2
INHALTS VERZEICHNIS
1 EINLEITUNG 3
2 DAS ALLGEMEINE, REPRÄSENTATIVE SYMBOL 4
2.1 Die Wesensmerkmale des allgemeinen, repräsentativen Symbols 4
3 DAS RELIGIÖSE SYMBOL 5
3.1 Zum Wesen religiöser Symbole 5
3.2 Arten und Schichten religiöser Symbole 6
3.3 Zur Entstehung religiöser Symbole 9
3.4 Zur Wahrheit religiöser Symbole 10
4 SCHLUSSBETRACHTUNG 11
5 LITERATURVERZEICHNIS 13
3
1 EINLEITUNG
In seinen Ausführungen zur Dimension der Tiefe führt Paul Tillich (1886-1965) an, dass mit dem „Verlust der Tiefendimension“ 1 auch die Symbole verloren gehen, die Ausdruck dieser Dimension sind. Mit ihrem Verlust verschwindet die einzige Möglichkeit das ‚Unbedingte’ in der endlichen Welt anschaulich zu machen. Selbst vielen Theologen ist die symbolische Bedeutung biblischer Überlieferung nicht hinreichend bekannt. Deren Versuche diese zu historischen Wahrheiten zu machen und sie damit vor ihrem Untergang zu bewahren schlugen fehl, machten sie dadurch angreifbarer und führten somit zu ihrem Untergang. Tillich drückt dies folgendermaßen aus:
„Wenn sie [die Symbole] in die horizontale Ebene übertragen werden und ihre Inhalte auf eine Ebene neben endlichen Gegenstände und Tatsachen gestellt werden, verlieren sie ihre Macht und Bedeutung und werden leichte Beute für die Angriffe der biologischen und historischen Wissenschaften.“ 2
Paul Tillichs Theologie wäre ohne seinen Symbolbegriff kaum vorstellbar. Das Symbol gibt ihm die Möglichkeit den Dingen Ausdruck zu verleihen, die in unserer Wirklichkeit nicht fassbar wären, aber trotzdem ‚tieftest Anliegen’ des Menschen sind. Auch vierzig Jahre nach seinem Tod ist das ‚Symbolproblem’ noch nicht gelöst. Weniger in der Theologie als in der Öffentlichkeit werden biblische Geschichten und Symbole fälschlicherweise für Absurditäten gehalten, weil die Menschen immer noch durch die gescheiterten Versuche, vor allem der katholischen Kirche, geprägt sind, diese zu Geschichtswahrheiten zu machen. Ohne eine symbolische Redeweise kann unsere Wirklichkeit nur an der Oberfläche beschrieben werden und läuft Gefahr ihr Fundament zu verlieren. Ich halte dies für eines der Hauptprobleme unserer Zeit. Daher soll es Ziel dieser Arbeit sein, Paul Tillichs Verständnis des religiösen Symbols in dessen Grundzügen darzustellen, um zu zeigen, dass es durchaus Bestrebungen gibt die vorhandene ‚Sprachverwirrung’ zu beseitigen.
1 P. Tillich, Die verlorene Dimension (1958), in Gesammelte Werke, Bd. 5, (Stuttgart 1978), 46 [abgekürzt: DvD].
2 DvD, 46.
4
2 DAS ALLGEMEINE, REPRÄSENTATIVE SYMBOL
2.1 Die Wesensmerkmale des allgemeinen, repräsentativen Symbols
Bevor das Wesen des religiösen Symbols behandelt wird, sollte zuerst einmal eine Darstellung des allgemeinen, repräsentativen Symbols und dessen Trennung vom bloßen Zeichen erfolgen.
