II
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Quellenteil. 4
2.1 Plutarch. Auszüge aus Demetrios und Antonius. Buch 53-60. 4
2.2 Cassius Dio. 32-31 v.Chr. Buch 50, 1-14. 4
3. Die Anfänge des Propagandakrieges zwischen Marcus Antonius und
Octavian bis 34 v.Chr. 4
3.1 Die Entscheidung des Marcus Antonius für Kleopatra 5
3.2 Die Apotheose („Vergöttlichung“) der Triumvirn 7
3.3 Die Rolle der Kleopatra 8
4. Der Propagandakrieg 34 v. Chr.-32 v.Chr. 9
4.1 Die „Alexandrische Schenkung“ und die Reaktion in Rom. 9
4.2 Die Gründe für die Eskalation des Propagandakrieges 10
4.3 Die Senatsrede des Sosius in Rom und ihre Folgen. 11
4.4 Ephesos, Samos und die Diskussionen um Kleopatra 12
4.5 Der Bruch zwischen Marcus Antonius und Octavian. 13
4.6 Das Testament des Marcus Antonius 14
4.7 Die Kriegserklärung an Kleopatra und der Treueid des Westens 16
5. Schlußbemerkung 17
6. Quellen- und Literaturverzeichnis 19
1. Einleitung
An den Iden des Märzes 44 v.Chr. wurde Julius Caesar. Octavian, adoptierter Sohn Caesars, wollte 44 v.Chr sein rechtmäßiges Erbe antreten. Er traf auf den Widerstand des Marcus Antonius. In der Schlacht bei Mutina (43 v.Chr.) wurde er jedoch von Octavian und den beiden Konsuln des Jahres besiegt. Bei Bolonia kam es zu einer Einigung der Rivalen, wo zusammen mit Lepidus das Zweite Triumvirat gegründet wurde. Ab 41 v.Chr. verweilte Antonius in seinen Provinzen im Osten und Octavian i m Westen. Beide Triumvirn versuchten ihre Stellung in den Provinzen zustärken. Eine Auseinandersetzung der beiden schien vorprogrammiert. In den folgenden 10 Jahren versuchten beide die Stellung des anderen durch Propaganda zu schwächen.
Der Propagandakrieg zwischen Antonius und Octavian ist das Thema meiner Hausarbeit. Allgemein versuche ich zu klären, wie sich Propaganda in der Antike abspielte, welche Hilfsmittel benutzt wurden und welche Auswirkungen sie auf das Volk hatte. Dazu werde ich zunächst auf a usgewählte Quellen eingehen, sie kurz vorstellen und einordnen. Im zweiten Teil der Arbeit wird eine Einführung in Form eines kurzen Überblicks über die Geschehnisse und die Propaganda bis 34 v.Chr. gegeben. Danach werde ich die „Vergöttlichung“ der Triumvirn und die Rolle der Kleopatra erläutern und daran die Auswirkungen im Hinblick auf den Propagandakrieg darstellen. Der Schwerpunkt meiner Arbeit liegt auf den Jahren 34-32 v.Chr.. Da der Propagandakrieg sich eng an den politischen Ereignissen orientiert, werde ich versuchen, diese detailliert darzustellen und die Auswirkungen der Propaganda auf das Volk zu erläutern. Die Härte mit der der Propagandakrieg geführt wurde lässt erahnen, dass beide Rivalen ihre Position stärken mussten, um in der entscheidenen Auseinandersetzung ein großes Potential an treuen Verbündeten an ihrer Seite zu haben.
2. Quellenteil
2.1 Plutarch. Auszüge aus Demetrios und Antonius. Buch 53-60.
Plutarch war einer der bedeutensten griechischen Schriftsteller und lebte ca. von 46-120 n.Chr in Chaironeia/Böotien. Er verglich griechische und römische Persönlichkeiten. Eine feindliche Gesinnung gegenüber Marcus Antonius wird ihm nachgesagt. Die ausgesuchten Textauszüge behandeln die
Auseinandersetzung der Triumvirn. Sie beginnen mit der Reise Octavias zu Marcus Antonius und enden mit der Kriegserklärung an Kleopatra. Plutarch geht jedoch nicht auf die Rede des Sosius ein. 1 .
