INHALTSVERZEICHNIS
I. EINLEITUNG 2
II. DIE ERFAHRUNG DER RELATIVEN DEPRIVATION 2
III. DIE STRUKTURELLEN VORAUSSETZUNGEN 5
A. MODERNISIERUNGSPROZESSE. 5
B. DIE ENTWICKLUNG DER STÄNDE ZU KLASSEN, DER KLASSEN
ZU BEWEGUNGEN. 7
C. DIE SOZIALSTRUKRUTELLE VERORTUNG DER AKTIVEN 11
IV. WERTWANDELTHESE NACH INGLEHART 12
A. EINLEITUNG. 12
B. DEFINITION MATERIALISTISCHER - POSTMATERIALISTISCHER
WERTE S. 13
1. VORSTELLEN DER UNTERSUCHUNGEN 15
2. AUSWERTUNG DER VORGESTELLTEN UNTERSUCHUNGEN 17
C. DER BEGRIFF DER KOGNITIVEN MOBILISIERUNG’ 18
1. EINFLUSS AUF DAS WAHLVERHALTEN 19
2. BETEILIGUNG AN AKTIVITÄTEN DES POLITISCHEN PROTESTS 20
3. EINSTELLUNG GEGENÜBER SOZIALEM WANDEL 21
4. ERKLÄRUNG FÜR HOHES PROTESTPOTENTIAL IN DER
STUDENTENSCHAFT S. 21
D. AUSWIRKUNGEN VON AKTUELLEN PROBLEMLAGEN 22
E. FAZIT. 23
V. SCHLUSS 25
VI. BIBLIOGRAPHIE 27
I. EINLEITUNG
Bei der Erforschung von neuen sozialen Bewegungen fällt auf, dass es sich um ein komplexes Forschungsobjekt handelt. Das ist in einem Forschungszweig immer daran zu erkennen, wenn es viele verschiedene Thesen gibt, die alle ihre Richtigkeit haben, allerdings die Sache nicht in ihrem vollen Umfang behandeln. Bei der Untersuchung der neuen Sozialen Bewegungen ist festzustellen, dass sich fünf Paradigmen hervortun, wenn es um die Erklärung des Aufkommens und der Protestbereitschaft der neuen sozialen Bewegungen geht. Bei diesen Paradigmen wird auch von Bezugssystemen gesprochen. Was genau ist ein Paradigma? Bei einem Paradigma handelt es sich um eine Grundannahme, die sich innerhalb eines Forschungszweigs durchgesetzt hat und von dem größten Teil der Forscher nicht mehr hinterfragt wird. Es repräsentiert „die spezifische Weltsicht, mit der die Forscher ihren jeweiligen Gegenstandsbereich beobachten und beschreiben.“ 1
Untersuchungsgegenstand dieser Arbeit ist eines dieser Paradigmen. Es geht um den so genannten „Structural Strains“ Ansatz. Zu Erforschen gilt es, unter welchen Aspekten dieses Bezugssystem das Forschungsobjekt wahrnimmt und in wie fern es bei diesem Ansatz zu einer ganzheitlichen Untersuchung der neuen sozialen Bewegungen kommt. Dazu soll der Structural Strains Ansatz aus drei Perspektiven beleuchtet werden. Als erstes geht es um die Erfahrung der relativen Deprivation, die zum Protestverhalten führen soll 2 . Des weiteren sind es die strukturellen Vorraussetzungen, die zur Erklärung der neuen sozialen Bewegungen herhalten müssen 3 . Zum Schluss soll auch noch die Wertwandelthese von Inglehart behandelt werden 4 .
