Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 2
2. Ältere Kraftfahrer - Begriffsdefinitionen. 3
2.1 Chronologisches vs. biologisches Alter 3
2.2 Altersgrenze älterer Kraftfahrer. 3
3. Bedeutung älterer Kraftfahrer im Straßenverkehr 4
3.1 Verkehrssicherheit älterer Kraftfahrer 4
3.2 Verkehrsdelinquenz älterer Autofahrer 4
3.3 Unfallrisiko älterer Autofahrer. 5
4. Einflussfaktoren der Verkehrssicherheit Älterer. 6
4.1 Abnahme der Leistungsfähigkeit. 6
4.1.1 Verschlechterung des Sehvermögens. 6
4.1.2 Verschlechterung des Hörens. 7
4.1.3 Einschränkung bei Informationsverarbeitung und Motorik. 7
4.1.4 Erkrankungen und Medikamentengebrauch. 7
5. Empirische Ergebnisse zur Leistung Älterer bei Fahraufgaben. 8
5.1 Fragestellung 8
5.2 Theorie - Defizitmodell des Alterns 8
5.3 Untersuchungsdesign und Stichprobe 8
5.4 Ergebnisse. 9
5.4.1 Einfluss des Alters auf die Spurstabilität. 9
5.4.2 Interaktionseffekt von Alter und Komplexität der Verkehrssituation. 9
5.4.3 Einfluss des Alters auf die Leistung bei Doppelaufgaben. 10
6. Spezifisches Unfallverhalten Älterer 11
6.1 Auswirkungen von Zeitdruck auf Handlungen Älterer 11
6.2 Experimenteller Befund zur Leistung Älterer unter Zeitdruck. 12
6.3 Unfallschwerpunkt an Knotenpunkten 12
7. Fazit. 13
8. Abbildungsverzeichnis. 15
9. Literaturverzeichnis 156
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1. Einleitung
Einer der zentralen Punkte in der aktuellen politischen und gesellschaftlichen Diskussion ist die demographische Entwicklung. Die in Zukunft deutlich längere Lebenserwartung der Menschen hat einen immer bedeutenderen Einfluss auf die unterschiedlichsten Bereiche unserer Gesellschaft. Angesichts der bereits in wenigen Jahrzehnten gerade in Deutschland zu erwartenden dramatischen Veränderung der Alterspyramide wird die Bedeutung dieser Thematik noch weiter wachsen. Hochrechnungen des Statistischen Bundesamtes rechnen bis zum Jahre 2030 mit einem Anstieg des Bevölkerungsanteils der über 60jährigen auf ein Drittel (Deutscher Verkehrssicherheitsrat, o. J.). Neben zentralen Herausforderungen, wie beispielsweise das Problem der zukünftigen Finanzierung der Renten- und Sozialsysteme in Deutschland, stellt die demographische Entwicklung speziell für das Verkehrswesen eine große Herausforderung dar. Eine verlängerte Lebenserwartung bedeutet, dass immer mehr ältere Menschen als Verkehrsteilnehmer aktiv am Leben teilnehmen werden. Motive wie der Erhalt der Selbständigkeit und der Mobilität spielen auch für ältere Menschen eine bedeutende Rolle. Dabei ist besonders das Auto als Garant für die außerhäusliche Mobilität zu nennen. So gaben 90 % der älteren Autofahrer in einer Befragung an, „schlecht bis sehr schlecht auf die Nutzung des Autos verzichten zu können“ (Ministerium für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen, 2004, o.S.). Aufgrund des herausragenden Stellenwerts des Automobils für die Mobilität behandelt diese Arbeit speziell Aspekte von Älteren als Kraftfahrer unter dem Aspekt der Verkehrssicherheit. Der Rahmen dieser Ausarbeitung erlaubt es nicht, die Vielzahl an spezifischen Aspekten, die ältere Kraftfahrer betreffen, erschöpfend zu betrachten. Vielmehr soll diese Hausarbeit einen Überblick darstellen: Unabhängig vom Geschlecht und spezifischen individuellen Merkmalen erfolgt eine generelle Betrachtung typischer Charakteristika älterer Autofahrer. Nach der Bestimmung zentraler Begriffe und der Abgrenzung älterer Kraftfahrer in Kapitel 2 erfolgt die Darstellung der Bedeutung älterer Autofahrer für die Verkehrssicherheit anhand deren Verkehrsdelinquenz und des Unfallrisikos in Kapitel 3. Anschließend wird in Kapitel 4 dargestellt, welche Faktoren sich bedingt durch den Alterungsprozess des Menschen nachteilig auf die Verkehrssicherheit auswirken. Im 5. Abschnitt werden empirische Ergebnisse zur Leistung Älterer bei Fahraufgaben vorgestellt. Diese Ergebnisse leiten über zu Kapitel 6, in dem gezeigt wird, wie sich altersbedingte
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Einflussfaktoren in einem spezifischen Unfallverhalten manifestieren. Eine kritische Betrachtung als Fazit schließt diese Arbeit ab.
