Inhaltsverzeichnis:
1. Einleitung 3
2. Die politische Karriere des Gnaeus Pompeius
Magnus in den fünfziger Jahren 5
2.1. Pompeius’ Rolle im ersten Triumvirat 5
2.1.1. Die Machtlosigkeit des Pompeius: Die Verbannung
des Cicero 8
2.1.2. Pompeius’ Rolle in der Rückberufung Ciceros 10
2.2. Die Erneuerung des Dreibundes 11
2.3. Das dritte Konsulat des Pompeius 13
3. Schlussbetrachtung 14
4. Anmerkungen 15
5. Literaturverzeichnis 17
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1. Einleitung
„In Pompeius verschränkte sich... die Widersprüchlichkeit seiner Zeit, in der noch Republik genannt wurde, was bereits Monarchie war“ (1).
Die Republik Rom befand sich in den fünfziger Jahren v. Chr. in einem desolaten Zustand. Wahlbestechung, Intrigen, Straßenkämpfe und Anarchie bestimmten das öffentliche Leben und die Politik. Ein Regieren nach den Grundsätzen der Republik schien fast aussichtslos.
Zweifellos gehört Gnaeus Pompeius Magnus zu den prägenden Persönlichkeiten dieser turbulenten Zeit. An allen wichtigen Ereignissen dieser Jahre war er beteiligt.
In der Literatur wird er auf der einen Seite als ein treusorgender, liebevoller Ehemann beschrieben, der eher hilfsbedürftig, unbeholfen und leicht beeinflussbar zu sein scheint. Um vom Volk bewundert und anerkannt zu werden, ist er bereit, auch von seinen eigentlichen Zielen und Wünschen abzurücken.
Andererseits ist er für viele Historiker, wie z.B. Mommsen, ein gewissenloser, selbstherrlicher und machtgieriger Egoist, dem echte Freundschaft und Zuneigung wenig bedeuten. Beziehungen zu anderen Menschen dienen lediglich der Verwirklichung seines großen Zieles: der erste Bürger im Staat zu sein, der princeps civitatis.
Obwohl sich beide Darstellungen nicht ganz vereinen lassen, besteht zwischen ihnen eine wichtige Parallele: Pompeius’ Leben ist grundsätzlich geprägt von dem tiefen, innigen Wunsch, stets der wichtigste, beliebteste und mächtigste Bürger im Staat zu sein.
Weder eine gänzlich positiv gefärbte, noch eine negativ wertende Einschätzung des Pompeius ist glaubhaft. Vielmehr ist es notwendig, beide Bewertungen zu vereinen, um einen Zugang zu dieser vielschichtigen Persönlichkeit zu bekommen.
Ausgehend von J ochen Bleickens eingangs zitierter These sollen in der vorliegenden Arbeit die Ereignisse hervorge hoben werden, an denen die Widersprüchlichkeit der Zeit am deutlichsten wird. Mein Hauptaugenmerk liegt dabei auf der Nachzeichnung der politischen Laufbahn des Pompeius, unter dem Gesichtspunkt der Verwirklichung seines Lebenszieles.
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Die Beantwortung folgender zentraler Frage soll das Ziel dieser Arbeit sein: War ein widersprüchlicher Charakter im Rom der fünfziger Jahre notwendig, um politische Karriere zu machen und Ruhm zu erlangen? Die Aufdeckung von Zwiespältigkeiten im Geschehen der fünfziger Jahre ist deshalb notwendig, weil sie den doppeldeutigen Charakter des Pompeius erklären können. War es ihm überhaupt möglich, ohne Hintergedanken zu agieren, oder wäre er sonst untergegangen, wie so viele andere?
Um eine zu einer Erkenntnis zu gelangen, beschränke mich darauf, einen Überblick über die Rolle des Pompeius im politischen Geschehen der 50er Jahre zu geben. Der Hauptteil meiner Arbeit beginnt 59 v. Chr. mit dem Beitritt des Pompeius zum Dreibund. Auf die Verbannung des Cicero wird eingegangen, weil an dieser Episode deutlich wird, wie schwierig es für Pompeius war, sein Ziel zu verfolgen, ohne sich auch auf die Gegebenheiten der Zeit einzustellen. Eine weitere wichtige Etappe, die Erneuerung des Dreibundes, wird dargestellt, weil Pompeius’ Absichten auch hier doppeldeutig sind. Abschließend möchte ich kurz skizzieren, wie es Pompeius 52 v. Chr. gelungen ist, der mächtigste Bürger Roms zu werden.
Mit der Person des Pompeius befassen sich aktuell nur sehr wenige Historiker. Zwar kann man auf eine Fülle von Literatur zurückgreifen, doch diese ist größtenteils stark veraltet. Über neue Forschungsansätze können die von mir hauptsächlich verwendeten Werke von Matthias Gelzer (1949) und Eduard Meyer (1974) keinen Aufschluss geben. Beide Autoren behandeln die Biografie des Pompeius aber besonders ausführlich. Auch die Aufsätze und Beiträge aus Handbüchern und Lexika sind leider weit zurückliegenden Datums. Der Großteil der von mir gesichteten Literatur erschien in englischer Sprache. Deutsche Texte ließen sich schwer ausfindig machen.
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2. Die politische Karriere des Gnaeus Pompeius Magnus in den fünfziger Jahren
2.1. Pompeius Rolle im ersten Triumvirat
Im Jahre 59 v. Chr. verbündeten sich drei Herren, um gemeinsam den römischen Staat anzuführen: Gaius Iulius Caesar, Marcus Licinius Crassus und Gnaeus Pompeius Magnus. Der als Dreibund oder erstes Triumvirat in die Geschichte eingegangene Zusammenschluss war geboren.
