Inhalt
Einleitung I. 1
Begrifflichkeiten und Definitionen zum Serienbegriff II. 3
1. „Series“ und „Serials“ 3
2. Abgrenzung zu anderen Serienformaten 5
3. Die Inhalte von Daily Soaps 7
Die Entstehung und Geschichte von Daily Soaps III. 8
1. Die Soap Opera im Radio 8
2. Die Soap Operas im Fernsehen 10
Soap Operas in Deutschland IV. 12
A. Die Entwicklung der Familienserie und Daily Soap 12
1. Die Entwicklung der deutschen Familienserie 12
2. Die Entwicklung der Daily Soaps in Deutschland 15
B. Die deutschen Daily Soaps im Überblick 16
1. „Gute Zeiten Schlechte Zeiten“ 16
2. „Unter Uns“ 18
3. „Verbotene Liebe“ 19
4. „Marienhof“ 20
C. Entstehung, Produktion und narrative Mittel in Daily Soaps 22
1. Themen und Konflikte in deutschen Daily Soaps 22
2. Programmübersicht 23
3. Produktionstechnische Entstehung der deutschen Daily Soap 25
4. Konstruktion der Charaktere 28
5. Realitätskonstruktionen 30
6. Handlungsstränge 32
7. Cliffhanger 33
34 V. Jugendliche und Daily Soaps
34 A. Zielgruppe Jugendliche
1. Zum Begriff Jugend 34
2. Bedürfnisse von Jugendlichen 36
3. Mediennutzung in der Freizeit von Jugendlichen 38
39 B. Rezeption und Wirkungen von Daily Soaps
1. Rezipienten 39
2. Nutzungsmotive 41
3. Funktionen 45
4. Die Bedeutung des Genres für Jugendliche 49
5. Kultmarketing rund um Daily Soaps 51
6. Folgekommunikation und interaktive Funktion 54
55 C. Zusammenfassung: Auswirkungen des regelmäßigen Daily Soap-Konsums
59 VI. Schlussbetrachtung und Ausblick
62 VII. Literatur und Quellenangabe
67 VIII. Anhang
I. Einleitung
Die Geschichte der deutschen Daily Soap 1 beginnt am 11. Mai 1992 mit der TV-Serie „Gute Zeiten Schlechte Zeiten“.
Es folgen noch jede Menge mehr, allerdings konnten sich bis heute neben „GZSZ“ nur drei andere Soap Operas halten: „Unter Uns“, „Verbotene Liebe“ und „Marienhof“. Dieses relativ junge Genre, ist im Hinblick auf seine Wirkungen bisher in Deutschland kaum beachtet worden, obwohl es die Fähigkeit besitzt, auf ganze Generationen einen prägenden Einfluss auszuüben. Jeden Werktag sitzen während allen vier deutschen Soaps etwa zwölf Millionen Menschen vor dem Fernseher und schauen sich an rund 250 Tagen im Jahr ihre Lieblings-Seifenoper oder auch mehrere hintereinander an.
Diese Rezeption zieht sich oft über Jahre hinweg und ist für viele Menschen zum festen Bestandteil des Alltags geworden. Jugendliche machen dabei den Großteil der Rezipienten aus. Und gerade sie sind in ihrer Entwicklung besonders leicht zu beeinflussen und sollten bei einer Untersuchung zu den Auswirkungen von Daily Soaps deshalb besondere Beachtung finden. In diesem Zusammenhang interessieren insbesondere die Art der Wirkungsmechanismen, die beim Soap-Konsum eintreten, ihre Ausprägung und wie man diese mit pädagogischen Mitteln beeinflussen kann. 2
Erst Mitte der Achtziger Jahre des letzten Jahrhunderts setzt in Deutschland der wissenschaftliche Diskurs zu Fernsehserien ein. Ein Grund für dieses Desiderat mag in dem relativ geringen Alter des Genres liegen und in der damit verbundenen geringen Erkenntnisdichte hinsichtlich Wirkungsintensität und Wirkungsdauer. Mit anderen Worten: das Genre ist noch zu jung, um in seiner gesellschaftlichen Bedeutung hinreichend erkannt worden zu sein.
Bis in die Mitte der Neunziger Jahre waren Jugendliche jedoch noch nicht die Hauptzielgruppe der Daily Soaps. Deshalb gibt es einige Studien über die damalige Zielgruppe „Hausfrauen“ und zum Teil auch „Studenten“, nicht aber über „Jugendliche“. In dieser Arbeit werde ich untersuchen, inwiefern sich der Daily Soap-Konsum auf Jugendliche auswirkt. Im negativen Fall gehe ich davon aus, dass Daily Soaps ein Suchtverhalten bei Jugendlichen auslöst. Sie wollen nicht nur keine Folge verpassen, sondern richten sogar ihre Tagesplanung nach den Sendezeiten aus. Ebenfalls nehme ich an, dass sich Jugendliche leicht von Trends beeinflussen lassen, die ihnen in den Soap-Geschichten vorgelebt werden, und sich aufgrund dessen ihr Konsumverhalten ändern kann.
1 Das Genre „Daily Soap“ wird auch „Soap Opera“, „Seifenoper“, „Daily“ oder auch „Soap“ genannt.
2 Vgl. Simon, 2004, S.1f.
Einen weiteren Risikofaktor sehe ich in der Gefahr des Eskapismus. Das bedeutet, es besteht die Möglichkeit, dass Jugendliche den Bezug zur Realität verlieren können und Fiktion mit Wirklichkeit vermischen. Damit flüchten sie vor ihren Problemen in die Geschichten der Seifenopern.
