Einleitung
In der vorliegenden Hausarbeit möchte ich die Bildung der Tempora der Verben der Sprachen Deutsch und Englisch vergleichen.
Beide Sprachen habe ihren Ursprung in der indoeuropäischen Sprachfamilie. Die bedeutendste Gemeinsamkeit der indoeuropäischen Sprachen ist, dass sie - wie auch das Deutsche und das Englische - flektierende Sprachen sind. Ihre grammatischen Beziehungen werden durch Formveränderungen innerhalb der Wortstämme ausgedrückt. Außerdem sind beide Sprachen - wie ihre Ursprache - durch Ablaut gekennzeichnet. Dies bezeichnet den Vokalwechsel, der u.a. bei der Bildung der Verbformen auftritt.
Nachdem sich das Germanische gegen 500 vor unserer Zeit gegen das Indogermanische durchgesetzt hatte, spaltete sich das Germanische gegen 200 unserer Zeit in verschiedene altergermanische Dialekte auf, was den Weg u.a. für die Entwicklung der beiden späteren unabhängigen Sprachen Deutsch und Englisch bereitete. Wohingegen unsere Sprache auf das Elbgermanische zurückzuführen ist, verdanken englische Muttersprachler ihre Sprache den Nordseegermanen.
Trotz einer ca. 1.200jährigen individuellen Entwicklung beider Sprachen bleiben viele Gemeinsamkeiten bestehen. Gerade Englisch-Lernende stellen viele Ähnlichkeiten im Wortschatz im Vergleich zum Deutschen fest (Bsp.: Butter - butter, Vater - father). Aber nicht nur der Wortschatz, sondern auc h die Grammatik stellt sich vielfach als gleichartig, manchmal gar als identisch heraus, was auf die gemeinsame Vergangenheit zurückzuführen ist. Die Bildung der deutschen und englischen Tempusformen, mit der ich mich, wie bereits erwähnt, in dieser Arbeit beschäftigen will, erfolgt ebenfalls analog, ihre Anwendung ist vergleichbar.
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1 Tempus vs. Zeit
Die Begriffe Zeitformen und Tempusformen werden meist analog benutzt, was jedoch nicht korrekt ist. Daher möchte ich einführend beide Begriffe ganz kurz erläutern. Mit dem Terminus Zeit ist der sprachunabhängige Ablauf gemeint, der durch die Sprache ausgedrückt wird. Die 3 hierauf anzuwendenden Zeitformen sind Gegenwart, Zukunft und Vergangenheit. Tempus hingegen ist eine grammatische Kategorie des Verbs, die den Zeitbezug innerhalb der Sprache ausdrückt. Die hierauf anzuwendenden Formen werden nachfolgend ausführlich erläutert. (vgl. Hentschel/Weydt, 1994)
2 Besprechende vs. erzählende Tempora
Die Tempora können in besprechende und erzählende Tempora unterteilt werden. Diese Unterscheidung drückt die verschiedenen Sprechhaltungen aus. Wo das Besprechen auf Spannung und Engagement aus ist und damit Nähe im Sinne von Eingebundenheit vermittelt, dient das Erzählen eher der Entspannung und schafft Distanz. Zu den besprechenden Tempora gehören die Zeitformen der Gegenwart und der Zukunft, zu den erzählenden die der Vergangenheit. (vgl. Glinz, 1994)
3 Synthetische Tempusbildung
Die Formen des Verbs sind morphologisch in synthetisch und analytisch gebildete Te mpora zu unterscheiden. Als synthetisch gebildet gilt das Verb, wenn es als einzelnes Wort sowohl seine lexikalische als auch seine grammatische Bestimmung ausdrückt (siehe Tabelle 1).
Tabelle 1 (synthetisch gebildete Tempora)
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3.1 Starke vs. schwache/regelmäßige vs. unregelmäßige Verben Die neben der eigentlichen Bedeutung auszudrückenden Bestimmungen des Verbs im Deutschen werden durch Voranstellen/Anhängen grammatischer Endungen bzw. durch Veränderung im Wortinnern gekennzeichnet. Morphologisch lassen sich synthetisch gebildete Verben auf dieser Grundlage in schwache, starke und unregelmäßige Verben unterteilen.
Das Präteritum und das Partizips II schwacher Verben ist durch Affigierung gekennzeichnet, d.h. der Wortstamm ergänzt sich durch die Endung -te bzw. -t . Das Partizip II ist außerdem durch die Voranstellung des Präffix' ge- gekennzeichnet (Infinitiv: lieben, Präteritum: liebte, Partizip II: geliebt). Eine Ausnahme hierzu bilden die Verben, denen bereits im Infinitiv eine Vorsilbe vorangestellt ist (Bsp.: durchlaufen - durchlief - durchlaufen). Starke Verben bilden ihr Präteritum bzw. das Partizip II durch die Veränderung ihres Stammvokals, Ablaut genannt (schwimmen - schwamm - geschwommen). Da die Ablautbildung heutzutage keinem mehr nachvollziehbarem Regelement unterliegt, muß die Flexion der entsprechenden Verben auswendig gelernt werden.
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Corinna Schücke, 2003, Tempusvergleich Deutsch - Englisch, Munich, GRIN Publishing GmbH
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