Das erste Wesensmerkmal des allgemeinen Symbols ist d essen ‚Uneigentlichkeit’. Genau w ie das Zeichen, besitzt das Symbol einen Hinweischarakter. Ein Symbol sagt also im eigentlichen Sinne nichts über sich Selbst aus, sondern über etwas, das außerhalb von ihm liegt, nämlich über das was es symbolisiert. Wobei auch das in ihm symbolisierte wieder ein Symbol für etwas anderes sein kann. Fälschlicherweise wird das Wort Symbol im heutigen Sprachgebrauch oft auf Dinge angewendet, die in ihrem eigentlichen Sinne keine Symbole sind. Da sich diese allgemeine ‚Sprachverirrung’ nicht mehr rückgängig machen lässt, spricht Tillich bei echten Symbolen von ‚repräsentativen’ und beim schlichten Zeichen von ‚diskursiven Symbolen’, was uns zum Hauptmerkmal des echten Symbols, der ‚Selbstmächtigkeit’ führt. Ein Zeichen ist immer mit einer konkreten Vorstellung verknüpft. Zum Beispiel eine rote Verkehrsampel an einer Straßenkreuzung. Sie vermittelt jedem Verkehrsteilnehmer unmissverständlich, dass er die Kreuzung jetzt nicht zu überqueren hat. Eine rote Ampel und das Stoppen eines Fahrzeugs haben aber keine innere Beziehung zueinander. 3 Anders verhält es sich bei Symbolen. Diese partizipieren an der Wirklichkeit dessen worauf sie hinweisen. Sie sind Repräsentant bzw. Vertreter dessen, was sie symbolisieren und sind somit ein Teil dessen. Es ist in sich selbst gegenwärtig. Deshalb ist es möglich Zeichen nach Vereinbahrung zu ersetzen und Symbole nicht. Man kann also sagen, dass das Symbol im Gegensatz zum eindimensionalen Zeichen eine Mehrdimensionalität besitzt.
Aus diesen beiden Merkmalen lässt sich ein drittes, das der ‚Anschaulichkeit’ herleiten. Das Symbol ist, wie bereits besprochen, ein Hinweis auf das in ihm symbolisierte. Es selbst muss also anschaulich sein, damit es als Vermittler
3 Vgl. P. Tillich, Wesen und Wandel des Glaubens (Frankfurt, Berlin 1968), in Gesammelte Werke, Bd. 8, (Stuttgart 1978), 139 [abgekürzt: WW].
Quote paper:
Tim Bendzko, 2005, Paul Tillichs Begriff des religiösen Symbols, Munich, GRIN Publishing GmbH
This text can be quoted and accessed from this url:
Embed
DOI
Sünde und Entfremdung in Tillichs Systematischer Theologie
Theology - Systematic Theology
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 29 Pages
Das Seleukidenreich und die Juden
History - World History - Early and Ancient History
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 26 Pages
Sozialisation in der Jugendphase - der Beitrag der Peer-Group zur Iden...
Sociology - Children and Youth
Termpaper, 22 Pages
Entwicklungen des Parteiensystems der BRD
Politics - Political Systems - Germany
Presentation (Elaboration), 14 Pages
Exegese: Vom Sämann (Mk 4, 2-9; Mt 13, 3-9; Lk 8, 4b-8)
Scholary Paper (Seminar), 21 Pages
Das Gleichnis 'Vom verlorenen Schaf', Lukas 15, 1-7
Scholary Paper (Seminar), 21 Pages
Lernen von und mit dem Judentum - Ein Überblick über religiöse Sitten,...
Theology - Comparative Religion Studies
Scholary Paper (Seminar), 16 Pages
Armut und deren Dimensionen in Entwicklungsländern
Politics - Political Theory and the History of Ideas Journal
Intermediate Examination Paper, 26 Pages
Unterrichtseinheit: Satzglieder - Sätze durch Umstellen verändern
German - Pedagogy, Didactics, Literature Studies
Lesson Plan, 24 Pages
Augustinus von Hippo - Jugend und Erziehung
History - World History - Early and Ancient History
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 20 Pages
Unterrichtsbesuch: Einführung in das Kartenverständnis - Die Legende (...
Geography / Earth Science - Didactics of Geography
Lesson Plan, 12 Pages
Das Übel in der besten aller möglichen Welten
Leibniz und die Theodizee
Philosophy - Philosophy of the 17th and 18th Centuries
Scholary Paper (Seminar), 25 Pages
Die Schülerinnen und Schüler lernen die Auferstehungsgeschichte aus Lu...
Theology - Didactics, Religion Pedagogy
Lesson Plan, 24 Pages
Historischer Sachunterricht in der Schule
Regional History and Geography (Basic Primary School Pedagogy)
Termpaper, 22 Pages
Identität und sozialisatorische Interaktion
Sociology - Children and Youth
Scholarly Paper (Advanced Seminar), 22 Pages
Tim Bendzko has published the text Paul Tillichs Begriff des religiösen Symbols
Tim Bendzko has uploaded a new text
Paul Tillichs Theologie der Kultur
Aspekte - Probleme - Perspekti...
Christian Danz, Werner Schüßler
Theology at the End of Culture: Paul Tillich's Theology of Culture and...
Russell Re Manning
Original Sin and Everyday Protestants: The Theology of Reinhold Niebuh...
Andrew S. Finstuen
0 comments