Gliederung
1. Einleitung
2. Non-Profit Organisationen
2.1 Definition
2.2 Unterteilung des Non-Profit Sektors in Deutschland
3. Management von NPOs
3.1 Management von Non-Profit Organisationen im Vergleich zu Profit
Organisationen
3.1.1 Führungsunterschiede
3.2 Bestehende Managementdefizite von NPOs im Vergleich zu Profit
Unternehmen
4. Change Management in Non-Profit Organisationen
5. Praktisches Beispiel für die Umsetzung eines Change Managementkonzepts anhand
des deutschen Caritas Verbandes e V
5.1 Der deutsche Caritas Verband
5.2 Neue Herausforderungen und Veränderte Rahmenbedingungen
5.3 Change Management: Qualitätsmanagement und Personalentwicklung
5.3.1 Qualitätsmanagement in der Personalentwicklung beim DiCV
Rottenburg-Stuttgart
6. Resümee
1. Einleitung
NonProfit Organisationen nehmen in der Gesellschaft eine wichtige Position ein, da sie sich zwischen Markt und Staat bewegen. Sie fungieren meist als institutionelle Repräsentanten der Zivil-gesellschaft und nehmen Einfluss auf die Mitgestaltung gesellschaftlicher Verhältnisse. 1 Gegenwärtig gelten NPOs zunehmend als Komponenten der abnehmenden Leistungsfähigkeit des Staates. 2 Unterschiedliche Konzepte der Zivilgesellschaft vertreten die These der stärkeren Akzentuierung privater, nicht gewinnorientierter Engagements mit gleichzeitigem Rückgang staatlicher Verantwortung, welche mit der Erwartung einer positiven Wirkung auf die Demokratisierung einhergeht. 3 Ein Erklärungsansatz der ökonomischen Theorie über die Leistungsfähigkeit und der gesellschaftlichen Funktion der NPOs geht auf Burton Weisbrod zurück, der die Meinung vertritt, dass die Existenz von Non-Profit Organisationen als Reaktion auf Staatsversagen zurückgeht. 4 „Private Wohlfahrtsorganisationen würden sich jener Klientengruppen annehmen, für die der Staat aus verschiedenen Gründen nicht ausreichend sorgt. In erster Linie seien dafür politische Überlegungen ausschlaggebend: Randgruppen oder andere Bevölkerungsschichten, die zwar große Bedür fnisse nach sozialen Dienstleistungen hätten, deren Versorgung aber nicht sehr populär ist, würden durch die öffentliche Hand nicht ausreichend bedient, obgleich aus verteilungspolitischen Gründen eine solche Versorgung dringend geboten wäre. In Lücken dieser Art würde dann der Nonprofit Sektor seine Aktivitäten hinein entwickeln.“ 5 Im Bereich des Dritten Sektors vollziehen sich derzeitig wandelnde Entwicklungstendenzen im sozialen, technischen und wirtschaftlichen Bereich, denen NPOs durch Umstrukturierung und Change Management begegnen müssen, um die Existenz der Organisation aufrechterha lten zu können.
Folglich soll aufgeführt werden, welche gesellschaftlichen Veränderungen, Einfluss auf das Agieren von NonProfit Organisationen haben und wie NPOs diesen neuen Herausforderungen gegenübertreten. Dabei soll das Change Managementkonzept des Q ualitätsmanagement bei der Perso-nalentwicklung am Beispiel des Deutschen Caritasverbands e.V. dargestellt werden.
1 Vgl.: Ruth Simsa, “Management der Nonprofit Organisation. Gesellschaftliche Herausforderungen und organisationale Antworten“, Stuttgart, 2001, S. 5 2 Vgl.: a.a.O. S. 1 3 Vgl.: a.a.O. S. 6 4 Vgl.: a.a.O. S. 33 5 Zit.: Ruth Simsa, , “Management der Nonprofit Organisation. Gesellschaftliche Herausforderungen und organisationale Antworten“, Stuttgart, 2001, S. 33
3
2. Non-Profit Organisationen
2.1 Definition
Bezüglich des Begriffsinhalts von Non-Profit Organisationen gibt es zahlreiche Definitionen, die zu unterschiedlichem Verständnis des Terminus führen.