Ebenso wie die möglichen negativen Wirkungen möchte ich die Positiven untersuchen. Hierbei sehe ich die Möglichkeit, dass sich Jugendliche durch die sogenannte „Anschlusskommunikation“ besser in Peer-Groups eingliedern können, da Daily Soaps ein beliebtes Thema dieser Altersgruppe ist. Die gleichbleibende Sendezeit gibt außerdem einen Halt oder eine Art Verlässlichkeit, die gerade Jugendliche beim Heranwachsen brauchen. Ein weiterer positiver Aspekt ist die Problem- und Konfliktbewältigung in Soaps: Die Darsteller durchleben verschiedene Problemsituationen und können durch ihr Handeln in Soaps Jugendlichen bei ähnlichen Problemen eine Hilfestellung bieten. Bei meiner Untersuchung werde ich außerdem die alters- und geschlechtsspezifischen Unterschiede im Konsum von Daily Soaps analysieren. Auf diese Punkte möchte ich im Rahmen meiner Arbeit besonders eingehen.
Zuerst erläutere ich in Kapitel II einige Begriffe zum Thema und werde Daily Soaps im Hinblick auf andere Genres abgrenzen. In Kapitel III behandle ich die Ursprünge der Soap Operas, die im amerikanischen Radioprogramm der 30er Jahre des vorigen Jahrhunderts liegen. Hier geht es besonders um den zwischenzeitlichen Boom der Radio Soaps, bis hin zur Verdrängung der Serien durch das Fernsehen.
Kapitel IV befasst sich mit der Entwicklung der deutschen Fernsehserien. Hier werden nach Rogge (1987) 3 unterschiedliche zeitliche Phasen beschrieben, die großen Einfluss auf die Gestaltung der ersten Familienserien in Deutschland hatten. Diese Phasen werden anhand verschiedener deutscher Serien gezeigt. In Kapitel V untersuche ich die Auswirkungen der deutschen Daily Soaps auf Jugendliche.
Da ich aus Zeitgründen im Rahmen dieser Magisterarbeit keine empirische Untersuchung durchführen kann, stütze ich mich hauptsächlich auf einige neue Studien zum Thema Daily Soaps und deren Wirkungen auf Jugendliche.
3 Vgl. Rogge, 1987, S.148.
II. Begrifflichkeiten und Definitionen zum Serienbegriff
Den Begriff „Soap Opera“ gab es schon 1939: Die Zeitschrift „Newsweek“ bezeichnete damit eine tägliche Radioserie, die in der Alltagssprache auch als „washboard weeper“ 4 bekannt war. Um „Seife“ in „Soap Opera“ handelt es sich, weil große Waschmittelhersteller Erfinder und Sponsoren dieses Genres waren. Aber weshalb es um „Oper“ geht ist nicht ganz klar. Kosack und Süß (2000) sehen zum Beispiel Ähnlichkeiten zwischen einer Oper und einer Serie:
„Nun, es muss in jedem Fall ähnlich hochdramatisch und emotional zugehen wie in einer Oper, wo die beiden Hauptdarsteller in der Regel unglücklich ineinander verliebt sind und sich erst ganz am Schluss [...] kriegen dürfen - oder auch nicht. [...] Die Zuschauer sind gerührt und schluchzen in ihre Taschentücher. Genau diesen Effekt wollten die Erfinder der Soap Opera auch. Und das am liebsten jeden Tag in neuen Variationen“. 5
Allen (1985) hingegen meint, dass der Begriff „Soap Opera“ eine Kluft darstellt zwischen dem elitären Publikum der Oper einerseits und den Hausfrauen, für diese die Soap Operas produziert wurden, andererseits. 6
Eine Definition der Daily Soap in der wissenschaftlichen Literatur zu finden ist nicht ganz einfach. Die Meinungen über die Grenzen des Genres sind so verschieden wie die Namen, die ihm gegeben werden. Die häufigsten Begriffe sind „Daily Soap“, „Soap Opera“, „Daily“, „Soap“, „Seifenoper“ und „Daytime Serial“. Ungeachtet dessen bezeichnen sie das gleiche, nämliche eine ganz besondere Art von Fernsehserie.
1. „Series“ und „Serials“
Um im folgenden den Begriff Daily Soap von anderen Fernsehformaten zu unterscheiden, ist es notwendig, die Begriffe Series und Serials zu definieren. In Amerika sind die Klassifikationsmerkmale von Serien, im Gegensatz zur deutschen Serientheorie, klar definiert. Es werden zwei fundamentale Kategorien unterschieden: „Series“ und „Serials“.