II. DIE ERFAHRUNG DER RELATIVEN DEPRIVATION
Zustände von bestimmten Systemen, sei es biologischer, physiologischer oder sozialer Art, werden nur dann in einen anderen Zustand wechseln, wenn Einfluss darauf genommen wird. In einem Staatssystem ist die maßgeblichste Möglichkeit etwas zu beeinflussen und damit zu verändern, Politik zu betreiben. Verbände, Gewerkschaften und Parteien ringen durch geschickt eingesetzte Wahlwerbung oder jahrelanger Präsenz um ihre Mitglieder. Denn in
1 Hellmann, Kai-Uwe: Paradigmen der Bewegungsforschung, Opladen, S. 91.
2 Siehe auch unter Punkt II in dieser Arbeit.
3 Siehe auch unter Punkt III in dieser Arbeit.
4 Siehe auch unter Punkt IV in dieser Arbeit.
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einem demokratischen System, wie wir es in Europa vorfinden, ist die Mehrheit die Gewinner bei Entscheidungsfragen. Aber nicht nur die etablierten Parteien sind von ihren Anhängern abhängig, sondern vor allem die neuen sozialen Bewegungen. Aufgrund ihrer außerparlamentarischen Stellung sind sie verschärft auf die Resonanz beim gemeinen Bürger angewiesen. Im Folgenden soll sich damit beschäftigt werden, warum Menschen sich veranlasst fühlen, aktiv in den politischen Prozess ihres Landes mit einzugreifen. Das Paradigma ‚Structural Strains’ soll in dieser Ausarbeitung das Thema sein. Im wesentlichen werden dazu zwei Theorien beleuchtet. Zum einen die der ‚sozialstrukturellen Verortung’ von Bewegungsanhängern und zum anderen die ‚Wertwandelthese nach Inglehart’. Beide Überlegungen greifen dabei, wenn auch meist nur implizit, dass Konzept der ‚relativen Deprivation’ auf. Deshalb soll dieses Konzept zunächst vorgestellt und in Zusammenhang mit den anderen zwei Erklärungen gebracht werden. Eine erste Erklärung kann das Fremdwörterbuch geben. Da wird ‚Deprivation’ als Entzug oder Absetzung definiert. 5 Es handelt sich hierbei also um einen Terminus mit negativer Konnotation. Aber genau diese negative Grundstimmung, die erzeugt werden kann, spiegelt den Unmut der Bürger eines Landes wieder. Die Behauptung ist nun, dass „[...] das Ausmaß der generellen Unzufriedenheit der Mitglieder einer Gesellschaft mit der ökonomischen oder gesellschaftlichen Situation das Auftreten der verschiedensten Arten politischer Partizipation positiv beeinflusst.“ 6 Dahinter steckt nämlich, dass Menschen sich benachteiligt fühlen. Sie nehmen eine Diskrepanz zwischen ihren Erwartungen und der tatsächlichen Umsetzung durch die Regierungsparteien wahr. Sie fühlen sich enttäuscht oder gar hintergangen. Man spricht im genauen von relativer Deprivation, wenn sich die tatsächliche und erwartete Güterversorgung beziehungsweise Bedürfnisbefriedigung nicht in dem Zeitrahmen abläuft, der dafür veranschlagt wurde.
Wenn angehende Lehrer an hessischen Hochschulen jahrelang in dem Glauben sicherer Arbeitsplätze leben und dann aber zu einem bestimmten Zeitpunkt das Angebot für Lehrer stark eingestellt wird von der Landesregierung, dann kann man von relativer Deprivation sprechen. „In einer solchen Situation entstehen - so Davies - Revolutionen.“ 7 Das es für eine Revolution mehr bedarf als bloße Stellenkürzungen im hessischen Land ist nachvollziehbar. Dennoch sollte sowohl die Anzahl der Betroffenen, als auch das Verständnis derer dazu ausreichen, um sich politisch zu engagieren, mit dem Ziel die Regierung evtl. zum umlenken oder wenigstens zum umdenken zu zwingen. Schließlich besteht hier eine enorme Diskrepanz
