Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. 1
2. Sozialstrukturelle Faktoren der Partnerwahl
2
2.1. Die Fokustheorie 2
2.2. Die makrosoziologische Perspektive der Sozialstruktur 3
2.3. Endogamie/Exogamie 4
2.3.1 Konfession 4
2.3.2. Rassenzugehörigkeit, ethnische Herkunft und Nationalität 5
2.3.3. Alter 5
2.3.4. Schicht 6
2.3.5 Bildung 7
3. Interpersonelle Attraktion
8
3.1. Entwicklung des Forschungsgebietes und Forschungsmethoden 8
3.2. Determinanten der interpersonellen Attraktion 10
3.2.1. Kontext 10
3.2.2. Merkmale des Individuums 11
3.2.2.1 Erregung 11
3.2.2.2. Stimmung 11
3.2.3. Merkmale des Partners 12
3.2.3.1. Physische Attraktivität 12
3.2.3.2. Wertschätzung 12
4. Homogamie und Komplementarität im Partnerwahlprozess
13
4.1. Homogamie 13
4.2. Komplementarität 15
4.2.1. Need-Complementary-Theory 15
4.2.1.1. Empirische Überprüfung der Need-Complementary-Theory 17
4.2.1.2. Kritik an der Need-Complementary-Theory 18
4.2.1.3. Weitere Überprüfungen der Need-Complementary-Theory 19
II
4.3. Übereinstimmung des Partners mit dem Ich-Ideal 19 4.4 Das Konzept der Komplementärneurosen 20 4.5. Das Kollusionskonzept 21 4.6. Die Bindungstheorie 23
5. Die austauschtheoretische Perspektive und Stufenmodelle der
Partnerwahl 25
5.1. Partnerwahl aus austauschtheoretischer Perspektive 25 5.1.1. Der austauschtheoretische Ansatz von Thibaut und Kelley 25 5.1.2 Die Equity-Theorie 26 5.2. Stufenmodelle 28 5.2.1 Die Wheel-Theory 29 5.2.2 Das Stimulus-Value-Role-Modell 29
6. Resümée 31
Literaturverzeichnis 34
III
1. Einleitung
Viele der menschlichen psychophysischen Grundbedürfnisse (z.B. Sexualität, Nähe, Intimität, etc.) können in unserer Gesellschaft in einer verlässlichen Beziehung zu einem/r vertrauten Intimpartner/in am ehesten befriedigt werden. Insofern zählt die Partnerwahl zu den wichtigsten Entscheidungen und Vorgängen im Leben. Trotz dieser immensen Bedeutung scheinen Paarbildungsprozesse sehr von Zufällen geprägt zu sein. Mit der „romantischen Liebe“ werden Begriffe wie „Befallensein“, „Schicksal“ oder „Fügung“ in Verbindung gebracht und die Vorstellung einer Wahl erscheint abwegig (Rückert et al., 1979; Burkart, 1997). Partnerwahl wird in modernen Industriegesellschaften weitgehend losgelöst von rechtlichen, gesellschaftlichen oder familiären Zwängen als Angelegenheit der betroffenen Individuen angesehen. Zudem haben eine höhere Lebenserwartung, günstigere soziale und ökonomische Rahmenbedingungen sowie liberalere Wertvorstellungen dazu geführt, dass die Wahl eines Partners nicht mehr zwangsläufig als Entscheidung für das ganze Leben gilt, sondern im Laufe des Lebens mehrfach und in verschiedenen Lebensphasen stattfinden kann. Es liegt mittlerweile weitgehend im Ermessen der Paare, für welche Form der Partnerschaft sie sich entscheiden. Lebensformen ohne Trauschein fanden zunehmend gesellschaftliche Verbreitung und Akzeptanz. Für die Betroffenen scheint die Partnerwahl hauptsächlich eine Konsequenz des emotionalen Zustandes der romantischen Liebe. Insofern scheint nach Hill und Kopp (2001) „wo die Liebe hinfällt jede Konstellation möglich, keine ausgeschlossen“ (ebenda, S. 15) zu sein. (Möhle, 2001; Willi, 2003).
