Inhaltsverzeichnis
A : Erster Leserbrief 2
A 1: Wiedergabe des Leserbriefes von Franz Amrhein 2
A 2: Parameter der Argumentation Amrheins 2
A 3 : Handlungsbeschreibungen (Illokution und Proposition) Amrheins und eine damit
verbundene Teilanalyse 3
A 4: Implizierte Voraussetzungen / Schlusspräsuppositionen 4
A 5: Besondere Züge und Auffälligkeiten im Argumentationsverlauf im Leserbrief
von Franz Amrhein 4
B : Zweiter Leserbrief 5
B 1: Wiedergabe des Leserbriefes von Wolfgang Preis 5
B 2: Parameter der Argumentation Preises 6
B 3: Handlungsbeschreibungen (Illokution und Proposition) Preises und eine damit
verbundene Teilanalyse 6
B 4: Implizierte Voraussetzungen / Schlusspräsuppositionen 10
B 5: Besondere Züge und Auffälligkeiten im Argumentationsverlauf im Leserbrief
von Wolfgang Preis 10
C : Dritter Leserbrief 11
C 1: Wiedergabe des Leserbriefs von Hedda Hoppe 11
C 2: Parameter der Argumentation Hoppes 12
C 3: Handlungsbeschreibungen (Illokution und Proposition) Hoppes und eine damit
verbundene Teilanalyse 12
C 4: Implizierte Voraussetzungen/ Schlusspräsuppositonen Hobbes 15
C 5: Besondere Züge und Auffälligkeiten im Argumentationsverlauf im Leserbrief
von Hedda Hoppe 16
:D Zusammenfassung: 16
D 1: Parameter des Argumentierens in Leserbriefen 16
D 2: Typische Formen im Leserbrief 17
E : Quellen 18
1
A: Erster Leserbrief
A 1: Wiedergabe des Leserbriefes von Franz Amrhein
1. „Es wird höchste Zeit, dass diese Geräte verboten werden“
2. Zum Bericht am 25. März „Marburger Bürger beklagen sich über laute
3. Laubbeseitigung mit Pustern“. 4.
5. Ihr Artikel spricht mir aus dem Herzen. Diese Geräte stellen eine
6. unzumutbare Lärmbelästigung dar. Obwohl die krankmachende
7. Wirkung von Lärm bewiesen ist, lässt in unserer Nachbarschaft
8. ausgerechnet eine Krankenkasse ihr Grundstück mit einem solchen
9. Gerät reinigen. Auch die schädliche Wirkung gegenüber der Natur wird
10. treffend dargestellt. Ein weiterer Aspekt ist die Hygiene. Durch diese
11. Geräte wird der Schmutz einschließlich des auf Bürgersteigen reichlich
12. vorhandenen Hundekots in die Luft gewirbelt. Es wird höchste Zeit,
13. dass im Interesse der Menschen und der Natur diese Geräte verboten
14. werden.
15. Doktor Franz Amrhein, Liebigstraße 19, Marburg 1
A 2: Parameter der Argumentation Amrheins
Ausgangssituation: Übereinstimmung der Meinung Amrheins mit der Aussage des Berichts vom 25. März 2002 in Oberhessischen Presse: „Marburger Bürger beklagen sich über laute Laubbeseitigung mit Pustern“. Amrhein fühlt sich verstanden und reagiert auf den Artikel.
Zweck: Hoffnung auf Erhörung der Verantwortlichen seiner im Leserbrief gestellten Forderung.
Endsituation: Amrhein hat seine Meinung geäußert und fordert ein allgemeines Verbot „dieser Geräte“ oder mindestens auf Einstellung der Benutzung des Pusters von der nachbarschaftlichen Krankenkasse.
Gegenstand: 1. Beschwerde Amrheins über die Nutzung der krankmachenden Puster.
2. Forderung des Verbots des Gebrauchs von Pustern.
1 Quelle: Leserbrief aus der„Oberhessischen Presse“, vom 3. März 2002.
2
A 3 : Handlungsbeschreibungen (Illokution und Proposition) Amrheins und eine damit verbundene Teilanalyse
1 : Überschrift zitiert die von Amrhein gestellte Forderung (siehe 17-19) 2-3: Die Oberhessische Presse erläutert den Zusammenhang des Leserbriefes. Sie gibt sachlich die Quelle an, auf die der Leser F. Amrhein schriftlich reagiert hat. Die Sachlichkeit ist gekennzeichnet durch schlichte Faktennennung: Datum und Überschrift werden gena nnt.
5: Beginn des Briefes: Amrhein stimmt dem Inhalt des Artikels der Oberhessischen Presse zu, indem er äußert, dass er ihm aus dem Herzen spricht.
5-6: Amrhein verwendet das erste Argument: Er stellt fest, dass „diese Geräte“ eine unzumutbare Lärmbelästigung darstellen.