5 Bertelsmann Universal Lexikon, Fremdwörterbuch; Bertelsmann Lexikon Verlag GmbH Gütersloh 1993.
6 Karl-Dieter Opp, Soziale Probleme und Protestverhalten; Opladen: Westdeutscher Verlag, 1984, S. 208.
7 Karl-Dieter Opp, Soziale Probleme und Protestverhalten; Opladen: Westdeutscher Verlag, 1984, S. 212.
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zwischen dem, was angehenden Lehrern gerechterweise zustehen würde und dem was erreicht bzw. eingehalten werden kann. Je höher also die normative Erwartung und je geringer das, was man tatsächlich bekommt, desto höher ist die relative Deprivation. Man könnte also die Hypothese aufstellen, dass jene mit einer hohen relativen Deprivation, am ehesten politisch aktiv werden. Leider sprechen eine Menge anderer Faktoren und Erklärungen gegen diese Überlegung des spontanen Engagements.
Etwas allgemeiner verläuft die Deutung der relativen Deprivation bezogen auf die Wertwandelthese. Denn die sozialstrukturelle Verortung gibt keine Antwort darauf, was sich im innersten der Menschen abspielt. Was hat sie geprägt? Wann sind sie zu was bereit? All das bezieht sich auf das Stichwort Wahrnehmung. Die mündigen Bürger können sich erst zu politischer Partizipation motiviert fühlen, wenn sie spüren, dass ihr Wertsystem missachtet wird. Beispielhaft dafür, die Einstellung gegenüber rechten oder gar rassistischen Gedankengut s. Während noch in der Zeit des 2. WK in Deutschland oder auch in den Südstaaten der USA der 50er und 60er Jahre, es für die Bürger dieser Länder gerechtfertigt war, Andersfarbige oder Andersdenkende zu diskriminieren und sogar zu exekutieren, ist dies im Laufe der 60er Jahre sowohl in Deutschland, als auch in den USA nicht mehr öffentlich denkbar gewesen. Dass organisierte Strukturen im Untergrund weiterhin dieses Gedankengut vertreten und verbreiten, ist traurige Realität. Dennoch würde sich wohl kaum jemand wagen die Eliminierung aller Juden oder aller Schwarzen öffentlich zu bekennen. Dabei hat sich aber nicht etwa der ‚Ist-Wert’ geändert, sondern ganz einfach die ‚Soll- Erwartung’. Menschen scheinen zu weiten Teilen akzeptiert zu haben, dass wir doch alle nur Menschen sind, die bloß an verschiedenen Teilen der Erde, unter verschiedenen Umständen aufgewachsen sind. Das hat der Wertwandel glücklicherweise mit sich gebracht. Gerade deshalb wird an diesem Beispiel deutlich, dass das Konzept der relativen Deprivation der „historischen Konkretion“ 8 bedarf. Immer muss man die gegebenen Umstände mit einbeziehen, um verstehen zu können, warum sich Protest formiert oder warum es auch nicht passiert.