Wenn im folgenden von Partnerwahl die Rede ist, so ist Partnerwahl im engeren Sinn gemeint, d.h. die zwischengeschlechtlichen Wahl- und Entscheidungshandlungen, die mit dem Prozess der Paarbildung verbunden sind. Es handelt es sich hierbei um ein multidisziplinäres Forschungsfeld (Soziologie, Psychologie, Biologie, Ethnologie, etc.), bei dem zahlreiche Komponenten eine Rolle spielen, so dass das Thema im Rahmen dieser Arbeit nicht in seiner ganzen Komplexität erörtert werden kann. Der Fokus dieser Arbeit liegt auf sozialen und psychologischen Determinanten der Partnerwahl.
Im folgenden Kapitel (Kapitel 2) gehe ich auf die sozialstrukturelle Segmentierung der Heirats-/Partnermärkte ein und auf Endogamietendenzen hinsichtlich der sozialstrukturellen Faktoren der Partnerwahl. Danach werden in Kapitel 3 die Entwicklung des Forschungsfeldes der Interpersonellen Attraktion skizziert und die Wirkung einzelner Determinanten (situativer
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Kontext, Merkmale der Person, Merkmale des Partners) auf die zwischenmenschliche Anziehung untersucht. Anschließend wird in Kapitel 4 die Wechselwirkung von Merkmalen der beteiligten Individuen erörtert, wobei der Aspekt von Homogamie bzw. Komplementartität der Partner bezüglich Einstellungen, Wertvorstellungen,
Rollenerwartungen, Interessen und psychischer Ähnlichkeit der Partner ausführlich diskutiert wird. In Kapitel 5 werden austauschtheoretische Perspektiven und Stufenmodelle der Partnerwahl dargestellt. Abschließend erfolgt in Kapitel 6 eine kurze Zusammenfassung der Arbeit.
2. Sozialstrukturelle Faktoren der Partnerwahl
Hill und Kopp (2001) verweisen auf Studien (Teckenberg, 2000; Wirth, 2000), die darauf hindeuten, dass die Prozesse der Partnerwahl weniger zufällig sind als es auf den ersten Blick scheint. Bei den o.a. Untersuchungen wird eine Strukturierung hinsichtlich sozialer Dimensionen wie z. B. Schulbildung, sozialem Status, Religionszugehörigkeit und Altersabstand zwischen den Partnern festgestellt. Anhand der Darstellung der Fokustheorie und der makrosoziologischen Perspektive der Sozialstruktur werden Ursachen dafür aufgezeigt.
2.1. Die Fokustheorie
Grundvoraussetzung für die Entwicklung einer Liebesbeziehung ist, dass sich die potentiellen Partner überhaupt treffen und kennen lernen. „Who does not meet does not mate” (Teckenberg, 2000, S. 9). Zwischenmenschliche Begegnungen finden jedoch nicht in abstrakten sozialen Räumen statt, sondern „die sozialen Aktionsräume sind klein und sozial strukturiert“ (Hill & Kopp, 2001, S. 25). Dieser Gesichtspunkt wird von Feld (1981, ebenda) in der Fokustheorie aufgegriffen. Er bezeichnet alle wichtigen Aspekte der sozialen Umgebung (Arbeitsplatz, Vereine, Organisationen, etc.) als Foki um die herum die gemeinsamen sozialen Aktivitäten organisiert sind. Die Wahrscheinlichkeit der Begegnung und die damit verbundenen sozialen Kontaktchancen von Personen konzentrieren sich im Wesentlichen auf Personen, mit denen Foki geteilt werden. Diese Gelegenheitsstrukturen sind hinsichtlich verschiedener Dimensionen wie z. B. räumlicher Nähe, Ethnie oder Bildung sozial strukturiert. Als Konsequenz sind auch die entstehenden Partnerschaften nicht sozial zufällig. Die Foki dienen als „kleinräumliche Opportunitätsstrukturen und Heiratsmärkte“ (Feld, 1981, ebenda, S. 26). Zu den wichtigsten Opportunitätsstrukturen hinsichtlich der
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Partnerwahl gehören in den modernen Industriegesellschaften die Bildungs- und Ausbildungsinstitutionen. Filterprozesse bei der Partnerwahl finden aber auch im Rahmen von Freizeitaktivitäten, Vereinen, Arbeitsstätten, religiös oder weltanschaulich geprägten Gruppen, Freundschaftsnetzwerken und in Wohngebieten statt (ebenda).
