Inhaltsverzeichnis:
1. Einleitung 3
2. Das Leben Bernhard Sprengels 5
3. Bernhard Sprengel als Mäzen - Die Sammlertätigkeit 6
3.1. Motive und Leitlinien für das Entstehen der Sammlung Sprengel 6
3.2. Die Entwicklung der Sammlung Sprengel 9
3.2.1. Entstehung und Anfänge 1937 bis 1945 9
3.2.2. Das Verhältnis des Sammlers zum Künstler: Die Beziehung von Bernhard
Sprengel und Emil Nolde 15
3.2.3. Entwicklung der Sammlung seit 1945 20
3.3. Das Sprengel Museum Hannover 23
4. Schlussbemerkung 27
5. Literatur- und Quellenangaben 28
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1. Einleitung
„Die Kunst hat mich innerlich bereichert wie kein materieller Besitz mir das je hätte gewähren können.“ 1 Bernhard Sprengel
Mit dem Namen Sprengel assoziieren die meisten Menschen zunächst wohl nur den Gedanken an vorzügliches Naschwerk. Es ist die Leistung Bernhard Sprengels, der die Marke zu einer der beliebtesten unter den deutschen Schokoladenherstellern machte. Weniger bekannt ist das Engagement des Fabrikanten auf dem Gebiet der Kunst. Sprengel zählt zugleich zu den bedeutendsten Mäzenen der Gegenwart. Seine Sammlung moderner Kunst des 20. Jahrhunderts enthält wichtige Werke der europäischen Kunstgeschichte. Besonders beachtlich ist die enorme Geschwindigkeit, mit der Sprengel eine der wichtigsten Privatsammlungen expressionistischer Kunst aufbaute. Die mäzenatische Tätigkeit des Schokoladenherstellers aus Hannover beginnt in der Zeit der Herrschaft der Nationalsozialisten: Das Jahr 1937 gilt als Geburtsstunde der Sammlung Sprengel. Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, die Sammlertätigkeit Bernhard Sprengels näher zu beleuchten. Zu diesem Zweck soll folgender zentraler Fragestellung nachge gangen werden: Wie gestaltete sich die Sammlertätigkeit des Bernhard Sprengel, welche Ziele und welchen Nutzen hatte sie? Wirkte der Sammler auch über seine bloße Sammlerfunktion hinaus gestaltend auf seine Umwelt ein, oder bleibt die Hinterlassenschaft der Privatsammlung die einzig beachtenswerte Leistung des Unternehmers auf dem Gebiet der Kunst? Die Untersuchung des Alltags des Kunstsammlers erscheint mir nicht zuletzt deshalb interessant, weil Sprengel seine Sammlung in einer Zeit aufgebaut hat, in der die deutsche Avantgardekunst der Verfolgung und Zerstörung durch die Nationalsozialisten ausgesetzt war. Der Handel mit dieser Kunst war offiziell verboten. Wie konnte es einem scheinbar in das System integrierten erfolgreichen Fabrikanten dennoch gelingen, bedeutende Werke des Expressionismus zu erwerben?
Um die formulierten Fragen beantworten zu können, scheint mir folgende Gliederung sinnvoll: Zunächst wird der biografische Hintergrund Bernhard Sprengels kurz vorgestellt. Der anschließende Abschnitt beleuchtet seine Sammlertätigkeit. Die Kenntnis der Motive und Leitlinien, welche beim Anlegen der Sammlung bestimmend waren, ist unerlässlich, will man die Erwerbungspolitik und das Handeln des Mäzens verstehen. Danach wird die Entwicklung
1 www.sprengel-museum.de/deutsch/SMHframes.html. Zugriff am 24.09.2003.
