Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 3
2.Alkoholmissbrauch bei Frauen in Deutschland 3
3.Alkoholkonsum während der Schwangerschaft und die Wirkung auf
das ungeborene Kind 4
4.Die Alkoholembryopathie 5
4.1. Definition 5
4 2 Symptome 6
4.2.1.Morphologische Symptome 6
4.2.2.Neurologische Symptome 7
4 3 Diagnose 8
4.3.1. Probleme bei der Diagnosestellung 10
4 4 Prävention 11
5.Kinder mit Alkoholembryopathie 12
5 1 Robert 12
5.2.David 2 14
6 Entwicklungsaussichten 16
7.Abschließende Bemerkungen 17
8 Anhang 19
9 Quellenangabe 20
1. Einleitung
In Deutschland werden pro Jahr schätzungsweise 2200 durch Alkoholkonsum der Mutter während der Schwangerschaft geschädigte Kinder geboren. Alkoholeffekte treten wesentlich häufiger auf und sind in die Zahlenangabe nicht mit einbezogen. Dabei gilt Alkohol als häufigster Schadstoff für die embryonale und fötale Entwicklung des Kindes. Viele schwangere Frauen sind sich nicht darüber im Klaren, dass sie bereits mit geringen Mengen Alkohol über längere Zeit oder vereinzelten Trinkexzessen dem ungeborenen Kind irreversible Schäden zufügen können.
Dadurch, dass Alkoholkonsum in den westlichen Wohlstandsgesellschaften nicht verpönt und die Droge Alkohol sogar erlaubt und in gesellschaftliche Rituale fest eingebettet ist, treten hier durch Alkohol hervorgerufene Schädigungen am Embryo häufiger auf, als z.B. in muslimischen Gesellschaften. Der Übergang von moderatem Trinkverhalten zu Alkoholmißbrauch ist fließend. Dadurch ist die Alkoholsucht für Freunde und Verwandte und erst recht für den Süchtigen nicht zu erkennen. Eine Frau, die alkoholsüchtig ist, kann sich dann auch während der Schwangerschaft dem Alkohol nicht entziehen.
2. Alkoholmissbrauch bei Frauen in Deutschland
Bei etwa 2,7 Millionen Bundesbürgern kann man von Alkoholmissbrauch sprechen. Das Verhältnis alkoholkranker Frauen zu Männern beträgt 1:3. Von diesen Frauen sind etwa 1-2 % im gebährfähigen Alter. (Merzenich, H.,2002, S.24) Der tägliche Konsum von Alkohol bei e rwachsenen Frauen liegt im statistischen Durchschnitt bei ca. 33g reinen Alkohols pro Tag. 1,5 % aller Frauen in Deutschland sind alkoholkrank. Mehr als 80 % aller Frauen in Deutschland im gebährfähigen Alter trinken Alkohol und nur 6 % leben abstinent. (aus Karch, D., 1994, S. 43) Alkoholabhängige Frauen kommen in Deutschland in allen sozialen Schichten vor. Besonders tragisch ist allerdings die Sucht, wenn der Familie nur wenig Geld zur Verfügung steht und dieses dann weniger den Kindern zugute kommt, sondern für Alkohol ausgegeben wird und die Frau
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während der Schwangerschaft ihren Alkoholkonsum nicht unter Kontrolle hat.
3. Alkoholkonsum während der Schwangerschaft und die Wirkung auf das
Eine Schädigung durch Alkohol während der Schwangerschaft erfolgt dadurch, dass der von der Mutter aufgenommene Alkohol direkt über die Plazenta in den Blutkreislauf des Kindes gelangt und unmittelbar die Zellen schädigt.
Die schematische Abbildung im Anhang stellt die kritischen Perioden der menschliche n Entwicklung dar. Während der ersten zwei Wochen zeigt der Embryo keine Anfälligkeit gegenüber Teratogenen, wie chemische Substanzen, einige Medikamente und unter anderem Alkohol. Während der Organdifferenzierung und des größten Wachstums während der ersten 3 Monate macht sich die toxische Wirkung des Alkohols besonders bemerkbar und kann schwere physische und psychische Geburtsschäden zur Folge haben. Das Gehirn als empfindlichstes Organ, dessen Entwicklung bereits früh in der Schwangerschaft einsetzt und erst kurz vor der Geburt endet, reagiert auf Alkohol mit „...Wachstumsstörungen des gesamten Gehirns, kleine Nervenzellen mit verminderter Zellzahl, Störungen in der Ausbildung der Nervenfortsätze und Dendritenstruktur, Störungen in der Wanderung der Hirnnervenzellen zur Hirnrinde, eine verzögerte Ausbildung und Ausreifung der Synapsen und damit eine fehlerhafte Vernetzung, Verflechtung und Vermaschung der Nervenzentren...“ (Karch, D., 1994, S.47) Auf die Art und Schwere der klinischen Ausprägung der Schäden haben mehrere Faktoren Einfluss. Dazu zählen der Zeitpunkt und die Dauer der Alkoholeinwirkung, die Alkoholmenge, zusätzliche Einflussfaktoren, wie Medikamenteneinnahme, Drogenmissbrauch und Schwangerschaftserkrankungen und das mütterliche Trinkverhal ten, d.h. ist die Schwangere bereits lange Zeit alkoholabhängig oder befindet sie sich in einer Vorphase der Abhängigkeit. Alkoholabhängige Frauen sind häufig unterernährt, haben Leberschäden, zeigen Änderungen im Elektrolyte-und Spurenelementehaushalt, t rinken häufig viel Kaffee, rauchen und nehmen überdurchschnittlich viele Medikamente und auch Drogen zu sich.