8 Brand, Karl-Werner: Humanistischer Mittelklassen-Radikalismus, Opladen, S. 39.
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III. DIE STRUKTURELLEN VORAUSSETZUNGEN
A. MODERNISIERUNGSPROZESSE
Aufbauend, auf das Konzept der relativen Deprivation, ist der „Rekurs auf neue, zentrale Problemlagen moderner Gesellschaften“ 9 . Als Vertreter dieser Ansicht sind Raschke (1985) und Rucht (1994) zu nennen. Die These lautet: Das Auftreten der ne uen sozialen Bewegungen lässt sich durch Modernisierungsprozesse der Gesellschaft erklären. Raschke sieht seit der französischen Revolution drei Entwicklungsphasen: die vorindustriell- modernisierende (1789-1850), die industrielle (1850/60-1960) und die nachindustrielle Phase. Diese Phasen führten zur sozialen, politischen und kulturellen Modernisierung, die Anlass zur Entstehung sozialer Bewegungen war. So entstanden die frühbürgerlichen Bewegungen in der vorindustriell- modernisierenden, die Arbeiterbewegung in der industriellen und die neuen sozialen Bewegungen in der nachindustriellen Phase. Diese einzelnen Bewegungen stellen, nach Raschke, die dominanten Bewegungen der jeweiligen Zeit dar. Brand meint zu Raschkes Erklärungsmodell, dass die dritte Phase so eigentlich nur auf die deutsche Erscheinungsform zutrifft. Ein weiterer Kritikpunkt ist die Bewertung der neuen sozialen Bewegung als dominante Bewegung unserer Zeit, gerade das sei noch eine offene Frage. 10
Etwas differenzierter betrachtet Rucht Modernisierungen in der Gesellschaft. Er analysiert Modernisierungsprozesse auf zwei Ebenen. Zum einen ist es die fortschreitende funktionale Differenzierung der Gesellschaft. Es geht hier um eine Aufspaltung der Gesellschaft in verschiedene Funktionen. Dadurch entstehen unterschiedliche Sphären, wie zum Beispiel die Wissenschaft oder das Recht. Das Problem, das sich durch eine zunehmende Ausdifferenzierung der Gesellschaft ergibt ist: Man weiß nicht mehr wie die Anderen denken. In den verschiedenen Bereichen der Gesellschaft werden sogar verschiedene „Sprachen“ gesprochen. Die funktiona le Differenzierung geht also über eine Arbeitsteilung hinaus. Die zweite Modernisierungsebene sieht Rucht auf der Handlungsebene, die immer Ich- Zentrierter wird. Der einzelne Mensch erlebt in Folge der Modernisierungsprozesse einen „Zuwachs autonomer Entscheidungsmöglichkeiten und Entscheidungszwänge“ 11 . Diese beiden Achsen versucht Rucht nun in der Geschichte zu verorten. Er teilt die kürzere Vergangenheit in vier verschiedene Entwicklungsstufen ein. Es geht vom
9 Ebd., S. 39.
10 Vgl. ebd., S. 42f.
11 Ebd., S. 43.
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„ ‚Absolutismus’ (Modernisierungsstufe 1) über den ‚liberalen Kapitalismus’ (Modernisierungsstufe 2) hin zum ‚organisierten Kapitalismus’. Innerhalb des ‚organisierten Kapitalismus’ vollziehe sich dann - in den 60er Jahren, im Gefolge der langgezogenen Prosperitätsphase der Nachkriegsjahrzehnte - ein weiterer Modernisierungsschub hin zum ‚wohlfahrtsstaatlichen Kapitalismus’ (Modernisierungsstufe 4), der aber ‚eine geringere Eingriffstiefe als die vorangegangenen Zäsuren’ aufweise.“ 12
Durch Modernisierungsumbrüche entstehen, nach Rucht, immer Verlierer und Gewinner. Für die linke Bewegung, die die Grenzen des Kapitalismus sieht, öffne t sich das so genannte „Windows of opportunity“ 13 . Das führt zum Protestverhalten ihrer Anhänger. Auch die rechte Bewegung findet hier in diesem Modell eine Erklärung. Sie sind die Modernisierungsverlierer.
An diesem Modell hat Brand seine Einwände. Zunächst einmal ist die Trennung zwischen organisiertem und wohlfahrtsstaatlichem Kapitalismus nicht so einfach wie Rucht sie vollzieht. Das zweite Problem liegt dann auf der Hand: Die Verortung der sozialen Bewegungen innerhalb des wohlfahrtsstaatlichen Kapitalismus gestaltet sich schwierig, da sie ihre Anfänge schon vor den 60er Jahren hatten. Außerdem kann ein Modernisierungsschub durchaus auch die Folge einer sozialen Bewegung sein. Er muss nicht zwangsläufig die Ursache sein. Die schwerwiegendste Kritik, die Brand an diesen Erklärungsansatz hat, ist, dass hier zyklische Wandlungsprozesse nicht mit eingerechnet worden sind. Es ist zu beobachten, dass in der Geschichte ein ständiger Wechsel zwischen konservativen und reformistischen Phasen stattfindet. Aus diesem Grund sind Modernisierungsschübe als Erklärung für soziale Bewegungen nicht ganz hinreichend. Es ist vielmehr die Frage zu stellen, warum die Modernisierung mit der sozialen Bewegung als Begleiterscheinung ausgerechnet zu dieser Zeit wieder stattfindet und nicht einige Jahrzehnte früher oder später. Eine gute Erklärung sollte auch die zyklischen Veränderungen einer Gesellschaft mit in ihre Argumentation einbringen.