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der Sammlung beschrieben. Der Alltag des Kunstliebhabers lässt sich am Beispiel der Be ziehung zu dem Maler Emil Nolde besonders eindrucksvoll beobachten. Sprengel unterstützte den Künstler, der seine Sammelleidenschaft auslöste, auf vielfältige Weise. Auch auf die Position Noldes, der in den Jahren des Nationalsozialismus eine heftig umstrittene Persönlichkeit war, wird eingegangen. Die Auswirkungen der Sammlertätigkeit Sprengels werden vor allem nach 1945 sichtbar. Nach der Diktatur Hitlers ändert sich auch das Interesse Sprengels beim Aufbau seiner Sammlung. Zudem tritt er nun verstärkt als Mäzen in die Öffentlichkeit. Seine Verdienste um die Kunst symbolisiert vor allem das von ihm angeregte und mitfinanzierte Sprengel Museum in Hannover. Deshalb soll es abschließend kurz vorgestellt werden. Das Schlusskapitel widmet sich der Beantwortung der eingangs formulierten Fragestellung. In einem Resümee wird das mäzenatische Wirken des Schokoladenfabrikanten Sprengel bewertet.
Kulturförderung ist ein viel beachtetes Thema in der Forschung. Besonders zu den Stiftern des Mittelalters existieren za hlreiche Publikationen. Die Mäzene der Gegenwart finden demgegenüber wenig Beachtung bei den Wissenschaftlern. Angesichts dessen ist die Literaturlage zu Bernhard Sprengel als übersichtlich zu bezeichnen. Weder zu dem Unternehmen, noch zur Person des Fabrikanten sind beachtenswerte Monografien oder Aufsätze erschienen. Angesichts des hohen Bekanntheitsgrades der Schokoladenmarke und der hohen Qualität der von dem Hersteller angelegten Privatsammlung ist dies erstaunlich. Es muss jedoch festgehalten werden, dass die Forschung in jüngster Zeit bemüht ist, die umfangreiche Korrespondenz Sprengels mit Sammlern, Galeristen und auch dem Maler Emil Nolde auszuwerten und kritisch aufzubereiten. Die Publikation längerer Passagen aus diesem Konvolut von Briefen erfolgte bisher lediglich in dem 1999 erschienenen Ausstellungskatalog „Emil Nolde und die Sammlung Sprengel. Geschichte einer Freundschaft“ 2 . Dieses Werk war für meine Arbeit unerlässlich. Neben weiteren Katalogen des Sprengel Museums, war auch die Homepage des Hauses 3 eine wichtige Informationsquelle.
2 Sprengel Museum Hannover (Hrsg.): Emil Nolde und die Sammlung Sprengel 1937 - 1956. Geschichte einer Freundschaft. Hannover 1999.
3 www.sprengel-museum.de
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2. Das Leben Bernhard Sprengels
Bernha rd Sprengel wurde am 17. April 1899 in Hannover geboren. Er war der ältere der beiden Söhne von August und Elisabeth Sprengel. Sein Großvater Carl August Bernhard Sprengel hatte im Jahre 1851 die Schokoladenfabrik B. Sprengel & Co., Hannover gegründet. In wirtschaftlich abgesicherten Verhältnissen verbrachte er seine Jugend in Hannover, wo er bis 1917 das Goethe-Gymnasium besuchte. 1917/18 absolvierte Sprengel seinen Militärdienst. Anschließend studierte er Rechtswissenschaft in Göttingen, Kiel und München. 1923 schloss er sein Studium mit der Promotion ab. Die folgende Ausbildung im Hamburger Kakaohandel sollte ihn auf die Aufgaben in der elterlichen Firma vorbereiten. 1923 trat Sprengel in das Familienunternehmen ein. In Zusammenarbeit mit dem Vater baute er den mittelständischen Betrieb zu einem der größten Schokoladenhersteller Deutschlands aus. Im selben Jahr heiratete Bernhard Sprengel Elisabeth Charlotte Jonas. Nach vierzehn Jahren wurde die Ehe 1937 geschieden. Bald darauf lernte Sprengel die Geigerin und Musikpädagogin Margrit Backhausen kennen. Kurze Zeit später, im Herbst 1937, heirateten die beiden. Sprengel, aus dessen erster Ehe zwei Kinder hervorgegangen waren, hatte mit Margrit drei gemeinsame Kinder. Die Hochzeitsreise führte die frisch Vermä hlten im November 1937 nach München. Während des Aufenthalts in der bayerischen Metropole besuchte das kunstinteressierte Paar die Ausstellung „Entartete Kunst“. Die von den Nationalsozialisten eingerichtete Schau zur Verfemung der zeitgenössischen deutschen Kunst, veränderte das Leben des hannoveraner Fabrikanten ganz entscheidend. Die erste Begegnung mit dem deutschen Expressionismus war zugleich die Geburtsstunde einer der wichtigsten Sammlungen moderner Kunst des 20. Jahrhunderts.