6-9: Obwohl-Zusammenhang: Obwohl etwas bewiesen ist, macht es die Krankenkasse es trotzdem.=> Durch die Obwohl-Formulierung drückt Amrhein einen Vorwurf aus: Amrhein wirft der Krankenkasse vor, dass sie ihre Grundstück reinigt, OBWOHL es bewiesen ist, dass die Wirkung von Lärm krank macht. Ausgerechnet: das Wort unterstützt die Empörung Amrheins, dass gerade eine Krankenkasse ihr Grundstück mit einem solchen (krankmachenden) Gerät reinigt. (=> Wenn (ausgerechnet) eine Krankenkasse von der krankmachenden Wirkung von Lärm von einem Gerät weiß, darf sie so ein Gerät nicht benutzen. => Wenn eine Institution mit der Behebung von Krankheiten arbeitet, darf sie keine krankmachenden Geräte verwenden!)
- Wissensvoraussetzung Amrheins: Er besitzt Kenntnis über den Beweis der krankmachenden Wirkung von Lärm.
9-10: Amrhein beurteilt, dass die schädliche Wirkung gegenüber der Natur (im Artikel) treffend dargestellt ist.=> Er stimmt mit der Darstellung überein. 10: Amrhein kündigt durch den Satz: „Ein weiterer Aspekt ist die Hygiene.“ sein nächstes Argument in seiner Argumentationslinie an: nämlich den Punkt der Hygiene. 10-12: „Durch das Gerät wird Schmutz und Hundekot in die Luft gewirbelt.“ Das ist in Amrheins Augen unhygienisch, wie er im vorigen Satz angekündigt hat. =>Das impliziert eine Wissensvoraussetzung, mit der Amrhein argumentiert: Der Autor des Leserbriefs weiß, dass sich in der Luft befindender Schmutz und Hundekot eine schädliche Wirkung gegenüber der Natur hat.
3
12-14: Amrhein fordert nachdrücklich, den Verbot der Puster. -Seiner Forderung verleiht er durch die Redewendung „es wird höchste Zeit“ Nachdruck und fordert somit ein schnelles Verbot der Puster.
-Nachdem Amrhein seine Argumente nach einander aufgeführt hat, äußert Amrhein nun seine Forderung. Am Ende des Briefes wirkt sie wie ein Schlussplädoyer. Amrhein unterstützt seinen Appell, indem er ihn nicht nur für sich selber, sondern im Interesse der Menschen und der Natur ausspricht. Er erhebt sich im letzten Satz zu einem Fürsprecher, so dass es dem Leser erscheint, dass Amrhein auf seiner Seite die Menschen und die Natur hat. Je mehr Unterstützung jemand aufweisen kann, desto einleuchtender scheinen dem zu Überzeugenden die Argumente.
A 4: Implizierte Voraussetzungen / Schlusspräsuppositionen
5-6: Wenn ein Gerät eine unzumutbare Lärmbelästigung darstellt, muss das Gerät verboten werden.
6-9: Wenn die krankmachende Wirkung von Lärm eines Gerätes bewiesen ist, kann eine Institution (in dem Fall eine Krankenkasse) nicht ihr Grundstück mit einem solchen Gerät reinigen.
ð Wenn die krankmachende Wirkung von Lärm eines Gerätes bewiesen ist, muss das Gerät verboten werden.
9-10: Wenn die Benutzung eines Gerätes gegenüber der Natur eine schädliche Wirkung hat, muss es verboten werden.
10-12: Wenn ein Gerät Schmutz und Hundekot in die Luft wirbelt, ist das unhygienisch. ð Wenn die Benutzung eines Gerätes zu einer unhygienischen Umwelt führt, muss die Benutzung unterlassen werden/ muss das Gerät verboten werden.
A 5: Besondere Züge und Auffälligkeiten im Argumentationsverlauf im Leserbrief
von Franz Amrhein
Amrhein benutzt eine interessante Argumentationsweise in seinem Leserbrief. Er umrahmt seine Argumente: Er beginnt mit der Zustimmung des Inhaltes des vorangegangenen Artikels und beendet seinen Brief mit einer Forderung. In den Rahmen bringt er seine Argumente hervor. Er ebnet sich strategisch den Weg zu seinem Ziel: zur Forderung, die „Puster“ zu verbieten.
4
Durch die einzelne Nennung der Argumente, baut er eine zielstrebige Kulmination auf und bewirkt dadurch eine sukzessive Zustimmung seiner finalen Forderung, die er im letzten Satz formuliert. Die Argumente sind quasi ein Vorbau für sein finales Schlussplädoyer.
