch 3
2.2.2 Psychologisch. 4
2.2.3 Theologisch 4
3. Der Pastor ist anders. 5
Literaturverzeichnis 6
2
1. Einleitung 1.1 Zielsetzung
Als Ziel dieser Arbeit sehe ich einen persönlichen Ertrag, welcher mir helfen soll, meine Rolle als Pastor (Praktikant, Vikar) besser einordnen und verstehen zu können 1 . Ich gehe davon aus, dass ich erst in einer angemessenen Selbstwahrnehmung meines Berufes, Standes, meiner Person und meiner Beziehungen in der Lage bin, genau diese Dinge zu kommunizieren und zu leben. Wenn ich weiß, wer und was ich als Pastor bin, wie ich andere wahrnehme und selbst wahrgenommen werde, kann ich dies nutzen, um der Gemeinde dabei zu helfen mich als Pastor besser zu verstehen. Sicher mag das Ziel der Arbeit als selbstverständlich vorausgesetzt werden, aber ich möchte es bewusst in den Mittelpunkt der Arbeit rücken.
1.2 Was ist Pastoraltheologie
Mit der Frage nach der Andersartigkeit des Pastors stellt sich mir auch die Frage, wie ich zu dieser Fragestellung komme. Im Erleben meiner Begegnungen mit Gemeindemitgliedern ist mir schon aufgefallen, dass man anders ist, allerdings hätte ich dies nie so formuliert. Erst die Befassung mit dem Thema im Unterricht machte mich auf verschiedene Situationen der Vergangenheit aufmerksam. Das theoretische Befassen mit dem Thema, also die Pastoraltheologie, soll mir helfen, „die Konfliktzonen, welche sich an den Schnittpunkten zwischen der beruflichen, der religiösen und der personalen Dimension pastoraler Existenz lokalisieren […][lassen], wissenschaftlich zu reflektieren 2 .
2. Ist der Pastor anders? 3 2.1 Vier Thesen
Auch wenn es dem Wunsch eines jeden Theologiestudenten entsprechen mag, die Gemeinde der Zukunft zu prägen, um das Bild eines anderen 4 Pastors zu vermitteln, wird es ihm leider nie Möglich sein, dies in umfassenden Maße zu erreichen. Kurz gesagt, es ist ein Pastor, der mit seinem Leben auf einer Art Bühne steht und dadurch
1 vgl. Josuttis (1982 : 27)
2 Josuttis (1982 : 20)
3 vgl. folg. Absätze mit Josuttis (1982 : 14-16)
4 Meint ein hier ein „anders“ nicht im Sinne des vorherrschenden, wie auch von Josuttis beschriebenen,
und hier im Anschluss aufgeführten Bild.
3
Beruf(ung) und Privatleben wenig trennen kann. Er hebt sich von der „breiten Masse“ der Gemeinde ab in jedem seiner Lebensbereiche.
Der Pastor ist anders, ist Feststellung und Absichtserklärung sowie auch Forderung und Vorwurf. 5 Festzustellen ist, dass sich der Pastor durch sein Berufsbild 6 deutlich von dem Bild anderer Berufe absetzt. 7 Seine Absicht ist es, andere Menschen zu verändern, wobei er versucht, in vielen Lebensbereichen 8 ein möglichst authentisches Vorbild zu sein. Damit legt er seine Ziele im Beruf nicht auf „Weltliches“ 9 sondern er will Gott leben und aus Liebe dienen. Aus dieser Sicht ist es für ihn sein Wunsch und seine Pflicht, anders zu sein. Dem steht die Forderung 10 gegenüber, dass er „Werte und Normen repräsentieren“ 11 soll, was aber dazu führen kann, dass er als Person nicht berücksichtigt wird. 12 Als allerletztes ergeht an den Pastor der Vorwurf des „anders seins“, der dann entsteht, wenn der Unterschied scheinbar zu groß wird oder er einfach nicht in das Bild eines einzelnen passt.
Im Ganzen setzt sich der Pastor in seinem Berufsfeld ab, er verfolgt andere Ziele in seinem Beruf, es wird von ihm diese andere Lebensweise gefordert und in manchen Bereichen auch zum Vorwurf gemacht.
2.2 Was löst dieser Satz aus? 2.2.1 Soziologisch
Wir leben in einer Gesellschaft, welche mit dem grundsätzlichen Widerspruch zwischen Sein und Sollen oder auch zwischen dem, was möglich ist und dem, was wirklich ist, lebt. Dies zeigt sich in der Beziehung zwischen Gemeinde und Pastor dadurch, dass diese immer geprägt ist von einer Spannung zwischen „Bewunderung und Ablehnung, […] Nähe und Distanz [und] durch Personalität und Professionalität“ 13 . Dem muss sich der Pastor anpassen, indem er gegenüber dem Einzelnen, Gruppen und der Gemeinde unterschiedliche Verhaltenstrategien entwickelt, welche nie nur in eine Richtung zeigen dürfen. Die Spannung zwischen Anpassung und Widerspruch, Bestätigung und Kritik,
5 vgl. Josuttis (1982 : 12-13) vgl. auch Kraus (2005)
6 Arbeitszeiten, keine klare Trennung: Beruf / Familie; Arbeit / Freizeit; öffentlich / privat.
7 vgl. Josuttis (1982 : 12) vgl. auch Kraus (2005).
8 z.B. Ehe, Umgang mit Geld und Kindererziehung.
9 Geld, Macht, Karriere, Anerkennung
10 Dies besteht besonders von Seiten der Gemeindemitglieder und des Bundes, aber auch von der
außenstehenden Bevölkerung.
11 Josuttis (1982 : 13)
12 vgl. Josuttis (1982 : 13): Seine Menschlichkeit, Gebrechlichkeit und Versuchlichkeit bleiben
unberücksichtigt.
13 Josuttis (1982 : 15)
Arbeit zitieren:
Benjamin Westermann, 2005, Der Pastor ist anders - Eine Reflexion des gleichnamigen Buches von Manfred Josuttis, München, GRIN Verlag GmbH
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