INHALTSVERZEICHNIS
1. DEFINITION UND EINORDNUNG IN EIN FACH DER PSYCHOLOGIE 4
2. FORMEN DER EIFERSUCHT. 7
3. EMOTIONALE ZUSTÄNDE BEI EIFERSUCHT 11
4. DIE WICHTIGSTEN E IFERSUCHTSMOTIVE 15
5. EIFERSUCHT AUS EVOLUTIONSPSYCHOLOGISCHER PERSPEKTIVE18
5.1. MÄNNLICHE EIFERSUCHT. 18
5.2. WEIBLICHE EIFERSUCHT 19
6. EMPIRISCHE STUDIE N ZUM THEMA EIFERSUCHT. 20
6.2. TEISMAN MOSHNER (1978) 20
6.2. BUSS, LARSEN, WESTEN SEMMELROTH (1992): STUDIE I 20
6.3. BUUN,K ANGLEITNER, OUBAID BUSS (1996) 22
6.4. SHACKELFORD, BUSS BENNETT (2002) 23
6.5. DOUBLE-SHOUT-HYPOTHESE - DESTENO SALOVEY (1996) 25
6.6. WEITERE STUDIEN VON DAVID M. BUSS 27
6.6. FAZIT: 28
7. SCHLUSS. 29
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EINLEITUNG
Bei der Themenfindung für diese Hausarbeit hatte ich drei Gebiete zur Auswahl die mich interessierten. Da mir die Entscheidung sehr schwer fiel bat ich meinen Freund um Rat. Ich nannte ihm die Themen auch unter dem Aspekt, dass diese mit meiner Persönlichkeit und meinen Interessen Einklang finden sollte. Für ihn war sofort klar, dass nur eines auf mich zutrifft und er sagte „Na, das Thema Eifersucht ist doch genau das Richtige für Dich! Vielleicht kannst Du Dich ja dann selbst therapieren!“
Dies soll nun der Versuch sein, mich mit der Problematik, die ich leider selbst häufig an mir erfahre, auseinander zu setzen.
In dieser Hausarbeit möchte ich folgende Fragen beantworten. Wie wird Eifersucht definiert? Welche Formen der Eifersucht gibt es? In welchem emotionalen Zustand befindet sich der Eifersüchtige? In welchen Situationen tritt Eifersucht auf? Welches sind die wichtigsten Eifersuchtsmotive? Gibt es Unterschiede zwischen männlicher und weiblicher Eifersucht? Schlussendlich möchte ich noch einige ausgewählte empirische Studien vorstellen. In dieser Arbeit beziehe ich mich ausschließlich auf die Eifersucht im westlich industrialisierten Kulturkreis und beleuchte diese in einer partnerschaftlich heterogenen Beziehung. Die Eifersucht, die durch die Liebe zu Dingen hervorgerufen wird, bleibt hier unberücksichtigt. Nachdem ich im ersten Abschnitt die Eifersucht definiert und in ein Fach der Psychologie eingeordnet habe werde ich im zweiten Abschnitt verschiedene Formen der Eifersucht abgrenzen. Im Abschnitt 3 erläutere ich in welchem emotionalen Zustand sich der Eifersüchtige befindet, um dann im Abschnitt 4 verschiedene Eifersuchtsmotive aufzuzeigen. Im gesamten Abschnitt 5 erörtere ich, was die Eifersucht aus evolutionspsychologischer Perspektive für einen Zweck hat. Schlussendlich werde ich im Abschnitt 6 einige empirische Studien vor allem zu der Frage vorstellen, ob es einen Unterschied zwischen männlicher und weiblicher Eifersucht gibt.
In dieser Arbeit erhebe ich keinen Anspruch, das Thema „Eifersucht“ umfassend zu erörtern. Ich stütze mich bei meinen Ausführungen auf aktuelle Literatur von verschiedenen Experten, die auf dem Gebiet der Eifersucht fundiertes Wissen vorweisen können.
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1. Definition und Einordnung in ein Fach der Psychologie
Eifersucht - jeder Mensch wird dieses Gefühl kennen. Zum Beispiel aus der Kindheit, wenn ein Geschwisterchen geboren wurde und dieses plötzlich die „erste“ Position einnahm. Der Eifersüchtige fühlt sich der Zuwendung beraubt, die ihm sonst allein zukam. Doch vor allem wer in einer Partnerschaft lebt, wird, mit nur wenigen Ausnahmen, früher oder später mit diesem Gefühl konfrontiert werden.
