INHALTSVERZEICHNIS
Zielsetzung und Gegenstand der Arbeit 2
1. Das Starphänomen 2
1.1 Begriffserklärung 2
2. Image 5
2.1 Kontinuität des Star-Images 7
2.1.1 Facetten des Images 7
2.2 Woraus besteht das Image? 8
2.3 Image baut auf Typen auf 9
3. Media Texts 11
3.1 Promotion 11
3.2 Publicity 12
3.3 Filme 12
3.4 Kritik 13
3.5 Inszenierung des Privatlebens 14
3.5.1 Dr. Jekyll und Mr. Hyde
4. Zeithistorischer Hintergrund 15
5. Aufbau des Star-Images von Johnny Depp 16
5.1 Innerfilmisches Image 16
5.2 Außerfilmisches Image 17
5.3 Heutiges Star-Image 18
6. Resümee 19
Bibliografie 20
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Zielsetzung und Gegenstand der Arbeit
Was zeichnet einen Hollywood-Star eigentlich aus? Wodurch erlangt er Bekanntheit und durch welche Leistungen wird er berühmt? Diesen Fragen kann man sich indirekt über die Frage nach dem Image eines Stars nähern.
Um das Image und seine Entstehung anschaulicher darzustellen soll dies anhand eines konkreten Schauspielers geschehen. Johnny Depp ist weder typischer Hollywoodschönling noch ist er ein Träger von funktionstüchtigen Verhaltensmustern unserer Zeit. Mit seiner rebellischen und unkonventionellen Art hat er privat für Schlagzeilen gesorgt, filmisch blieb er ein Underdog, der große Rollen ablehnte und sich für kleine, ungewöhnliche Produktionen ereiferte. Dennoch ist er seit rund zwanzig Jahren im Filmbusiness und wird als Star gehandelt. Es ist unmöglich ihm einen Stempel aufzudrücken der beispielsweise James Dean als den Rebell und Marilyn Monroe als die Sexbombe titulieren. Anhand seiner Biographie, seiner Rollen und quantifizierbaren Quellen wie Interviews, Artikel über seine Person, Werbung, etc. lässt sich erklären warum er dennoch populär ist und einen Star Status innehat.
Daniel Beorstein beschrieb den Star generell als jemanden, der mehr für seine Bekanntheit als für ein spezielles Talent berühmt ist. Er sieht das Star-Image als leer und oberflächlich an. Bei genauerer Betrachtung entdeckt man jedoch das genaue Gegenteil: Das Image ist mehr als eine bloße Hülle. Es ist nicht nur komplex und teilweise ambivalent sondern auch von Widersprüchlichkeiten gekennzeichnet.
Die folgende theoretische Abhandlung wird immer wieder Querverweise auf den Schauspieler, seine Filme und seine Biographie enthalten, damit Entstehung und Wirkungsweise des Images im Gesamtkontext bewusst werden können. Hier soll sowohl theoretisch als auch anhand eines praktischen Beispiels erläutert werden, was ein Star ist und wie ein Star-Image aufgebaut werden kann.
