Inhaltsverzeichnis
0. Einleitung
01
1. Die deutsche Bevölkerungsentwicklung 02
1.1 Allgemein 02
1.2 Einflussfaktoren auf die Bevölkerungsentwicklung 02
1.3 Die Bevölkerungsentwicklung Deutschlands im 03
historischen Überblick
1.3.1 Die Bevölkerungsentwicklung Deutschlands vor 03
dem Zweiten Weltkrieg
04
1.3.2 Die Bevölkerungsentwicklung Westdeutschlands
nach dem Zweiten Weltkrieg
07
1.3.3 Die Bevölkerungsentwicklung Ostdeutschlands
nach dem Zweiten Weltkrieg
1.3.4 Die Bevölkerungsentwicklung Gesamtdeutschlands 07
nach der Wiedervereinigung
08
1.4 Entwicklung der Geburtenzahlen
1.5 Formen des partnerschaftlichen Zusammenlebens 12
1.6 Migration 14
1.7 Sterblichkeit und Lebenserwartung 16
2. Ökonomische und soziale Konsequenzen des demographischen Wandels 20
2.1 auf die Personen im Erwerbsalter 20
2.2 auf den Bildungsbereich 21
2.3 auf den Bereich Gesundheit und Pflege 22
2.4 auf die Sicherheit der Rentenansprüche 22
3. Prognosen zur deutschen Bevölkerungsentwicklung 24
3.1 Voraussagen bis 2050 24
3 2 Politische Handlungsoptionen 26
3.2.1 Familienpolitische Maßnahmen 26
3.2.2 Zuwanderung 28
3.2.3 Auswege 28
4. Schlussbetrachtung 30
Literaturverzeichnis
Erklärung
Einleitung
Deutschland befindet sich seit Jahren inmitten eines folgenschweren Umbruchs, dem demographischen Wandel. Dieser Strukturwandel ist in unseren Lebensumständen allgegenwärtig, was ihn für jeden Einzelnen bedeutsam macht. Die Überalterung der Gesellschaft ist zu einer kollektiven gesellschaftlichen Herausforderung geworden, der sich Deutschland unverzüglich stellen muss. Dieser Prozess betrifft die Politik ebenso wie die Wirtschaft, die Soziologie, das Renten- und Gesundheitswesen sowie viele weitere Bereiche. Um der erheblichen Bevölkerungsabnahme, den Geburtenrückgängen sowie der Alterung der Gesellschaft entsprechend begegnen zu können, ist es zwingend notwendig, diese Entwicklungsprozesse zu kennen und zu verstehen.
Aus diesem Grund soll mit dieser Arbeit zunächst ein Überblick über die historische Bevölkerungsentwicklung Deutschlands gegeben werden. Es soll aufgezeigt werden, welche Entwicklungen in der ehemaligen Bundesrepublik Deutschland und Deutschen Demokratischen Republik stattfanden und wie sich diese Bevölkerungsentwicklung nach der Wiedervereinigung fortsetzte.
Im zweiten Teil soll ein Ausblick auf die zukünftige Bevölkerungsentwicklung anhand von Prognosen bis zum Jahr 2050 gegeben werden. Dabei soll geklärt werden, ob es Möglichkeiten gibt, der aktuelle Bevölkerungsproblematik, beispielsweise in Form von Zuwanderung, zu begegnen. Abschließend werden einige politische Handlungsoptionen näher erläutert.
