Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 1
2. Grundlagen der klientenzentrierten Beratung 1
2.1. Zur Entwicklung des Konzeptes 1
2.2. Persönlichkeitstheorie / Menschenbild 2
2.3. Zur Grundhaltung des Therapeuten 4
2.3.1. Empathie 4
2.3.2. Wertschätzung 5
2.3.3. Echtheit/Kongruenz 6
2.4. Techniken der klientenzentrierten Beratung 7
2.4.1. Aktives Zuhören 8
2.4.1.1. Spiegeln 8
2.4.1.2. Paraphrasieren 9
2.4.1.3. Verbalisieren emotionaler Erlebnisinhalte 9
3. Focusing 10
3.1. Zur Entstehung von Focusing 10
3.2. Theoretische Aspekte 11
3.2.1. Zum Begriff Focusing 11
3.2.2. Körper, Erleben, Situation 11
3.2.3. Der Felt Sense 12
3.2.4. Beziehung, Da-Sein und Resonanz 13
3.2.5. Konzepte / Methoden 14
3.2.6. Strukturgebundenes Erleben 15
3.3. Zur Praxis von Focusing 16
3.3.1. Die Bedeutung des Freiraums 17
3.3.2. Die Arbeit mit dem Felt Sense 17
3.3.3. Techniken zum Begleiten des Focusing-Prozesses 19
3.3.3.1. Listening 20
3.3.3.2. Guiding 21
3.3.3.3. Response 23
3.4. Möglichkeiten und Grenzen von Focusing 23
4. Resümée 25
Literaturzverzeichnis 26
II
1. Einleitung
Ziel dieser Arbeit ist es Focusing im Rahmen seiner Einbettung in den Kontext der klientenzentrierten Beratung darzustellen. Dazu werden im ersten Teil der Arbeit die Grundlagen des klientenzentrierten Konzeptes dargestellt. Zuerst wird die Entwicklung des Ansatzes geschildert. Dann wird auf die zugrundeliegende Persönlichkeitstheorie bzw. das Menschenbild eingegangen. In der Folge werden klientenzentrierte Grundhaltung und Techniken erläutert. Der zweite Teil der Arbeit ist dem Thema Focusing gewidmet. Dessen Entstehung und seine Verwurzelung im klientenzentrierten Konzept werden aufgezeigt. Anschließend wird auf theoretische Aspekte wie Definition und Grundbegriffe eingegangen. Es folgen Erläuterungen zur Praxis des Focusing, die auch Focusing-Techniken umfassen. Möglichkeiten und Grenzen von Focusing aufgezeigt, bevor ein Resümée erfolgt.
2. Grundlagen der klientenzentrierten Beratung
2.1. Zur Entwicklung des Konzeptes
In den 50er Jahren wurde die amerikanische Psychologie durch die Psychoanalyse und den Behaviorismus dominiert. Zu der Zeit entstand eine Bewegung, die neben diesen beiden Hauptrichtungen als „Dritte Kraft“ bzw. als Humanistische Psychologie bezeichnet wurde. Zu ihren bedeutendsten Vertretern gehörte Carl Ransom Rogers (1902-1987), der 1942 in seinem Buch „Counseling and Psychotherapy“ die Methode der nicht-direktiven Beratung entwarf. Als Erweiterung seines Konzeptes veröffentlichte er 1951 „Client-centered Therapy“. Obwohl es laut Rechtien (1988, S. 99) den „ursprünglichen therapeutischen Ansatz Rogersscher Prägung kaum noch gibt“ ist das klientenzentrierte Konzept immer noch mit dem Namen von Rogers verbunden. Die historische Entwicklung des Ansatzes mit den je nach Entwicklungsphase und Kontext differierenden Bezeichnungen wird nicht mit allen Unterschieden und Feinheiten dargestellt, da dies den Rahmen der vorliegenden Arbeit sprengen würde 1 . Dementsprechend werden die Begriffe „nicht-direktiv“, „klientenzentriert“, „personzentriert“ bzw. „Beratung“, „Gesprächsführung“, „Psychotherapie“ trotz ihrer unterschiedlichen Akzentsetzungen und Selbstverständnisse synonym verwendet (Rechtien 1988; Brem-Gräser 1993; Stumm & Keil 2002; McLeod 2004; Weinberger 2004).
