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Inhaltsverzeichnis
1 Problemstellung 1
2 Beschreibung und Abgrenzung der Sozialkompetenzen 1
2.1 Definition Sozialkompetenzen 1
2.2 Teildisziplinen der Sozialkompetenzen 1
2.2.1 Kooperationsfähigkeit 2
2.2.2 Koordinationsfähigkeit 3
2.2.3 Dialogfähigkeit 3
2.3 Abgrenzung gegenüber den anderen Zielsetzungen der Handlungskompetenz 5
2.3.1 Fachkompetenz 5
2.3.2 Personalkompetenz 5
2.3.3 Methodenkompetenz 6
3 Praktische Vermittlung von Sozialkompetenzen während des Unterrichts 6
3.1 Teamfähigkeit 7
3.2 Sozialverantwortungsfähigkeit 8
3.3 Konfliktfähigkeit Konsensfähigkeit 8
3.4 Artikulationsfähigkeit 9
3.5 Interpretationsfähigkeit 10
4 Zusammenfassung 10
Literaturverze ichnis 11
- 1 -
1 Problemstellung
Das Hessische Schulgesetz fordert in § 2 Absatz 3 die Schulen und die Schüler bzw.
Schülerinnen 1 auf, sich die „Fähigkeit zur Zusammenarbeit und zum sozialen Handeln“ anzueignen, „Konflikte vernünftig und friedlich zu lösen“ und die „Wahrnehmungs-, Empfindungs- und Ausdrucksfähigkeiten zu entfalten“. Mit diesen Bildungsaufträgen der Schulen wurde die Bedeutung der Sozialkompetenzen vom Gesetzgeber ausdrücklich hervor- gehoben. Auch in einer sich ständig wandelnden Berufswelt sind die Sozial kompetenzen bzw. „Softskills“ unerlässlich. Eine Stellenangebotsanalyse im Jahr 2000 ergab, dass die unter- suchten Arbeitgeber insgesamt 106 verschiedene Schlüsselqualifikationen von den zukünf- tigen Mitarbeitern erwarteten. Pro Stellenangebot wurden dabei im Durchschnitt fast drei
Sozialkompetenzen von den potentiellen Arbeitnehmern gefordert. 2 Die große Bedeutung der Sozialkompetenzen im Berufsleben rechtfertigt eine genauere Betrachtung.
2 Beschreibung und Abgrenzung der Sozialkompetenzen 2.1 Definition „Sozialkompetenzen“
Generell ist es schwierig, „weiche“ Eigenschaften und Fähigkeiten wie die Sozialkompetenzen exakt zu definieren. Der Begriff „Sozialkompetenz“ wird nichtsdestotrotz nachfolgend so gedeutet, wie ihn die Kultusministerkonferenz in den Rahmenlehrplänen zu Beginn unter dem Bildungs auftrag der Berufsschulen erläutert hat. Die Sozialkompetenzen sind dabei eine Teil- disziplin der Handlungs kompetenz, welche die Bereitschaft und die Fähigkeit des Schülers bezeichnet, soziale Beziehungen zu leben und Krisen souverän zu bewältigen. Ein verantwor- tungs voller Umgang sowie eine offene Verständigung mit anderen Menschen einschließlich sozialer Verantwortung und Solidarität gehört ebenso zu den Tugenden einer vorbildlichen
Sozialkompetenz. 3 Anders umschrieben, umfasst die Sozialkompetenz die Fähigkeiten zur Kooperation, Koordination und Kommunikation.
2.2 Teildisziplinen der Sozialkompetenzen Da die Literatur mit der Definition von Schlüsselqualifikationen wie der Sozialkompetenz häufig Schwierigkeiten hat, versucht sie diese Kompetenzen umfassend zu beschreiben. Eine
1 Obwohl stets beide Geschlechter gemeint sind, wird wegen der besseren Lesbarkeit künftig nur die maskuline
Form verwendet.