2. Ältere Kraftfahrer - Begriffsdefinitionen
2.1 Chronologisches vs. biologisches Alter
Im allgemeinen Sprachgebrauch bestehen unterschiedlichste Auffassungen darüber, in welchem Alter ein Mensch als alt zu bezeichnen ist. Neben dem so genannten chronologischen Alter, welches lediglich die bisherige Lebensdauer bezeichnet, wird in der Literatur der Begriff des biologischen Alters zur Beschreibung der jeweils individuellen Leistungsfähigkeit herangezogen (Cohen, 2001). Die im medialen Sprachgebrauch gerne verwendete Floskel der „jungen Alten“ oder gar der „alten Jungen“ ist ein Hinweis darauf, dass Menschen gleichen chronologischen Alters große interindividuelle Unterschiede, also ein unterschiedliches biologisches Alter, aufweisen können. Dies verdeutlicht, dass der Begriff des älteren Kraftfahrers und ein bestimmtes chronologischen Alters noch nichts über dessen Fähigkeiten zur angemessenen Bewältigung der Fahraufgaben aussagt. Das anhand der individuellen Leistungsfähigkeit festgesetzte biologische Alter ist somit im Hinblick auf die nachfolgende Betrachtung älterer Kraftfahrer begrifflich vorzuziehen (Cohen, 2001).
2.2 Altersgrenze älterer Kraftfahrer
In dieser Ausarbeitung wird eine Reihe unterschiedlicher Begriffe gebraucht, welche die Altersgruppe der älteren Kraftfahrer bezeichnen. Die Begriffe ältere Verkehrsteilnehmer, ältere Autofahrer, ältere Kraftfahrer, ältere Lenker bzw. Senioren und Ältere werden dabei synonym gebraucht. Uneinheitlich ist die Verwendung einer Altersgrenze für diese Population. Anders als die Altersgrenze von 65 Jahren versucht eine in der Literatur verwendete Grenze von 60 Jahren beispielsweise zu berücksichtigen, dass im Zusammenhang mit Frühpensionierungen der Übergang in den Ruhestand früher erfolgen kann. Darüber hinaus wird der Aspekt mit einbezogen, dass bei Frauen im Gegensatz zu Männern meist andere Altersgrenzen gegeben sind (Schönharting, 2001). In dieser Arbeit jedoch beginnt die Abgrenzung und Betrachtung älterer Autofahrer ab einem Lebensalter von 65 Jahren in Anlehnung an zahlreiche Statistiken, die sich an das lange Zeit „übliche“ Ausscheiden aus dem Berufsleben orientieren (Cohen, 2001).
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3. Bedeutung älterer Kraftfahrer im Straßenverkehr
Neben der einleitend beschriebenen demographischen Entwicklung sind zwei weitere Gründe für die in Zukunft steigende Zahl von älteren Autofahrern verantwortlich. Prognosen zufolge werden zunehmender Führerscheinbesitz und höhere PKW-Verfügbarkeit Älterer dazu führen, dass bis zu ein Viertel aller Autofahrer im Jahre 2025 über 60 Jahre alt sein wird (Limbourg & Reiter, 2001).
3.1 Verkehrssicherheit älterer Kraftfahrer
Vor dem Hintergrund dieser Entwicklung gewinnt die Betrachtung des spezifischen Verhaltens älterer Menschen als Verkehrsteilnehmer und damit speziell die Frage nach der Verkehrssicherheit an Bedeutung (Metker, 1997).
Limbourg & Reiter (2001) fassen den Kern dieser Fragestellung wie folgt zusammen: • Sind ältere Menschen den Anforderungen des derzeitigen Straßenverkehrs als (…) Autofahrer gewachsen und stellen ältere Menschen als Autofahrer ein Sicherheitsrisiko für andere Verkehrsteilnehmer dar?“ (2001, S. 211). • „Sind ältere Menschen stärker unfallgefährdet als jüngere und wenn ja, was sind die Ursachen dafür?“ (2002, S. 173).
Antworten auf diese Fragen werden kontrovers diskutiert. Neben der rein sachlichen Auseinandersetzung münden die Diskussionen über die Verkehrssicherheit älterer Kraftfahrer regelmäßig auch in einer einseitigen Darstellung des Unfallrisikos der „gefährlichen Alten“ (Oswald, 1999, S. 183). Mit zu dieser teilweise polemischen Auslegung trägt oftmals die indifferenzierte und verzerrte Darstellung von Einzelfällen schwerer Unfälle bei, in denen Ältere verwickelt sind (Becker, 2003).
3.2 Verkehrsdelinquenz Älterer Autofahrer
Es bietet sich an, zur Beurteilung der Verkehrssicherheit Älterer zum einen den Aspekt der Verkehrsdelinquenz zu beleuchten. Dieser bezieht sich auf Delikte, Verstöße oder generell Auffälligkeiten im Straßenverkehr, die polizeilich geahndet werden (Heinzmann, 2001). Generell kann festgehalten werden, dass ältere Kraftfahrer weniger durch Verkehrsverstöße auffallen als Kraftfahrer jüngerer Altersgruppen. So sind sie bezogen auf die Einwohner- / Bevölkerungszahlen im Vergleich zur Altersgruppe der 21-29 jährigen
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Arbeit zitieren:
Daniel Schlier, 2005, Die Verkehrssicherheit älterer Kraftfahrer, München, GRIN Verlag GmbH
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