Holzhalle nach DIN 1052:2004-08
University of Applied Science
Diplomarbeit von Martin Waitz WS 2005/2006
INHALTSVERZEICHNISS
EINLEITUNG 5
1
1.1 ALLGEMEINES UND INHALT 5
1.2 VERWEISE UND ABKÜRZUNGEN IN DER DIPLOMARBEIT 6
1.3 LITERATURVERZEICHNISS 6
1.4 EINFÜHRUNG IN DIE DIN 1052:2004-08 7
7
Allgemeines
7
Einwirkungen E (Lastannahmen)
7
Widerstände R
8
Nutzungsklassen NKL
8
Lasteinwirkungsdauer KLED
2 BEISPIEL HOLZHALLE 11
2.1 BESCHREIBUNG DER HALLE 11
2.2 ÜBERSICHT ÜBER DIE POSITIONEN POSITIONSPLAN 13
2.3 NACHWEISE 14
2.3.1 POS 1 KOPPELPFETTEN 14
14
Übersichtszeichnungen
15
Lastannahmen
15
Tragfähigkeit
16
Spannungsnachweis
17
Gebrauchstauglichkeit
20
Überkopplung
23
Konstruktive Anforderungen
24
Pfettenanschluss an die Binder
2.3.2 POS 2 RANDPFETTE AUSBILDUNG ALS GERBERPFETTE 28
28
Übersichtszeichnung
28
System
28
Lastannahmen
29
Tragfähigkeit
30
Gebrauchstauglichkeit
Seite 1 von 108
1 EINLEITUNG
1.1 ALLGEMEINES UND INHALT
Der Schwerpunkt dieser Arbeit liegt in der Erarbeitung und Anwendung der neuen
DIN 1052:2004-08. Dies wird anhand von statischen Nachweisen für eine Holzhalle
demonstriert.
Es ist bewusst darauf geachtet worden, den Anteil der statischen Berechnungen und der Ermittlungen der Schnittgrößen so gering wie möglich zu halten, um die Nachweise hervorzuheben. Völlig darauf zu verzichten, wie dies in bestimmter Fachliteratur die Regel ist, halte ich für nicht praxisnah.
Um trotzdem realistische Schnittgrößen und Lastannahmen zu verwenden, beruhen diese in Teilen der Arbeit auf Berechnungen mit dem Statikprogramm RSTAB der Firma Dlubal.
In 1.4 wird nur kurz das neue Bemessungskonzept der DIN 1052:2004-08 angesprochen, da dieses Bemessungskonzept bereits in der DIN 1045 und
DIN 18 800 in der Fachhochschule zur Anwendung kam.
Der maßgebliche Teil der Diplomarbeit besteht aus den Trag- und Gebrauchs- tauglichkeitsnachweisen der wichtigsten Hölzer und Verbindungsmittel sowie aus den Stabilitätsberechnungen der Halle.
1.2 VERWEISE UND ABKÜRZUNGEN IN DER DIPLOMARBEIT
(9.2) Artikel in der DIN 1052:2004-08 (9.2 (1)) Artikel und Satz in der DIN 1052:2004-08 (40) Gleichung Nr. in der DIN 1052:2004-08 (Tab. 10) entsprechende Tabelle in der DIN 1052:2004-08 steht für „Nachweis erbracht“
Bei aus Fachliteratur entnommenen Grafiken, Abbildungen etc. ist ein Verweis auf die jeweilige Herkunftsliteratur angegeben.
1.3 LITERATURVERZEICHNISS
Der Arbeit liegt die neue DIN 1052:2004-08 zugrunde sowie die folgende Fachliteratur:
• [1] Holzbau Taschenbuch; Bemessungsbeispiele nach DIN 1052 Ausgabe 2004 in der 10. Auflage im Ernst & Sohn Verlag, herausgegeben von Univ.-Prof. a.D. Dipl.-Ing. Claus Scheer, Dr.-Ing. Mandy Peter und Dipl.-Ing. Stefan Stöhr
• [2] Holzbau; Grundlagen und Bemessungshilfen nach der neuen DIN 1052,
1. Auflage 2004 im Vieweg Verlag, von François Colling
• [3] Holzbau-Beispiele; Musterlösungen, Formelsammlung und Bemessungstabellen nach der neuen DIN 1052, 1. Auflage 2004 im Vieweg Verlag, von François Colling
• [4] Holzbau 2, Dach- und Hallentragwerke nach DIN 1052 (neu 2004) und Eurocode 5, 3. Auflage 2005 im Springer Verlag, von Prof. Dr. sc. Techn. Karlheinz Zimmer und Dr.-Ing. Karin Lißner
• [5] Holzbau Handbuch, Broschüren vom Informationsdienst Holz
• [6] Bautabellen für Ingenieure, 16. Auflage 2004, Schneider
1.4 EINFÜHRUNG IN DIE DIN 1052:2004-08
Allgemeines
Mit der neuen DIN 1052 wird das bisherige Bemessungsverfahren mit zulässigen Spannungen, durch ein Verfahren der Bemessung nach Grenzzuständen der Tragfähigkeit und der Gebrauchstauglichkeit nach einem semiprobabilistischen Konzept, abgelöst. Semiprobabilistisch bedeutet, dass das Prinzip von Ursache und Wirkung nur teilweise oder halb (semi) beachtet wird. Es wird also nicht die direkte Wirkung auf die Ursache untersucht. Dies wirkt sich z.B. in der Anwendung von Teilsicherheitsbeiwerten aus.