Doch was ist eigentlich Eifersucht? Das deutsche Wort für Eifersucht geht auf den Stamm „Eifer“ zurück, was in Luthers Bibelübersetzung für zelus, „lieblicher Zorn“, „Zorn Gottest“, steht. Im 15. Jahrhundert findet sich „eifrig“ im Sinne von eifersüchtig gebraucht. Mögliche Grundlagen für das Wort Eifersucht kann das aramäische Wort „eivar“ sein, welches scharf, bitter bedeutet oder auch das englische Wort „afor“ mit der Bedeutung herb und scharf.
Shakespeare beschreibt es als ein „grüngeäugtes Scheusal, das selbst schafft die Speise, die es nährt“ (FISHER, HELE N: Anatomie der Liebe - Warum Paare sich binden, sich finden und auseinandergehen, München, 1993 S. 215). Helen Fisher ist Anthropologin und leitet ein Forschungsprogramm am American Museum of Natural History. Sie veröffentlichte ein Buch über die Evolution der Sexualität und definiert Eifersucht als einen Besitzanspruch am anderen Partner. Ihrer Meinung nach kann Eifersucht jeder Zeit auftreten, egal in welcher Phase der Beziehung sich das Paar befindet. „Ob die Menschen gerade bis über beide Ohren verliebt sind, ob sie ein enges Zusammengehörigkeitsgefühl entwickelt haben, ob sie selbst Seitensprünge begehen, den Partner sogar verlassen haben oder von ihm verlassen wurden ...“ (a.a.O, S. 215). Für Fisher steckt eine genetische Logik für das Aufflammen von Eifersucht (siehe Abschnitt 5). Frank Pittmann ist Psychiater und Familientherapeut sowie Fakultätsmitglied der Emory and Georgia State University. Er hat mehrere erfolgreiche Bücher zur Familientherapie geschrieben und aufgrund seiner Forschungen den Pre is American Family Therapy Association erhalten (PITTMAN, FRANK: Angenommen mein Partner geht fremd, Stuttgart, 1991) Pittmann definiert die Eifersucht als eine normale, angemessene und notwendige Emotion. Seiner Meinung nach drückt sie die Wahrnehmung von Distanz und Beeinträchtigung in einer Partnerschaft aus. Auch er geht davon aus, dass Eifersucht eng mit einer dritten Person verbunden ist. Sie signalisiert, dass jemand zwischen das Paar gedrungen ist und die Bindung sich zu lockern beginnt (PITTMAN, FRANK: Angenommen mein Partner geht fremd, Stuttgart, 1991, S. 83). Siegmund Freud schrieb in seinem Essay „Über einige neurotische Mechanismen bei Eifersucht, Paranoia und Homosexualität“ folgendes: „Die Eifersucht gehört zu den Affektzuständen, die man ähnlich wie Trauer als normal
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bezeichnen darf. Wo sie im Charakter und im Benehmen eines Menschen zu fehlen scheint, ist der Schluß gerechtfertigt, dass sie einer starken Verdrängung erlegen ist und darum im unbewussten Seelenleben eine um so größere Rolle spielt“ (PITTMAN, FRANK: Angenommen mein Partner geht fremd, Stuttgart, 1991, S. 83/84).
Andreas Bruck ist Kulturanthropologe und beschreibt in seinem Buch „Eifersucht bewältigen -Wege aus einem Interessenkonflikt“ (Opladen, 1992) folgendes: „Eifersüchtig nennen wir gemeinhin eine Person, die nicht damit einverstanden ist, wenn sie durch eine besondere Beziehung eines Verwandten, Freundes, Partners oder Gatten mit Dritten vernachlässigt, „betrogen“ oder bedroht wird - vermeintlich oder tatsächlich und nicht nur sexuell“ (S. 15). Er definiert die Eifersucht als einen Interessenkonflikt zwischen dem Wunsch der absoluten Treue einerseits und der Neugier nach der Untreue andererseits. Ursachen sind seiner Meinung nach nicht unbedingt Besitzdenken und mangelndes Selbstwertgefühl, sondern zahlreiche andere Motive wie z.B. der Erhalt der Beziehung, der Wunsch nach Einzigartigkeit, nach Gebrauchtwerden, nach Zuwendung usw. ( BRUCK, ANDREAS, Eifersucht bewältigen - Wege aus einem Interessenkonflikt, Opladen, 1992, S. 13).
