Inhaltsangabe
1. Was ist unter Musikermedizin zu verstehen 2
2. Einleitung 2
2.1. Die Voraussetzungen des Musizierens 3
3. Der Bewegungsapparat 4
4. Krankheitsbilder bei Musikern 5
4.1. Die Arthrose 5
4.2. Tinnitus 6
4.3. Das Gitarrenkantensyndrom 7
4.4. Die Lippen 7
4.5. Handbeschwerden 7
4.6. Das Karpaltunnelsyndrom 8
4.7. Die Sehnenscheidenentzündung 8
4.8. Der Tennisellenbogen (Epicondylitis lateralis humeri) 9
4.9. Die Wirbelsäule 9
4.9.1. Nackenbeschwerden 9
4.10. Fokale Dystonie 10
4.11. Stimmlippenknötchen 11
5. Vorbeugung Prävention 11
5.1. Gesang 13
5.2. Mentales Üben Mentales Training 14
5.2.1. Mentales Training bei Lampenfieber 14
5.3. Entspannungstechniken und methoden 15
5.3.1. Progressive Muskelentspannung 15
5.3.2. Die Alexandertechnik 17
5.4. Die Intensiv Stretching Methode (ISM) 18
5.4.1. Spezielle Übungen nach der ISM 19
6. abschließende Bemerkungen 21
7. Literaturverzeichnis 23
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1. Was ist unter Musikermedizin zu verstehen?
Def.: “Musikermedizin heißt: Prävention, Diagnose und Therapie von instrumentenbedingten Überlastungsbeschwerden bzw. Erkrankungen bei Musikschülern, Musikstudenten und Berufsmusikern.(...)Einfach gesagt, handelt es sich bei der Musikermedizin um eine Art instrumentenspezifische sportmedizinische fachärztliche Betreuung...“ (Klein-Vogelbach, Lahme, Spirgi-Gantert; 2000; S.2)
2. Einleitung
Musikermedizin findet unter Musikerkreisen viel zu wenig Beachtung und wird von vielen Musikern mit den Worten: “Das betrifft mich sowieso nicht.” beiseite geschoben. Es ist aber notwendig, mit Übungen und Vorbeugungsmaßnahmen zu beginnen, um erst gar keine Schäden verbunden mit Schmerzen entstehen zu lassen. Sind Schmerzen bereits da, ist dann eine längere Spielpause notwendig, die sich nicht jeder Musiker leisten kann. Die Ursache für Spielschäden und Überlastungsbeschwerden kann schon in der frühen Kindheit durch falsches Üben oder eine falsche Haltung durch Schonhaltung des ungewohnten Instrumentes, welches eine den anatomischen Vorrausetzungen untypische Haltung erfordert und am Anfang unbequem sein könnte. Bereits die Auswahl des richtigen Intrumentes ist von entscheidender Bedeutung. Eine Person mit sehr kleinen, zierlichen Fingern sollte sich die Instrumentenwahl genau überlegen, weil viele Instrumente, wie Cello, Saxophon oder Klavier ein extremes Spreizen der Finger erfordern und lange Finger dabei von Vorteil sind. Berufsmusiker sind auch enormen physischen und psychischen Belastungen, wie zum Beispiel Leistungsdruck, Lampenfieber, Lärm, dauerhafte Konzentration, Monotonie beim Üben, ständiges Sitzen, Fehlhaltungen usw. ausgesetzt, die die Gesundheit beeinträchtigen und als Ursache für bestimmte Krankheiten, Stress, Schmerzen und Haltungsschäden zu sehen sind.
Ausserdem ist das professionelle Spiel auf einem Instrument eine höchst anspruchsvolle und komplexe Tätigkeit, die laut Galamian und Schnorrenberger Ansprüche an verschiedene Ebenen stellt, die in ihrer
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Gesamtheit das professionelle Musizieren ergeben.
2.1. Die Voraussetzungen des Musizierens
Im folgenden möchte ich kurz auf die Ebenen nach Galamian und Schnorrenberger eingehen, da sie wichtige Voraussetzungen für erfolgreiches Musizieren sind und vor allem richtig angewandt, Spielschäden vermeiden. Die Schlagworte der einzelnen Ebenen hebe ich fettgedruckt hervor.
1. Ein Stück, das man spielen möchte, wird zuerst gehört, z.B. wenn der
Lehrer das Stück vorstellt und vorspielt. Durch die bewußte Wahrnehmung der Töne erkennt man das Stück wieder und versucht es mit genauer Intonation wiederzugeben.
1. Wahrgenommen werden kann ein Stück ebenfalls durch das Sehen
bezogen auf den Notentext.
2. Für den Musiker ist Musikalität wichtig: Sie beinhaltet Vorausdenken,
Analyse, Verständnis und erleichtert das Üben der Stücke und das Musizieren, je schneller das Stück erfasst und in seinem Zusammenhang begriffen wird.
3. Das gründliche Erlernen der richtigen für das Stück notwendigen
Instrumentaltechnik ist für das Einüben des Stückes von Bedeutung und beugt Überforderung und Schmerzen vor.
4. Eine richtige Übetechnik dient dem Training der für das Musizieren
notwendigen Muskelgruppen, steigert die Motivation, fördert die Feinmotorik und beugt Spielschäden vor.