„Series“ haben einen festen Stab an Charakteren, die an denselben Handlungsorten immer neue Geschichten erleben. Am Ende jeder Folge wird eine Erzähleinheit abgeschlossen, es
4 Zu Deutsch: „Waschbrettschnulze“, vgl. Allen, 1985, S.8.
5 Süß/Kosack 2000, S.49.
6 Vgl. Allen, 1985, S.8f.
gibt also kein offenes Ende und jede Episode kann für sich allein stehen. Unter diese Kategorie fallen Krimiserien wie beispielsweise „Ein Fall für Zwei“, „Derrick“ etc. Die Daily Soap gehört allerdings zur Gattung der „Serials“, da sie auf Endlosigkeit ausgerichtet ist. Außerdem besitzt sie mehrere, ineinander verschachtelte Handlungsstränge, was als „Zopfdramaturgie“ bezeichnet wird. Das heißt, die Geschichten setzen sich über mehrere Folgen fort und werden unabhängig voneinander begonnen und beendet, sind aber wie ein Zopf ineinander verflochten. Um diesen „Zopf“ am Ende einer Folge abzuschließen, benutzen die Autoren als „Zopfband“ den sogenannten „Cliffhanger“. Auf dieses spezielle Merkmal einer Daily Soap werde ich näher in Kapitel IV.C eingehen. Diese offene Erzählstruktur zielt besonders auf Publikumsbindung ab, da hiermit Spannung und Interesse auf die neue Folge geweckt wird.
Neben diesen beiden Reinformen gibt es außerdem Serien, die eine Mischform aus „Series“ und „Serials“ bilden. Es wird zum Beispiel ein Handlungsstrang über mehrere Folgen hinweg fortgesetzt und ein anderer innerhalb einer Folge abgeschlossen. 7 Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal ist der zeitliche Sendeplatz einer Serie im US-Fernsehen: Es wird differenziert zwischen „Daytime Serials“ 8 (bzw. Series) und „Primetime Serials“ 9 (bzw. Series), auch „Nighttime Serials“ (bzw. Series) genannt. Die „Daytime Serials“ laufen meist am frühen Nachmittag, täglich von Montag bis Freitag. Dagegen werden die „Primetime“ bzw. „Nighttime Serials“ nur an einem Abend pro Woche ausgestrahlt - und daher auch „Weekly“ genannt.
Auch das Genre der Serie ermöglicht eine Abgrenzung der verschiedenen Serientypen. Es gibt beispielsweise die Hospital-, Crime-, Science Ficition-, Western- oder Family Serials. Die Anzahl der Episoden kann als weiteres Unterscheidungsmerkmal dienen: Es wird differenziert zwischen den „Mini Serials“(Mehrteiler) und den „Short Serials“(Fortsetzungsgeschichten). 10
Knuth Hickethier (1996) hat eine sehr differenzierte Darstellung der gängigsten deutschen Serienbegriffe verfasst.
7 Vgl. Weiß, 2004, S.17.
8 Seifenopern wie z.B. „The Bold and The Beautiful“ (in Deutschland: „Reich und Schön“) und „Santa Barbara“ (in Deutschland: „California Clan“)
9 Z.B. „Dallas“ und „Der Denver Clan“
10 Vgl. Simon, 2004, S.12.
„Hickethier begreift ‚Serie’ als einen Oberbegriff für Sendungen mit abgeschlossenen Folgehandlungen und Fortsetzungsgeschichten. Hickethier grenzt fünf Serientypen voneinander ab: Mehrteiler, Fortsetzungsgeschichten, Serien mit abgeschlossenen Handlungsfolgen, Reihen und langlaufende Serien.“ 11
Der Mehrteiler („Mini Serials“ 12 ) stellt einen Übergang vom Einzelfilm zur Serie dar. Folglich kann der Mehrteiler als ein „zu umfangreich geratener Einzelfilm verstanden werden, der aufgrund zeitlich begrenzter Programmplätze aufgeteilt werden musste.“ 13 Außerdem nimmt Hickethier an, dass Mehrteiler „eine eigene ästhetische Struktur besitzen und aus der Mehrteiligkeit eine besondere Form des fortsetzenden Erzählens entwickeln.“ 14 Die „Short Serial“ erzählt eine Geschichte, die sich von Episode zu Episode weiterentwickelt, aber innerhalb eines gewissen Zeitraums abgeschlossen sein wird. Also ist die Serienhandlung nicht auf Endlosigkeit angelegt. Die einzelnen Episoden der Fortsetzungsgeschichte werden durch einen oder mehrere Spannungsbögen miteinander verknüpft, von denen mindestens einer am Ende einer Episode seinen Höhepunkt erreicht. Dieses Genremerkmal wird auch hier als „Cliffhanger“ bezeichnet.
2. Abgrenzung zu anderen Serienformaten
Die Kriterien einer Daily Soap sind nach Simon folgendermaßen definiert: 15
a) Die Daily Soap ist ein Fernsehformat, das eine fiktionale Fortsetzungsgeschichte seriell erzählt.
b) Die Daily Soap ist auf Endlosigkeit angelegt 16 und besteht aus verschiedenen
c) Die Daily Soap wird werktäglich immer zur gleichen Zeit gesendet.
d) Die Daily Soap unterliegt wegen der täglichen Ausstrahlung besonderen
11 Simon, 2004, S.12f.
12 Entspricht den südamerikanischen Telenovelas.
13 Hickethier, 1996, S.184.
14 Vgl. Ebd.
15 Vgl. Simon, 2004, S.15
16 D.h. die Zuschauerbindung wird durch die auf Endlosigkeit angelegte Handlung noch gestärkt, da Neugier bei den Rezipienten auf die Fortsetzung geweckt wird.
Die Besonderheit der Seifenoper liegt in ihrer narrativen Unendlichkeit: Der Beginn der Geschichte ist irgendwo in der Mitte einer Erzählung und kann endlos weitergehen; sie hat also weder einen Anfang noch ein Ende.