1 Eine ausführliche Darstellung findet sich in Brem-Gräser, 1993, S. 5 ff
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Rogers wurde von zahlreichen Persönlichkeiten der verschiedensten Denkrichtungen beeinflusst. So bildeten u.a. die Beschäftigung mit den Arbeiten des dänischen Existentialisten Sören Kierkegaard und den Schriften des jüdischen Religionsphilosophen Martin Buber den philosophischen Hintergrund seines Ansatzes. Sehr wichtig war auch die Auseinandersetzung mit dem Gedankengut des Psychoanalytikers Otto Rank, welcher den Beziehungsaspekt in der psychotherapeutischen Arbeit hervorhob. Dies findet sich bei Rogers wieder, der die therapeutische Beziehung an sich als Wachstums-Erfahrung verstand und dementsprechend konstatierte (1942/1972, S. 28, zitiert aus Brem-Gräser 1993, S. 1) „Wirksame Beratung besteht aus einer eindeutig strukturierten, gewährenden Beziehung, die es dem Klienten ermöglicht, zu einem Verständnis seiner selbst in einem Ausmaß zu gelangen, das ihn befähigt, aufgrund dieser neuen Orientierung positive Schritte zu unternehmen“. Die Hauptforschungsgrundlage bei der Entwicklung des klientenzentrierten Denkens bildete trotz des Einflusses unterschiedlicher Geistesströmungen allerdings stets der Klient im Wandlungsprozess (Rogers 1997; Brem-Gräser 1993; Weinberger 2004).
2.2. Persönlichkeitstheorie / Menschenbild
Die Persönlichkeitstheorie war für Rogers nicht von vorrangigem Interesse. Nichtsdestotrotz beinhaltet sein Konzept allgemeine Erklärungsaussagen zum menschlichen Erleben und Verhalten und bringt sein Menschenbild zum Ausdruck. Zentraler Begriff bei Rogers ist das Selbstkonzept. Darunter versteht er ein bewegliches jedoch konsistent organisiertes Wahrnehmungsmuster, das sich aus den Wahrnehmungen des Ich und der Wahrnehmung seiner Beziehungen zur Außenwelt und zu anderen zusammen setzt und als Ich bewusst erlebensfähig und wertgebunden ist. Die Struktur des Selbst entsteht durch die Auseinandersetzung des Menschen mit seiner Umwelt, wobei Sozialisierungsprozesse eine entscheidende Rolle spielen. Zudem wird das Selbstkonzept über das augenblickliche Erleben der Person von sich hinaus durch angestrebte Ziele und Werte geprägt. In dieser Vorstellung des idealen Selbst kommt Rogers Thema des menschlichen Strebens nach Erfüllung und sozialer Integration zum Tragen. Nach Rogers Überzeugung versucht der Mensch, seine Verhaltensweisen in Übereinstimmung mit seinem Selbstkonzept zu bringen. Ist dies nicht möglich, werden Erfahrungen als Bedrohungen erlebt, welche Angst verursachen. Je mehr dieser bedrohlichen Erfahrungen vorhanden sind, desto rigider wird das Selbstkonzept organisiert. Die entsprechenden Wahrnehmungen werden dann entweder übersehen oder in ihrer Bedeutung verzerrt aufgenommen. Somit ist es der Person nicht mehr möglich adäquat
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auf ihre Erfahrungen zu reagieren, was zu Verhaltensunsicherheit, Angst und dem Gefühl, eigene Erlebens- und Verhaltensweisen nicht mehr verstehen und einschätzen zu können, führt. Die Diskrepanz zwischen dem Erleben des Organismus und dem Selbstkonzept wird als Inkongruenz (Nichtübereinstimmung) bezeichnet. Sie entsteht nach Auffassung von Rogers durch das kindliche Bedürfnis nach Liebe und Anerkennung. Wird das Kind durch die Eltern bzw. durch andere wichtige Bezugspersonen bedingungslos geliebt, kann es lernen seine inneren Gefühle zu akzeptieren. Ist die Liebe jedoch an Verhaltensweisen gebunden, lernt es sich selbst im Hinblick auf die elterlichen Werte zu definieren. Inkongruenz entsteht insofern durch Brüche und Verzerrungen im Selbstkonzept eines Menschen, die durch die Ausrichtung auf bestimmte Wertungen verursacht wurden (Alterhoff 1983; Brem-Gräser 1993; Rogers 1998; McLeod 2004).
