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Inhaltsverzeichnis
I.) Einleitung
II.) Hauptteil
1.) Was ist „Jugend“ ?
2.) Das 20. Jahrhundert als „Jahrhundert der Jugend“
3.) Die „Jugend“ der Pädagogik
3.1.) Jugendkonzepte um 1900
3.2.) Gesellschaftliche und pädagogische Hintergründe für die Jugendkunde
3.3.) Die Hitler-Jugend Jugend und Pädagogik nach 1945
4.) Die „Jugend“ der Soziologie
4.1.) Die Rolle des Jugendlichen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts
4.2.) Jugend nach dem 2.Weltkrieg-Probleme und Möglichkeiten
4.3.) Jugend nach 1975-vom fiktiven Generationenkonflikt zur
Gesellschaftskrise
5.) Defizite in der Jugendforschung-ein allgemeiner Überblick
III.) Schlussgedanke-Ausblick: Jugendforschung im 21.
Jahrhundert
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I.) Einleitung
Die Jugend bietet dem Betrachter heutzutage mit all ihren verschiedenen Einflüssen und Auswirkungen ein sehr vielfältiges Bild, dass konfus und zugleich widersprüchlich ist. Versuche, eine bestimmte Bewegung in der Jugend zu untersuchen, scheitern oft an der Schnelllebigkeit der jugendlichen Welt. Was für den Betrachter bzw. Forscher als aktuelle Gegebenheit angesehen wird, kann für den Jugendlichen bereits als veraltert interpretiert werden. „Es scheint, als ob die Kurzlebigkeit von Stilen und Ausdrucksweisen, die Dynamik von Entwicklungsprozessen sich den verschiedensten Erklärungsversuchen widersetzen“ (Bailer / Horak 1995, S. 7).
Das 20. Jahrhundert stellt für diese Jugendforschung eine sehr wichtige Zeitspanne dar, weil in keiner Zeit davor soviel und eingehend über das Thema Jugend gesprochen, geforscht und analysiert wurde. Seit Beginn des Jahrhunderts bis in die heutige Zeit entwickelte sich die Jugend zu einer eigenen Kultur, wird als eigenständige Lebensphase betrachtet und nimmt den Rang einer Art von Lebenseinstellung ein. Zudem beeinflusst sie über ihre Grenzen hinaus die Erwachsenenwelt in dem Sinne, dass die Älteren von ihr Teile übernehmen und sich diese in ihre eigene Kultur integrieren. Dieser Aspekt zeigt sich an der Tatsache, dass trotz stetiger Veralterung der Gesellschaft eine zunehmende Orientierung älterer Menschen an jugendlichen Wertidealen zu beobachten ist (vgl. Sander / Vollbrecht 2000, S. 7).
Die Auseinandersetzung mit diesen jugendlichen Lebensphasen, Lebenslagen und der Lebenshaltung, sowie den Versuchen einer Deutung selbiger sagt sehr viel über den gesellschaftlichen Zustand aus und gewährt dem Betrachter einen guten Einblick in sie. BAILER und HORAK (Bailer / Horak 1995, S. 7) stellen sogar die Behauptung auf, dass Jugend als Ausgangspunkt bei der Betrachtung von einer Gesellschaft anzusehen ist. Jedoch ist Jugend ein schwer zu definierender Begriff. Die Jugend selbst befindet sich in keiner eigenen Welt, die von allem anderen abgetrennt ist. Bereits durch die Schwierigkeit einer Zuordnung der verschiedenen Altersstufen mit deren typischen Erfahrungen ist dies nicht gegeben.
Die folgende Arbeit nähert sich dem Phänomen „Jugend“ zuerst auf einer definitorischen Ebene, auf welcher der Begriff Jugend erklärt wird. Es wird
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außerdem auf die allgemeine Lage von Jugendlichen im 20. Jahrhundert eingegangen. Des weiteren wird ein kursorischer Überblick über die Jugendforschung und Jugendkonzepte im 20. Jahrhundert dargestellt, mit besonderer Berücksichtigung auf die Soziologie und die Pädagogik, sowie deren Bedeutung für die Gesellschaft und das Individuum. Im weiteren Verlauf widmet sich die Arbeit den möglichen Problemlagen, bzw. den entstehenden Theoriedefiziten. Am Ende wird noch auf aktuelle Forschungsströmungen im 21 Jahrhundert eingegangen, mit deren Aufgaben und Zielen.