Dort liegt auch der Unterschied zu Episodenserien, bei denen meist nur eine von vornherein limitierte Anzahl an Folgen in Staffeln gedreht und ausgestrahlt wird. Im Kriterium Unendlichkeit unterscheidet sich die Soap Opera auch von den „Serials“. So zählt nach der Definition von Cantor und Pingree (1983) die südamerikanische „Telenovela“ nicht zu den Seifenopern, sondern zu den „Mini Serials“. 17
Die Grenze von der „Daily Soap“ zur „Primetime Serial“ ist allerdings nicht so einfach zu ziehen, da sie mit Ausnahme des Sendeplatzes und der einmal wöchentlichen Sendung viele Gemeinsamkeiten haben. Trotzdem unterscheiden sie sich laut Cantor und Pingree in drei wichtigen Punkten 20 :
• Produktion:
Soap Operas sind billige Fließbandproduktionen, die von Sponsoren und Werbeagenturen produziert werden. Im Gegensatz dazu werden „Primetime Serials“, ähnlich wie Spielfilme, von den Sendern selbst produziert und verfügen über einen bis zu fünfmal höheren Etat.
• Anzahl der produzierten Episoden:
Im Jahr werden ca. 250 Episoden pro Soap Opera produziert. „Primetime Serials“ allerdings nur 22.
17 Cantor/Pingree, 1983, S.25.
18 Zu Deutsch: Fernsehroman.
19 Vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Telenovela
20 Vgl. Weiß, 2004, S.18 oder Cantor/Pingree, 1983, S.26.
• Inhalt:
In Seifenopern wird eine andere Moral vermittelt als in „Primetime Serials“. Desweiteren kommen in einer Soap weniger Actionelemente und Außenaufnahmen vor. Die Geschichten werden langsamer erzählt und spielen eher im familiären Umfeld als in der Businesswelt. Daily Soaps behandeln auch mehr Frauenspezifische Themen, da die Hauptzielgruppe weiblich ist.
3. Die Inhalte von Daily Soaps
„Unter inhaltlichen Aspekten betrachtet wetteifern die Seifenopern mit immer größeren Intrigen, immer heißeren Liebesaffären und immer verworreneren Familienstrukturen um die Gunst der Zuschauer. Die Stoffe, aus denen die Träume gemacht werden, sind meistens trivial. [...] Gleichwohl beeindruckt das Resultat: Die Fan-Gemeinde der Endlosgeschichten wächst scheinbar unaufhörlich. Das ehemalige Hausfrauen-Genre mauserte sich zu einer Sendeform, die zunehmend mehr Zuschauer in ihren Bann zog.“ 21
Soap Operas beschäftigen sich inhaltlich hauptsächlich mit den privaten Problemen der Charaktere. Daraus folgt, dass es in diesem Genre selten lustige Szenen gibt. 22 Die wichtigsten Kategorien, aus denen Soap-Autoren ihre Themen beziehen, sind folgende: 23
• soziale Beziehungen:
In fast allen Seifenopern geht es sehr ausführlich um interpersonale Themen und Konflikte. Am allerwichtigsten, vor allem für das weibliche Publikum, ist die Thematik Liebe und Romantik. Die Berufe der Darsteller rücken daher eher in den Hintergrund, außer sie sind Anlass für Krisen im Privatleben. Gesellschaftliche Themen sind nur äußerst selten ein Thema. Nur wenn sie das Privatleben der Charaktere berühren sollten, kommen auch diese vor.
• Krankheiten:
Immer wieder ein wichtiges Thema in Soaps sind Unfälle und Krankheiten. Die Bedeutung dieses Themas erkennt man daran, dass es in den meisten Soaps einen Arzt oder eine Krankenschwester gibt.
• Abenteuer, Verbrechen und Intrigen:
Soap Operas enthalten generell weniger Gewalt und Actionelemente als andere Seriengattungen. Die Art der Gewalt wird dann auch eher verbal als physisch
21 Schwanebeck, 2001, S.18.
22 Vgl. Cantor/Pingree, 1983, S.27.
23 Vgl. Weiß, 2004, S.19f.
dargestellt. Spannung wird anders erzeugt: Statt Verfolgungsjagden oder Schießereien gibt es Entführungen, Racheakte, Enthüllungen von Geheimnissen und Affären und Komplotte, die der Zuschauer als Mitwisser erlebt.
III. Die Entstehung und Geschichte von Daily Soaps
1. Die Soap Operas im Radio
Die Erzählung in Form einer Serie gibt es schon sehr viel länger als die Medien existieren. Die Geschichte reicht zurück bis zu den Römern und dem persischen Märchen von "Tausendundeiner Nacht" 24 . Auch die Frauenromane aus dem 19. Jahrhundert, die sogenannten "domestic novels", ebenso Fortsetzungsgeschichten in Zeitungen und Stummfilmserien im Kino wiesen schon Elemente auf, die wir heute zu den typischen Merkmalen der Soap Opera zählen.
Jedoch wurde die Seifenoper, wie wir sie heute kennen, im Radio geboren. Ende der zwanziger Jahre konnte in den USA bereits ein einheitliches Programm ausgestrahlt werden, da das Radio-Sendenetz weitgehend ausgebaut war.