2.2 Cassius Dio. 32-31 v.Chr. Buch 50, 1-14.
Cassius Dio wurde um ca. 150-235 n.Chr. in Nikaia/Bithynien geboren. Er war ein hoher Staatsbeamter und schrieb eine römische Geschichte in 80 Bänden, in der er auch seine eigene politische Meinung darstellte. Obwohl er im rhetorischen Stil der Antike schrieb, besitzen seine Darstellungen einen hohen Quellenwert. Er war Marcus Antonius unfreundlich gesinnt und behandelt in den ausgewählten Textausschnitten hauptsächlich das Jahr 32, stellt aber die Gründe für die Auseinandersetzung kurz am Anfang dar. Der Scheidungsbrief an die Octavia wird nicht erwähnt. Bei seiner Darstellung beschreibt er viele mythische Zeichen, die den Ausgang der Schlacht vorhersagten, auf die ich nicht näher eingehen werde 2 .
3. Die Anfänge des Propagandakrieges zwischen Marcus
Antonius und Octavian bis 34 v.Chr.
Die Propaganda der Triumvirn diente seit 41 v.Chr. zur Verwirklichung ihrer Ziele. In den Anfangsjahren war das Hauptziel, den Gegner persönlich anzugreifen, um ihn in seiner „auctoritas“ zu schwächen. Dazu benutzte man
1 Vgl.: Rüegg, W.: Plutarch - Große Griechen und Römer. Band V. Übersetzt von Ziegler, K. Zürich 1960. (künftig zitiert als: Plutarch.). S.352-361.
2 Vgl.: Andersen, C. u.a. (Hrsg.): Cassius Dio - Römische Geschichte. Band III. Übersetzt von Veh, O. München1985. (künftig zitiert als: Dio.). S.309-329.
Reden, Anspielungen 3 , Flugblätter und Schmähschriften. Selbst intime Angelegenheiten wurden offen dargelegt. So warf Octavian dem Antonius Doppelehe, Treulosigkeit, Wollust, Abhängigkeit zu einer fremdländischen Frau 4 , Unmoral, Trunksucht und die Vernachlässigung der Octavia vor 5 . Des weiteren zog Octavian die stilistische Unsicherheit des Antonius ins Lächerliche und warf ihm Streben zum hellenistischen Göttertums vor 6 . Antonius bezichtigte ihn der Feigheit vor dem Feind und bezog sich dabei auf das militärische Versagen bei Phillippi. Weiterhin verbreitete er Gerüchte über die niedere Abstammung des Octavian. Diese persönlichen Angriffspunkte waren während des gesamten Propagandakrieges aktuell und eskalierten nach der Senatsrede des Sosius.
3.1 Die Entscheidung des Marcus Antonius für Kleopatra
Durch das Zurückschicken der Octavia, nach dem Scheitern des Partherkrieges, hatte Antonius sich für Kleopatra entschieden. Dies bot Octavian eine hervorragende Gelegenheit seine Propaganda darzustellen 7 . Die Entscheidung für Kleopatra ist nachvollziehbar, da er seit dem Vertrag von Tarent auf die Provinzen im Osten fixiert war 8 und der Westen für ihn verloren schien 9 . In der Literatur gibt es jedoch differenzierte Betrachtungsweisen. Volkmann und Tarn vertreten die Meinung, daß er Kleopatra einfach hätte absetzen können, um Ägypten zur Provinz zu machen, doch seine Liebe zu ihr verhinderte das 10 . Er entschied sich für Kleopatra, weil er nur mit dem Reichtum des Ostens seine Ziele verwirklichen
3 Vgl.: Volkmann, H.: Kleopatra. Politik und Propaganda. München 1953.. (künftig zitiert als: Volkmann.). S.150
4 Vgl.: Volkmann. S.135. „...neuer Dionysos Sklave einer Frau...“. Vgl.: Carter, J.M.: Die Schlacht bei Actium. Aufstieg und Triumph des Kaisers Augustus. Wiesbaden 1972 (engl. Originalausgabe: London 1970). (künftig zitiert als: Carter.). S.199.: Demnach war Marcus Antonius ihr nicht verfallen, sondern ein kühner Politiker der Gefühl und Politik trennen kann.