Die Initiative für eine solche Verbündung dreier wichtiger Staatsmänner ging wohl von Caesar aus. Ihm war durch seinen „weiten, staatsmännischen Blick“(2) bewusst, dass er für die Verwirklichung seiner Ziele auf Unterstützung dritter angewiesen ist. So kam es Caesar nicht ungelegen, dass Crassus ihn von seinem gewaltigen, durch Wahlbestechung entstandenen Schuldenberg befreite. „Die Kunst,... sich die Sympathien zu gewinnen und dort, wo es nötig war durch einen sanften Druck nachzuhelfen, verstand Caesar vortrefflich“(3). Durch die Versicherung an Crassus und Pompeius, ihre jeweiligen Wünsche während seiner Konsulatszeit zu erfüllen, gelang es Caesar, die beiden für sich zu gewinnen. Um sich dem Ausbau seiner eigenen Macht widmen zu können, musste er Zugeständnisse machen. Gleichzeitig vereinbarte man, „daß nichts im Staat geschehen solle, was einem der drei Partner missfalle“ (4). Die Macht über alle Bereiche der römischen Republik lag nun beim Dreibund. Caesar war zum einen Konsul und beaufsichtigte als pontifex maximus „die religiös-politischen Belange des Staates“(5). Crassus repräsentierte den Ritterstand. Pompeius wurde als erfolgreicher Heerführer von den Popularen und von seiner Heeresklientel unterstützt(6). Die Einigung der Dreibundpartner fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Es war ihr Ziel, dass die „Verschwörung zu gemeinsamer Beherrschung der Republik“ (7) unbemerkt bleibt. Varros Bezeichnung „dreiköpfiges Ungeheuer“ für den Dreibund zeigt sehr deutlich die Abneigung gegen eine Verbindung von Staatsmännern, die einzig und allein das Ziel der absoluten Kontrolle über den römischen Staat und seine Bürger verfolgen. Es ist sicher nicht verfehlt, das erste Triumvirat als eine „Verschwörung“ gegen den Staat zu betrachten. Auch wenn die römische Republik keinesfalls mit heutigen Republiken gleichzusetzen ist, so widerspricht die oligarchische Regierung in jedem Fall den Idealen und der Idee dieser Form der Staatsführung. Alle politischen Ämter wurden mit Vertrauten und Anhängern der Dreibundpartner
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besetzt. Jegliche Opposition wurde außer Kraft gesetzt, also unterdrückt, Gegner wurden unschädlich gemacht. In Wirklichkeit wurde also unter dem Deckmantel der Demokratie die Monarchie errichtet.
Was bewo g nun Pompeius diesem Bündnis beizutreten? Wie schon erwähnt, führten Caesars Überredungskunst und seine Zugeständnisse eine Einwilligung des Pompeius herbei. Ohne Zusicherungen, dass seine materiellen Wünsche erfüllt werden, wäre er wohl nie zu einer Zusammenarbeit mit seinem „Rivalen“ (8) Crassus bereit gewesen. Nicht erst seit dem Bündnis war es seine Überzeugung, dass ein gleichgestellter, mit ebensoviel Macht ausgestatteter Partner neben ihm unduldbar und inakzeptabel sei (9). Pompeius Magnus hoffte, seinen Vorrang im Staat, den er durch seine grandiosen militärischen Erfolge in der Vergangenheit erworben hatte, zurückzugewinnen. Um sein Ziel zu verwirklichen, musste Pompeius seine Loyalität beweisen. Dazu bekam er Gelegenheit, als er sich für das Agrargesetz Caesars einsetzte. Es rief, vor allem bei den Optimaten, großen Widerstand hervor. Doch der Senat konnte es nicht aushebeln, da Caesars Gesetz gut durchgeplant war. Also wurde versucht, „durch inhaltlose Reden und Vorwände aller Art“(10) eine Entscheidung zu verhindern bzw. hinauszuzögern. Hilfesuchend wandte sich Caesar mit der Frage an Pompeius, „ob er ihm gegen die Gegner beistehen wolle“ (11). Die Antwort konnte deutlicher nicht ausfallen: „Wenn man ihn mit dem Schwerte bedrohe, werde er auch den Schild mitbringen“ (12). Caesar wollte nun das Volk über sein Gesetz entscheiden lassen. Vor der Abstimmung „besetzten Caesar und Pompeius schon bei Nacht das Forum mit ihren Anhängern, die Dolche mitbrachten“ (13). Die Gegner wurden ferngehalten und durften nicht zu Wort kommen. So konnte das Lex Iulia Agraria im April 59 dank der Unterstützung des Pompeius angenommen werden. Obwohl der Verlauf der Abstimmung von vielen nicht toleriert wurde, war doch niemand stark genug, um sich dagegen zu wehren. Der Senat war machtlos und sah tatenlos zu. Jeder Versuch der Anklage und Verurteilung der Art und Weise der Abstimmung wäre wohl gescheitert (14). „Die Widerstandskraft der Opposition [war] gebrochen“ (15). Caesar konnte nun seine Vorstellungen von der Gestaltung des Staates, seine eigenen Gesetze, leicht und widerstandslos durchsetzen.
Um weiterhin keine Zweifel an seiner Treue gegenüber den Partnern aufkommen zu lassen, vermählte Pompeius sich im Jahre 59 mit Julia, der Tochter Caesars. Dadurch „bekundete Pompeius vor aller Augen seinen Entschluß,...mit Caesar in
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Arbeit zitieren:
Evelyn Zschächner, 2001, Die Rolle des Gnaeus Pompeius Magnus in den 50er Jahren, München, GRIN Verlag GmbH
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