- 2 -
Gliederung:
I. Einleitung
II. Leben
(a) Kindheit und Jugend in Zürich (1746-1768) (b) Neuhofjahre (1769-1798) (c) Stans (1798-1799) (d) Burgdorf und Münchenbuchsee (1800-1804/05) (e) Yverdon/ Iferten (1805-1825) (f) Letzten Lebensjahre auf dem Neuhof (1825-1827)
III. Einfluss anderer
(a) Johann Jacob Bodmer (b) Jean- Jacque Rousseau
IV. Hauptwerke
(a) philosophische Phase (b) kulturphilosophische und anthropologische Phase (c) pädagogische Phase
V. Auffassungen
VI. Bedeutung und Wirkung
- 3 -
I. Einleitung
Johann Heinrich Pestalozzi (1746-1827) gilt mit seiner Idee der Volksbildung als Begründer der Pädagogik und als Propagandist einer allgemeinen Bildung für alle Menschen. Am ehesten kann man ihn als den Klassiker der deutschen Pädagogik angemessen einordnen. Dies lässt sich zurückführen auf die Sprache seiner Schriften und besonders deren Einfluss auf die deutsche Pädagogik, den Lehrerschaften, dem Verständnis von Volkserziehung und der pädagogischen Verantwortung (vgl. Herwig Blankertz, 1982, S. 106). Viele Bereiche haben Pestalozzis Lebensweg schon von seiner Kindheit an im Laufe der Zeit nachhaltig und stark bestimmt. Durch die damalig herrschende Gesellschaft geriet er immer wieder in Konflikte und musste mehrmals sein erträumtes Lebenswerk, die Armenerziehung, von neuem beginnen. Man sah ihn einerseits als einen „Handlanger der Mächtigen“, da er die Armen an ihr Elend zu gewöhnen versuchte, andererseits als einen „rührselig-gefühlsduseligen Kinderfreund“ (Fritz März, 2000, S. 432). Pestalozzi selbst wollte keine Revolution, weder von äußeren noch von inneren Einflüssen, sondern versuchte mit Hilfe von Erziehung eine gerechtere und humanere Gesellschaft zu schaffen.
II. Leben
(a) Kindheit und Jugend in Zürich (1746-1768)
Pestalozzi selbst sagt: „ ... man kann mein Leben nicht anschaulich darstellen, ohne Zürich nahe zu kennen“ (Max Liedtke, 1995, S. 7). Damit meint er, dass sein ganzes Leben von dieser Stadt und deren Einflüssen stark geprägt wurde. Hier, am 12. Januar 1746 geboren, verbringt Johann Heinrich Pestalozzi seine Kindheit und
Jugend. Im Alter von fünf Jahren verliert er seinen Vater, und wird deshalb hauptsächlich von Frauen erzogen, was auf seinen weiteren Lebensweg großen Einfluss nimmt. Er verbringt nun viel Zeit bei seinem Großvater Andreas Pestalozzi am Dorf , wo er bereits die unverschuldete Armut der Landbevölkerung kennenlernt. In dem stark protestantisch geprägten Regime erfährt er während
- 4 -
seiner Schul- und Studienzeit (über die Schola Carolina zum Studium am Collegium Carolinum) besonders durch Johann Jakob Bodmer einen engen Kontakt mit der schweizerischen Aufklärung und erlangt eine umfassende Bildung. Auch Jean-Jacques Rousseau beeinflusst zunächst stark sein Denken und Handeln. Nach einem abgebrochenen Theologiestudium beginnt Pestalozzi ein Jurastudium, beendet aber dieses, da er 1767/1768 Zürich verlässt, um zunächst als Lehrling, dann als landwirtschaftlicher Unternehmer, bei Birr seine neue Existenz aufzubauen. Bereits in Zürich lernt Pestalozzi seine zukünftige Ehefrau Anna Schultheß kennen, die er trotz heftigem Widerstand der Brauteltern 1769 heiratet.
(b) Neuhofjahre (1769-1798)
Noch im Jahr der Heirat kauft Pestalozzi Land auf dem Birrfeld bei Brugg und errichtet dort den „Neuhof“. Im August 1770 wird das einzige Kind, Hans-Jakob, geboren. Der Wunsch nach einem landwirtschaftlichen Unternehmen wird aber schon bald aufgegeben, vor allem wegen Missernten in den Jahren 1771/ 1772 und wegen der Mißgunst seiner Geldgeber. Der äußere Anlass zu Pestalozzis pädagogischer Tätigkeit war sozusagen ein ökonomischer Bankrott. Er
entschließt sich 1774, den Neuhof in eine Armenanstalt umzuwandeln und konzentriert sich nun auf die Erziehung von 50 aufgenommenen Kindern. Pestalozzi wird der „Armenvater“ (Albert Reble, 1989, S. 222) vom Neuhof. Aber auch dieses Werk scheitert 1779 an der ökonomischen Realität und die Anstalt wird vorzeitig geschlossen. Dieser Misserfolg veranlasst Pestalozzi dazu, eine Existenz als Schriftsteller aufzubauen. Von 1780 bis 1798 entsteht ein umfangreiches literarisches Werk mit teils sehr erfolgreichen und teils weniger bekannten Schriften. Dadurch erlangt er in ganz Europa einen Status der Berühmtheit, wird sogar zum Ehrenbürger Frankreichs ernannt.