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Laut Ernhart (1987) besteht ein Zusammenhang „...zwischen dem hohen mütterlichen Alkoholkonsum von 28-85g Alkohol pro Tag in der Frühschwangerschaft und der Entwicklung von kranofazialen Veränderungen sowie späteren intellektuellen Beeinträchtigungen der in utero exponierten Kinder...“ (Merzenich, H., 2002, S.47) Kinder, bei denen die Alkoholembryopathie voll ausgeprägt ist, werden von Frauen in der kritischen oder chronischen Phase des Alkoholismus geboren.
Doch auch der durchschnittliche Alkoholkonsum bzw. das gelegentliche exzessive Trinken kann das Kind in Form von Alkoholeffekten schädigen. Alkohol enthält einen Mitosehemmstoff, der verhindert, dass in der frühembryonalen Phase eine Zellvermehrung, die sogenannte Hypoplasie, stattfindet Es findet eine Verminderung der Zellgrösse durch die Einwirkung der Einzelzellenentwicklung in den Zellstoffwechsel, Hypotrophie genannt, statt, was körperliche Unterentwicklung, die Dystrophie bei Embryo und Fötus zur Folge hat.
Als nächstes wirkt Alkohol als Teratogen, das ist ein Missbildung erzeugender Schadstoff und schließlich noch als Neurotoxin, welches strukturell in die Entwicklung der Hirnnervenzellen, in die Differenzierung des zentralen Nervensystems und in den Neurotransmitterstoffwechsel eingreift und Hirnfunktionsstörungen bewirkt. Die für die schwere Form der Alkoholembryopathie typischen Gesichtsanomalien (siehe unter morphologische Symptome) können durch Alkoholeinfluss während der ersten acht Wochen entstehen. Die Abbildung im Anhang zeigt, dass Alkohol während der gesamten Schwangerschaft einen negativen Einfluss auf die Entwicklung des Kindes haben kann.
4. Die Alkoholembryopathie
4.1. Definition
Die Definition der Alkoholembryopathie, auch fetales Alkoholsyndrom (FAS) genannt, erfolgte 1968 durch Lemoine und Jones. “...Das Krankheitsbild der Alkoholembryopathie oder des fetalen Alkoholsyndroms wird bei Kindern alkoholkranker Mütter beobachtet und hat seine Ursache in einer Störung der Entwicklung der Leibesfrucht durch Alkohol während der Schwangerschaft.“ (Merzenich,H.,2002, S.32)
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Es gibt kein spezifisches Einzelsymptom, an dem man Alkoholembryopathie erkennen kann, jedoch umfasst sie eine Reihe von Merkmalen, die aber nicht nebeneinander auftreten müssen. Es wird unterteilt in morphologische und neurologische Symptome. Die Kinder sind in der Gesamtheit der körperlichen Entwicklung, in den geistig intellektuellen Leistungen, im Verhalten, s owie emotional und sozial beeinträchtigt.
Die Symptome einer leichten Schädigung durch Alkohol werden Alkoholeffekte genannt.
4.2. Symptome
Drei Kriterien müssen für die Diagnose Alkoholembryopathie erfüllt sein:
1. prä- und postnatale Dystrophie, d.h. Mi nderwuchs vor und nach der
Geburt
2. Störung des zentralen Nervensystems (neurologische Auffällig-
keiten, Entwicklungsverzögerung, muskuläre Hypotonie, Koordinations-störungen usw.)
3. kranofaziale Auffälligkeiten (Gesichtsauffälligkeiten)
(Merzenich, H., 2002, S.32) Der Alkohol greift in den Stoffwechsel der Zelle ein. Dadurch wird sowohl die Gesamtanzahl der Zellen als auch die Einzelzellgröße reduziert mit den Folgen Minderwuchs, d.h. die Kinder wirken schmächtig und klein, Untergewicht und Mikrozephalie, das bedeutet, dass die Kinder einen zu kleinen Kopf mit einem unterentwickelten Gehirn haben. Alkohol ist außerdem ein Nervenzellschadstoff und schädigt das Zentrale Nervensystem mit den in Punkt 4.2.2. aufgeführten neurologischen Störungen. Zusätzlich können kranofaziale Auffälligkeiten, die in Punkt 4.2.1. näher erläutert werden, auftreten.
4.2.1. Morphologische Symptome
Zu den allgemeinen morphologischen Symptomen zählen Untergewicht, vor- und nachgeburtlicher Minderwuchs, d.h. Größe, Gewicht und Kopfumfang liegen unterhalb altersspezifischer Standardwerte,
Mikrozephalie, bildungen und Veränderungen des Zentralen Nervensystems.
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Arbeit zitieren:
Maria Studener, 2004, Alkoholembryopathie, München, GRIN Verlag GmbH
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