Mit dem Begriff des Selbstkonzepts verknüpft ist die Vorstellung eines inneren Bewertungsankers. Bei der Beurteilung und Bewertung von Themen lassen Menschen sich entweder von extern definierten Überzeugungen/Haltungen oder von ihren eigenen Gefühlen leiten. Menschen, die sich diesbezüglich vorwiegend auf externe Bewertungen stützen, sind insofern in hohem Maße äußeren Bewertungsbedingungen ausgesetzt. Rogers verfügte jedoch über ein positives Menschenbild und war der Überzeugung, dass authentische, selbstbewusste Personen auf der Basis ihres inneren Bewertungsankers Entscheidungen treffen können, die sowohl für sich selbst als auch für andere gelten können. Er nahm an, dass Menschen über eine universelle Moral sowie einen Sinn dafür verfügen, was in jeder einzelnen Situation richtig oder falsch ist. Die Vorstellung von den Bewertungsbedingungen weist auf die Möglichkeit hin, dass vom Klienten ungelöste Kindheitsprozesse mitgebracht werden können. Diese Kindheitserfahrungen können in Form von internalisierten Werten und Selbstkonzepten das weitere Leben beeinflussen (McLeod 2004).
Von großer Bedeutung in Rogers Konzept ist die Vorstellung eines selbstverwirklichten, voll funktionsfähigen Individuums. Seine Hauptkennzeichen wurden von Rogers (1963, S. 22, zitiert aus McLeod 2004, S. 139) folgendermaßen beschrieben: „Er ist fähig all seine Gefühle zu erleben und hat vor keinem dieser Gefühle Angst. Er findet selbst sein Beweismaterial ist aber gleichzeitig auch offen für Beweise aus anderen Quellen; er ist voll und ganz mit dem Prozess beschäftigt, er selbst zu sein und zu werden, und entdeckt dadurch, dass er tiefgreifend und tatsächlich ein soziales Wesen ist; er lebt ganz im jeweiligen Augenblick, aber er lernt dabei auch, dass dies das tiefste Erleben aller Zeiten darstellt. Er ist ein voll
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funktionsfähiger Organismus, der durch sein Selbstbewusstsein, das unabhängig in und durch seine Erfahrungen fließt, zu einem voll funktionsfähigen Menschen wird“. In Zusammenhang damit steht auch die Idee der menschlichen Aktualisierungstendenz, die Rogers (1998, S. 211) sich so vorstellt, „dass der Mensch eine ihm innewohnende Tendenz hat, all seine Fähigkeiten auf eine Art und Weise zu entwickeln, die der Erhaltung und Steigerung des Organismus dient. Dies ist eine zuverlässige Tendenz, die wenn sie frei wirken kann, eine Person auf das hin bewegt, was mit den Begriffen Wachstum, Reife, Lebensbereicherung bezeichnet wird“. Menschen entwickeln und verändern sich nach seiner Auffassung also ständig. Die Aufgabe der psychologischen Theorie besteht für ihn jedoch nicht darin diese Veränderungen zu erklären, sondern der Versuch die Prozesse zu verstehen, welche Veränderungen und Entwicklungen verhindern. Ziel muss hierbei immer die Ausarbeitung eines Entwicklungskonzeptes sein. Die Prozessorientierung seines Ansatzes zeigt sich auch darin, dass er auf das Erheben von Anamnesen und das Stellen von Diagnosen verzichtete und statt dessen versuchte, die Besonderheit jedes einzelnen Klienten und jeder konkreten Situation zu verstehen. Dementsprechend spielt für ihn das technische Know-how des Beraters eine untergeordnete Rolle; wesentlich wichtiger sind seine Einstellung und vor allem die Qualität der therapeutischen Beziehung (Wiltschko 2002; McLeod 2004).