(c) Stans (1798-1799)
Durch Nachwirkungen der Französischen Revolution erhält Pestalozzi eine neue Möglichkeit, seine pädagogischen Fähigkeiten und theoretischen Vorstellungen durch praxisnahe Tätigkeiten unter Beweis zu stellen. Von der neuen Helvetischen
- 5 -
Regierung erhält er den Auftrag 80 verwaiste Kinder zu betreuen. In den nächsten sieben Monaten bemüht er sich darum, die Kinder zu pflegen, zu erziehen und zu unterrichten. Doch durch den französisch-österreichischen Krieg wird das Kloster, in dem sich das Waisenhaus befindet, als Lazarett benötigt, und die Anstalt wird geschlossen. Auf Grund des erneuten Fehlschlags, sein „Modell einer ganzheitlichen Armenerziehung“ (Hrsg. Hans Scheuerl, Max Liedtke, 1979, S.176) zu realisieren, begibt er sich für einige Wochen zur Erholung nach Gurnigelbad im Berner Oberland.
(d) Burgdorf und Münchenbuchsee (1800-1804/05)
In Burgdorf erhält Pestalozzi von der Helvetischen Regierung, die inzwischen Interesse an seiner „Methode des Lesen- und Schreiben- Lernens“ (Hrsg. Hans Scheuerl, Max Liedtke, 1979, S. 176) gefunden hat, die Möglichkeit, als Lehrer zu arbeiten. Er errichtet im Schloss von Burgdorf eine Anstalt, und widmet sich in den folgenden Jahren verstärkt der Schule und der Unterrichtsproblematik, jedoch nie ohne das Ziel einer „umfassenden Volkserziehung und –bildung“ (Hrsg. Hans Scheuerl, Max Liedtke, 1979, S. 176) aus den Augen zu verlieren. Mit dem Erziehungsinstitut, das mit einem Lehrerseminar verbunden ist, gewinnt er eine Reihe von engagierten Mitarbeitern, und die Schule erhält große Achtung, wird zum Reiseziel zahlreicher Besucher aus ganz Europa. Jedoch wird Pestalozzi, durch den Mediationsvertrag von 1803, die finanzielle Ünterstützung gestrichen, und er muss das Schloss verlassen. Nachdem Pestalozzi mit seiner Anstalt provisorisch in einem Kloster in Münchenbuchsee untergekommen war, verlegt er seine Institution nach Yverdon/ Iferten.
(e) Yverdon/ Iferten (1804-1825)
In Iferten erreicht Pestalozzi vorerst den Höhepunkt seiner Karriere. Mithilfe seiner Lehrerschaft entsteht ein pädagogisches Zentrum, das seine Impulse nach ganz Europa ausstrahlt. Die Einrichtung wird zum vielbestaunten und vielbesuchten Vorbild. Jedoch belasten, nach einer anfänglichen Blütezeit, politische Probleme, ökonomische Schwierigkeiten und Auseinandersetzungen unter den Mitarbeitern, immer mehr die Entwicklung. Pestalozzi versucht mit aller
Arbeit zitieren:
M.A. Quirin Bauer, 2004, Johann Heinrich Pestalozzi , München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Pestalozzis Erziehungsmethoden und ihre Bedeutung für die heutige Zeit
Pädagogik - Geschichte der Päd.
Hausarbeit, 17 Seiten
Unterrichtseinheit: Bau und Leistung des menschlichen Körpers – Das me...
Einführung in die Arbeit mit M...
Unterrichtsentwurf, 11 Seiten
Der schulpädagogische Anspruch des Johann Heinrich Pestalozzi
Versuch einer gegenwärtigen Be...
Hausarbeit, 29 Seiten
Zu: J. H. Pestalozzi - Die Erziehung zur Sittlichkeit
Pädagogik - Geschichte der Päd.
Seminararbeit, 13 Seiten
Johann Heinrich Pestalozzi - ein Überblick zu Leben und Werk
Pädagogik - Geschichte der Päd.
Seminararbeit, 22 Seiten
Johann Heinrich Pestalozzi: Ein Überblick über Biografie, Grundgedanke...
Hausarbeit, 23 Seiten
Schlaglichter zur Entwicklung des deutschen Strafvollzugs
Sozialpädagogik / Sozialarbeit
Seminararbeit, 34 Seiten
Parallelisierung von meteorologischen Modellen unter besonderer Berück...
Mathematik - Angewandte Mathematik
Diplomarbeit, 107 Seiten
Die Astrologie in Calderón "La vida es sueno"
Romanistik - Spanische Sprache, Literatur, Landeskunde
Hauptseminararbeit, 30 Seiten
Kooperatives Lernen. Theoretische Ansätze, empirische Befunde, praktis...
Hauptseminararbeit, 29 Seiten
Inklusion Integration Bewältigung
Diskussion zweier ausgewählten...
Sozialpädagogik / Sozialarbeit
Hausarbeit, 14 Seiten
Tirso de Molina's Don Juan: Verführer der Frauen, Betrüger der Män...
Romanistik - Spanische Sprache, Literatur, Landeskunde
Hauptseminararbeit, 26 Seiten
"Förderung hochbegabter Schüler mangelhaft" - Hochbegabung i...
Hauptseminararbeit, 59 Seiten
Das Verhältnis von Privatlektüre und Schullektüre
Deutsch - Pädagogik, Didaktik, Sprachwissenschaft
Hausarbeit, 29 Seiten
Quirin Bauer's Text Johann Heinrich Pestalozzi ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Quirin Bauer hat den Text Johann Heinrich Pestalozzi veröffentlicht
Quirin Bauer hat einen neuen Text hochgeladen
Die schicksalhafte Geschichte des Passagierliners "Johann Heinrich Bur...
Tecklenborgs größter Schiffsne...
Rolf Stratmann
Pädagogische Volksaufklärung im 18. Jahrhundert im europäischen Kontex...
Hanno Schmitt, Rebekka Horlacher, Daniel Tröhler
Aesthetics and the Art of Musical Composition in the German Enlightenm...
Johann Georg Sulzer, Heinrich Christoph Koch, Koch Heinrich Christoph
0 Kommentare