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Inhalt
Einleitung 3
1. Forschungsperspektiven in der Jugendsprache 4
2. Zur Begriffsbestimmung von Jugendsprache 6
3. Funktionen von (Jugend-) Sprache 8
4. Sprachliche Muster und Merkmale in der Jugendsprache 12
5. Die Fremdwortthematik 17
5.1. Entlehnungsmotive 19
5.2. Fremdsprachliche Einflüsse auf die Jugendsprache 20
5.2.1. Zur Rolle der Medien 23
5.2.2. Anglizismen 24
Schlussbetrachtung 26
Literatur 27
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Einleitung
Die Fremdwortproblematik wird von Sprachpuristen immer wieder kontrovers diskutiert. Im Mittelpunkt steht dabei die zunehmende Besorgnis um die Reinheit der deutschen Sprache, die durch den ansteigenden und häufigen Fremdwörtergebrauch gefährdet zu sein scheint. Im Zusammenhang mit dem Streben nach Sprachreinheit und dem Kampf gegen Fremdwörter steht die Thematik der Jugendsprache. Denn insbesondere die Jugendsprache wird als eine Bedrohung für die Standardsprache gesehen. Sie wird häufig für den Sprachverfall maßgeblich mitverantwortlich gemacht. So erschien Mitte der 60er Jahre das Thema Jugendsprache in den Medien, um auf die von Sprachpuristen wachsende Sorge der nachlassenden Sprachleistungen Jugendlicher aufmerksam zu machen.
Schwerpunktthema dieser Ausarbeitung soll das Fremdwort in der Jugendsprache sein; doch bevor die Rolle des Fremdwortes in der Jugendsprache untersucht werden kann, müssen einige grundlegende Betrachtungen gemacht werden. Dazu gehören u.a. ein kurzer Überblick über Richtungen in der Forschung, Überlegungen zur Definition von Jugend und eine Einordnung ihrer Sprache durch Abgrenzung zu anderen Sprachbegriffen. Des Weiteren wird eine Vergegenwärtigung der Funktion von Sprache und die der spezifischen Funktionen von Jugendsprache notwendig sein, sowie eine Betrachtung im Hinblick auf sprachliche Merkmale und Muster. Dabei soll auch die Frage bedacht werden, ob Jugendliche ein gruppenspezifisches Vokabular mit eigenen Sprechstilen verwenden und ob sie dabei gleichbleibende und bekannte linguistische Strukturen verwenden.
Mit diesem Hintergrund wird es dann um die Einordnung des Fremdwortaspektes in den Themenkomplex gehen. Bearbeitet werden sollen in diesem Zusammenhang vor allem die Rolle, das Vorkommen und der Zweck der Verwendung von Fremdwörtern in der Jugendsprache. Aber auch Aspekte wie z.B. die Integration der fremdsprachlichen Einflüsse in die Sprache, sowie die gesellschaftliche n Faktoren als Erklärung für ihren Gebrauch. Das Hauptaugenmerk wird in diesem Bereich auf der Präsenz von Anglizismen und deren Stellenwert
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in der Jugendsprache liegen. Im Hinblick darauf soll auch der Einfluss der Medien auf Jugendliche und ihren Sprachgebrauch nicht ganz außer Acht gelassen werden.
Zum Schluss möchte ich dann noch einmal auf den Umgang Jugendlicher mit Fremdwörtern eingehen, unter Berücksichtigung des einleitenden Gedankens des Sprachverfalls.
Die strukturellen linguistischen Betrachtungen dieser Ausarbeitung werden stark eingebettet in den soziolinguistischen Kontext, d.h., dass das Sprachverhalten der gesellschaftlichen Gruppe der Jugendlichen und ihre Sprachstruktur mit der Sozialstruktur in Beziehung gesetzt wird. In Anlehnung an J. Androutsopoulos ist dies meiner Ansicht nach notwendig, da das Thema nur durch die Betrachtung und Einbeziehung struktureller, sozialer, kultureller und situativer Faktoren sinnvoll erörtert werden kann.