2.2. Die makrosoziologische Perspektive der Sozialstruktur
In diesem Zusammenhang konzeptualisiert Blau (1994, ebenda) den Begriff der Sozialstruktur als mehrdimensionalen Raum. Der soziale Status einer Person ist besonders wichtig im Rahmen seiner Überlegungen. Blau geht davon aus, dass Bekanntschaften, Freundschaften und Liebesbeziehungen bzw. Partnerschaften um so unwahrscheinlicher werden, je größer die Statusdistanz zwischen zwei Gruppen ist. Mit zunehmender sozialer Distanz vergrößern sich nach seiner Auffassung die Unterschiede der jeweiligen Lebenschancen und damit die Unterschiede in der Lebensgestaltung bzw. dem Lebensstil. Bei unterschiedlicher Lebensführung jedoch verringert sich die Wahrscheinlichkeit einer Begegnung und erst recht die einer Paarbildung (ebenda).
Aus den Überlegungen von Feld und Blau wird deutlich, dass bei der Partnerwahl „soziale Strukturen sowohl begrenzend als auch ermöglichend wirken“ (Teckenberg, 2000, S. 58). Gelegenheitsstrukturen werden als objektiv wahrgenommene und subjektiv verarbeitete Gegebenheiten verstanden, die gewisse Handlungsoptionen nahe legen können, aber auch Begrenzungen für das individuelle Handeln sein können. Der Einfluss von einzelnen Randbedingungen auf die Entwicklung von Paarbeziehungen wird nicht als Determinierung sondern als Beeinflussung der individuellen Handlungsoptionen betrachtet (Wirth, 2000).
Da es den Rahmen der Arbeit sprengen würde, die sozialen Strukturen an sich zu problematisieren, wie das in den meisten soziologischen Analysen zu dem Thema geschieht, wird an dieser Stelle darauf verzichtet. Dass bezüglich der soziokulturellen Merkmale auch in unserer Gesellschaft noch eine in hohem Maße endogame Partnerwahl stattfindet, wird im folgenden Abschnitt (2.3.) dargestellt.
3
2.3. Endogamie/Exogamie
Endogamie bedeutet „Kulturähnlichkeit“ und „beschreibt die Neigung von Individuen einer Population, ihre Heiratspartner aus der gleichen Bevölkerungsgruppe zu wählen“ (Merton, 1964, zitiert nach Jäckel, 1980, S. 9), welche sozial, ethnisch, politisch, konfessionell, o.ä. definiert sein kann (Rückert et al., 1979). Endogamieregeln definieren die Grenzen, innerhalb derer in einer Gesellschaft (Ehe-)Partner zu suchen sind. Das Gegenteil der Endogamie wird als Exogamie bezeichnet. Exogamieregeln schreiben die Ehe/Partnerschaft außerhalb einer kulturspezifisch definierten Verwandtschaftskategorie vor. Eine weitgehend
kulturunabhängige Exogamieregel ist z. B. das Inzesttabu. Aus dem Zusammenwirken von Exogamie- und Endogamieregeln ergibt sich der Kreis wählbarer Partner (Hill & Kopp, 1995). Aufgrund der jeweiligen demographischen Struktur spielen nicht alle Merkmale in jedem Land eine Rolle. Endogamie in bestimmten Merkmalen wird in manchen gesellschaftlichen Systemen weitgehend erzwungen (z.B. verbindliche Staatsreligionen, Kastensysteme) in anderen besteht ein größerer Handlungsspielraum (Jäckel, 1980).
