Nach Cassius Dio haben die Aufständischen auf die Abreise des Kaisers gewartet und Den Aufstand bereits lange geplant gehabt.
Er berichtet das die Rebellen im Vorfeld bewus st Waffen für die Römer produzierten, die nicht den geforderten Standards entsprachen und somit abgelehnt worden. Diese Waffen nutzten diese dann selbst. Weiterhin haben die Aufständischen im Vorfeld Tunnel und Festungen angelegt. Dazu Cassius Dio:
„Solange Hadrian nahe in Ägypten und wiederum in Syrien weilte, hielten die Juden
Ruhe; nur die Waffen, deren Anfertigung ihnen anbefohlen worden war, stellten sie
absichtlich mangelhaft her, damit die Römer diese zurückwiesen und sie dann selber
sich ihrer bedienen könnten. Als nun der Kaiser sich weiter entfernte, kam es bei ihnen
zur offenen Empörung“ (Cassius Dio LXIX 12, 2)
„Zwar wagten sie es nicht, sich mit den Römern in einer Feldschlacht zu messen, doch
Besetzten sie die günstigen Punkte im Land und verstärkten sie durch unterirdische
Gänge und durch Mauern. Damit wollten sie sich für Zeiten der Bedrängnis
Zufluchtsorte und außerdem die Möglichkeit schaffen, um unbeobachtet unter der
Erde gegenseitige Verbindungen aufzunehmen. Zu diesen Stollen führten sie dann von
oben aus Schächte hinab, damit sie Luft und Licht bekämen.“ (Cassius Dio LXIX 12,3) 2. Der Verlauf des Aufstandes
Einzelheiten oder Details zum Verlauf des Aufstandes sind kaum bekannt. Er breitete sich ziemlich rasch in Judäa aus. Auch Galiläa könnte Schauplatz des Aufstandes gewesen sein, von kleineren Gefechten abgesehen ist dies aber eher unwahrscheinlich.
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Die Diasporagemeinden im Rest des Römischen Reiches verhielten sich aber wie schon 66 n. Chr . ruhig.
Rom zögerte zunächst mit seiner Reaktion, sodass die Aufständischen schnell große Teile der Provinz unter ihre Kontrolle bringen konnten. In den Quellen wird von 15 Festungen gesprochen die erobert worden, weiterhin ist aus verschieden Gründen davon auszugehen, dass auch Jerusalem zeitweise unter der Kontrolle der Aufständischen war.
Für die Tatsache das die Aufständischen Jerusalem erobert hatten sprechen die Münzen. Bar Kochba hat vermutlich eine Münzprägestätte einrichten lassen. Dazu wurden römische Münzen einfach überprägt. Die Münzen haben eine neue Zeitrechnung, sie sind datiert nach dem 1. und 2. Jahr der Befreiung Jerusalems oder ohne Jahresangabe aber mit der Befreiung Jerusalems.
Neben Bar Kochba erwähnen die Münzen auch einen Priester namens Eleasar dessen Rolle im Aufstand aber unklar ist. Vermutlich sollte er nach der Befreiung von Römern das Amt des Hohepriesters übernehmen. Die rabbinischen Quellen nennen ihn auch als Onkel Bar Kochbas.
Neben der Auffassung das die Aufständischen Jerusalem tatsächlich unter i hre Kontrolle gebracht hatten, ist es auch möglich das die Inschriften auf den Münzen „für Jerusalems Freiheit“ und auch die Abbildung einer Tempelfront auf den Münzen lediglich Ausdruck einer utopischen Hoffnung waren und nicht historische Realität.
Die Rolle Bar Kochbas
Der „Bar Kochba“ Aufstand ist der einzige jüdische Aufstand der nach seinem Anführer benannt ist. Er zeichnete sich auch durch ein hohes Maß an politischem Eigenlebens aus das sich unter Bar Kochba während des Aufstandes entwickelte. Die Leitung des Aufstandes lag wohl vollständig in den Händen „Simon ben Korsiba“ wie er sich selbst in seinen Briefen als Befehlshaber bezeichnet. Sein Titel auf einigen Münzen lautet: Nassi = Fürst. Bzw. Fürst von Israel.
Er erscheint in den Briefen als tatkräftiger Feldherr und Regent, der verschiedentlich in die alltäglichen Belange seiner Untergegebenen eingreift
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Aus diesen Briefen geht auch hervor, dass er auf die Einhaltung verschiedener religiöser Gebote bedacht war, so hielt er etwa den Sabbat sowie einige ans Land Israel gebundener Gebote.