Aufgrund des vorgegebenen Rahmens und der Möglichkeit, den Themenkomplex in einer Ausarbeitung mit dem Umfang für einen qualifizierten Studie nnachweis zu bearbeiten, bin ich mir bewusst, dass einige Aspekte der Betrachtungen leider oft nur angedeutet werden können oder zusammenfassend dargestellt werden. Daher erhebt diese Erörterung keinesfalls den Anspruch auf auch nur annähernde Vollständigkeit des so weiten Themenfeldes, sondern möchte vielmehr einen Überblick geben und Zusammenhänge aufzeigen, damit die Ro lle des Fremdwortes in der Jugendsprache untersucht werden kann.
1. Forschungsperspektiven in der Jugendsprache
Um die folgenden Ausführungen zu verschiedenen Richtungen in der Jugend-sprachforschung besser zuordnen zu können und sich ein grobes Bild über Perspektiven und das Spektrum verschiedener beteiligter Bereiche machen zu können, möchte ich zu Beginn kurz einen kleinen Einblick in verschiedene Forschungs interessen geben.
Die Jugendsprache tritt als Forschungsgegenstand in der Sprachwissenschaft um 1980 erstmals verstärkt auf und ist damit ein vergleichsweise relativ junges
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Thema, auch wenn sich bereits erste Dokumentationen aus dem 17. Jahrhundert finden (Neuland, S. 1).
Der Themenkomplex „Jugend“ steht im Interesse mehrerer unterschiedlicher Forschungsbereiche und erweist sich somit als interdisziplinäres Forschungsfeld. Da die Jugendsprache nicht losgelöst betrachtet werden kann vom sozialen Kontext und den Denk- und Weltanschauungen Jugendlicher, finden sich Überschneidungen und Verbindungen mit Themen aus der Soziologie, Psychologie oder Pädagogik. Was speziell die sprachwissenschaftliche Betrachtung angeht, so betrifft dies insbesondere die Bereiche Soziolinguistik, Varietätenlinguistik, Kommunikationsforschung, Stilistik und die Gruppen- und Sonder-sprachforschung. Die Jugendsprachforschung selbst l ässt sich beispielsweise gliedern in die Gebiete der Pragmatik, Lexikographie, Ethnographie, Sprechstilanalyse, sowie in die kulturanalytische und komparatistische Forschung (Neuland, S3f).
Letztere scheint insbesondere im Hinblick auf die Fremdwortdiskus sion interessant zu sein, da die Jugendsprache international gesehen ähnliche Merkmale aufweist und sich hier ein sicherlich lohnender Vergleich des Fremdwortgebrauches anbietet, vor allem was die fremdsprachige Herkunft eines Wortes in den einze lnen Ländern betrifft.
In der Sprachforschung findet man zwei größere Hauptrichtungen, die jeweils eine unterschiedliche Zielsetzung haben: eine wissenschaftlich- linguistische und eine eher medienorientiert-populärwissenschaftliche Richtung. Die zuerst angeführte berücksichtigt bei den Untersuchungen die verschiedenen Kommunikationspartner und -situationen, in denen Jugendsprache auftritt und möchte möglichst abbildgetreu darstellen und analysieren. Dieser Richtung wären z.B. die Ausführungen von Helmut Henne oder Peter Schlobinski zuzu-ordnen. Bei der eher medienorientiert-populärwissenschaftlichen Betrachtungsweise geht es weniger um die authentische Analyse von jugendlichen Sprechsituationen in ihren Kontexten, sondern vielmehr um die Betonung der spezifischen Charakteristika der Jugendsprache. In diesen Bereich lassen sich
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diverse Arbeiten einordnen, dazu gehören auch die zahlreichen Lexika, die die Ausdrücke Jugendlicher ordnen und sammeln und vorwiegend wohl eher dem kommerziellen Erfolg dienen, als einen fruc htbaren Beitrag zu diesem Thema zu liefern.