1930 verfügten ca. 40% der Amerikaner über mindestens ein Radiogerät, jedoch stieg die Zahl im Jahr 1940 bereits auf 98% an. Schon damals wurde die Sendezeit in Primetime, 19 bis 23 Uhr, und Daytime, zwischen 8 und 18 Uhr, unterteilt. Man ging davon aus, dass während der Primetime ungefähr doppelt so viele Menschen vor ihrem Radiogerät saßen als tagsüber. Also bemühte man sich hauptsächlich um die Programmgestaltung der Abendstunden. Das Programm wurde ausschließlich durch Sponsoring und Werbung finanziert, da es keine öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten gab. Den Sendern brachten die Werbeminuten in der Primetime doppelt so viele Einnahmen ein wie es zur Daytime der Fall war.
Abends wurden Komödien, Quiz-Shows oder Varieté-Programme gesendet, während im Tagesprogramm die „domestic advice shows“ 25 dominierten. Dort wurde für die vielfältigen Haushaltsprodukte geworben, welche die Hausfrauen zum Kauf animieren sollten.
24 „Tausendundeinenacht“ ist eine Sammlung von morgenländischen Märchen-Erzählungen, die in mehreren Ebenen miteinander verknüpft sind, weshalb sie auch in wohldurchdachter Reihenfolge angeordnet sind. Beispiele sind „Ali Baba und die 40 Räuber“, „Sindbad“ und „Aladins Wunderlampe“. Vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Tausendundeine_Nacht
25 Vgl. Luchting, 1995, S.55. Bsp. für die Shows: “Palmolive Hour”, “Wrigley Revue” oder die “Crisco Cooking Show”.
„Diese projektbezogenen Shows, die häufig den Namen des Herstellers oder des Produkts im Titel trugen, erwiesen sich zunächst für viele Firmen als ein effektives Werbekonzept im Tagesprogramm.“ 26
Vorläufer der Soap Opera war die Hörfunkserie „Amos `n Andy“, die von NBC an sechs Abenden der Woche jeweils 15 Minuten gesendet wurde. 27 Aufgrund des großen Erfolges folgten neben mehrteiligen Hörspielen weitere Langzeitgeschichten, die hauptsächlich Hausfrauen konsumierten.
Große Kosmetik- und Waschmittelhersteller nutzten dies für ihre Werbung, indem sie ihre Produktnamen direkt in die Serienhandlung einflechten ließen.
„Die Heldin einer Geschichte servierte beispielsweise die Suppe eines Sponsors, bevor sie mit dem Spülmittel eines anderen Sponsors das Geschirr abwusch.“ 28
Dieses Genre wurde also nur deshalb konstruiert, um die Werbung der Seifenhersteller mit etwas Unterhaltung zu umrahmen und damit die Produkte an die Hausfrau zu bringen. Allerdings verschwand diese Art Werbung mit der Einführung der Werbeunterbrechungen. Die langjährige Assoziation mit den Erzeugnissen der Waschmittelhersteller hatte zur Folge, dass die „Radio Serials“ den Spitznamen „Soap Operas“ bekamen. Da sich das Genre Daily Soap allerdings bei den Zuschauern etabliert hatte, sind sie mit der Einführung der Werbeunterbrechungen nicht verschwunden.
Mit der Ausbreitung des Fernsehens zeichnete sich ein Wendepunkt der einst so erfolgreichen Radio Soaps ab. Nach dem Boom von 1940, als in den USA täglich 64 Serien ausgestrahlt wurden, liefen 1961 schließlich die letzten sechs Radio Soaps, auf Grund der Einführung des Fernsehens, aus.
Allerdings war die fiktionale Radio Soap in Deutschland auch nie so erfolgreich wie in den USA, da sie sich im Dritten Reich aufgrund der Verstaatlichung und Zentralisierung der Medien nur sehr eingeschränkt entwickeln konnte.
Die Radio Soap wurde in England erst ab 1948 und in anderen europäischen Ländern erst in den 50ern eingeführt, fast zeitgleich mit der Etablierung des (Farb-)Fernsehers als massentaugliches Medium. Somit konnte sich die Radio Soap in diesen Sendeorten nie durchsetzen.
26 Luchting, 1995, S.57.
27 Vgl. Lübbecke, 1992, S.52.
28 Koukoulli, 1998, S.53.
2. Die Soap Operas im Fernsehen
„Als nach dem Zweiten Weltkrieg begonnen wurde, Fernsehapparate in Serie herzustellen, wurden erste Überlegungen laut, die Seifenoper auf das neue Medium zu übertragen. Zunächst entschieden sich die meisten Verantwortlichen dagegen, denn man ging davon aus, dass die beschäftigte Hausfrau nicht genügend Aufmerksamkeit für eine Fernsehserie neben ihrer Arbeit aufbringen konnte und das Radio für den Zweck der Nebenbei-Unterhaltung besser geeignet sei.“ 29
Trotz aller Bedenken gab es bereits Ende der 40er Jahre die ersten Seifenopern im Fernsehen, obwohl nur sehr wenige amerikanische Haushalte mit einem Fernsehapparat ausgestattet waren. Schon nach kurzer Zeit scheiterten alle Soaps. Entweder fand sich kein Sponsor 30 oder sie konnten sich auf Dauer nicht durchsetzen und wurden wieder aus dem Programm genommen. 31
Nach Cantor und Pingree (1983) begann erst 1951 die Seifenoper-Ära im Fernsehen. In diesem Jahr starteten einige neue Soaps, die sich Jahrzehnte lang im Programm hielten: „Search For Tomorrow“ 32 , „Love of Life“ und „The Edge Of Night“.