Er übernahm vermutlich sowohl die Zivilverwaltung der eroberten Gebiete, als auch die Führung der militärischen Operationen. Wie wiederum aus den Briefen hervorgeht die von ihm gefunden worden, hat er nach den ersten militärischen Erfolgen begonnen eine straffe jüdische Verwaltung aufzubauen und die kaiserlichen Landgüter in Judäa für die Bedürfnisse seines Heeres einzusetzen. In den eroberten Gebieten führte er vermutlich autonome Regierungsbehörden ein. Angeblich auch eine allgemeine Wehrpflicht und strenge Bestrafungen für die jüdischen Christen die den Kriegsdienst unter ihm verweigerten. Es ist überliefert, dass seinen Männern ein Finger fehlte, den sie sich als Zeichen der Treue und des Mutes abschlugen.,
Zurück zum Verlauf des Krieges
Die zwei beim Ausbruch der Unruhen in Judäa befindlichen Legionen, die zehnte (Fretensis) und die sechste (Ferrata), konnten der Situation zunächst nicht Herr werden.
Dem Stadthalter Judäas Tineius Rufus wurde der syrische Le gat C. Publius Marcellus als Truppenkommandant zur Seite gestellt.
Auch die Verstärkung der Truppen aus den Nachbarprovinzen brachte zunächst nicht die Wende. Es wurden Truppen aus Syria, Arabia und Ägypten herangezogen. Die aus Ägypten zur Hilfe gerufene 22. Legion (Deioteriana) erscheint nach dem Aufstand nicht mehr und ist vielleicht völlig aufgerieben worden. Durch die Truppeverstärkungen der Römer wird das Ausmaß des Aufstandes deutlich, da diese zum Teil Truppen aus weiter Entfernung nach Palästina entsandten und den Einsatz erprobter militares und auch die persönliche Anwesenheit Hadrians am Kriegsschauplatz für nötig hielten.
Die Wende im Krieg wurde erst durch Julius Severus, den Statthalter Britanniens herbeigeführt der 134 n. Chr. Am Kriegsschaup latz mit seinen Truppen eintraf.
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Dazu Cassius Dio:
„Die Römer kümmerten sich zunächst nicht weiter um die Juden, doch als ganz Judäa vom Aufruhr erfasst war, die Juden allenthalben Unruhe zeigten und sich zusammenrotteten, zahlreiche Gewaltakte, teils heimlich, teils offen, gegen die Römer verübten, auch viele Angehörige fremder Völker aus Gewinnsucht mit den Rebellen gemeinsame Sache machten und darüber fast die ganze Erde in Bewegung geriet, da erst schickte Hadrian seine besten Generale gegen sie ins Feld. Die erste Stelle unter ihnen nahm Julius Severus ein, der von Britannien, seiner Provinz, gegen die Juden abkommandiert wurde.“ (Cassius Dio LXIX 13,1-2)
Inzwischen hatte sich die Zahl der in Judäa anwesenden Truppen auf rund ein dutzend Legionen erhöht. Sowohl Julius Severus als auch die Rebellen vermieden den offenen Kampf. Julius Severus erreichte schließlich durch seine Taktik des langsamen Aushungerns, durch Belagerung, Abschneiden der Nachfuhr und schrittweiser Ergreifung der Aufständischen, die Oberhand. Dazu Cassius Dio:
„Angesichts der Masse und der todesmutigen Entschlossenheit seiner Gegner wagte er es nirgendwo im offenen Kampfe ihnen entgegenzutreten, er begnügte sich vielmehr damit, dank der überlegenen Zahl seiner Soldaten und Unterführer einzelne Gruppen abzuschneiden, die Lebensmittelzufuhr zu unterbinden und die Gegner einzukreisen. So konnte er sie zwar ziemlich langsam, aber doch ohne größere Gefahr in die Enge treiben, ermatten und schließlich vernichten.“ (Cassius Dio LXIX 13, 3) Vielmehr ist über das Kriegsgeschehen bis kurz vor Ende des Aufstandes nicht bekannt. Es gibt noch einige Hinweise auf Ortschaften die betroffen waren. Die rabbinische Literatur geht von etwa 50 nennenswerten Gefechten aus. 3. Das Ende des Aufstandes
Jetzt da Julius Severus die Oberhand gewonnen hatte konnten die Römer Jerusalem zurück erobern.
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Arbeit zitieren:
Christian Heinze, 2005, Der Verlauf des Bar Kochba Aufstandes - ein kurzer Abriss, München, GRIN Verlag GmbH
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