Hansmann definiert Nonprofit Organisationen über die Einkommensverwendung folgenderweise:
„NonProfit-Organisationen sind dadurch definiert, dass die Netto-Gewinne nicht an diejeni-gen verteilt werden, welche die Hauptkontrolle über das Handeln der Organisation haben, wie die Unternehmer oder die Manager.“ 6
Es gibt weitere verschiedene Möglichkeiten von Definitionszugängen, wie zum Beispiel über den steuerlichen Status, die dominanten Ziele, die Einkommensquelle, die gesellschaftliche Rolle oder, wie oben angeführt, über die Einkommensverwendung. 7
Eine Charakterisierung der in dieser Arbeit beschriebenen Nonprofit Organisationen knüpft an die herausgearbeiteten Merkmale Christoph Badelts an, die im folgenden aufgeführt werden 8 :
• „NPOs sind durch ein Mindestmass an formaler Organisation gekennzeichnet.“ 9 Damit ist „ein Mindestmass an formalisierten Entscheidungsstrukturen oder Verant-wortlichkeiten“ 10 gemeint.
• Im folgenden handelt es sich ausschließlich um private NPOs, was nicht bedeutet, dass diese nicht staatlich unterstützt werden. Die Grenzen zwischen staatlichen und privaten Organisationen sind in der Realität meist fließend.
• „NPOs dürfen keine Gewinne bzw. Überschüsse an Eigentümer oder Mitglieder ausschütten. NPOs ist es aber nicht verwehrt, Gewinne zu erwirtschaften. Was sie charakterisiert, ist die Form der Gewinnverwendung. Gewinne müssen in der Organisation verbleiben und für den Unternehmenszweck – die ‚Mission’ verwendet wer-den.“ 11
• „NPOs weisen ein Minimum an Selbstverwaltung auf.“ 12
6 Vgl.: Heinz-Dieter Horch: “Geld, Macht und Engagement in freiwilligen Vereinigungen. Grundlagen einer Wirtschaftssoziologie von Non-Profit-Organisationen“, Berlin 1992, S. 21 7 Vgl.: Christoph Badelt: ”Handbuch der Nonprofit Organisation. Strukturen und Management.“ Wien 1996,S.7 8 Vgl.: a.a.O. S.8ff.
9 Zit.: Christoph Badelt: ”Handbuch der Nonprofit Organisation. Strukturen und Management.“ Wien 1996, S.8 10 Zit.: a.a.O. S.8 11 Zit.: a.a.O., S.8 12 Zit.: a.a.O. S.9
4
• „NPOs sind durch ein Mindestmass an Freiwilligkeit gekennzeichnet.“ 13
Weiterhin geht es hier um private Nonprofit Organisationen. Man könnte den Staat und seine Institutionen ebenfalls als NPO bezeichnen. Diese beruhen jedoch auf anderen Verwaltungs- und Managementkonzepten, die sich von denen der privaten NPOs unterscheiden. 14
2.2 Unterteilung des Non-Profit Sektors in Deutschland
Der NonProfit Sektor in Deutschland weist eine Vielfalt von Organisationen, Verbänden, Mus een und Interessengruppen auf, die unterschiedliche Interessen, Träger oder Ziele haben. Sie sind in verschiedenen Branchen tätig, wie zum Beispiel in Dienstleistungsbranchen, im Kul-tur- und Erholungsbereich, beim Sport, beim Bildungs- und Erzie hungswesen, im Sozialwesen und bei Interessenvertretungen.
Die Unterteilung des NonProfit-Sektors in Deutschland ist in nachfolgender Abbildung darge-stellt.
13 Zit.:a.a.O. S.9
14 Vgl.: Peter Schwarz: „Management in Nonprofit Organisationen. Eine Führungs-, Organisations- und Planungslehre für Verbände, Sozialwerke, Vereine, Kirchen, Parteien usw.“, 2. Aufl., Berlin, Stuttgart, Wien 1996, S. 17
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Huong Tran, 2005, Change Management in Non-Profit Organisationen, Munich, GRIN Publishing GmbH
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