2.3. Zur Grundhaltung des Therapeuten
Rogers (1980b, S. 187 zitiert nach Keil & Stölzl 2001, S. 233) betrachtet einen bestimmten „way of being with persons“, welcher von Echtheit/Kongruenz, bedingungsloser Wertschätzung des Klienten und empathischem Verstehen seitens des Therapeuten geprägt ist, als wesentlichen Wirkfaktor für Veränderungen.
2.3.1 Empathie
„In der von Augenblick zu Augenblick stattfindenden psychotherapeutischen Beziehung zeichnet sich die Aktivität des Therapeuten vor allem durch seine Fähigkeit aus, die Erlebnisse und Gefühle des Klienten und deren persönliche Bedeutung präzise und sensibel zu erfassen. Ein solch einfühlendes Verstehen heißt, dass der Therapeut in der Welt des Klienten zu Hause ist. Es ist ein unmittelbares Gespür im Hier und Jetzt für die innere Welt des Klienten mit ihren ganz privaten personalen Bedeutungen, als ob es die Welt des Therapeuten selbst wäre, wobei allerdings der „Als-ob-Charakter“ nie verloren geht“
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(Rogers 1997, S. 23). Die Konzentration auf die Empfindungen des Klienten und der Versuch diese von seinem Bezugspunkt her zu verstehen und ihm das Verstandene möglichst präzise mitzuteilen, ermöglicht dem Klienten eine gewissen Distanz bei der Wahrnehmung und ein Infragestellen von Einstellungen und Werthaltungen. In der intensiven Kommunikation wird der Klient angeregt, sich mit den mit dem Erleben verbundenen Gefühlen auseinander zu setzen und durch ein Abwägen, Differenzieren und Konkretisieren schrittweise zu einer Klärung zu kommen. Empathie bezieht sich auch auf die „neblige Zone am Rande der Gewahrwerdung“ (Rogers 1997, S. 24), die vom Klienten irgendwie gespürt wird, die er aber noch nicht in Worte fassen kann. Sie wird häufig mittels nonverbaler Kommunikation (Stimme, Mimik, Gestik, Körperhaltung) angedeutet. Einfühlendes Verstehen kann dem Klienten durch Worte, Schweigen oder Körperkontakt mitgeteilt werden. Ziel ist immer zu spüren, was den Klienten im Moment bewegt und welche Bedeutung er dem gibt. Dies bewirkt einen fortlaufenden gemeinsamen Suchprozess. Wichtig hierbei ist, dass Äußerungen vom Therapeuten nicht als Feststellung ausgesprochen, sondern als Angebot an den Klienten, formuliert werden. Einziges Kriterium für die Richtigkeit einer Äußerung ist der Klient, weil allein dieser sagen kann, ob sie auf sein Empfinden zutrifft. Da der Klient keine Belehrungen, Bewertungen oder Kritik erfährt, kann er angstfrei und ohne Abwehrmaßnahmen über Gefühle und Konflikte sprechen, sie abwägen und sich um eine Klärung bemühen. Er erlebt aktive Zuwendung und große Anteilnahme an seiner Person und seinen Emotionen wobei jedoch auf das Erteilen von Ratschlägen verzichtet wird. Erst einfühlendes Verstehen ermöglicht dem Therapeuten den Klienten uneingeschränkt zu akzeptieren (Rogers 1997; Weinberger 2004).