Als Fazit sei gesagt, dass Modernisierungsumbrüche durchaus Einfluss auf die Protestbereitschaft sozialer Bewegungen besitzen. Es reicht nur nicht aus das Aufkommen einer soziale n Bewegung nur durch einen Modernisierungsprozess zu erklären. Die Wirklichkeit ist etwas komplizierter.
12 Ebd.
13 Ebd.
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B. DIE ENTWICKLUNG DER STÄNDE ZU KLASSEN, DER KLASSEN
ZU BEWEGUNGEN
Ein anderes Konzept für das Auftreten sozialer Bewegungen finden wir bei Alain Touraine 14 , der diese nach einem an die marxistische Tradition angelehnten Ansatz bewertet. In seiner Untersuchung holt er zunächst weiter aus. Er geht an die Vorraussetzungen mit denen Soziologen arbeiten. Welche Sicht von einer Gesellschaft trägt ein Soziologe mit, wenn er den Begriff der Klasse definiert? Was ist eine Klasse: Ein soziologisches Konzept oder die Sicht von einigen Akteuren? Das sind Fragen auf die er Eingangs eingeht. Sehr schnell kommt er zu seinen Vorraussetzungen. Hier kommt die marxistische Tradition zum Tragen. Seine Grundbedingung lautet: Klassen setzen sich zusammen aus dem Konflikt zwischen „Herren“ und „Knechten“. Es ist für ihn selbstverständlich, dass die Struktur und die Probleme unserer Gesellschaft einfach gestrickt sind und dem entsprechend eine einfache Lösung verlangen. Die Gesellschaft ist um einen zentralen Konflikt zwischen „Herren“ und „Knechten“ organisiert. An dieser Stelle lässt sich kritisch dazu bemerken: Ist das wirklich so?
Die Leitfrage seines Artikels, ob es einen zentrale Konflikt zwischen „Herren“ und „Knechten“ in der Gesellschaft auch heute noch gibt, versucht Touraine historisch aufzurollen. Er untersucht dafür Konfliktparteien und Konfliktgegenstände der jeweiligen historischen Situation. Die Untersuchung Touraines beginnt mit der Ständegesellschaft und wird mit der Klassengesellschaft fortgeführt. Ein drittes Zeitalter interpretiert er in die Zeit der sozialen Bewegungen.
In der ersten zu untersuchenden historischen Situation, der Ständegesellschaft, war das Verhältnis zu den Werten und Regeln der Zeit sehr entscheidend für die Menschen. Werte und Normen sind Bestandteil einer jeden Gesellschaft. Es gab Menschen, die diese gesellschaftlichen Regeln interpretierten und anwendeten. Sie waren privilegiert aufgrund ihrer Nähe zu den Werten, welche durch Reinheit, ethnische Herkunft, religiöse oder militärische Funktion zu ihnen bestimmt wurde. Alle produktiven Gruppen wurden in einer solchen Gesellschaft dem Rang des Dritten Standes zugeordnet.
In der Klassengesellschaft dagegen unterschieden sich die Gruppen in ihrer Beziehung zur Produktion.
„Im Gegensatz zu Ständen sind Klassen durch ihre Beteiligung an der Produktion und am Prozess des historischen Wandels gekennzeichnet. Sowohl die Herrschaft als auch das
14 Tourraine, Alain: Klassen, soziale Bewegungen und soziale Schichtung in einer nachindustriellen Gesellschaft, Opladen, 1985.
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Arbeit zitieren:
Ronny Steinbrück, 2004, Structural Strains, München, GRIN Verlag GmbH
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