5 Vgl.: Volkmann.: S.128ff.
6 Vgl.: Volkmann. S.151ff.
7 Plutarch.53.; Vgl.: Volkmann. S.134.
8 Vgl.: Bengtson, H.: Marcus Antonius. Triumvir und Herrscher des Orients. München 1977. . (künftig zitiert als: Bengtson.).
9 Vgl.: Bleicken, J.: Geschichte der römischen Republik. Oldenbourg Grundriss der Geschichte Band 2. München 1992. (künftig zitiert als: Bleicken.). S.120.
10 Vgl.: Volkmann. S.122
könne 11 . In Propyläen - Weltgeschichte wird darauf hingewiesen, daß Antonius Ägypten nicht zur Provinz machen konnte, da dieser Weg nur über Rom möglich war und der ihm durch Octavian versperrt wurde 12 .Bleicken glaubte jedoch, daß er leidenschaftlich in Kleopatra verliebt sei und deshalb keine rational politischen Entscheidungen treffen könne. 13 . Dem widerspricht Carters Aussage, der Antonius als souveränen Politiker darstellt, der sich nicht von Gefühlen leiten läßt 14 .. Die Zurücksendung der Octavia sollte allerdings keine aggressive Handlung sein, wie Octavian hoffte 15 , sondern seine Unabhängigkeitserklärung gegenüber dem Westen 16 . Die römische Bevölkerung reagierte auf die Zurücksendung empört. Diese Stimmung wurde durch Octavians Propaganda verstärkt, der seine Schwester mit den hohen Ehren Vestalischer Jungfrauen auszeichnete: Unverletzbarkeit, Befreiung von der Vormundschaft und das Recht, Bildnisse aufstellen zu dürfen. Diese Auszeichnung stellte seine Schwester über die anderen römischen Frauen. Sie war das Symbol für „römische Reinheit“ geworden 17 . Durch das „schriftliche“ Zurückschicken, fühlten sich die Römer deshalb auch in ihrer Ehre verletzt, weil Antonius´ Wahl auf eine „Nicht-Römerin“ fiel. Da Octavia sich trotzdem noch als die rechtmäßige Gemahlin des Antonius fühlte, versorgte sie weiterhin seine Kinder 18 . Das verstärkte ungewollt die Verachtung für Antonius 19 und der Haß auf ihn wuchs 20 . In den Anfangsjahren des Propagandakrieges waren trotz aller
Meinungsverschiedenheiten immer wieder eine Annäherungen der Triumvirn möglich, ab 33 v.Chr. entbrannte der Konflikt in voller Stärke. Im weiteren
11 Vgl.: Volkmann. S.136.
12 Mann, G/ Heuss, A.(Hrsg): Propyläen-Weltgeschichte, Bd. 4: Rom. Die römische Welt. Autoren des republikanischen Teils: J.Bleiken, W. Hoffmann, A. Heuss. Berlin 1963. (künftig zitiert als: Mann.). S.313f.
13 Vgl.: Bleicken. S.117.
14 Vgl.: Carter. S.199f.
15 Plutarch.53.
16 Vgl.: Carter. S.199f.
17 Vgl.: Volkmann. S.138.
18 Vgl.: Tarn, W.W./Charlesworth, M.P.: Octavian, Antonius und Kleopatra. München 1967. (künftig zitiert als: Tarn.). S.117
19 Vgl.: Tarn. S.117
20 Plutarch.54.
Arbeit zitieren:
Marc-André Kaufhold, 1997, Der Propagandakrieg zwischen Antonius und Octavian im Hinblick auf die Situation des hellenistischen Ostens, München, GRIN Verlag GmbH
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