Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Geologische Entwicklung des Fichtelgebirges
3 Aufschlussbeschreibung
3.1 Rimla’s Grund bei Micheldorf
3.2 Schorgasttal bei Wirsberg
3.3 Weißenstein bei Stambach
3.4 Steinbruch Wurlitz
3.5 Steinbruch bei Weißenstadt
3.6 Großer Waldstein
3.7 Elisenfels bei Arzberg
3.8 Zw. Röthenbach und Grafenreuth
3.9 Nähe Kirche von Tröstau
3.10 „Gleisinger Fels“ bei Fichtelberg
3.11 oberhalb „Gleisinger Fels“
3.12 Bei Neualbenreuth auf tschechischer
3.13 Steinbruch Markgraf bei Rothenhof
4 Interpretation der Aufschlüsse
5 Literaturverzeichnis
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1 Einleitung
Der Geländekurs „Magmatite und deren metamorphe Äquivalente“, von PD Dr. Uwe Altenberger betreut, führte uns in das Fichtelgebirge im Osten Deutschlands. Der Kurs war dazu bestimmt, magmatische Gesteine in ihrer Urform sowie deren metamorphe Umwandlungsprodukte zu erkennen und zu bestimmen. Dabei haben wir uns an Aufschlüssen direkt im Gelände sowie an aktiven und stillgelegten Steinbrüchen einen Eindruck von der Geologie des Fichtelgebirges machen können.
2 Geologische Entwicklung des Fichtelgebirges
Das Fichtelgebirge ist Teil der Böhmischen Masse, die sich von Ostbayern bis in weite Teile der Tschechei erstreckt und im Süden bis nach Österreich reicht. Geologisch bildet die Fränkische Linie im Westen eine landschaftlich merkliche Grenze zwischen dem mesozoischen Vorland und den palöozoischen Gesteinen des Fichtelgebirges. Das Erz-und Riesengebirge im Norden, die Oder im Osten und im Süden das Mühl- und Waldviertel in Österreich begrenzen die Böhmische Masse ebenfalls. Sie ist ein sog. Rumpfgebirge, das heißt sie stellt den stark erodierten kristallinen Rest eines Gebirgsmassivs dar, welches seit dem Paläozoikum ein markantes Gebirge in Mitteleuropa gewesen sein muss. Es finden sich jedoch auch noch viel ältere, präkambrische und mehrfach metamorph überprägte Sedimente, auch zwischen den Graniten des Fichtelgebirges. Es besteht zumeist aus Graniten; fast 40 % des Fichtelgebirges sind granitisch. Des Weiteren findet man prä-devonische Gneise und paläozoische Sedimente.
Das Fichtelgebirge entstand durch die variszischen Orogenese im Devon und Karbon, während das kambrische und zum Teil präkambrische Sediment im Exkursionsgebiet durch die Kollision Südwesteuropas mit Gondwana verfaltet und metamorphisiert wurden. Anfang bis Mitte des letzten Jahrhunderts hat man die variszischen Mittelgebirge in Deutschland in fünf NW-SE-streichende Zonen eingeteilt (Kossmat 1927, Stille 1949). Das Fichtelgebirge gehört zum Saxothuringikum, welches zwischen dem
Rhenoherzynikum, der nordwestliche Externzone des Orogens, sowie dem Moldanubikum. der zentralvariszischen Kristallinzone, liegt. Das Saxothuringikum ist gekennzeichnet durch das direkte Nebeneinander von Gesteinsserien verschiedener Fazies und unterschiedlichen Metamorphosegrades auf engem Raum. Des Weiteren treten in wenig
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bis unmetamorphen, zum Teil fossilführenden paläozoischen Schichten unvermittelt kristalline Gesteinskörper auf.
Die ältesten Gesteine des Fichtelgebirges sind Wechselfolgen von Tonen und Sanden, die teilweise Karbonate beinhalten. Es sind präkambrische Meeresablagerungen, welche im Silur-Devon durch tektonische Prozesse (vermutlich kaledonische Orogenese) verfaltet und aus dem damaligen Meer gehoben wurden. Sie werden heute als Arzberger Serie bezeichnet. Während dieser Festlandsperiode drangen saure Magmen in diese Sedimente ein und bildeten die heute zu findenden prävariszischen Gneise. Im Mitteldevon sank das Gebiet wieder unter den Meeresspiegel und Tiefseesedimente lagerten sich ab. Die Sudetische Phase des Variszikums hob dieses Gebiet im Oberkarbon (325 Ma) wieder über den Meeresspiegel und das Gebiet behielt bis heute, abgesehen von ein paar kurzzeitigen Überspülungen des Meeres, Festlandcharakter.