Nach dem Tod des Vaters wurde Sprengel 1940 alleiniger Inhaber und Geschäftsführer der Schokoladenfabrik. Neben seiner unternehmerischen Tätigkeit engagierte er sich auch auf dem Gebiet der Musik: In den Jahren 1940 bis 1984 war Sprengel Vorsitzender der Kammermusik gemeinde in Hannover. Im Bestreben, junge Musiker zu fördern, stiftete der Fabrikant 1959 den „Bernhard-Sprengel-Preis für Komposition“ an den Kulturkreis des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI).
Währenddessen verschlechterte sich die wirtschaftliche Situation der Firma Sprengel: 1964 gingen 51% der Firmenanteile an die amerikanische Firma Nabisco, die 1973 das gesamte Unternehmen übernahm. Seit 1979 gehört die Schokoladenfabrik Sprengel nun zur Stollwerck AG.
Sprengels gesellschaftliches Engagement war stets geprägt vom Bemühen, Künstlern zu helfen, ihr Talent zu fördern. Deshalb stiftete er 1979 einen zweiten Bernhard-Sprengel-Preis:
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Neben der Auszeichnung für Musik kam der „Bernhard-Sprengel-Preis für Bildende Kunst“ hinzu.
Seine g esellschaftlichen Verdienste um die Förderung der Kultur würdigte die Stadt Hannover 1977 mit der Verleihung der Ehrenbürgerwürde. Sprengel, der bereits Träger des Großen Bundesverdienstkreuzes war, genoss ein enormes öffentliches Ansehen. Am 22. Januar 1 985 verstarb Bernhard Sprengel in seiner Heimatstadt Hannover. Der bedeutende Unternehmer und Kunstmäzen hinterließ nicht nur eine beachtliche Kunstsammlung, für viele Menschen gab er auch den Anstoß für eine Wandlung der Sichtweise von Kunst. Margrit Sprengel starb im Dezember 1997 ebenfalls in Hannover.
3. Bernhard Sprengel als Mäzen - Die Sammlertätigkeit
3.1. Motive und Leitlinien für das Entstehen der Sammlung Sprengel
Das Gesicht der Sammlung Sprengel wurde von klaren Zielen und Beweggründen bestimmt. Die Kenntnis um die Motive, welche beim Anlegen der Sammlung prägend wirkten, ist unerlässlich, will man das Handeln des Sammlers verstehen. Sprengels Hauptaugenmerk galt dem Sammeln von Kunst des 20. Jahrhunderts. Der Klassischen Moderne, also der zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts entstandenen Kunst, schenkte er sein besonderes Interesse.
Als grundlegende Maxime beim Anlegen der Sammlung galt für Sprengel stets, dass er ausschließlich Kunst erwerben wollte, die er selbst erkannt und verstanden hatte. „Nur was ich selbst erkannt habe, nehme ich in meine Sammlung auf.“ 4 Werke von Künstlern, deren Aussage sich ihm nicht erschließen wollte, hat er (noch) nicht erworben. Der Sammler war stets um den Zugang zu einem Künstler bemüht. Durch den Besuch von Ausstellungen, die das Gesamtwerk darstellten, ließ sich seiner Meinung nach das Werk und die darin enthaltene Botschaft am besten erschließen. „Ausstellungen, die einen Überblick geben über das Gesamtwerk eines mit uns lebenden Künstlers, der mit seinen in der unmittelbaren Gegenwart entstandenen Werken in Neuland vorstößt, lassen den Weg der Entwicklung des Künstlers mit seinen häufig ganz starken und entscheidenden Wandlungen bis zum Ende mitgehen. Indem der Kunstfreund diesem Weg folgt, vermag auch er in Neuland vorzustoßen zu Werken, die ihm - isoliert gesehen - bei der ersten Begegnung
4 Kunstmuseum Hannover mit Sammlung Sprengel (Hrsg.): Gemälde, Skulpturen, Aquarelle und Zeichnungen des 20. Jahrhunderts. Die Sammlung Sprengel, Werke aus den Sammlungen der Landeshauptstadt Hannover und des Landes Niedersachsen. Hannover 1979. S. 11.