Die einzige Radio Soap, die den Sprung ins Fernsehen schaffte und einen jahrzehntelangen Siegeszug im Radio und Fernsehen antrat, war „The Guiding Light“ - in Deutschland als „Springfield Story“ bekannt. 1955 wurden in den USA bereits 17 TV-Soaps ausgestrahlt. 33
„Die frühen Seifenopern waren in ihrer Ausstattung zunächst noch sehr beschränkt, die Schauspieler waren von Kleidung und Aussehen wenig attraktiv, die Handlung beschäftigte sich hauptsächlich mit den Problemen des Familienlebens und besonders der Kindererziehung.“ 34
Ende der 50er läutete die Soap „As The World Turns“ eine inhaltliche Änderung ein: Der Schwerpunkt wurde von nun an auf die Charaktere und deren Gefühlsleben gelegt und man diskutierte mehr über Emotionen und übte sich in Laien- bzw. Alltagspsychologie.
29 Weiß, 2004, S.28.
30 Wie beim ersten TV-Serial „A Woman To Remember“.
31 Z.B. die Serie „The First Hundred Years“
32 Diese Serie blieb sogar 35 Jahre im Programm.
33 Vgl. Cantor/Pingree, 1983, S.48f.
34 Luchting, 1995, S.62.
1963/1964 wurden die Soaps von einer Viertelstunde täglich auf eine halbe Stunde erweitert. Zwei Jahre später wurden in der neuen Serie „Days Of Our Lives“ konfliktreiche und tabuisierte Themen behandelt. Gleichzeitig setzte sich „Days Of Our Lives“ mit dem gesellschaftlichen Wandel auseinander: Zum ersten Mal wurden Nebenrollen mit afroamerikanischen Darstellern besetzt. 35
In den 70er Jahren trat eine weitere große Veränderung ein, als sich die Soap-Produzenten zur Erhöhung der Zuschauerzahlen neue Strategien überlegen mussten, da eine weitgehende Sättigung an Fernsehgeräten auftrat und demnach keine weiteren Soap-Anhänger dazu kamen. Durch ein höheres Budget wurden die Soaps inhaltlich modernisiert und die technische Basis 36 gesteigert. Die Geschichten veränderten sich inhaltlich indem sie den Aspekt Gewalt aufnahmen und auch mit sexuellen Themen freizügiger umgingen. Außerdem gewann der Arbeitsplatz in den Soaps an Bedeutung, wobei in den 70er Jahren auch verstärkt Frauen in nichttraditionellen Berufen thematisiert wurden. 37
Ende der 70er gewannen die Geschichten immer an Action und Spannung hinzu. Die Soap „General Hospital“, in der die Darsteller immer wieder in Kriminalfälle verwickelt wurden, wurde zum Trendsetter.
Mit der Ausstrahlung von „Dallas“ Ende der 70er Jahre begann eine neue Ära der Seifenopern. Durch eine neue Konzeption sollten Soaps, die tagsüber ausgestrahlt wurden, auch für das Abendprogramm tauglich gemacht werden, indem man den bisher noch ziemlich harmonischen und moralischen Gesamteindruck der Serie ins Gegenteil umwandelte. In „Dallas“ überwogen Spannung, Aufregung und das Unmoralische. Die Helden waren überwiegend mit negativen Werten wie Arroganz, Macht- und Geldgier, Alkoholismus und Verlogenheit besetzt. Neben Hausfrauen, der bisherigen Hauptzielgruppe der Soaps, kamen immer mehr Studenten, berufstätige Frauen und Männer zu den Rezipienten hinzu. 38 Jugendliche bildeten zwar nicht die Hauptzielgruppe, allerdings setzte durch den größeren Action-Anteil eine Tendenz zur Verjüngung des Publikums ein.
1981 wurde „Dallas“ im deutschen Fernsehen ausgestrahlt und zwei Jahre später folgte die Konkurrenzserie „Dynasty“, in Deutschland als „Der Denver Clan“ bekannt. Die Zuschauerzahlen der Daily Soaps gingen bedeutend zurück, da „Glam Soaps“ 39 , die in der gesellschaftlichen High-Society spielen, wie „Dallas“ und „Dynasty“ immer erfolgreicher und beliebter wurden.
35 Vgl. Weiß, 2004, S.30.
36 Moderne Drehausrüstung: Neue und hochwertigere Kameras, Ton-Equipment usw.
37 Vgl. Koukoulli, 1998, S.55.
38 Vgl. Ebd.
39 Vgl. Simon, 2004, S.37f.
Gerade bei der deutschen Daily Soap „Verbotene Liebe“ ist zu erkennen, dass auch heute die „High Society“ noch immer ein beliebter Handlungsschauplatz ist. 40 Gründe hierfür sind vermutlich, dass die größtenteils relativ einfach lebenden Zuschauer davon träumen, ebenso ein derartig luxuriöses und aufregendes Leben wie die Darsteller zu führen. Der große Erfolg der amerikanischen Serien im deutschen Fernsehen veranlasste die deutschen Fernsehproduzenten Anfang der 80er zu Eigenproduktionen wie „Die Schwarzwaldklinik“, „Lindenstraße“ und „Das Erbe der Guldenburgs“. In den 90er Jahren litten nicht mehr nur die Daily Soaps, sondern auch die Primetime Soaps an Zuschauerrückgang, während zunehmend Teen Soaps wie „Beverly Hills 90210“ oder „Melrose Place“ in Deutschland und den USA das Programm dominierten. Jugendliche sind also als Soap-Rezipienten im Laufe der Zeit immer mehr in den Vordergrund gerückt.