2.3.2 Wertschätzung
„Es fördert den therapeutischen Prozess, wenn der Therapeut seinem Klienten als einer Person mit vielen konstruktiven Möglichkeiten tiefe und echte Zuwendung entgegenbringt und sie auch äußert. Wenn diese Zuwendung frei ist von Beurteilungen und Bewertungen der Gedanken, Gefühle und Verhaltensweisen des Klienten, verdient sie die Bezeichnung „Bedingungsfreies Akzeptieren“. Der gleiche Sachverhalt lässt sich auch so beschreiben, dass der Therapeut den Klienten schätzt, wie Eltern ihr Kind schätzen - nicht weil er jede ihrer Äußerungen oder Verhaltensweisen gutheißt, sondern weil er ihn vollkommen und nicht unter bestimmten Bedingungen akzeptiert ... Er begegnet ihm mit einer warmen, entgegenkommenden, nicht besitzergreifenden Wertschätzung, ohne Einschränkungen und Urteile ... Der klientenzentrierte Therapeut strebt in mancherlei Hinsicht geradezu eine
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„leichtgläubige“ Haltung an, bei der der Klient so akzeptiert wird wie er sich mitteilt, ohne dass der Therapeut insgeheim den Verdacht hegt, der Klient sei im Grunde ganz anders. Dies ist keineswegs Dummheit seitens des Therapeuten; es ist die Haltung, die mit größter Wahrscheinlichkeit dazu führt, dass der Klient Vertrauen fasst, sein Selbst weiter erkundet und unrichtige Äußerungen korrigiert, sobald sich sein Vertrauen gefestigt hat“ (Rogers 1997, S. 27/28). Es geht darum den Klienten unabhängig von seinen Äußerungen und seinem momentanen Verhalten zu akzeptieren, ohne dies an Bedingungen zu knüpfen. Es reicht nicht aus dies dem Klienten kognitiv zu vermitteln, er muss die Wertschätzung auch spüren können. Dies kann durch Inhalt und Tonfall der Äußerungen geschehen oder auch durch Mimik, Gestik und Körperhaltung. Für eine Person, die mit sich selbst unzufrieden ist oder die von ihrer Umwelt mit negativen Werturteilen bedacht bzw. abgelehnt wird, ist Wertschätzung um so wichtiger, weil sie in der Regel gerade Akzeptierung und Anerkennung am meisten entbehren musste. Unbedingte Wertschätzung ermöglicht dem Klienten sich mit all seinen Gefühlen, Gedanken und Bewertungen kennen zu lernen. In diesem Prozess können schrittweise immer mehr Erfahrungen in das Selbstbild integriert werden. Dies führt zu größerer Selbstachtung und damit verbunden zu Akzeptanz der eigenen Person. Mit Selbstachtung sind Achtung und Wertschätzung gemeint, die eine Person für sich selbst empfindet. Diese Selbstachtung wird in hohem Maße dadurch geprägt, inwieweit ein Mensch von anderen mit Achtung, Wertschätzung und emotionaler Wärme behandelt wird. Selbstachtung ist entscheidend für eine konstruktive Persönlichkeitsentwicklung, d. h. für das soziale, gefühlsmäßige und intellektuelle Verhalten eines Menschen. Durch uneingeschränkt entgegengebrachte Wertschätzung wird dem Klienten die Möglichkeit gegeben, Angst und Verteidigungsverhalten abzubauen und offen über seine positiven wie negativen Gefühle zu sprechen (Rogers 1997; Weinberger 2004).
2.3.3. Echtheit/Kongruenz
„Dies ist die grundlegendste unter den Einstellungen des Therapeuten, die den positiven Verlauf einer Therapie fördern. Eine Therapie ist mit größter Wahrscheinlichkeit dann erfolgreich, wenn der Therapeut in der Beziehung zu seinem Klienten er selbst ist, ohne sich hinter einer Fassade oder Maske zu verbergen. Der theoretische Ausdruck hierfür ist Kongruenz; er besagt, dass der Therapeut sich dessen, was er erlebt oder leibhaftig empfindet, deutlich gewahr wird und dass ihm diese Empfindungen verfügbar sind, so dass er sie dem Klienten mitzuteilen vermag, wenn es angemessen ist ... Es bedeutet, dass es sich um
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Arbeit zitieren:
Doris Hinsberger, 2004, Focusing in der klientenzentrierten Beratung, München, GRIN Verlag GmbH
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