1
1. Die deutsche Bevölkerungsentwicklung
1.1 Allgemein
Unter Bevölkerung ist die Gesamtheit der Einwohner eines nach bestimmten Gesichtspunkten abgegrenzten Gebietes - zum Beispiel Staat, Bundesland, Region, Gemeinde - zu verstehen. 1 Seit 1950 gehören in der Bundesrepublik Deutschland zur Bevölkerung einer territorialen Einheit all jene Personen, die ihren ständigen Wohnsitz in einer bestimmten Gemeinde haben oder dort wohnberechtigt sind. Diese Konzeption ist an das Verwaltungsrecht gebunden. Folglich werden ebenso Ausländer bei der Berechnung der Bevölkerungszahlen mit berücksichtigt. Hingegen zählen die Angehörigen ausländischer Stationierungsstreitkräfte sowie ausländischer diplomatischer und konsularischer Vertretungen sowie deren Familienangehörige nicht zur Bevölkerung. 2 Das Melderechtsrahmengesetz aus dem Jahre 1980 und dessen Änderung von 1994 definieren die hauptsächlich 3 genutzte Wohnung des Einwohners als seinen ständigen Wohnsitz beziehungsweise seinen Hauptwohnsitz.
Grundlagen der bundesdeutschen Bevölkerungsstatistik sind Volkszählungen, wie sie beispielsweise 1950, 1961 sowie 1987 durchgeführt wurden. Diese werden laufend fortgeschrieben und ermöglichen dadurch eine ununterbrochene Analyse der Bevölkerungsentwicklung. 4 Diese Fortschreibung basiert auf Statistiken der natürlichen sowie der wanderungsbedingten Bevölkerungsentwicklung.
Welche Faktoren sich auf die Bevölkerungsentwicklung der Bundesrepublik Deutschland, der Deutschen Demokratischen Republik sowie auf das wiedervereinigte Deutschland nach 1990 auswirkten und bis heute auswirken, soll im Folgenden dargestellt werden.
1.2 Einflussfaktoren auf die Bevölkerungsentwicklung
Zur Beschreibung und Analyse der Bevölkerungsentwicklung ist es hilfreich, einzelne Entwicklungen zu betrachten, die auf das Bevölkerungswachstum einwirken. Zum einen
1 vgl. im Internet: http://www.supplement.de/geographie/humgeo/bevoelk.html (28.08.05)
2 vgl. Statistisches Bundesamt, 1995, S.43
3 das bedeutet hier mehr als 6 Monate pro Jahr
4 vgl. Bähr, 1992, S. 24
2
bestimmen die Nettoreproduktionsraten (TFR) beziehungsweise die Geburtenziffern je Frau in entscheidender Weise mit, wie sich die Bevölkerungszahlen entwickeln. Zum anderen finden weitere Aspekte, wie die Formen des partnerschaftlichen Zusammenlebens, Heirats- und Scheidungshäufigkeit in einer bestimmten Gesellschaft, Migration sowie Lebenserwartung Berücksichtigung. In industrialisierten Gesellschaften gilt ein Bevölkerungsrückgang besonders im Hinblick auf soziale Sicherungssysteme als problematisch und destabilisierend. Migration, Nettoreproduktionsrate, Lebenserwartung und Formen des Zusammenlebens können daher als „Indikatoren einer Krise“ bezeichnet werden, sofern diese in einer für das Bevölkerungswachstum negativen Ausprägung zu finden sind. 5 Sie wirken unmittelbar auf die Bevölkerungsentwicklung ein.