Auch hier - im Daily Soap-Bereich - setzten deutsche Fernsehproduzenten an und versuchten Seifenopern aus dem Ausland an das deutsche Fernsehpublikum anzupassen. Mit Erfolg - wie im folgenden Kapitel erläutert wird.
IV. Soap Operas in Deutschland
A. Die Entwicklung der Familienserie und Daily Soap
1. Die Entwicklung der deutschen Familienserie
„In der Vergangenheit und auch heute haben Serien häufig nur ein zentrales Thema: die Familie. In sogenannte Familienserien lassen sich neben den familiären Interaktionen auch zahlreiche andere Themen und Geschichten integrieren.“ 41
Rogge (1987) sieht Familienserien als Spiegel gesellschaftlicher Normen und Werte und meint, dass sich auch Traditionen in der Serienform widerspiegeln würden. Außerdem könne die über Jahrzehnte andauernde Nutzung einen Einblick in die psychosoziale Lage der Rezipienten geben.
Mitte der 50er Jahre waren noch sehr wenige deutsche Haushalte mit Fernsehapparaten ausgestattet. In dieser Zeit hatten Fernsehserien keinen besonders guten Ruf und waren auch
40 Vgl. Simon, 2004, S.19.
41 Koukoulli, 1998, S.56.
nicht oberstes Programmziel der ARD-Anstalten. Diese wollten das Programm kulturell aufwerten. Das Budget für Produktionen war gering und der langsam voranschreitende Ausbau der Programme führte dazu, dass anfangs nur der NWDR, als die größte und finanzkräftigste Anstalt, Serien produzierte. 42
Rogge 43 unterscheidet in der Geschichte der Familienserie mehrere Entwicklungsstufen: Die erste Phase ist geprägt von der Serie „Unsere Nachbarn heute Abend: Die Schölermanns“, die von 1954 bis 1960 im ARD-Programm zu sehen war. Die intakte Familie und die traditionelle Rollenverteilung standen hier im Vordergrund. Probleme stammten aus dem Privatleben oder der Arbeitswelt. Politische oder soziale Themen spielten kaum eine Rolle. Diese Serie sollte in der Zeit des Wiederaufbaus und Wirtschaftsaufschwungs eine Art Ratgeberfunktion erfüllen. 44
Auf die norddeutschen „Schölermanns“ folgten die bayrische Version „Vater Seidl und sein Sohn“ und ab 1960 die bereits im Hörfunk gesendete hessische „Familie Hesselbach“. Im Gegensatz zu den amerikanischen Seifenopern, die ein offenes Ende hatten, sollten die deutschen Produktionen eine Handlung innerhalb einer Episode zu einem Ende bringen. Die Serien in dieser Zeit wurden live ausgestrahlt, also verlief die Handlung parallel zur Zeit der Zuschauer
1963 wurde das zweite Programm - ZDF - eingerichtet, das Programmangebot somit ausgeweitet und das Werbefernsehen institutionalisiert. Dies hatte zur Folge, dass vermehrt amerikanische Seifenopern eingekauft und ausgestrahlt wurden und auch feste Sendeplätze für diese eingerichtet wurden. Im Hinblick auf Eigenproduktionen waren die Importe wesentlich günstiger. Trotzdem liefen auch ein paar deutsche Serien, u.a. „Alle meine Tiere“ und „Der Forellenhof“. 45
Anfang der 70er Jahre problematisierten einige Serien auch gesellschaftliche Themen, zum Beispiel in „Die Unverbesserlichen“, Fassbinders „Acht Stunden sind kein Tag“ oder „Ein Herz und eine Seele“ 46 , die aus Ekel Alfred, dem Inbegriff des spießigen Kleinbürgers, eine Kultfigur machte. 47
42 Vgl. Hickethier, 1991, S.21.
43 Vgl. Rogge, 1987, S.147.
44 Vgl. Rogge, 1987, S.149-156.
45 Vgl. Simon, 2004, S.21.
46 Die erste Familienserie, in die aktuelles politisches Geschehen in die Handlung eingebaut wurde.
47 Vgl. Weiß, 2004, S.31.
Es wurde versucht, „Vorurteile, Verhaltensweisen und Überzeugungen der Zuschauer zu beeinflussen um damit im weitesten Sinne zur gesellschaftlichen Veränderung beizutragen.“ 48
Die Familie wurde immer mehr als Funktionsgemeinschaft dargestellt, nicht mehr als Rückzugsort wie in den 50er Jahren. Konflikte dauerten länger und konnten oft nicht mehr in einer Folge abgehandelt werden.
1985 ging die in Deutschland produzierte „Schwarzwaldklinik“ auf Sendung, sozusagen als Antwort auf eine lange Phase der Kaufproduktionen aus dem Ausland. In dieser Serie war wieder ein Rückgriff auf traditionelle Familienkonstellationen zu beobachten mit dem Vater als Familienoberhaupt.