2 Vgl. Technologie und Berufsbildungszentrum Paderborn (Hrsg.) (2003), S. 3.
3 Vgl. stellvertretend hierzu Kultusministerkonferenz (2002), S. 4.
- 2 - meines Erachtens schön strukturierte Beschreibung und Abgrenzung liefert die Darstellung
von Euler, 4 dem diese Arbeit hier folgt:
2.2.1 Kooperationsfähigkeit
Die Kooperationsfähigkeit bezieht sich auf das Zusammenwirken von mehreren Personen und
unterteilt sich zum einen in die Team- und zum anderen in die Sozialverantwortungs fähigkeit. 5
Der Begriff „ Teamfähigkeit“ bedeutet im Grunde, dass Personen in der Lage sind, zur
Erreichung eines gemeinsamen Ziels zusammenzuarbeiten. 6 Das Zusammenwirken soll auf offener, sachlicher und gegenüber den anderen Gruppenmitgliedern respektvoller Ebene statt- finden. Durch die unterschiedlichen Betrachtungsweisen und Ideen im Team fällt es oft nicht so schwer, komplexe Probleme zu analysieren und dementsprechende innovative und unkon- ventionelle Wege zur Problemlösung zu finden. Während der Zusammenarbeit im Team sollen die Mitglieder das Gruppengeschehen und die sozialen Prozesse beobachten und als eine Einheit agieren. Jede Person bringt dabei bestenfalls alle seine fachlichen und persönlichen Fähigkeiten im Team ein. Die unterschiedlichen Meinungen sollen zur Erreichung eines ge- mein samen Ziels gleichberechtigt verarbeitet werden. Eine Dominanz einzelner Gruppenmit-
glieder ist dagegen unerwünscht. 7
Unter der „Sozialverantwortungsfähigkeit“ kann die Bereitschaft einer Person verstanden werden, Dritte in die Sozialstruktur einer Gruppe oder Gesellschaft integrieren zu helfen. Die Anerkennung und Erhaltung gemeinsamer Normen, Ziele und Regeln zur Bewältigung und Lösung von Konflikten muss dabei stets von der Gruppe und der neu eintretenden Person gewähr leistet bleiben. Auf geschlossener, respektvoller und toleranter Umgang muss auch dem neuen Gruppenmitglied entgegengebracht werden. Dadurch wird die ohnehin schwierige Ein- gliederung in eine existierende Gruppe unterstützt. Autoritäres Verhalten Einzelner ist dabei
im Hinblick auf die Bedürfnisse der restlichen Personen wiederum unangebracht. 8
4 Vgl. Euler (1997), S. 118.
5 Vgl. Euler (1997), S. 118.
6 Vgl. OECD (Eds.) (2002), S. 14.
7 Vgl. Technologie und Berufsbildungszentrum Paderborn (Hrsg.) (2003), S. 9.
8 Vgl. Technologie und Berufsbildungszentrum Paderborn (Hrsg.) (2003), S. 10.
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2.2.2 Koordinationsfähigkeit
Die Koordinationsfähigkeit steht für die Begabung, die eigene Meinung gegen eine andere
Vorstellungen vertreten und mit Dritten zusammenarbeiten zu können. Damit lassen sich die
Konflikt- sowie die Konsens fähigkeit zur Koordinationsfähigkeit zusammenfassen. 9
Die „Konfliktfähigkeit“ impliziert, dass die einzelnen Personen akzeptieren, dass mensch-
liche Beziehungen stets Konflikte hervorrufen. 10 Unter der Konfliktfähigkeit ist beispielsweise die Begabung zu verstehen, unterschiedliche Meinungen zu erkennen und sie auch zuzulassen,
wenn sie den eigenen Vorstellungen widersprechen. Daraus entstehende Konflikte oder Strei -
tigkeiten sollen einvernehmlich gelöst werden, sodass die Lösungen die verschiedenen Stand-
punkte fair berücksichtigen. Jeder Person muss es möglich sein, seine eigenen Interessen und
Wünsche zur richtigen Zeit verständlich äußern zu können. Statt abweichende Meinungen unterdrücken zu wolle n, sollen die Partner oder die Gruppenmitglieder gemeinsam dazu bei -
tragen, dass ein Ausgleich gefunden wird, der von allen Personen mitgetragen werden kann. 11
Die „Konsensfähigkeit“ kann im Zusammenhang mit der Konfliktfähigkeit gesehen werden.
Treten Konflikte oder Meinungsverschiedenheiten auf, sollten erwachsene Menschen in der
Lage sein, einen Kompromiss beziehungsweise Konsens zu finden, der beiden Interessens-
gruppen entgegenkommt und das gemeinsame Ziel näher rücken lässt. Selbstkritik an der eigenen Meinung unterstützt dabei den Prozess der Kompromisserzielung.
2.2.3 Dialogfähigkeit
Die Dialogfähigkeit bezieht sich auf den wechselseitigen Austausch von Artikulationen und
Interpretationen von verbalen und non-verbalen Äußerungen zwischen Gesprächspartnern,
weshalb sie auch als Kommunikationsfähigkeit bezeichnet werden kann. 12 Die Fähigkeit zum Dialog lässt sich unterteilen in die Artikulations- und in die Interpretations fähig keit. 13
Die „Artikulationsfähigkeit“ ist meines Erachtens die wichtigste und vermutlich umfang-
reichste Sozialkompetenz. „Articulare“ kommt aus dem Lateinischen und bedeutet soviel wie
„deutlich sprechen“. Voraussetzung für jede Artikulation ist ein gewisses Maß an Wissen,
9 Vgl. Euler (1997), S. 118.
10 Vgl. OECD (Eds.) (2002), S. 14.
11 Vgl. Technologie und Berufsbildungszentrum Paderborn (Hrsg.) (2003), S. 11.
12 Vgl. Euler/Hahn (2004), S. 217.
13 Vgl. Euler (1997), S. 118.
Quote paper:
Martin Kronawitter, 2005, Sozialkompetenzen, Munich, GRIN Publishing GmbH
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