Auf die Sudetische Phase folgten verstärkte Intrusionen saurer Granitmagmen. Unter der mächtigen Sedimentschicht erstarrte das wasserreiche (<10% H 2 O) Magma nur langsam. Da bei der Hauptkristallisationsphase zuerst wasserfreie Silikate (Feldspat, Quarz) ausgefällt werden, wird die Restschmelze immer reicher an Wasser sowie leicht flüchtigen Elementen wie Bor, Fluor und Chlor. Dadurch wird die Restschmelze durch die Hitze gasreicher, was zu günstigen Wachstumsbedingungen bestimmter Mineralkeime führt. Pegmatite zeichnen sich durch wenige, dafür zum Teil sehr große Einkristalle aus. Die Restschmelzen lassen viele zum Teil seltene Minerale und Erze entstehen, typisch für Pegmatite ist jedoch Turmalin. Mehrere Intrusionsereignisse bildeten auch unterschiedliche Granite. Aus
Aufschmelzungen von Sedimentgesteinen und Diabasen entstanden Redwitzite im späten Ordovizium (Aufschluss 3.8). Die ältere Granitgruppe liegt zeitlich ungefähr um die sudetische Phase und beschreibt Porphyrgranite mit trachytischen Gefügen. 20 Millionen Jahre später intrudierten erneut an gleicher Stelle Granitmagmen in den Fichtelgebirgsstock. Das Sedimentdach wurde durch Abtragung und Krustenaufstieg bereits weiter abgetragen und die Intrusionen kühlten schneller ab. Innerhalb dieser „Jüngeren Granitgruppe“ gab es wiederum zeitlich versetzte Phasen. Zuerst (305 Ma) drang der Randgranit (Aufschluss 3.5) ein und entwickelte durch das bereits abgekühlte Umgebungsgestein ein relativ feinkörniges Gefüge. Etwas später intrudierte der Kerngranit, der den Randgranit teilweise aufschmolz und durchdrang. Durch die Wärme der ersten Intrusion kristallisierte dieses Magma langsamer aus und bildete eine grobkörnigere Matrix.
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Während der variszischen Gebirgsbildung wurde die Münchberger Gneismasse, die nördlich an das Fichtelgebirge grenzt, aufgeschoben. Dieses Gebiet ist von Störungen allseits umgeben, die zum Zentrum dieser Struktur einfallen. Das bedeutet entweder, das dieses Gebiet ein parautochthone Scholle ist, die aus dem kristallinen Untergrund heraufgepresst wurde, oder der Rest einer Decke ist, welche durch das südlich angrenzende Moldanubikum überschoben wurde.
Die umgebenden Sedimente lassen sich in zwei Fazies unterscheiden. Die Thüringische Fazies ist charakterisiert durch großräumig einheitliche und eintönige Sedimentation. Die Bayerische Fazies hingegen ist stark an die Tektonik der Münchberger Gneismasse gebunden. Kennzeichnend dafür sind uneinheitliche Sedimentation sowie basischer Magmatismus, der posttektonisch Granite erzeugte. Die Sedimentation endete mit dem Einsetzen der Sudetischen Phase.
Die Abfolge der Gesteine der Münchberger Gneismasse ist ungewöhnlich, da der Metamorphosegrad von unten nach oben zunimmt. Über den unmetamorphen Sedimenten mit Basalten liegen Gesteine mit immer höherem Metamorphosegrad, bis sich zuletzt Eklogite als oberster Bestandteil dieses Deckenstapels finden lassen. Im Abschnitt 4 werden die Aufschlüsse mit dieser Theorie in Verbindung gebracht. Das Fichtelgebirge erfuhr eine Ruhephase bis zum Tertiär, in der hauptsächlich abgetragen wurde. Dadurch entstanden auch die Zeugenberge (Aufschluss 3.6). Im Tertiär wurde das Gebiet im Zuge der Alpenorogenese wieder aktiv. An der Fränkischen Linie, Deutschlands bedeutendster Störung, wurde das Fichtelgebirge und die Münchberger Gneismasse um mindestens 1-2 km herausgehoben. Die tektonische Situation führte zu basischem und alkalischem Vulkanismus im Quartär (Aufschlüsse 3.12 und 3.13). Die Heraushebung führte zu morphologischen Veränderungen. Die sich tiefer einschneidenden Flüsse und anhaltende Erosion ergaben das heutige Landschaftsbild.
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Arbeit zitieren:
Wigbert Lippold, 2004, Magmatite und deren metamorphe Äquivalente im Fichtelgebirge - Exkursionsbericht, München, GRIN Verlag GmbH
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DOI
Die Germanienpolitik Roms in der Zeit von Caesar bis Augustus
Geschichte - Weltgeschichte - Frühgeschichte, Antike
Zwischenprüfungsarbeit, 46 Seiten
Die Flusslaufentwicklung von Donau, Rhein & Saale im Känozoikum
Geowissenschaften / Geographie - Phys. Geogr., Geomorphologie, Umweltforschung
Hausarbeit (Hauptseminar), 18 Seiten
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