Prinzipielles Vorgehen:
E i n w i r k u n g e n E w e r d e n m i t W i d e r s t ä n d e n R v e r g l i c h e n .
Einwirkungen E (Lastannahmen)
Für die Anwendung der DIN 1052:2004-08 gilt das in DIN 1055-100 festgelegte Sicherheitskonzept. Angaben zu den Einwirkungen enthalten die Normen der Reihe
DIN 1055. Dabei werden die charakteristischen Einwirkungen mit Teilsicherheits-
beiwerten multipliziert. Am statischem System werden dazu Schnittgrößen E k errechnet.
Eine Baustoffeigenschaft wird durch einen charakteristischen Wert X k angegeben, der im Allgemeinen einem Quantilwert, also einer angenommenen statistischen Verteilung der betrachteten Eigenschaft, entspricht. Dabei wird der Wert des charakteristischen Widerstandes durch den Teilsicherheitsbeiwert dividiert.
Der Bemesungswert X d ergibt sich im Allgemeinen:
γ
⋅
=
X
d
k mod hängt ab von:
• Nutzungsklassen NKL
• Lasteinwirkungsdauer KLED
Die Nutzungsklasse NKL (7.1.1) drückt die klimatischen Verhältnisse in der Umgebung des Bauwerks während einer Nutzungsdauer aus. Es gibt drei Nutzungsklassen, wobei diese sich in der relativen Luftfeuchte der umgebenden Luft und der sich daraus ergebenden Ausgleichsfeuchte in den Holzbauteilen unterscheiden.
In der Diplomarbeit wird die Nutzungsklasse 2 angenommen. Dies bedeutet nach (7.1.1 (3)) eine Holzfeuchte, die einer Temperatur von 20 °C und einer relativen Luftfeuchte der umgebenden Luft entspricht, die nur für einige Wochen pro Jahr einen Wert von 85 % übersteigt. Die Ausgleichsfeuchte beträgt dabei weniger als
20 %.
Lasteinwirkungsdauer KLED
Die Klassen der Lasteinwirkungsdauer ergeben sich aus Tabelle 3 und Tabelle 4. Den Werten der Einwirkungen nach DIN 1055 werden in Tabelle 4 Klassen der Lasteinwirkungsdauer zugeordnet. Bei Lastkombinationen wird die kürzeste Dauer maßgebend.
Abbildung 1: Darstellung des allgemeinen Verfahrens der Bemessung von Holzbauteilen und
Verbindungen, aus [1]
2 BEISPIEL HOLZHALLE
2.1 BESCHREIBUNG DER HALLE
Um die DIN 1052:2004-08 praxisnah zu erarbeiten, wurde als Beispiel eine Holzhalle mit üblichen Spannweiten gewählt. Die Halle ist durch einen Satteldachträger mit einem gekrümmten unteren Rand und einer Dachneigung von 10° charakterisiert.
Der Satteldachträger ist an den Enden nicht wie üblich gelenkig an den Stützen angeschlossen, sondern wird mit Dübelkreisen biegesteif an einer Rahmenstütze befestigt.
Dies hat den Vorteil, dass diese Rahmenkonstruktion die Queraussteifung komplett übernehmen kann. Die Giebelwände sind dadurch frei von Schubkräften aus Wind- bzw. Stabilitätskräften. Zum Zweiten ist das Moment am First wesentlich geringer, und damit auch die aufzunehmenden Querzugkräfte im Firstquerschnitt des Sattel- dachträgers.
Die Halle kann beliebig verlängert werden, da an den Giebelwänden die gleichen Satteldachträger eingebaut werden wie in den Innenfeldern.
Die Dachkonstruktion besteht aus Koppelpfetten sowie am Rand aus Gerberpfetten, auf denen Sandwichplatten als Dachhaut dienen.
In Längsrichtung wird die Halle mit aufgenagelten Spanplatten ausgesteift. Im Dach werden Kreuzverbände aus Stahl zur Ableitung der Windkräfte angeordnet.
Die Stützen, die gelenkig auf einem Betonfundament aufsetzen, bestehen aus einem mehrteilig zusammengesetzten Querschnitt aus Brettschichtholz.