In der Umgangssprache wird Eifersucht häufig mit Neid verwechselt. David M. Buss ist Professor für Psychologie an der University of Texas in Austin. Er hat auf den Gebieten Sexualität, Gefühle und Strategien der Partnerwahl intensiv geforscht ( BUSS; DAVID M., Wo Warst Du?, Reinbeck, 2003, S. 2). Er erklärt, dass der Unterschied zwischen Neid und Eifersucht darin besteht, dass ein neidischer Mensch etwas haben will, was ein anderer besitzt. Häufig handelt es sich um materielle Dinge . Ein eifersüchtiger Mensch jedoch hat Angst, einen Partner an einen Rivalen zu verlieren den er besitzt. (BUSS; DAVID M., Wo Warst Du?, Reinbeck, 2003, S. 47) Die Eifersucht ist eine Emotion und wird daher in der allgemeinen Psychologie behandelt. Hans-Peter Langfeldt schreibt in seinem Buch „Psychologie - Grundlagen und Perspektiven“ (München, 1993) zur Allgemeinen Psychologie „... hat das zum Forschungsgegenstand, was für alle Individuen zutrifft. Sie sucht nach allgemeinen Prinzipien, Regeln oder Gesetzmäßigkeiten. Ihre wichtigsten Forschungsfelder sind Wahrnehmung, Lernen, Gedächtnis, Denken, Motivation und Emotion. ...“. (S. 24)
Die Krankhafte Eifersucht (siehe Abschnitt 5) ist allerdings Bestandteil der klinischen Psychologie. Häufig fand ich in der Literatur den Begriff „Emotionspsychologie“. Dies führte mich ein wenig in die Irre, bis ich feststellte, dass die Emotionspsychologie ein Teil der Allgemeinen Psychologie darstellt.
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Es gibt noch viele weitere Definitionen zu dem Begriff Eifersucht, die alle aufzuführen den Rahmen sprengen würde. Eines haben sie jedoch alle gemeinsam. Die Angst den Partner zu verlieren, wird in allen Definitionen mehr oder weniger wörtlich genannt.
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2. Formen der Eifersucht
Wissenschaftler bezeichnen die in einer Freundscha ft und Ehe erlebte Eifersucht als romantische oder sexuelle Eifersucht ( OTTO, JÜRGEN H.; EULER, HARALD A.; MANDL, HEINZ: Emotionspsychologie - Ein Handbuch, Weinheim, 2000). Bei der Einteilung in Schweregrade und Formen sind sich die Experten jedoch nicht einig. So fand ich in der Literatur verschiedene Einteilungsgrade.
Freud unterscheidet 3 Schweregrade (FREUD 1922/1973 zitiert nach UHLICH, DIETER; MAYRING, PHILIPP: Psychologie der Emotionen, Stuttgart, S. 166):
„ - eine reale Rivalitätssituation, Trauer und Schmerz über ein verloren geglaubtes Liebesobjekt, feindselige Gefühle gegen den Rivalen, narzistische Kränkung, Selbstanklagen (»normale Eifersucht«);
- eigene reale Untreue oder Untreueantriebe werden verdrängt, werden auf den Partner projiziert (projizierte Eifersucht);
- eigene homosexuelle Tendenzen werden verdrängt und durch Umkehrung in Hass gegenüber dem Rivalen abgewehrt (wahnhafte Eifersucht)“
Diese Hypothesen sehen Uhlich und Mayring allerdings als hoch interpretierbar und nur durch Fallanalysen gestützt an. Durch empirische Arbeiten gesichert scheint allerdings „... ein Zusammenhang von Eifersucht mit geringem Selbstwertgefühl, Ängstlichkeit, Unsicherheit, Erregbarkeit, Dogmatismus und externaler Kontrollerwartung“ (UHLICH, DIETER; MAYRING, PHILIPP: Psychologie der Emotionen, Stuttgart, 2003, S. 166). Einige betrachten Eifersucht als eine kompakte Erfahrung ohne dabei verschiedene Grade abzugrenzen (z.B. Parrott & Smith, 1993, Sharpsteen, 1993 - zit. nach OTTO, JÜRGEN H.; EULER, HARALD A.; MANDL, HEINZ; 2000, S. 63). Andere wiederum unterscheiden zwischen antizipatorischer/verdächtigender Eifersucht und reaktiver/Fait