Inhaltsverzeichnis
1. Zum Begriff Hegemonie 3
2. Zur Natur der Hegemonie 3
3. Zum Hegemonie-Konzept aus der Sicht der Europäischen Integration. 4
4. Zur Hegemonie in der Sicht der EU-Herausforderungen. 6
Literaturverzeichnis.
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1. Zum Begriff Hegemonie
Hegemonie bezeichnet die Vorrangstellung oder Vorherrschaft eines Staates gegenüber einem anderen Staat oder mehreren anderen Staaten. (Quelle: Schubert & Klein, 2001) Unter Hegemonie (gr. Oberbefehl, Führerschaft) versteht man aber auch die Vorherrschaft bzw. die Überlegenheit einer Institution (darunter eines Staates, einer Organisation, etc.) insbesondere in politischer und militärischer, aber auch in wirtschaftlicher und kultureller Hinsicht. Andere Institutionen haben in der Praxis kaum Möglichkeiten, ihre Vorstellungen gegenüber dem die Hegemonie Ausübenden durchzusetzen. Die theoretische oder sogar juristische Möglichkeit mag dazu zwar gegeben sein, aber die Umsetzung scheitert an den Einflussmöglichkeiten und der Stärke des Hegemons.
In der theoretischen Auseinandersetzung mit der Politik und Theorie des Leninismus, Stalinismus und des italienischen Faschismus arbeitete Antonio Gramsci in den 1920er Jahren facettenreich zum Verhältnis von politischer Macht und Hegemonie. Seine Überlegungen zur Übersetzung weltanschaulicher Auffassungen in den „gesunden Menschenverstand“, zum Verhältnis von traditionell agierenden Intellektuellen und Parteien als „kollektiven Intellektuellen“ u.ä. ergeben ein Konzept eines widerständischen und demokratischen Kampfes um „kulturelle Hegemonie“. Ihr Gewinn schafft nach Gramsci erst die Möglichkeit von politischer Herrschaft, ihr Verlust untergräbt die herrschende Macht. Dabei reicht die „kulturelle Hegemonie“ nach Gramsci bis in Formen der Alltagskultur und Folklore, in den Aberglauben u.ä. (Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Hauptseite, 10.07.2004
2. Zur Natur der Hegemonie
Bieling und Steinhilber (2000) in Anlehnung an Gramsci und Cox beschreiben die Hegemonie als ein dichotomes System, das aus einer neo- gramscianischen Perspektive immer beides umschließt: Konsens und Zwang; und dadurch sowohl Zivilgesellschaft und Staat, als auch das Engagement von sozialen und von politischen Kräften. Das Hegemonie-Konzept charakterisiert dabei nicht nur nationale, sondern auch transnationale Machtstrukturen. Folglich lässt sich die Welthegemonie nicht nur als System beschreiben. Sie ist gleichzeitig auch eine soziale, eine ökonomische und eine politische Struktur, die nicht auf eine dieser Dimensionen reduziert sein kann, sondern immer alle drei umfasst. (Quelle: Bieling & Steinhilber, 2000)
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In der Geschichte finden sich viele Beispiele von hegemonialen Herrschaftsstrukturen, zum Beispiel Sparta, Theben und das Römisches Reich. Aktuell wird heutzutage besonders die Supermacht USA mit diesem Begriff im Sinne einer weltpolitischen Vormachtrolle in Verbindung gebracht. (Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Hauptseite, 10.07.2004) Dabei
geht es auch um Fragen der internationalen Ordnung. Wenn man die entsprechenden Beiträge in Europa verfolgt, so gewinnt man den Eindruck, e s gehe darum, zwischen multilateraler Ordnung und Hegemonie zu wählen. Multilaterale Ordnung, das sei das, was die Europäer wollten: die Vorherrschaft des Rechts und die Anerkennung des Primats der Vereinten Nationen. Hegemonie sei das, was die USA verfolgten - eine Art institutionalisierte Form der amerikanischen Vorherrschaft. Die Behauptung dieses Gegensatzes zwischen den Ordnungsmächten Europas, unterstützt von den Ordnungsmächten Russland und China, auf der einen Seite und den die internationale Ordnung durch ihre Machtpolitik herausfordernden USA auf der anderen Seite ist politisch griffig. Allerdings lässt sich die Realität nicht in dieses einfache Erklärungsschema pressen. Es kann festgestellt werden, dass es keinesfalls grundsätzliche transatlantische Differenzen über die internationale Ordnung gibt. Tatsächlich besteht gerade zwischen den USA und Staaten wie Deutschland, den Niederlanden oder auch Großbritannien ein relativ breiter Konsens über die Notwendigkeit einer prinzipiell liberalen Ordnung. Die einzige Ausnahme stellt Frankreich dar, welches Fragen der internationalen Ordnung primär unter dem Gesichtspunkt der Machtbalance sieht (und da gilt es gegen die USA zu balancieren) und liberale sowie institutionalistische Ordnungskonzepte bestenfalls instrumentalisiert. (Quelle: Krause 2000).
3. Zum Hegemonie-Konzept aus der Sicht der Europäischen Integration
Das Verständnis von Hegemonie kann grundsätzlich nicht nur auf Weltordnungen, sondern auch auf föderale Gebilde auf regionaler Ebene angewandt werden, beispielsweise die Europäische Union (EU). Es sind aber einige konzeptionelle Modifikationen erforderlich: Erstens existiert in der EU keine Supermacht, die sich ausgehend auf eine dominante nationale Ökonomie stützen kann. Zweitens verfügen die Regime des „European governance“ im Vergleich zu den Regimen des „global governance“ über mehr regulative und verbindliche Interventionsformen, wodurch sich innerhalb der Strukturen des „europäischen Mehrebenensystems“ ein neuer netzwerkbasierter Steuerungsmodus herausbildet. Drittens sind die hegemonialen Strukturen in der EU dynamischer im Vergleich zu den globalen
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Arbeit zitieren:
Ginka Tchervenkova, 2004, Hegemonie im Kontext der Europäischen Integrationsprozesse, München, GRIN Verlag GmbH
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