5. Das richtige Maß an Bewegung, d.h. nicht zuviel und nicht zuwenig
Bewegung beim Spielen dient der Musikalität und Entspannung.
6. Die Ebene der Atmung ist nicht nur für die Sänger, sondern auch für die
Bläser wichtig, dabei wird auf die richtige Atemtechnik hingewiesen, ohne die das Musizieren nicht von Erfolg gekrönt ist.
7. Eine weitere Ebene ist die der Vorstellung, d.h. die Fantasie bzw.
Vorstellungskraft, die jeder Musiker beim Musizieren braucht.
8. Um aus einem Notentext ein Musikstück zu machen, bedarf es
ausserdem der Klangfarbe. Bei den Bläsern ist es der Ton, der mit dem
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Mundstück erzeugt wird und Klangfarbe bringen kann.
9. Die letzte Ebene ist die der Persönlichkeit mit der Fähigkeit, sich in
Musik auszudrücken. Ist man fähig, eigene Emotionen, wie Wut, Trauer, Freude mit dem Stück bzw. Instrument als Medium zum Ausdruck zu bringen.
3. Der Bewegungsapparat
Der Bewegungsapparat besteht aus dem Stützgerüst, daß ist das Skelettsystem, dessen Funktionen daraus bestehen, eine Stabilität für den Körper herzustellen und einen Schutz für Gehirn und Rückenmark und einen Großteil der inneren Organe zu bilden. Die Gelenke dazwischen und die Muskulatur sorgen für ausreichende Beweglichkeit und sind zeitlebens ständiger Veränderung unter Einfluß des Gebrauchs unterworfen. Inaktivität des Bewegungsapparates führt zu Funktionseinbußen und Fehlbelastung und Überbeanspruchung haben schwerwiegende Schäden zur Folge. Für einen gesunden und leistungsfähigen Körper ist eine ausgeglichene Muskelentwicklung Vorraussetzung. Bei einseitiger Belastung treten muskuläre Dysbalancen, darunter versteht man verstärkte Muskelverkürzungen und Muskelabschwächungen, die ein muskuläres Ungleichgewicht bewirken, welches eine ungünstige Belastungsverteilung auf die Gelenkstrukturen nach sich zieht. Als Folgen können Fehlbelastungen, eine vorzeitige Abnutzung des Gelenkknorpels, Überbelastung der Sehnen, schmerzhafte Muskelverspannungen mit erhöhter Verletzungsgefahr sowie muskuläre Funktions- und Koordinationsstörungen auftreten. Bei einem Geiger bedeutet das beispielsweise, daß sich durch die ungünstige Haltung des linken Arms, der die Geige nach vorn und oben hält, dadurch der vordere Schultergelenkmuskel verkürzt wird und im Bereich des Schultergelenks muskuläre Dysbalancen auftreten, die zu Schmerzen im linken Schultergelenkbereich führen. Das Skelett macht ca. 10% und die Muskulatur ca. 40% des gesamten Körpergewichts aus.
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4. Krankheitsbilder bei Musikern
Ich möchte einige bei Musikern häufig auftretende Krankheitsbilder, die oft mehrere Instrumentengruppen betreffen, näher erläutern. Dabei habe ich mir unter der Vielzahl der Musikerkrankheiten diejenigen herausgesucht, die hauptsächlich durch Musizieren verursacht werden und denen man gezielt vorbeugen kann mit den Übungen der ISM (siehe 5.4.)
4.1. Die Arthrose
Mit dem Begriff Arthrose bezeichnet man Abnutzungserscheinungen der Gelenke, die durch ungünstige Faktoren, wie
Veranlagung zu frühzeitigem Gelenkverschleiß, Fehlbelastungen, Verletzungsfolgen Gelenke begünstigt werden. Bei einer Arthrose kommt es durch die Abnutzung zum Verschwinden des Knorpelüberzugs des Knochens. Dadurch nähern sich die Knochen des Gelenkes, der typische Bau eines Gelenkes ist in der Abbildung zu sehen, einander an und der Gelenkspalt wird schmaler. Die Knochen reagieren auf den Knorpelabrieb und die dadurch verstärkte Belastung mit einer Verdickung der unter dem Knorpel liegenden Rindenschicht und es treten Knochenablagerungen im Randbereich der Gelenke auf. Allmählich wird der Knochen im Randbereich der Gelenke zerstört.
Eine Begleiterscheinung ist eine Entzündung der Innenhaut der Gelenkkapsel verbunden mit Schmerzen und Schwellungen an den betroffenen Gelenken. Dadurch wird das Gelenk in seiner Beweglichkeit eingeschränkt, es kommt zu einer Schrumpfung der Gelenkkapsel und das erkrankte Gelenk deformiert sich.
Eine Arthrose entwickelt sich über Jahrzehnte durch häufige, andauernde Überbelastung und falsches Üben, d.h. zu große Pausen und dann zu intensives Üben. Der Arthrose vorbeugend entgegenwirken kann man, indem man eine falsch angeeignete Spieltechnik oder Haltung ändert und Übungen
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Arbeit zitieren:
Maria Studener, 2004, Musikermedizin, München, GRIN Verlag GmbH
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