accompli Eifersucht (z.B. Buunk, 1991; Hupka, 1991; Parrott, 1991 - zit. nach OTTO, JÜRGEN H.; EULER, HARALD A.; MANDL, HEINZ, Weinheim, 2000, S. 63). Der Unterschied besteht darin, dass bei der antizipatorischen Eifersucht das Gefühl auf einen Verdacht zurückzuführen ist (OTTO, JÜRGEN H.; EULER, HARALD A.; MANDL, HEINZ: Emotionspsychologie - Ein Handbuch, Weinheim, 2000, S. 63). Dies geschieht z.B., wenn der Partner häufiger als zuvor Telefonanrufe bekommt oder aber vermehrt Überstunden macht. Typische Kennzeichen dieser Form sind grübeln, hinterherspionieren, Argwohn und
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Wachsamkeit. Häufig führt dies auch zu einer dauerhaften Eifersucht, bei der versucht wird den anderen am Kontakt zum vermeintlichen Rivalen zu hindern. Freud spricht hier von der „neurotischen Eifersucht“ die er so beschrieb (2001): „... es ist die Annahme in jedem dem Partner einigermaßen sympathischen Menschen lauere der Rivale, und Verlassenwerden bedeute das Ende der Welt“. ( BERND REUSCHENBACH: Skript zum Seminar Emotionspsychologie, Universität Heidelberg, 2002, http://www.emotionspsychologie.uni-hd.de/emotio2003/ eifersucht.pdf, S. 136).
Bei der Fait accompli Eifersucht wurde jedoch ein wirklicher Betrug (Anm. d. A. - je nachdem welche Vereinbarung das Paar getroffen hat, kann ein Kuss ein wirklicher Betrug sein, oder aber auch erst der Geschlechtsakt) entdeckt (OTTO, JÜRGEN H.; EULER, HARALD A.; MANDL, HEINZ: Emotionspsychologie - Ein Handbuch, Weinheim, 2000). Laut Reuschenbach ist dies eine rationale Skepsis gegenüber dem Rivalen. ( BERND REUSCHENBACH: Skript zum Seminar Emotionspsychologie, Universität Heidelberg, 2002, http://www.emotionspsychologie.uni-hd.de/emotio2003/ eifersucht.pdf, S. 137)
Ulrich Mess und Annette Schmitt differenzieren in ihrer Studie „Eifersuchtstypen: Qualitative Unterschiede und differentielle Beziehungen zu Liebe, Bindung und Merkmalen der Liebesbeziehungen“ drei Eifersuchtstypen: die Verdachts,- Gewissheits- und Vernachlässigungseifersucht. (MESS; ULRICH, SCHMITT; ANNETTE, Emotionspsychologie - Theoretische Analysen und empirische Untersuchungen, Oldenburg, 2003, S. 156). Die Verdachts- und Gewissheitseifersucht ähnelt der Definition von antizipatorischer und Fait accompli Eifersucht. Schmitt und Mess bringen jedoch zusätzlich noch die Vernachlässigungseifersucht mit ein. Hier fühlt sich der Eifersüchtige vom Partner vernachlässigt, weil dieser einer 3. Person mehr Aufmerksamkeit schenkt und deutet dies als Treulosigkeit im Sinne von Illoyalität. Diese Form von Eifersucht wurde häufig in Beziehungen beobachtet, die noch nicht gefestigt und stabil sind und deshalb eine große Unsicherheit herrscht. (a.o.O., S. 156)
Zwar unterscheiden sich die Terminologien (zwischen Mess/Schmitt und Buunk, Hupka, Parrott), es besteht jedoch Einigkeit darüber, dass zwischen den Hinweisen auf die Untreue (Verdacht, Gewissheit) des Partners unterschieden werden sollte. (a.o.O., S. 156) Des weiteren diskutieren einige Autoren (BUSS, 1988; BUSS, LARSEN, WESTEN & SEMMELROTH, 1992; DALY, WILSON & WEGHORST, 1982; SYMSON, 1979 - zit. nach MESS; ULRICH, SCHMITT; ANNETTE, Oldenburg, 2003) über die Unterscheidung zwischen emotionaler und sexueller Eifersucht. Diese Auslegung ist vor allem auf die menschliche Evolution zurückzuführen. Auf die
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Arbeit zitieren:
Anja Schmidt, 2005, Eifersucht in der Partnerschaft, München, GRIN Verlag GmbH
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