II.) Hauptteil
1.) Was ist „Jugend“ ?
Nach dem Soziologie-Lexikon von REINHOLD versteht man traditionell unter Jugend u.a., einen „Strukturwandel der Jugendphase. Innerhalb des Ablaufs der durchschnittlichen Biographie wurde die Jugendphase traditionell als „Statuspassage“ von der Kindheit in die „sozial generell und endgültig gedachte Rolle des Erwachsenen“ (Schelsky 1957) verstanden. Dem entsprach ein jugendtheoretisches Konzept, das die Jugendphase zugleich als „Moratorium“, als Schonraum zur Selbstfindung und Selbsterprobung (Spranger 1924, Erikson 1974), wie auch als Sozialisationsabschnitt, als Lern- und Vorbereitungszeit auf die Rolle und Aufgaben des Erwachsenen, interpretierte“ (Reinhold 1991, S. 286). Aber aufgrund der gesellschaftlichen Entwicklung in den letzten Jahrzehnten umschließt Jugend als Begriff und Konzept eher ein weitreichendes Gebiet. Es ist schwierig eine klare und scharfe Abgrenzung zu finden, in der man die Jugendzeit einordnen kann, und sie von Kindheit bzw. dem Erwachsensein zu trennen. Dadurch ergibt sich auch die Tatsache, dass man Jugend heutzutage nicht mehr als Übergang von einer Sozialisationsstufe zur nächsten betrachten kann, sondern diese inzwischen sogar als einen autonomen Lebensabschnitt verstehen muss. Eine weitere Folge des gesellschaftlichen Wandels ist, dass die Jugendlichen heutzutage schon früh anfangen müssen sich mit alltäglichen Problemen auseinander zusetzen, was wider rum dazu führt, dass der Schonraum für die eigene Selbstentwicklung verschwindet. Auch wird die Jugend zum
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gegenwärtigen Zeitpunkt nicht mehr als Sozialisationsabschnitt gesehen. Dies liegt vor allem an der heutigen Situation des Arbeitsmarktes. Einzelne Gruppen der Erwachsenengesellschaft müssen sich weiterbilden, müssen Umschulungen machen, um einen Job zu bekommen, oder ihren Arbeitsplatz zu behalten. Deswegen kann man die Jugendphase nicht mehr als Vorbereitungszeit auf das Erwachsensein verstehen, weil die spezifische Lernzeit sich nicht mehr nur auf diesen Abschnitt des Lebens konzentriert, sondern sich inzwischen auf nahezu das ganze Leben ausbreiten kann.
SANDER und VOLLBRECHT (Sander / Vollbrecht 2000, S. 7) ergänzen diese Sichtweisen, indem sie sagen, dass der Begriff „Jugend“ nicht einheitlich verwendet werden kann. Mit dem Ausdruck können junge Menschen als Personengruppen gemeint sein, die sich in einer bestimmten Zeitspanne der Biographie befinden, die sie als Jugend bezeichnen. Der Begriff kann auch eine historisch entstandene soziale Erscheinung darstellen oder den Möglichkeitsraum der Entwicklung, in dem sich der Jugendliche befindet, der allerdings von der Gesellschaft vorgegeben ist. Sie untergliedern Jugend in vier Kategorien: 1.) als Erziehungsaufgabe, 2.) als gesellschaftliches Problem, 3.) als Reifephase und 4.) als juristischen Terminus. Sie betonen, dass Jugend historisch gesehen, noch ziemlich jung ist und deswegen noch nicht als Naturkonstante angesehen werden darf. „Sogar der historische Rückblick auf das 20. Jahrhundert selbst lässt sowohl geschichtliche Relativität, gesellschaftliche Bedingtheit, aber auch gewisse Konstitutiva eines Gleichaltrigenlebens Heranwachsender erkennen, das wir Jugend nennen“ (Sander / Vollbrecht 2000, S. 7).
