Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Das Ende des Heidentums in der frühmittelalterlichen
Colonia Agrippina
3. Die ersten Kölner Bischöfe
3.1 Zur Schwierigkeit der historischen Einordnung aufgrund mangelnder
Quellen
3.2 Maternus (313/314)
3.3 Euphrates (343-346)
3.4 Severin (397)
4. Fazit - Die regionale und kirchenpolitische Bedeutung der
ersten Kölner Bischöfe
5. Literatur- und Quellenverzeichnis
6. Abbildungsverzeichnis
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1. Einleitung
Um 90 n. Chr. war Köln Hauptstadt der römischen Provinzen Niedergermanien und Germania II, und hatte damit unmittelbar Anschluss an die kulturellen Einflüsse der Spätantike. Dazu gehörte im wesentlichen eine fortgeschrittene Schriftlichkeit und die Ausbreitung des Latein. Ansonsten gibt es nur wenige Quellen zur Ausbreitung des Christentums am Rhein, und auch sie spiegeln kein vollständiges Lebensbild der frühen Zeit wider. Es wird angenommen, dass sich das christliche Bekenntnis am Rhein langsam verbreitete, und auch schon seine Märtyrer gekannt haben muss. Vermutungen gehen dahin, dass es einzelne christliche Zusammenschlüsse loser Art gab, die ohne Ämterbesetzung unauffällig funktionierten, und kaum ländliche Gemeinden. Dennoch gab es auch nach der Legitimierung des Christentums durch Kaiser Konstantin II heidnische Kultstätten in Köln sowie viele nichtchristliche Zuwanderer aus germanischen Gruppierungen.
Diese Arbeit stellt zunächst abrisshaft den schleichenden Wandel vom Heiden- zum Christentum dar.
Im anschliessenden Kapitel sollen die Lebensläufe der ersten drei bekannten Bischöfe Maternus, Euphrates und Severin erläutert werden. Hierbei handelt es sich allerdings nicht um ausgereifte Kurzbiografien, sondern vielmehr um teils sagenumwobene Geschichten, die größtenteils dem Wunschdenken zum Opfer fielen, wie gleich eingangs bei Maternus festzustellen sein wird. Dennoch belegen zuverlässige Quellen die große Bedeutung der Kölner Bischöfe bereits im 4.Jahrhundert, eine beachtenswerte weltkirchenpolitische Stellung. Aber nicht nur die große Politik soll im Vordergrund stehen, sondern auch die immense regionale Bedeutung gerade Severins, der den schleichenden Wandel vom Heiden- zum Christentum entscheiden mitgeprägt hat.
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2. Das Ende des Heidentums in der frühmittelalterlichen Colonia Agrippina
Die Colonia Agrippina, also Köln, war zwar von christlichen Kaisern regiert, dennoch war sie noch keineswegs eine christliche Stadt. Neben dem Pantheon der römischen Staatsgötter verbreiteten sich in der Spätzeit der Republik immer mehr die Mysterienreligionen des Orients, die besonders durch die Verheissung des ewigen Lebens Zulauf erhielten. In Köln lässt sich der Kult der Isis nachweisen, einer uralten ägyptischen Göttin, die als Mutter des Falkengottes Horus, dessen Verkörperung der Pharao ist, verehrt wurde und die Auferstehung ihres toten Bruders Osiris bewirkte. In den Kirchen St.Ursula und St.Gereon wurden eingemauerte Statuen von ihr gefunden 1 .
Ebenfalls beliebt war Mithras, ein persischer Lichtgott, der den Menschen im Kampf gegen die Mächte der Finsternis und des Bösen half. Sein Kult war unter den Soldaten weit verbreitet und hatte viele Ähnlichkeiten mit dem Christentum. Juden gab es ebenfalls in Köln. Das Christentum hat sich wahrscheinlich seit der ersten Hälfte des 3. Jh. in Köln verbreitet. 2
Der älteste Hinweis auf einen christlichen Versammlungsraum stammt aus dem Jahr 355. Etwa um 360 wurde dann eine der ältesten christlichen Kirchen Kölns gebaut, St.Gereon. In ihr wurden die Christen der thebäischen Legion verehrt, die vermutlich während der diokletianischen Christenverfolgung um 300 das Märtyrium erlitten. 3
Offiziell wird im Jahr 391 die Opferbringung verboten, 399 sollen heidnische Tempel gar abgerissen werden.
Zeugnisse über das Denken und Fühlen der frühen Christen bilden erhaltene Inschriften auf Grabsteinen, so auch frühe Inschriften in Trier von Gräbern hoher Beamter, was auch das Eindringen des Christentums in höhere Kreise verdeutlicht.
1 Vgl. hierzu: Oediger, Friedrich Wilhelm: Das Bistum Köln von den Anfängen bis zum Ende des 12.Jahrhunderts (= Geschichte
des Erzbistums Köln, Band 1), Köln 1964, 3.Auflage 1991, S. 49-53.
2 Vgl. hierzu: Meißner, Oliver: Eine kurze Geschichte der Stadt Köln, unter: http://www.cologneweb.com/koeln-1.htm
3 Ebd..
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Aufzuzeigen sind diese frühen christlichen Bezüge auf Grabinschriften am Beispiel des Grabsteins der Meteriola, der in Remagen gefunden wurde. Meteriola wird daher heute als die erste namentlich bekannte Christin der Region bezeichnet 4 .
Abb. 1: Grabstein der Meteriola. Bonn, Landesmuseum. 5
„HIC IACET METERIOLA MIHI DVL CISSIMA CONIVX
QVI MECUM LABORABIT MVLTIS ET PL(U)RIBVS ANNIS QVE MIHI FVIT ANNIS XXIII CONIVX ET ANNVS VIII ET MESES SEPTE(M) ET DIES XVIII SOROR IN DOMINO D(E)O NOSTRO HSV XPO QVI MIHI TANTI ABEAT OSTENDERE VIAS SVAS Q(V)AS EGO SEQ(U)ERE POSSEM“ ***
„HIER RUHT METERIOLA, MEINE SÜSSE GATTIN, DIE MIT MIR GESCHAFFT HAT VIELE, JA RECHT VIELE JAHRE, DIE MIR 23 JAHRE GATTIN WAR, 8 JAHRE, 7 MONATE UND 18 TAGE SCHWESTER IN UNSEREM HERRN UND GOTT JESUS CHRISTUS, DER MICH FÜR WERT HALTEN MÖGE, SEINE WEGE MIR ZU ZEIGEN, DASS ICH SIE WANDELN KÖNNE“ 6
4 Ebd., S. 63.
5 Ebd., S, 48.
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Arbeit zitieren:
Kay Nöthen, 2005, Die ersten Kölner Bischöfe und das Ende des Heidentums, München, GRIN Verlag GmbH
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