B: Zweiter Leserbrief
B 1: Wiedergabe des Leserbriefes von Wolfgang Preis
1. „Sexuelle Reizüberflutung“
2. Betr.: Oft versetzt, nie bestraft, nie bestraft/ Keine singulären 3. Ausrutscher (Express 14/02) 4.
5. Auch ich habe mich, wie Ihr Kommentator Veit-Justus Rollmann, viele 6. Jahre mit meiner Berufung zum katholischen Priesteramt und dem damit 7. verbundenen Zölibat auseinandergesetzt. Auch ich fühlte mich dieser 8. Herausforderung nicht gewachsen und bin heute glücklicher Familien-9. vater. Anders als in Ihren Ausführungen bin ich jedoch von der Notwen-10. digkeit des Zölibates nach wie vor überzeugt. Wie Herr Rollmann 11. richtig ausführt, empfiehlt Jesus selbst ein asketisches, ein zölibatäres 12. Leben als richtigen „Weg für den entschiedeneren Christen“. Ist nicht 13. gerade die freiwillige Hingabe zum Priesteramt auch eine Entscheidung 14. für ein solches entschiedeneres Christentum? 15. [...] In dem Wort „Berufung“ hat die Wurzel „ruf“ eine besondere 16. Bedeutung. Das Priesteramt ist keine Tätigkeit wie Arzt oder Bäcker. 17. Nach katholischer Auffassung ruft Gott selbst seine Priester in den 18. Dienst. Wem dieser besondere Ruf Gottes nicht widerfährt, der hat die 19. verschiedensten Möglichkeiten, sich z. B. als Gemeindereferent/in oder 20. Religionslehrer/in in karitative und soziale Dienste der Kirche 21. einzubringen.
22. Gegen die Schlussfolgerung, Priester würden „zu großen Teilen aus der 23. verpflichtenden Unterdrückung der stärksten menschlichen Vitalkraft“ 24. zum potentiellen Missbrauch von Schutzbefohlenen mehr oder weniger 25. gedrängt, möchte ich mich entschieden verwehren! Sexuelle Vergehen 26. sind neben psychischen Defekten meiner Meinung nach besonders auch 27. auf eine zerstörerische sexuelle Reizüberflutung in allen Teilen des 28. öffentlichen Lebens zurückzuführen.
5
Arbeit zitieren:
Annina Müller, 2002, Kommunikationsanalyse: Analyse von Argumentationsstrukturen in Leserbriefen, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Produktionsorientierte Annäherung an ein expressionistisches Gedicht v...
Lehrprobenstunde als Teil der ...
Deutsch - Pädagogik, Didaktik, Sprachwissenschaft
Unterrichtsentwurf, 17 Seiten
Leitartikel, Kommentar und Glosse. Ein Vergleich
Medien / Kommunikation - Journalismus, Publizistik
Hausarbeit, 14 Seiten
Zur Konstituierung eines diskursanalytischen Textkorpus und dessen m...
Hausarbeit, 13 Seiten
Die Dramaturgie der offenen Form in Georg Büchners Drama "Dantons...
Hausarbeit (Hauptseminar), 33 Seiten
Unterrichtseinheit: Dimensionen des elterlichen Erzieherverhaltens (1 ...
Unterrichtsentwurf, 11 Seiten
Kommentar und Leitartikel im Ressort „Politik“ der Zeitung
Hausarbeit (Hauptseminar), 16 Seiten
Persuasive Kommunikation. Eine Argumentationsanalyse zur persuasiven S...
Hausarbeit (Hauptseminar), 36 Seiten
Die Sozialisationstheorie Talcott Parsons - Ein Unterrichtsentwurf
Unterrichtsentwurf, 31 Seiten
Die Theorie des Expressionismus nach Gottfried Benn unter Einbezug der...
Lyrik des Expressionismus
Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Hausarbeit (Hauptseminar), 23 Seiten
Einführung in die Theorie der Aufsatzart "Leserbrief" und Sk...
Deutsch - Pädagogik, Didaktik, Sprachwissenschaft
Hausarbeit, 15 Seiten
Von Paarsequenz bis Biomacht. Ein kleiner Ausblick auf das weite Feld ...
Hausarbeit (Hauptseminar), 32 Seiten
Unterrichtsstunde: Boulevardzeitung und Tageszeitung - Ein Vergleich
Prüfungslehrprobe Sekundarstuf...
Deutsch - Pädagogik, Didaktik, Sprachwissenschaft
Unterrichtsentwurf, 16 Seiten
Die Debatte über die Neugestaltung der Gedenkstätte Buchenwald
Geschichte Europa - Deutschland - Nachkriegszeit, Kalter Krieg
Seminararbeit, 25 Seiten
Zur Kurzgeschichte mit einer Interpretation der Kurzgeschichte "D...
Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Hausarbeit (Hauptseminar), 24 Seiten
Annina Müller hat den Text Kommunikationsanalyse: Analyse von Argumentationsstrukturen in Leserbriefen veröffentlicht
Annina Müller hat einen neuen Text hochgeladen
Cours d'analyse de l'École Royale Polytechnique. I partie. Analyse alg...
Augustin-Louis Cauchy
Kommunikationsanalyse und Verhaltensforschung
Grundlagen einer Gesprächsetho...
Sven Frederik Sager
Bach's Cello Suites, Volumes 1 and 2: Analyses and Explorations
Analyses and Explorations
Allen Winold
Short-Period Binary Stars: Observations, Analyses, and Results
Observations, Analyses, and Re...
Eugene F. Milone, Denis A. Leahy, David W. Hobill
Philosophiegeschichte und logische Analyse /Logical Analysis and Histo...
Focus: Ancient and Medieval Ph...
Uwe Meixner, Albert Newen
0 Kommentare