Die Abmessungen der Halle betragen:
Spannweite: ca. 20 m
Länge: ca. 30 m
Höhe: ca. 12 m
Abbildung 3: Isometrie / Abmessungen der Halle
2.3 NACHWEISE
2.3.1 POS.1 KOPPELPFETTEN
Abbildung 5: Isometrie / Übersicht über die Pfettenkonstruktion
Abbildung 6: Draufsicht / Koppelpfetten
demnach weg.
Zusammenstellung der Lasten:
≈ = + ⋅ =
2 m / kN , m / kN , m / kN , m , m / kN , g k 5 0 494 0 15 0 72 1 2 0
= ⋅ =
2 kN , m , m / kN , s k 58 2 72 1 5 1
Da nur eine veränderliche Last vorhanden ist, müssen keine Lastkombinationen
berechnet werden.
= ° ⋅ = m / kN , sin , q 79 0 10 575 4
d , II
= ° ⋅ = m / kN , cos , q 51 4 10 575 4
⊥ d ,
Bemessungswert der Festigkeit:
⋅ ² mm / N , 24 9 0
M = γ
= =
3 1,
² mm / N , f d 65 16
. m , 3 1
Bemessungsmaßgebende Momente:
Die Koppelpfetten werden wie „normale“ Durchlaufträger gerechnet, n=6.
= ⋅ ⋅ =
2
kNm , , , , M 79 8 0 5 51 4 078 0
d , y
Im Endfeld:
⋅ =
, M 078 0
d , z
= ⋅ ⋅ =
2 kNm , , , , M 19 5 0 5 51 4 046 0
d , y
Im Innenfeld:
⋅ = , M 046 0
d , z
Dimensionierung der Pfetten ( gewählte h = 20 cm ) über Biegespannung:
+
M M
d , z d , y
≥
W erf
y
f
d , m
+
⋅
54 1 79 8
, , 620 6
⋅
10 65 16
, 20
Gewählter Querschnitt b/h: 12/20 cm
Querschnittswerte:
= = =
4
8000 800 240 cm I ³ cm W ² cm A
y
=
480 I ³ cm W
z
⋅
+
, , 366 6
91 0 19 5
⋅
, 20
10 65 16
Gewählter Querschnitt b/h: 8/20 cm
Querschnittswerte:
= = =
4
5333 533 160 cm I ³ cm W ² cm A
y
=
213 I ³ cm W
z
≤ = bei (10.3.2 (7))
140
1 k
m
2 b
⋅ ⋅
3 3
480 10 54 1 800 10 79 8 / , / ,
⋅ ⋅
3 3
213 10 91 0 533 10 19 5 / , / ,
Die Pfetten müssen darüberhinaus Stabilitätsaufgaben übernehmen, die in
Pos. 9 näher behandelt werden. Eine leichte Überdimensionierung wird daher vorerst
akzeptiert.
=
2
1100 cm / kN E mean
,
0
Im Endfeld: b/h = 12/20 I y =8000 cm 4 I z =2880 cm 4
Im Innenfeld: b/h = 8/20 I y =5333 cm 4 I z =853 cm 4
Die Verformungen werden auf der Basis von 8.3 berechnet, wobei nach 8.3 (3) der Einfluss des Kriechens nur berücksichtigt werden muss, wenn der Bemessungs- wert des ständigen Lastanteils 70% des Bemessungswertes der Gesamtlast über- schreitet. Da dies nicht der Fall ist, wird das Kriechen des Holzes nicht berück- sichtigt.
Überkopplung
Quote paper:
Martin Waitz, 2005, Holzbau nach DIN 1052:2004-08, Munich, GRIN Publishing GmbH
This text can be quoted and accessed from this url:
Embed
DOI
Integrationsmöglichkeiten für das Boxen im Schweizer Schulsport
Sport - Sport Pedagogy, Didactics
Diploma Thesis, 138 Pages
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Für MS Word 2007 - dotx
Presentations, Models, Tutorials, Instructions
Elaboration, 25 Pages
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Bibliografieren - Reden - Schr...
Presentations, Models, Tutorials, Instructions
Script, 46 Pages
Martin Waitz has published the text Holzbau nach DIN 1052:2004-08
Martin Waitz has uploaded a new text
Holzbau-Taschenbuch. Bemessungsbeispiele nach der neuen DIN 1052
Robert von Halasz, Claus Scheer, Gernot Rambow
DIN 1052 Praxishandbuch Holzbau
DIN 1052 im Volltext
Karin Lißner, Ansgar Felkel, Klaus Hemmer, Borimir Radovic, Wolfgang Rug, Dieter Steinmetz
Entwurf, Berechnung und Bemess...
Hans Joachim Blaß, Jürgen Ehlbeck, Heinrich Kreuzinger, Günter Steck
Ingenieurholzbau nach DIN 1052
Einführung mit Beispielen
Klausjürgen Becker, Hans Joachim Blaß
The Saljuqnama of Zahir Al-Din Nihapuri
Zahir Al-Din Nihapuri, A. H. Morton, Zahir Al-Din Nihapuri
0 comments