1. Starphänomen
1.1. Begriffserklärung
„Star, der: Stars; `berühmte Persönlichkeit beim Theater, Film´“ (Bünting 1993, S. 221). Diese Definition aus einem Fremdwörterbuch reicht für eine Erklärung des Phänomens natürlich keineswegs aus. Der Begriff „Star“ ist eines der vielen englischen Vokabel, die wir im alltäglichen Kontext verwenden, für die es jedoch keine prägnante deutsche Übersetzung gibt. Verlässt man sich auf die Langenscheidtsche Übersetzung auf Seite 1060 im
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gleichnamigen Englisch-Deutsch Dictionaire, stehen da Wörter wie Berühmtheit, Größe und Stern. Es ist ein interessanter Versuch sich dem Thema Hollywood-Star über das wortwörtliche Gestirn zu nähern. Immerhin impliziert der Vergleich frappierende Ähnlichkeiten, die auf eine eindeutige Absicht dahinter verweisen, warum für einen gewissen Typus von SchauspielerIn gerade der Ausdruck „Star“ ausgesucht wurde. Attribute die für den Stern am Himmel verwendet werden, sind oft die gleichen, die für Schauspiel-Stars gelten. Die Assoziationen sind jeweils: Schönheit, Unnahbarkeit, unendliche Distanz aber auch Vergänglichkeit, der manche „Stars“ beider Seiten unterworfen sind. Ein Star zu sein bedarf es viele Eigenschaften in sich zu vereinen. Da diese Arbeit sich ausschließlich auf die „Stars“ aus der Filmbranche konzentriert, in der noch dazu die meisten Stars geschaffen werden und der Begriff beinahe schon inflationär verwendet wird, ist die folgende Definition von Janet Staiger sehr aufschlussreich. Sie „bilden den Schnittpunkt zwischen Schauspielern und Prominenten. Stars sind eine Teilmenge der Kategorie `Schauspieler´: Nicht alle Schauspieler sind Stars, aber alle Filmstars müssen Schauspieler sein. Stars bilden auch eine Teilmenge der Kategorie `Prominente: Nicht alle Prominente sind Stars, aber alle Stars gehören zu der Kategorie der Prominenten.“ (Staiger 1997, S. 49)
Daraus ergibt sich auch die wichtigste Eigenschaft des Stars. Er muss sich sowohl vom normalen Schauspieler, als auch vom Prominenten abheben.
Eine Definition des Bühnenstars von Hickethier, lässt auch andere Dimensionen erkennen: „[…] eine Person […], die durch ihre körperliche Präsenz, ihr Auftreten, ihre Gestik und Mimik nicht nur eine Rolle glaubhaft verkörpern kann, sondern darüber hinaus auch noch ein Publikum faszinieren und auf seine Person zu fixieren weiß.“ (Hickethier 1997, S.31)
Zum Star und zur Kultfigur wird nur derjenige, der von Verehrern anerkannt wird. Dies gründet aber nicht auf der Person allein, sondern auf einer Art Nimbus, mit der sie sich umgibt und zum Kristallisationspunkt eines Mythos wird. Auf die Fangemeinde wirkt sich dies identitäts- und wertbringend aus und wird zusätzlich durch die Massenmedien ins Unermessliche gesteigert. Ein Zusammenspiel von Werk, Persönlichkeit, Schicksal und Ruhm eines Scha uspielers erfinden ihn neu und verschaffen ihm etwas Numinoses, das kaum mit der eigentlichen künstlerischen Leistung des Stars korreliert.
Der Star wird zu einer Institution, eine feste Größe an der sich folglich einzelne orientieren und damit identifizieren.
Aber wie schafft es ein Schauspieler in die Kategorie der Stars aufzusteigen?
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Vor allem das Image, nicht das Werk und die Persönlichkeit machen einen Schauspieler zum Star. Das Image ist es auch, das zum Inhalt öffentlicher Meinungen wird. Wodurch sich das so genannte Star-Image manifestiert lässt sich am Beispiel von Greta Garbo beobachten. Die Filmindustrie hat dieser Schauspielerin ein bestimmtes Image auf den Leib geschneidert, das ihr fortan den Beinamen die „Göttliche“ einbrachte. Dabei sind nic ht nur Filmrollen ausschlaggebend, es zählen auch Interviews, Magazine und andere öffentliche Präsentationen, die das gewünschte Image immer wieder bekräftigen. Die individuelle Interpretation des Rezipienten rundet das gesamte Bild ab.
Damit ist das Image und gleichzeitig die filmische Aussage eines Stars ein Konglomerat aus visuellen, verbalen und auditiven Zeichen. In dieser Komposition wird der Star selbst zur Information, zu einem Produkt, das Erwartungshaltungen fördert und somit eine Art von Kapital darstellt.
2. Image
In der Kommunikationswissenschaft aber auch im alltäglichen Leben wird der Begriff Image oft verwendet: Der Politiker X hat ein sehr gutes Image, das Image der Bank Y ist nicht so gut, jemand hat ein so schlechtes Image, dass man mit ihr bzw. ihm nichts zu tun haben will. Das Magazin „News“ veröffentlicht jedes Jahr seine „Ratings“ derjenigen ÖsterreicherInnen, die das beste Image in Wirtschaft, Politik und Kultur haben. Diese Verwendungsweisen kennt man nur zu gut, aber was genau beinhaltet „Image“ eigentlich? Bevor der Bezug zwischen Star und Image hergestellt werden kann, muss vorerst der Begriff Image einer näheren Bestimmung unterzogen werden.