Untersuchungen belegen Endogamie bei Paaren u. a. in den Merkmalen Alter, sozioökonomischer Status, Bildung (Kandel, 1978, zitiert nach Grau, 1997). In den folgenden Abschnitten wird Endogamie hinsichtlich der Merkmale Konfession, Rassenzugehörigkeit, ethnische Herkunft, Nationalität, Alter, Schicht und Bildung behandelt.
2.3.1 Konfession
Da die Konfessionszugehörigkeit nicht zufällig verteilt ist, sondern regional gehäuft auftritt und auch der Partnermarkt regional begrenzt ist, ergeben sich bei einer starken Verbreitung dieses Merkmals hohe Endogamieraten auch ohne dass soziale Selektionsmechanismen in Kraft treten. Quantitative Angaben über endogame Verbindungen sind insofern nur aussagekräftig, wenn im Vorfeld geklärt wurde, welche Endogamieraten aufgrund der Bevölkerungszusammensetzung in einer Region zu erwarten sind. Hier liegen keine aussagekräftigen Zahlen vor. Untersuchungen des Statistischen Bundesamtes (1966, 1967, zitiert nach Jäckel, 1980) ergaben jedoch, dass in den Städten die Bereitschaft zur Mischehe höher ist als in ländlichen Gebieten und dass sie in Gebieten mit überwiegend evangelischer Bevölkerung am höchsten ist. Zudem nahm sie im betrachteten Zeitraum ständig zu. Der im statistischen Jahrbuch (1976, ebenda) mit 62,6 % ausgewiesene Anteil an Ehen bei denen die
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Partner die gleiche Konfession haben weist auf die Wirksamkeit eines Endogamieprinzips hin. Die Bedeutung der Konfessionsendogamie hat jedoch abgenommen, was darauf zurückzuführen sein dürfte, dass die Religiosität in unserer Gesellschaft an Bedeutung verloren hat.
2.3.2 Rassenzugehörigkeit, ethnische Herkunft und Nationalität
Für die Bundesrepublik Deutschland spielt die Rassenendogamie wegen des minimalen Bevölkerungsanteils anderer Rassen eine untergeordnete Rolle. Aktueller erscheint angesichts der Gastarbeiterzahlen die Frage, in welchem Umfang Ehen zwischen Deutschen und Ausländern geschlossen werden. Die 1973 eingegangen Mischehen entsprechen im Bundesdurchschnitt genau dem Bevölkerungsanteil der Ausländer von 6,4 %. Hier lassen sich also keine Endogamietendenzen nachweisen. Auffallend ist jedoch der hohe Anteil an reinen Ausländerehen. Er belief sich laut Wirtschaft und Statistik (1975, ebenda) auf 26,3 % aller Eheschließungen mit Ausländern. In 75 % der Fälle handelte es sich hierbei um Ehen zwischen Angehörigen der gleichen Staatsangehörigkeit. Insbesondere Griechen und Jugoslawen waren dabei stark vertreten. Diese hohen Endogamiereaten belegen, dass auf Seiten der Ausländer Endgogamienormen wirken. Der Grund dafür liegt vermutlich darin, dass unterschiedliche Nationalität bei Ehepartnern mit unterschiedlicher Sprache, anderen Sitten, Werthaltungen und Einstellungen verbunden ist und somit stellvertretend für Verschiedenartigkeit in vielen Bereichen steht (ebenda).