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vielleicht unverständlich geblieben wären.“ 5 Die einmalige Begegnung mit dem Unbekannten konnte seine Sammelleidenschaft nicht entfachen. Nach einer „ersten, oft zufälligen Begegnung mit einem einzelnen Bild, durch das sich ein Verstehen in einer bisher unbekannten „Sprache“ nicht einzustellen verm[ochte]“ 6 , erschloss sich das Genie und die Größe des Künstlers nicht.
Sprengel hat die Gelegenheiten, Ausstellungen des Gesamtwerkes eines Künstlers zu besuchen, immer wieder genutzt. Er entwickelte einen außerordentlichen Ehrgeiz und gab sich nicht damit zufrieden, wenn er einen Maler oder Bildhauer noch nicht verstand. Wieder und wieder hat er sich mit ihm auseinandergesetzt. Bernhard Sprengel befand sich in einem ständigen Diskurs mit sich selbst und einem ihm noch unergründlichen Künstler. Diese unermüdliche Beharrlichkeit wurde durch die erhoffte Freude angeregt, die das Erkennen eines Werkes hervorriefen. „Ich lasse mich gern faszinieren von dem, was ich erkannt habe.“ 7 Vor diesem Hintergrund lässt sich verstehen, weshalb Sprengel aus gegenwärtiger Sicht eher ungewöhnliche Entscheidungen in seiner Erwerbungsbiografie traf. So scheint es heute, da wir allwissend über damals zeitgenössische Künstler urteilen können, überraschend, dass Sprengel den Kauf von Lyonel Feininger 1940 noch ablehnte. Das Können des Künstlers ist heute unbestritten. Der Sammler konnte jedoch „zu Feininger keinen sehr engen Kontakt bekommen“ 8 . Seine „sich immer wiederholende[…] Art die Dinge geometrisch zu zergliedern“ 9 übte auf Sprengel keine Faszination aus. Selbstkritisch bemerkte er allerdings, dass er sich noch „nicht genügend mit den Gebieten des Futurismus und des Kubismus beschäftigt ha[tte]“ 10 , um Feininger begreifen zu können. Erst einige Jahre später nahm Sprengel die abstrakten Werke des Künstlers in seine Sammlung auf. Ein weiterer Beweggrund, sich dem Sammeln von Kunst zu widmen war für den Schokoladenfabrikanten, dass dies sein Leben bereicherte. Die erworbenen Bilder und Skulpturen bewahrte er in seiner unmittelbaren Umgebung auf. Sprengel umgab sich zu Hause und in seinem Büro mit den Gegenständen. Als der Umfang der Sammlung im Laufe der Zeit immer größer wurde, tauschte er die Werke auch aus, so dass er sich an allen erfreuen
5 Sprengel, Bernhard: Vorwort zur Ausstellung „Sammlung Sprengel“, Hannover 1965 in: Sprengel Museum Hannover (Hrsg.): Emil Nolde und die Sammlung Sprengel 1937 - 1956. Geschichte einer Freundschaft. Hannover 1999. S. 8-10. S. 8/9.
6 Sprengel, B.: Vorwort zur Ausstellung „Sammlung Sprengel“. S. 9.
7 Kunstmuseum Hannover mit Sammlung Sprengel (Hrsg.): Gemälde, Skulpturen, Aquarelle und Zeichnungen des 20. Jahrhunderts. S. 11.
8 Vgl. Krempel, Ulrich: Zur Geschichte der Sammlung Sprengel, 1937 bis 1945 in: Sprengel Museum Hannover (Hrsg.): Emil Nolde und die Sammlung Sprengel 1937 - 1956. Geschichte einer Freundschaft. Hannover 1999. S. 36-91. S. 53.
