II
Inhaltsverzeichnis
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Symbolverzeichnis III
1) Einleitende Bemerkungen 1
2) Einige Vorbemerkungen 1
2.1) Grenzen der Geldpolitik 1
2.2) Zwischenziele und Indikatoren der Geldpolitik 2
3) Geldpolitische Strategien 3
3.1) Geldmengensteuerung 3
3.2) Der Wechselkurs als geldpolitisches Zwischenziel 6
3.3) Direktes Inflationsziel 9
3.4) Taylor-Regel 12
4) Zusammenfassung 15
Literaturverzeichnis 17
III
Symbolverzeichnis
e = Wechselkurs i = Taylor-Zins i r * = langfristig realisierter Gleichgewichtswert des kurzfristigen Realzinssatzes M = Geldmenge M2, M3 = Geldmengenaggregate m = Wachstumsrate der Geldmenge P = Preisniveau P h = inländischer Preisindex handelbarer Güter
P h * = ausländischer Preisindex handelbarer Güter
t = Zeitindex V = Umlaufgeschwindigkeit des Geldes v = Veränderungsrate der Umlaufsgeschwindigkeit des Geldes Y r = reales Sozialprodukt
y r = Wachstumsrate des realen Sozialprodukts ŷ r = Produktionslücke α = positive Konstante β = positive Konstante π = Inflationsrate π* = Zielwert für die Inflationsrate π h = inländische Inflationsrate handelbarer Güter
π h * = ausländische Inflationsrate handelbarer Güter
π t - π* = Inflationslücke
- 1 - 1)Einleitende Bemerkungen
Eine Zentralbank hat durch die ihr zur Verfügung stehenden Mittel, wie beispielsweise das Recht Banknoten in Umlauf zu bringen und Geldgeschäfte mit den Geschäftsbanken abzuschließen, die Macht, die Wirtschaft eines Landes zu beeinflussen. Aufgrund dieser Machtposition ist die sorgfältige Auswahl der zu verfolgenden Strategie sehr wichtig. „Unter einer geldpolitischen Strategie versteht man das längerfristig gültige Verfahren, nach dem über den Instrumenteneinsatz zur Verfolgung der Ziele entschieden wird. Die Endziele der Geldpolitik sind dabei in Form gesetzlicher Vorschriften vorgegeben.“ 1 Die geldpolitische Strategie beschreibt also die konzeptionelle Vorgehensweise der Zentralbank bei Verfolgung ihrer Endziele. Eine Strategie muss dabei mehrere Funktionen erfüllen:
• Nach außen hilft eine klar definierte Strategie der Zentralbank, die Glaubwürdigkeit der Geldpolitik zu verbessern. Die mit der Strategie verbundenen Daten, Verfahren und Ziele sollen veröffentlicht werden. Die Strategie muss für die Öffentlichkeit auch verständlich sein. Die Glaubwürdigkeit der Geldpolitik steigt also mit ihrer Transparenz.
• Nach innen muss die Strategie einen Rahmen vorgeben, innerhalb dessen eine überzeugende Geldpolitik verfolgt werden kann. Durch die Definition der Strategie entsteht eine Selbstbindung der Entscheidungsträger, da verhindert wird, dass ständig Grundsatzdiskussionen über anstehende Entscheidungen geführt werden. Somit verfügen die Entscheidungsträger über eine eindeutige Entscheidungsregel, wie sie die geldpolitische Instrumente einzusetzen haben. 2
Für eine stabilitätsorientierte Zentralbank kann es also vorteilhaft sein, sich gewissen Regeln zu unterwerfen, die eine Selbstbindung bedeuten. Sie erhöhen damit die monetäre Planungssicherheit in der Wirtschaft.
Vor dem Hintergrund dieser Leitlinien werden im Teil 3 verschiedene geldpolitische Strategien dargestellt. Zunächst wird aber im Teil 2 auf die Definition von Zwischenzielen und Indikatoren der Geldpolitik eingegangen.
2) Einige Vorbemerkungen
2.1) Grenzen der Geldpolitik
Geldpolitische Maßnahmen wirken sich mit zeitlicher Verzögerung auf die Wirtschaft aus. Die genaue Auswirkung ist auch schwer abschätzbar. Diese Verzögerung wird als time lag bezeichnet. Zu unterscheiden sind inside lag, intermediate lag und outside lag. Inside lag ist
1 Issing (1993), S. 240. [wörtliches Zitat]
2 Vgl. Bofinger/Reischle/Schächter (1996), S. 343. [sinngemäßes Zitat]
- 2 -die Verzögerung vom Erkennen der Situation bis zum Einsatz geldpolitischer Instrumenten. Intermediate lag ist die Verzögerung vom Einsatz geldpolitischer Instrumenten bis zum Zeitpunkt spürbarer Wirkungen auf die Situation im Geschäftsbankbereich. Outside lag ist die Verzögerung vom Zeitpunkt spürbarer Wirkungen auf die Situation im Geschäftsbankbereich bis zur konkreten Auswirkungen auf die gesamtwirtschaftlichen Zielvariablen. 3
2.2 ) Zwischenziele und Indikatoren der Geldpolitik
