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Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG. 3
2. WAS IST TRADITIONELLES WISSEN? 4
3. DER ZUSAMMENHANG ZWISCHEN TRADITIONELLEM WISSEN UND GEISTIGEN
EIGENTUMSRECHTEN. 4
4. WAS SIND „GEISTIGE EIGENTUMSRECHTE“? 6
4.1. DAS TRIPS - ABKOMMEN. 6
4.1.1. Fallbeispiel: Maca. 7
4.2. DIE WIPO 7
4.2.1. Fallbeispiel: Ayuhuasca. 8
4.3. DIE CBD. 8
4.3.1. Fallbeispiel: Der INBIO/Merck-Vertrag. 9
4.4. WIPO, TRIPS UND CBD IM VERGLEICH. 10
5. FAZIT 10
LITERATURVERZEICHNIS 12
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1. Einleitung
Biopiraterie, Biodiversität, Traditionelles Wissen, Geistige Eigentumsrechte, Vorteilsausgleich… All das sind Schlagwörter, die in den letzten Jahren nicht nur für indigene Völker an Bedeutung gewonnen haben:
Beobachtet man die Entwicklungen der letzten Jahre so kann man deutlich erkennen, dass die biologische und kulturelle Vielfalt weltweit abnimmt. Immer mehr Tierarten und Pflanzenvariationen sind ausgestorben oder extrem bedroht. Die Gebiete mit der größten Artenvielfalt liegen oft in den Ländern im Süden, bewohnt von indigenen Völkern. Sie leben in Achtsamkeit gegenüber der Natur und meist fern von industrieller Zivilisation und tragen so einen erheblichen Teil zum Erhalt und zur Pflege der biologischen Vielfalt bei. Ihr Traditionelles Wissen, zum Beispiel über Heilpflanzen oder die Züchtung von widerstandfähigen Nutzpflanzen, interessiert auch Großkonzerne der Pharma- und Agrarindustrie. Die Sicherung einer „Entdeckung“ durch ein Patent macht es möglich, dass Traditionelles Wissen plötzlich über ein Monopol vermarktet wird; die Indigenen sehen nur selten eine Beteiligung an den oftmals hohen Gewinnen. Dies kann als Zeichen dafür gesehen werden, dass der Anteil eines indigenen Volkes an dem Erhalt des Traditionellen Wissens über Generationen hinweg, nicht anerkannt und geschätzt wird. Und das obwohl es einen eindeutigen Nutzen bringt.
Der Interessenskonflikt zwischen Indigenen, deren kulturelles und teilweise sogar physisches Überleben von ihrem Traditionellen Wissen abhängt und der Wissenschaft und Wirtschaft, welche Traditionelles Wissen eher aus ökonomischem Standpunkt betrachten, äußert sich immer wieder auch in den Biodiversitäts-Konventionen und Gesetzen, die „Geistiges Eigentum“ behandeln. 1996 hat sich ein Internationales Indigenes Forum zur Biodiversität (IIFB) gebildet, welches sich den Schutz, die Erhaltung und Nutzung von traditionellem Wissen und Praktiken indigener Völker zum Thema gemacht hat und versucht die Interessen der indigenen Gruppen zu stärken.
Biodiversität gilt jedoch als globales öffentliches Gut und so darf der wirtschaftliche, wissenschaftliche und ökologische Nutzungswert nicht nur dem Land oder Gebiet zustehen, welches eine hohe biologische Vielfalt besitzt. Gleichzeitig darf es aber auch nicht passieren, dass reiche Industrienationen sich an der hohen Biodiversität der Entwicklungsländer bereichern. Deshalb ist ein Rechtssystem notwendig, dass die Interessen in der Waage hält. In den letzten Jahren wurden bereits einige Gesetze geschaffen, doch es gibt immer noch recht große Lücken in diesem recht neuen Gebiet der „Geistigen Eigentumsrechte“.
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2. Was ist Traditionelles Wissen?
Als Traditionelles Wissen werden Informationen einer Gemeinschaft bezeichnet, die auf Erfahrungen und Verhaltensweisen basieren, die aus der Kultur und Umwelt hervorgehen. Die Entwicklung dieses Wissens geschah über einen längeren Zeitraum und dauert auch heute noch an. Trotzdem impliziert der Begriff „traditionell“ nicht, dass das Wissen sehr alt oder untechnologisch ist, er meint nur, dass das Wissen auf Traditionen basiert. Durch die gemeinschaftsstützenden Kenntnisse ist sowohl kulturelles als auch physisches Überleben gewährleistet. Traditionelles Wissen ist kollektives Wissen und wird meistens als Eigentum der Gemeinschaft und nicht einer einzelnen Person gesehen. Oft ist dieses Wissen durch spezielle Heiler oder Stammesälteste oral tradiert (Hansen, Stephen A; VanFleet, Justin W.:
S.3), teilweise ist es zum Beispiel auch in Grenzmarken wie Bäume oder Steine, in Zeichnungen oder in Karten dokumentiert und festgehalten (ebd. S.41). Traditionelles Wissen finden wir in traditionellen Anbaumethoden (zum Beispiel der Sanddünen-Ackerbau der Hopi in Nord-Arizona oder Chinampa - „floating garden“ im Becken von Mexiko) (Minnis, Paul E.; Elisens, Wayne J.: S. 13), im Bereich der Tierzucht und -pflege, in der Nutzung von Wasserressourcen, in spirituellem und religiösem Handeln, in Liedern, Gedichten und Erzählungen, in der Ernährung, (Hansen, Stephen A; VanFleet, Justin W.: S.41) und in der traditionellen Medizin (zum Beispiel in Thailand: plao-noi zur Behandlung von Magengeschwüren, in Afrika bei den Kung Bushmen: Hoodia-Kaktus zur Beseitigung von Hungergefühlen, in Indien: Tumeric zur Wundheilung, im Amazone-Becken: Ayuhuasca zu religiösen und heilerischen Zwecken oder in Kamerun: j`oublie als Süßstoff (ebd. S.3)).
3. Der Zusammenhang zwischen Traditionellem Wissen und geistigen Eigentumsrechten
Nimmt man sich unter den Themenbereichen die das Traditionelle Wissen einschließt die traditionelle Medizin heraus, so lässt sich feststellen, dass das Traditionelle Wissen eine der Quellen der Pharmazie ist, um neue Produkte zu entwickeln. Der medizinische Markt wächst zunehmend und damit einher wächst auch das Interesse der Industrie, Traditionelles Wissen zu entdecken und zu nutzen. Oft kommt es zu Situationen, in denen das Wissen zum Beispiel über die Kultivierung und Verwendung pflanzlicher Ressourcen ausgebeutet wird (Hansen, Stephen A. and VanFleet, Justin W.: S.4), teilweise geschieht dies ohne
Arbeit zitieren:
Julia Marita Uebel, 2003, Traditionelles Wissen im Kontext geistiger Eigentumsrechte, München, GRIN Verlag GmbH
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