9 Krempel, U.: Geschichte der Sammlung Sprengel. S. 53.
10 Krempel, U.: Geschichte der Sammlung Sprengel. S. 54.
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konnte und nicht ein Teil ungenutzt in der Schublade lag. „Der eigene Wohnraum ist fast zu beschränkt, um alles zur Geltung kommen zu lassen, so müssen wir öfter wechseln“ 11 Aus einem Brie f an den Maler Emil Nolde 1944 spricht die Begeisterung, die ihm die Dekoration des Heims mit Kunstwerken bereitete: „Seit einer Woche hängen die Sonnenblumen mir in meinem Büro gegenüber, so denke ich Ihrer in Freude den Tag über.“ 12 Ein weiteres Prinzip Sprengels war, dass er nur qualitativ hochwertige Werke erwarb. Die Technik, d. h. ob Zeichnung, Radierung, Ölgemälde oder Skulptur waren zunächst irrelevant. Auch das Motiv war nicht ausschlaggebend für den Kauf. Das „Prinzip des künstlerischen Ranges [stand] im Vordergrund“ 13 . Nur „das erreichbar beste, qualitätvollste Werk zu erhalten, gleichgültig, ob es sich um einen Druck, eine Zeichnung oder um ein bestimmtes Bildmotiv handelt“ 14 war eine wichtige Leitlinie bei der Anlage der Sammlung. Für Sprengel bestand der Reiz des Sammelns im „Umgang mit Originalen“ 15 . Der Künstler war für ihn ein Genie, der über der Masse der Menschen stand und seiner Zeit voraus, der Umwelt überlegen war. Der Kontakt zu solch einem überdurchschnittlichen Individuum gab Sprengel Lebenskraft und Freude. „Schöpferischen Menschen folgen zu können, ihr Weltbild, mit dem sie uns Pragmatikern meist um Jahrzehnte voraus sind, durch ihre Schöpfungen mitfühlen, mit ihnen oder ihren Werken jünger bleiben zu können, ist ein immer wieder beglückendes, ermunterndes, Lebenskräfte auffrischendes Element: gewiß auch eine das Sammeln immer wieder auslösende Kraft.“ 16
Das Sammeln war für den hannoveraner Unternehmer aber nicht nur Privatvergnügen. Als prominente Person des öffentlichen Lebens fühlte er sich verpflichtet, auch den Mitmenschen den Umgang mit Kunst ermöglichen. Ihr Leben sollte genauso bereichert werden wie sein eigenes.
Das Kunstsammeln als Geldanlage hat Bernhard Sprengel stets abgelehnt: „Kunstwerke kaufen in der Erwartung, baldigst Gewinn realisieren zu können, etwa mit dem Rat eines erfahrenen Fachmannes, hat nichts gemein mit sammeln.“ 17 Nur der Kauf von Werken, die er selbst erkannt hatte, konnte Sprengel befriedigen. „Für kaufmännische, für unternehmerische
11 Krempel, U.: Geschichte der Sammlung Sprengel. S. 73.
12 Krempel, U.: Geschichte der Sammlung Sprengel. S. 72.
13 Kunstmuseum Hannover mit Sammlung Sprengel (Hrsg.): Gemälde, Skulpturen, Aquarelle und Zeichnungen des 20. Jahrhunderts. S. 11.
14 Kunstmuseum Hannover mit Sammlung Sprengel (Hrsg.): Gemälde, Skulpturen, Aquarelle und Zeichnungen des 20. Jahrhunderts. S. 11.
15 Sprengel, B.: Vorwort zur Ausstellung „Sammlung Sprengel“. S. 9.
16 Sprengel, B.: Vorwort zur Ausstellung „Sammlung Sprengel“. S. 9.
17 Sprengel, B.: Vorwort zur Ausstellung „Sammlung Sprengel“. S. 9.
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Evelyn Zschächner, 2003, Bernhard Sprengel - Das mäzenatische Wirken eines Fabrikanten, Munich, GRIN Publishing GmbH
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