Inhalt
1. Einleitung
2. Verschiedene Untersuchungen zum Thema Phasen der Partnerwahl
2.1. Kirkpatrick und Hobart
2.2. Kerckhoff und Davis
2.3. Murstein
2.4. Lewis
3. Stufenmodell der Partnerwahl von Ursula Jäckel
3.1. Vorüberlegungen zum Modell
3.2. Die Stufen des Modells
3.3. Kritische Anmerkungen Jäckels
4. Phaseneinteilung nach Klein
5. Abschließende Betrachtung der Thematik
6. Literatur
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1.Einleitung
Ein Thema, das seit jeher die Menschen beschäftigt, ist die Partnerschaft. Eingegangen aus den unterschiedlichsten Gründen, entwickelt sich diese im Laufe der Zeit fort oder wird irgendwann beendet. In dieser Arbeit soll es um einzelne Phasen gehen, die sich im Partnerwahlprozess erkennen lassen können. Die Frage ist, welche Phasen man erkennen kann und vor allem welche Kriterien in den jeweiligen Phasen von Bedeutung für den Fortschritt des Partnerwahlprozesses sind.
Dazu werden im Folgenden zunächst vier ältere Untersuchungen vorgestellt, deren Ergebnisse Ansätze zur Erarbeitung eines Stufenmodells liefern. Anschließend wird speziell auf das Stufenmodell der Partnerwahl von Ursula Jäckel eingegangen. Es folgen kritische Argumente zu diesem Modell, die Jäckel selbst anführt. Danach wird eine allgemeinere Einteilung von den Phasen der Partnerwahl, vorgenommen von Renate Klein, angesprochen. Abschließend soll nochmals auf die gesamte Thematik kurz eingegangen werden.
2.Verschiedene Untersuchungen zum Thema Phasen der Partnerwahl
Die folgenden Untersuchungen tauchen bei der Vorüberlegung zum später vorgestellten Stufenmodell Jäckels auf und sollen daher zum besseren Verständnis an dieser Stelle in zeitlicher Reihenfolge beleuchtet werden.
2.1.Kirkpatrick und Hobart (1954)
Kirkpatrick und Hobart untersuchten das Verhältnis von Homogamie in bezug auf Rollenvorstellungen, „vermutete Ähnlichkeit“ und Empathie zu den Fortschritten im Partnerwahlprozess. Dazu teilten sie ihre Probanden in vier verschiedene Intimitätsstufen ein, die da wären: „favorite date“, „going steady“, „engaged“ und „married“. Anschließend überprüften sie, ob sich ihre drei Variablen Homogamie in bezug auf Rollenvorstellungen, „vermutete Ähnlichkeit“ und Empathie mit zunehmender Intimitätsstufe besser bewährten, ob also beispielsweise bei verheirateten Paaren größere Übereinstimmungen zu den Rollenstatements festzustellen waren als bei den Verlobten, bei diesen wieder größere Übereinstimmung als bei den Paaren der
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„going steady“ - Stufe und bei diesen wiederum größere Übereinstimmung als bei den Paaren der „favorite date“ - Stufe.
Tatsächlich ergaben sich mit zunehmender Intimitätsstufe höhere Übereinstimmungen, wobei für die Intimitätsstufe nicht die Dauer der Beziehung, sondern allein der Charakter dieser entscheidend war. Das bedeutet, dass beispielsweise Paare, die fünf Jahre zusammen und verlobt waren höhere Übereinstimmungen aufwiesen als Paare, die länger als fünf Jahre zusammen und noch nicht verlobt waren. Die größten Unterschiede waren zu verzeichnen zwischen der Stufe „favorite date“ und „going steady“, was Kirkpatrick und Hobart als eine Art Filterwirkung ansehen. (vgl. Jäckel, S.51/52)
2.2.Kerckhoff und Davis (1962)
Kerckhoff und Davis untersuchten in einer Langzeitstudie über einen Zeitraum von sieben Monaten die Beziehung zwischen Fortschritten im Partnerwahlprozess und zum einen Homogamie in bezug auf Wertvorstellungen und zum andern Bedürfniskomplementarität. Sie unterteilten ihre 94 Paare in zwei Gruppen. In der ersten befanden sich die, die zu Beginn der Untersuchung bereits 18 Monate und länger zusammen waren, während sich die Paare in der zweiten Gruppe weniger als 18 Monate kannten.
Es ergab sich, dass Homogamie stärker als Bedürfniskomplementarität mit den Fortschritten im Partnerwahlprozess korrelierte. Doch bei der Einbeziehung der Länge der Bekanntschaft als zusätzliche Variable, stellte sich heraus, dass bei den Paaren der ersten Gruppe tatsächlich Bedürfniskomplementarität stärkere Korrelationen ergab. Kerckhoff und Davis sprechen von einer Idealisierungsphase, in der sich Paare der zweiten Gruppe befinden, die bewirkt, dass man dem Partner ähnlich sein möchte und daher die eigenen Wertvorstellungen an den Partner angleicht. Für die Paare der ersten Gruppe, die sich schon lange kennen, ist dagegen verständlicher Weise die Bedürfniskomplementarität förderlich für die weitere Entwicklung der Beziehung. Bei allen Paaren war eine hohe Ähnlichkeit in bezug auf soziale Merkmale, wie Erziehung, Religion und Einkommen des Vaters, zu verzeichnen, woraus Kerckhoff und Davis schlossen, dass Endogamie schon früh im Partnerwahlprozess wirksam sein muss.
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Arbeit zitieren:
Dennis Wortmann, 2003, Phasen der Partnerwahl, München, GRIN Verlag GmbH
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