Wie man sieht, lässt sich der Begriff „Jugend“ nicht genau definieren, bzw. bietet er eine sehr offene und weite Bandbreite an Möglichkeiten zu. Jugend zu definieren ist nicht einfach, denn wer heute noch Jugendlicher ist, kann in zwei Jahren schon Erwachsener sein. Außerdem neigt man dazu, wie oben schon bemerkt, die Jugendphase immer länger zu ziehen, weil es auch immer mehr in die Mode kommt, jung zu bleiben. Deswegen muss man das Wort aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten. Dazu wird zunächst im folgenden Teil der Arbeit auf die Jugend im 20. Jahrhundert generell eingegangen, sowie die Sichtweisen der Jugend in der Pädagogik und der Soziologie näher dargestellt, um ein klareres Bild zu bekommen.
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2.) Das 20. Jahrhundert als „Jahrhundert der Jugend“
Das 20. Jahrhundert kann man aufgrund verschiedener Gegebenheiten auch als das „Jahrhundert der Jugend“ benennen. Ein Grund der dafür spricht ist zum Beispiel der Wandel vom Ende des 19. Zum Anfang des 20. Jahrhunderts, wo die Kinder nun nicht mehr aus ihrer Kindheit gerissen und in die Erwachsenenwelt zum arbeiten gedrängt wurden, sondern ihnen ein gewisses Maß an Freiheit zugesprochen wurde. Die Veränderung zu jener Zeit führte dazu, dass alle Heranwachsenden nun als Jugendliche galten. Dennoch gab es immer noch Unterschiede zwischen ihnen, durch zum Beispiel eine verschieden lange Sozialisationsphase, behaftet mit unterschiedlichen Aspekten, wie die Abhängigkeit von Möglichkeiten, Geld, dem sozialen Status und letztendlich damals auch noch dem Geschlecht, was wieder rum eine ungleiche Behandlung hervorrief. Diese doch eher positive Entwicklung erhielten in der Zeit davor nur Jugendliche, die aus Familien mit besseren wirtschaftlichen Verhältnissen kamen. Diese Tendenz kann man aber nicht als eine einzige Bewegung ansehen, da durch die verschiedensten Etablierungen der Wissenschaften in dem Jahrhundert, wie Pädagogik, Psychologie oder Soziologie, sich immer wieder unterschiedliche Jugendbilder entwickelt und geformt haben. Wie schon erwähnt, wurde es im Laufe der Entwicklung immer schwieriger, Jugend vom Erwachsenenalter abzugrenzen, die eigentliche Jugendphase überhaupt zu bestimmen, weil sie sehr schnelllebig war. „Diese Entwicklung der Ausbildung und der Ausdifferenzierung der Jugend vollzog sich unter verschiedenen gesellschaftlichen Einflüssen. Dazu zählen etwa Schulreformen mit tendenzieller Angleichung von Lebenschancen und der Verlängerung der Ausbildungszeiten, Wertewandel, Kommerzialisierung und Durchdringung der Lebenswelt mit Medien, politische Umwälzungen und nicht zuletzt auch jugendspezifische Einflüsse“ (Sander 2000, S. 2). Die Folge dieses Wandels führt auch schon zu dem zweiten Grund, warum man das Jahrhundert als Jahrhundert der Jugend bezeichnen kann. Mit der Entstehung von verschiedenen Jugendkulturen, entstanden gleichzeitig auch deren eigene Stile, Lebenseinstellungen, Normen und Rollen, mit dem Ziel sich von den Erwachsenen abzuheben. Dies führte natürlich zu einer enormen Veränderung in der Gesellschaft. „Kunst, Mode, Musikrichtungen, Lebensziele und Werte allgemein orientieren sich im 20. Jahrhundert immer stärker an jugendkulturellen
Arbeit zitieren:
M.A. Quirin Bauer, 2005, Soziologische und pädagogische Jugendforschung und Jugendkonzepte im 20. Jahrhundert, München, GRIN Verlag GmbH
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