Ein Grundproblem für eine Zentralbank besteht darin, dass sie auf Endziele direkt nicht einwirken kann. Die langen zeitlichen Verzögerungen, die im monetären Transmissionsprozess auftreten können sowie die Vielzahl exogener Faktoren, die ebenfalls auf die Endzielgrößen einwirken, sind Argumente für die Wahl einer sogenannten zweistufigen Strategie. Wählt die Zentralbank eine zweistufige Strategie, richtet sie ihre geldpolitischen Maßnahmen nicht unmittelbar auf die Endziele aus, sondern legt eine monetäre Variable dazwischen, die sie durch den Instrumenteneinsatz steuert. Bei der zweistufigen Strategie wird also eine monetäre Variable als Zwischenziel gewählt. Ein Zwischenziel muss gewisse Anforderungen erfüllen. Einerseits muss es in einem engen Wirkungszusammenhang mit dem Endziel stehen, damit sichergestellt ist, dass eine Beeinflussung des Zwischenziels auch eine Beeinflussung des Endziels bewirkt. Andererseits muss ein Zwischenziel von der Zentralbank effektiv und ohne Verzögerung kontrollierbar sein. Eine monetäre Variable ist nur dann für ein Zwischenziel geeignet, wenn sie die beiden Bedingungen gleichzeitig erfüllt. 4 Die Zentralbanken können also die Entwicklung der Endzielvariablen nicht direkt steuern, da Wirkungsverzögerungen geldpolitischer Maßnahmen im Transmissionsprozess existieren. Anstelle einer direkten Steuerung des Endziels wird eine indirekte Steuerung mittels einer Zwischenzielgröße verfolgt. Die Zentralbank muss somit nicht alle Einzelheiten des Ablaufs des Transmissionsprozesses kennen, sondern kann sich auf die Analyse des Zwischenziels beschränken. Ein Zwischenziel hat eine Lenkungsfunktion, da es der Zentralbank als Leitlinie für ihre aktuellen geldpolitischen Maßnahmen dient. Sind in einer Volkswirtschaft die Voraussetzungen für die Verwendung eines Zwischenziels nicht gegeben, muss die Zentralbank versuchen, das Endziel mit ihren Instrumenten direkt zu steuern. 5
Daneben benötigt eine Zentralbank Informationen darüber, wie sich ihre Maßnahmen auf die Endziele auswirken. Diese Prognosefunktion in der Informationsphase eines geldpolitischen Entscheidungsprozesses übernimmt ein Indikator. Ein Indikator weist mehrere Eigenschaften auf. Er muss nicht nur leicht verfügbar sein, sondern auch in einem engen Zusammenhang zum Endziel stehen.
3 Vgl. Jarchow (2003), S. 334 f. [zweiseitiges sinngemäßes Zitat]
4 Vgl. Duwendag/Ketterer/Kösters/Pohl/Simmert (1999), S. 322. [sinngemäßes Zitat]
5 Vgl. Bofinger/Reischle/Schächter (1996), S. 246 ff. [mehrseitiges sinngemäßes Zitat]
- 3 -Die Zentralbank kann auch ihre Endziele mit Hilfe von operativen Zielen indirekt steuern. Operative Ziele können relativ gut mit Hilfe der geldpolitischen Instrumente kontrolliert werden. Zwischenziele und Indikatoren befinden sich im geldpolitischen Transmissionsprozess zwischen den direkt kontrollierbaren operativen Zielen und den gesamtwirtschaftlichen Endzielen. 6
Geldpolitische Instrumente → Operative Ziele → Zwischenziele → Endziele
3) Geldpolitische Strategien
3.1) Geldmengensteuerung
Die Geldmengensteuerung ist die bekannteste Zwischenzielstrategie. Die Strategie der Geldmengensteuerung war vor allem ein Markenzeichen der Deutschen Bundesbank. Die Deutsche Bundesbank wechselte Ende 1974 als erste Zentralbank zu einer Strategie der Geldmengensteuerung und hielt an dieser Politik bis zur Einführung des Euro Anfang 1999 fest. Auch die Europäische Zentralbank weist der Geldmengenstrategie eine bedeutende Rolle zu. Auch andere Länder wie etwa die USA, Kanada und das Vereinigte Königreich haben sich an dieser Strategie versucht. 7
Diese Strategie, die von monetaristisch orientierten Theoretikern am Ende der sechziger Jahre entwickelt wurde, basiert auf der Erkenntnis, dass die geldpolitischen Instrumente nur mit langen zeitlichen Verzögerungen auf ihre Zielvariable, die Geldwertstabilität, einwirken. Während dieser langen und variablen Zeitverzögerungen kann es zum einen zu unvorhergesehenen Einflüssen kommen, zum anderen sind die genauen
Wirkungszusammenhänge im Transmissionsprozess nicht bekannt und variabel innerhalb des Zeitablaufs. Aus diesem Grund musste man, anstatt des Endziels der Preisstabilität, ein Zwischenziel auswählen, das früher reagiert und an dem die geldpolitischen Instrumente ausgerichtet werden können. Geldmengensteuerung ist eine zweistufige Strategie, bei der die Geldmenge die Rolle des Zwischenziels übernimmt. Mit der Geldmenge wird versucht, das eigentliche Endziel zu erreichen. Dieses Endziel ist oben erwähnte Geldwertstabilität. Die Geldmenge als Zwischenziel basiert auf zwei Voraussetzungen. Erstens muss ein stabiler Zusammenhang zwischen Geldmenge und Preisniveau bestehen. Zweitens muss die Geldmenge durch die Geldpolitik der Zentralbank steuerbar sein. Bei der Geldmenge handelt es sich um die Wachstumsrate eines abgegrenzten Geldmengenaggregates. 8 In der geldpolitischen Praxis wird das Geldmengenziel meist für ein breites Geldmengenaggregat,
6 Vgl. Jarchow (2003), S. 336. [sinngemäßes Zitat]
7 Vgl. Gerdesmeier (2004), S. 190. [sinngemäßes Zitat]
8 Vgl. Görgens/Ruckriegel/Seitz (2004), S. 137. [sinngemäßes Zitat]
Arbeit zitieren:
Aleksandr Goryushko, 2005, Darstellung verschiedener geldpolitischer Strategien, München, GRIN Verlag GmbH
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