2. Zur Begriffsbestimmung von Jugendsprache
Die Rede ist immer wieder von dem Jugendlichen und der Jugendsprache. Doch wann ist man ein Jugendlicher? Und vor allem: Gibt es eine Jugendsprache oder sogar eine spezifische Sprache der Jugendlichen? Viele Publikationen vermitteln den Eindruck, dass es eine bestimmte Sprache gäbe, die alle Jugendlichen sprächen. Sie scheint durch verschiedene Merkmale und bestimmte Vokabeln gekennzeichnet zu sein, die sich in den zuvor schon erwähnten Wörterbüchern nachlesen lassen. Aber es lässt sich schnell feststellen, dass diese vermeintlich typischen und spezifischen Ausdrücke nicht von allen Jugendlichen gleichermaßen benutzt werden und dass in unterschiedlichen Kommunikationssituationen und mit wechselnden Gesprächspartnern sich häufig die Nutzung verschiedener Sprachsysteme zeigt. Es ist also entsche idend, mit wem Jugendliche reden und in welchem sozialen Kontext gesprochen wird. Leider besteht nicht die Möglichkeit, auf eigene empirische Untersuchungen zurück zu greifen, aber es wird dennoch deutlich, dass die Benutzung von Sprache vom Umfeld, in dem der Sprecher sich befindet, abhängt. So sprechen Angehörige unterschiedlicher Peer- groups, verschiedenartiger Musik-und Modeszenen und regionaler, politischer oder anderer subkultureller Szenen mit speziellen Ausdrücken, die aber alle der Jugendsprache zugeordnet werden. Bereits an diesem kleinen Beispiel wird die Definitionsproblematik der Begriffe „Jugend“ und „Jugendsprache“ deutlich und es zeigt sich schon hier, dass es die eine einheitliche Jugendsprache nicht gibt.
Helmut Henne beschreibt die „Jugend“ aus einer soziolinguistischen Perspektive. Er definiert sie als einen Zeitabschnitt, eine Phase im Leben, die gesellschaftlich bestimmt ist und er schreibt ihr darüber hinaus eine ganz spezifische Sprechweise zu (Henne, S. 201ff). Doch auch seine Begriffserklärung ist mei-
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nes Erachten nicht eindeutig. Lässt sich dieses Lebensphase am Alter festmachen, z.B. innerhalb einer Spanne zwischen etwa dem 10. und 15. Lebensjahr, oder definiert sie sich durch einen gewissen Grad biologischer oder sozialer Reife? Oder durch beides zusammen? Wann fängt dieser Abschnitt an und wann hört er auf? Diese Fragen werden hier nicht eingehender beha ndelt und nicht eindeutig geklärt werden können, doch sie spiegeln typische Diskussionen innerhalb unterschiedlicher Forschungsliteratur in diesem Zusammenhang wider.
Entscheidend für die Erörterung des Themas ist jedoch eher, dass sich in dem Entwicklungsabschnitt „Jugend“ - wann immer er auch genau festzumachen ist - ein individueller Sprachstil langsam zu entwickeln beginnt, der Merkmale aufweist, die man als typisch jugendlich einordnen könnte. Die Äußerungen Jugendlicher beginnen sich in dieser Phase meist zu differenzieren und sprachliche Mittel werden häufiger, ob bewusst oder unbewusst, eingesetzt. Die Grenzen zwischen den Entwicklungsstufen vom Kind zum Jugendlichen und schließlich zum Erwachsenen sind dabei eher fließend. Aufgrund unterschiedlicher Bezugspunkte und Blickwinkel fällt in der Literatur auch die Einordnung des Status der Jugendsprache in das vorherrschende Sprachsystem teils recht uneinheitlich aus. Man findet Begriffe wie Varietät, Soziolekt, Sondersprache etc.
Jugendsprache wird sozial-, geschlechts- und vor allem altersspezifisch verwendet und ist aufgrund dieses vorwiegend spezifischen Gebrauchs eine Sprachvariante, die von der Standardsprache abweicht. Sie ist gekennzeichnet durch einen Sonderwortschatz, der sich aufgrund gruppenspezifischer Interessen und Bedürfnisse entwickelt hat (vgl. die Sprache der Jäger oder Studenten). Somit gehört sie zu den Sondersprachen, die sich in die soziale Gruppe der Jugendlichen gliedern lässt. Demnach wird sie auch als Gruppensprache bezeichnet, die u.a. dadurch gekennzeichnet ist, dass nach innen eine „hohe Kontaktdichte bei gleichzeitig relativ geringer Kontaktdichte nach außen“ (Besch, S. 153) besteht. Dabei kann sich „mehr oder weniger gewollt eine Art eigene
Arbeit zitieren:
Inga Bartels, 2004, Das Fremdwort in der Jugendsprache, München, GRIN Verlag GmbH
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Michilein
Sehr schön.
ich finde diesen Bericht sehr gut geschrieben!!!
sehr interessant!
mfg
am Friday, November 07, 2008-