2.3.3. Alter
Noelle & Neumann (1965, ebenda) verweisen auf eine 1960 durchgeführte repräsentative Umfrage zum idealen Altersunterschied der Ehepartner, bei der 48 % der Befragten angaben, dass der Mann 3 bis 5 Jahre älter sein sollte als die Frau. In den höheren Schichten scheint dieses Leitbild besonders wirksam zu sein. In den übrigen Schichten gehen Wunschvorstellung und tatsächliches Partnerwahlverhalten stärker auseinander. „Zwar ist bei der Mehrzahl der Eheschließungen der Mann älter als die Frau, die durchschnittliche Altersdifferenz beträgt jedoch weniger als 3 Jahre, in der Bundesrepublik nur knapp über 2 Jahre“ (ebenda, S. 11). Jäckel (1980) verzeichnet in den Industrieländern zwar Tendenzen zur Egalisierung des Altersverhältnisses, mit steigendem Heiratsalter steigt jedoch der Altersabstand der Ehepartner wieder, wie Mueller (1993, zitiert nach Burkart, 1997) belegt.
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Eine Analyse für das Jahr 1989 in der Bundesrepublik zeigte einen linearen Zusammenhang zwischen Heiratsalter und Altersabstand der Ehepartner. Betrug das Heiratsalter des Mannes 22 Jahre, war kein messbarer Altersabstand zur Frau zu erkennen. War der Mann zum Zeitpunkt der Eheschließung 28 Jahre, lag der Altersabstand bei 2 Jahren. Schloss der Mann die Ehe mit 33 Jahren, belief sich der Altersabstand auf 4 Jahre. Der Altersabstand erhöhte sich wie folgt: Heiratsalter 40 Jahre - Altersabstand 6 Jahre, Heiratsalter 50 Jahre -Altersabstand 8 Jahre, Heiratsalter 60 Jahre - Altersabstand 10 Jahre. In dieser Analyse wurde allerdings nicht zwischen Erst- und Zweitehen unterschieden. Trotzdem zeigt das Ergebnis zum einen, dass bei mit steigendem Heiratsalter der Altersabstand steigt, zum anderen legt es auch die Vermutung nahe, dass früher der Altersabstand größer war als bei den jüngeren Kohorten. Auch Frick & Steinhöfel (1991, ebenda) weisen darauf hin, dass der Altersabstand bei den jüngeren Kohorten sinkt. Der Anteil an Ehepaaren mit gleichaltrigen Paaren hat nach ihren Erkenntnissen bei den jüngeren Ehepaaren bereits die 50 % -Marke überschritten. Bei der Mikrozensus-Erhebung wurde für 1989 ein durchschnittlicher Altersabstand der Ehepaare von 3 Jahren errechnet, für die nichtehelichen Paare 2,5 Jahre. Das Phänomens des Altersabstandes hängt mit der patriarchalen Tradition zusammen, in welcher der Mann als Versorger in der Ehe angesehen wird, der eine längere Ausbildungszeit benötigt. Im Bildungssystem und am Arbeitsplatz korreliert die Statushöherrangigkeit der Männer (Statushypergamie) mit deren höherem Alter (Altershypergamie). Eine Erklärung für das Sinken des Altersabstandes könnte insofern der langsame Abbau der Geschlechtshierarchie sein (ebenda).
2.3.4. Schicht
Auf gleiche Schichtzugehörigkeit wird laut Jäckel (1980) nach wie vor Wert gelegt. Insbesondere die Familien des ranghöheren Partners setzten alle Mittel der sozialen Kontrolle ein, um eine drohende „Missheirat“ (ebenda, S. 14) zu verhindern. Dieser Faktor wurde von der Familie der Frau jedoch in der Regel stärker berücksichtigte als von der Familie des Mannes. Dies hing damit zusammen, dass die gesellschaftliche Plazierung der Familie durch den Status des Mannes bestimmt wurde. Eheschließungen bei denen die Frau „aufwärts“ heiratete kamen häufig vor. Der Widerstand gegen Ehen, in denen der Mann einen niedrigeren Status hatte, war hingegen groß und ist dies oft auch heute noch. Die Schichtzugehörigkeit der Herkunftsfamilie der Partner war ein wichtiges Kriterium dafür ob jemand als „passend“ eingestuft wurde. Aus einer von Jürgens (1970, ebenda) durchgeführten Untersuchung
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Arbeit zitieren:
Doris Hinsberger, 2004, Soziale und psychologische Determinanten der Partnerwahl, München, GRIN Verlag GmbH
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