„Image, das: `Vorstellung, Bild von jemandem, Persönlichkeitsbild, öffentliches Ansehen einer Person, einer Firma usw.“ (Bünting 1993, S. 90)
„Image = gesamthafte Vorstellung über ein Produkt, eine Produktgruppe oder ein Unternehmen“ (http://www.dieter-herbst.de)
„[…] Image ist dagegen ein eher emotionales Vorstellungsbild, das auf Assoziationen und gefühlshaften Anmutungen […] beruht, […]. Auch Images beruhen […] auf einer Bewertung des Produktes oder der Produkteigenschaften. Die Beurteilung basiert allerdings nicht auf Produktwissen, sondern auf Anmutungsinformationen. Images bestehen aus schematisierten Vorstellungen, vereinfachen die Wahrnehmung und üben somit eine Entlastungsfunktion bei der Urteilsbildung aus: Die Unmengen von Bedeutungen und Merkmalen komplexer Gegenstände werden auf ein einfaches Bild reduziert, eine
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unbequeme, komplizierte, vernunftgesteuerte Beurteilung wird vermieden.“ (Schweiger 1995, S. 96 - 98)
Schweiger bezeichnet das Image auch als Gesamtbild, das sich der Konsument von dem Gegenstand macht.
Image ist „immer und ganz wesentlich das eigene und subjektive Bild, das wir von einer Sache oder einem Menschen - einem Meinungsgegenstand - haben.“ (Huber 1987, S. 19)
„[…] die Ganzheit objektiver und subjektiver, teilweise stark emotional getönter Vorstellungen, Einstellungen, Gefühle, Erfahrungen und Kenntnisse, die eine Person (/oder Personengruppe) von einem Meinungsgegenstand […] hat.“ (Rode 1994, S.23)
Diese Zitate geben einen Vorgeschmack wie groß das Spektrum an Definitionen für Image ist. An den Definitionen erkennt man bereits wie komplex und vielschichtig der Begriff ist. Es ist ein Bild, eine Vorstellung die eine oder mehrere Personen von jemandem oder etwas haben. Einigkeit scheint zumindest darüber zu herrschen, dass subjektive Werte eine wesentliche Rolle spielen.
Eine weitere Eigenheit, die das Image besitzt, ist dass es über Zeit relativ stabil ist und nur langfristig verändert werden kann. Diese Eigenschaft stellt sich nur zu oft als negativ heraus, denn nicht immer ist das Image gewollt. Egal ob gewollt oder ungewollt, Fakt ist, dass es mitunter sehr lange dauern kann, bis man es abstreifen kann. Image ist eben kein Kleidungsstück, das man einfach ausziehen kann, wenn es einem nicht mehr gefällt oder aus der Mode ist. Viel eher ist es eine semi-permanente Haarfarbe, die ausbleichen muss und herauswachsen muss.
In einer Zeit, in der die „Unique Selling Proposition“ zur Vergangenheit gehört, die nur mehr in Lucky Luke Cartoons zur Anwendung kommt, wo Scharlatane ihre Placebo-Wellnessgetränke anpreisen, arbeitet der Markt anders. Sich angleichende Produkte, Marktübersättigung - die Entscheidung wird kaum noch über bessere Qualität oder Einzigartigkeit eines Produktes gefällt. Der Ruf der breiten Masse entscheidet darüber - das Image.
Als letzte Eigenschaft des Images ist die Unberechenbarkeit erwähnenswert. Es lässt sich nie im Voraus erkennen, ob die Arbeit am Image zum erwarteten und gewünschten Ziel führt. Auch die sorgsamste und originellste Kampagne ist noch kein Garant dafür, dass eine Person ein positives Image erhält.
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Arbeit zitieren:
Inez Pölzl, 2003, Imageanalyse eines Hollywood-Schauspielers anhand Johnny Depp, München, GRIN Verlag GmbH
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