1.3 Die Bevölkerungsentwicklung Deutschlands im historischen Überblick
1.3.1 Die Bevölkerungsentwicklung Deutschlands vor dem Zweiten Weltkrieg
Die deutsche 6 Bevölkerungsentwicklung des letzten Jahrhunderts wurde im besonderen Maße durch die beiden verheerenden Weltkriege bestimmt. Aufgrund von Flucht, Vertreibung, materiellen Nöten und vor allem der großen Zahl an Kriegsopfern kam es zu außerordentlich starken Verschiebungen in der Bevölkerungsstruktur. Beispielsweise wurden im Jahr 1918 200.000 Deutsche aus Elsass-Lothringen ausgewiesen. In den Jahren 1919-1922 wanderten ca. 1.000.000 Deutsche aus Westpreußen, Posen und Ostoberschlesien aus. Unter der Herrschaft der Nationalsozialisten wurden etwa 500.000 deutsche Staatsangehörige jüdischer Herkunft beziehungsweise jüdischen Glaubens, politische Gegner, Roma und Sinti ermordet, wobei die Gesamtzahl der Holocaust-Opfer bei ca. 6 Millionen Menschen liegt. Volksdeutsche aus dem Baltikum wurden ab 1940 umgesiedelt. Im Anschluss an den Zweiten Weltkrieg flohen mehr als vier Millionen Ostpreußen, Schlesier, Pommern und Ostbrandenburger Richtung Westen. In Folge des Potsdamer Abkommens wurden ca. 3,5 Millionen von ihnen ausgesiedelt. Bei Flucht-und Vertreibungsbewegungen kamen vermutlich zwei Millionen Menschen ums Leben - dazu muss außerdem die große Zahl der Kriegstoten gerechnet werden 7
5 vgl. Mayer, 1999, S.75
6 Als Deutschland sollen hier entweder gemeinsam die ehemalige BRD und DDR oder das wiedervereinigte
Deutschland bezeichnet werden
7 vgl. Thränhardt, 2000, S.32
3
1.3.2 Die Bevölkerungsentwicklung Westdeutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg
Die Bevölkerungsentwicklung in der Bundesrepublik lässt sich in drei Phasen gliedern: Einer Wachstumsphase von ungefähr drei Jahrzehnten (1945-1974) folgte ein Jahrzehnt (1974-1986) der Stagnation mit teilweise rückläufigen Entwicklungen. Ab 1986 nahm die Bevölkerung wieder zu.
Abb. 1:
Quelle: Geißler, 1996, S. 334
In der Wachstumsphase setzte sich das seit ca. 150 Jahren in Deutschland zu beobachtende Bevölkerungswachstum bis Mitte der 70er Jahr fort. Dabei stieg die Einwohnerzahl von 46 Millionen im Jahr 1946 auf über 62 Millionen im Jahr 1974. 8 Ein Grund für diese Entwicklung sind die vergleichsweise hohen und bis 1964 ansteigenden Geburtenzahlen, der sogenannte „Babyboom“ und die daraufhin folgenden Geburtenüberschüsse, der sogenannte „Geburtenberg“, bis 1972. Zusätzlich fallen besonders die drei Einwanderungswellen der Vertriebenen, DDR-
8 vgl.Geißler, 1996, S. 334
4
Flüchtlinge und Ausländer ins Gewicht. Zwischen 1944 und 1950 strömten ungefähr acht Millionen Vertriebene aus den ehemals deutschen Ostgebieten in die Westzonen. Zwischen 1950 und 1961 folgten ungefähr zweieinhalb Millionen DDR-Bürger sowie zwischen 1961 und 1974 circa 3,5 Millionen Ausländer. 9 Der erzwungene Stopp der Zuwanderung aus der DDR durch die Absperrung der deutsch-deutschen Grenze im Jahr 1961 sowie der zunehmende Mangel an gering qualifizierten Arbeitskräften veranlassten die Wirtschaft, verstärkt Gastarbeiter aus Südeuropa, das heißt, vor allem aus Italien, Spanien, Jugoslawien, Griechenland und der Türkei, anzuwerben. Schließlich ließ der 1973 verordnete Anwerbestopp, nachdem bereits Millionen Ausländer ins Land kamen, die Zahl der erwerbstätigen Ausländer etwas sinken, allerdings nahm der Anteil der ausländischen Wohnbevölkerung nur vorübergehend ab. Vielmehr stieg er durch Familiennachzug und hohe Geburtenraten in den folgenden Jahren weiter an.
Abb. 2:
Quelle: BiB, Bevölkerung, 2004, S. 67
9 vgl. siehe Abbildung 3
5
Arbeit zitieren:
Stefan Haldenwang, 2005, Die demographische Lage Deutschlands, München, GRIN Verlag GmbH
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