Ähnlich war es bei den US-Importen „Dallas“ und „Der Denver Clan“. Mit diesen beiden Serien, die sich zu Zuschauermagneten entwickelten, machten die deutschen Zuschauer zum ersten Mal Erfahrungen mit einem Serientypus, dessen Erzählstruktur auf Endlosigkeit angelegt war.
Die „Lindenstraße“ allerdings setzte sich von dem konservativen Trend der traditionellen Familienstruktur ab und knüpfte an die sozialrealistische Tradition der englischen Seifenopern an. Diese war die erste deutsche Produktion, die keine thematisch abgeschlossenen Einzelfolgen und auf Endlosigkeit angelegte Handlung besaß. Im Zentrum standen und stehen 49 gesellschaftliche Themen. Einflüsse der Familienserien der frühen 50er und 60er Jahre und auch die sozialkritische Note der Serien aus den 70er Jahren werden in der „Lindenstraße“ miteinander verbunden.
Rogge (1987) kritisiert jedoch, dass die Gesellschaftskritik der „Lindenstraße“ an der Oberfläche bleibt:
„Die „Lindenstraße“ hat [...] eine Chance vertan, das Genre der Familienserie inhaltlich neu zu füllen, der „Schwarzwaldklinik“ Paroli zu bieten.“ 50
Inspiriert durch die amerikanischen Vorläufer entstanden Serien wie „Das Erbe der Guldenburgs“ und „Rivalen der Rennbahn“. 51
Parallel dazu lief die ZDF-Serie „Schwarzwaldklinik“, welche die erfolgreichste ihrer Art war und selbst die Quoten von „Dallas“ schlug. 52
48 Giesenfeld/Prugger, 1994, S.356.
49 Die „Lindenstraße“ erfreut sich auch heute noch großer Beliebtheit.
50 Rogge, 1987, S.154-155.
51 Vgl. Hickethier, 1991, S.26f.
Arbeit zitieren:
Sandra Remmele, 2005, Daily Soaps und deren Auswirkungen auf Jugendliche, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Das Medium Fernsehen- Einordnungsversuch eines "mächtig-wirkungsl...
Psychologie - Medienpsychologie
Hausarbeit (Hauptseminar), 16 Seiten
Soziale Funktionen von Massenmedien - ein Siegeszug gegen die Einsamke...
Medien / Kommunikation - Forschung und Studien
Hausarbeit, 22 Seiten
Die mediale Darstellung der Geschlechter
Soziologie - Familie, Frauen, Männer, Sexualität, Geschlechter
Vordiplomarbeit, 24 Seiten
Die Befriedigung von Bedürfnissen Jugendlicher bei der Rezeption von D...
Medien / Kommunikation - Rundfunk und Unterhaltung
Seminararbeit, 22 Seiten
Das Frauenbild in den Medien - weibliche Identitätsbildung durch den E...
Medien / Kommunikation - Film und Fernsehen
Seminararbeit, 23 Seiten
Beziehungen zu Daily-Soap-Figuren und ihre Bedeutung für Rezipierende ...
Eine qualitative Rezeptionsana...
Medien / Kommunikation - Film und Fernsehen
Magisterarbeit, 213 Seiten
TV-Formatierung - Veränderungen in den Fernsehprogrammformen der Unter...
Medien / Kommunikation - Film und Fernsehen
Hausarbeit, 18 Seiten
Typisch Daily Soaps - eine Betrachtung charakteristischer Eigenschafte...
Psychologie - Medienpsychologie
Seminararbeit, 29 Seiten
Die Gerichtsshow - ein neues Erfolgsformat im deutschen Fernsehen
Medien / Kommunikation - Film und Fernsehen
Seminararbeit, 19 Seiten
Macht Glotzen einsam? - Über die Eskapismusthese
Medien / Kommunikation - Forschung und Studien
Seminararbeit, 22 Seiten
Soap Operas / Seifenopern - Die ARD-Serie "Verbotene Liebe"
Examensarbeit, 90 Seiten
Mediennutzung und Medienwirkung der Daily Soap Verbotene Liebe
Soziologie - Medien, Kunst, Musik
Hausarbeit (Hauptseminar), 18 Seiten
Der sozialisierende Einfluss der Massenmedien auf die Identitätsentwic...
Pädagogik - Berufserziehung, Berufsbildung, Weiterbildung
Seminararbeit, 19 Seiten
Sandra Remmele hat den Text Daily Soaps und deren Auswirkungen auf Jugendliche veröffentlicht
Sandra Remmele hat einen neuen Text hochgeladen
Die Auswirkung des MoMiG auf die Attraktivität der deutschen GmbH
Eine umfassende Übersicht über...
Tino Melchert
Strategien mittelständischer Wirtschaftsprüferpraxen in Folge der Ausw...
Christian Haßlinger
Auswirkungen von Internettechnologie auf Wertschöpfungsstrukturen
Konfigurationen aus Distributi...
Martin Gehring
Auswirkungen von Pensionszusagen auf die wirtschaftliche Lage
Ein Vergleich alternativer Per...
Christian Sasse
Auswirkungen des Energieausweises auf die Immobilienbewertung
Die Frage nach der Relevanz de...
Christian Brunner
0 Kommentare