Inhaltsverzeichnis
Erläuterungen 3
1. Einleitung 3
2. Bestimmung des Kreuzzugsbegriffes 4
3. Die Mittelmeerwelt um 1095 4
3.1 Die islamische Welt bis 1095 5
4. Die Entstehung der Kreuzzüge 6
4.1 Das Konzil von Clermont 7
4.2 Der Aufruf von Papst Urban II 8
4.3 Folgen des Aufrufs von Papst Urban II 9
4.4 Motive der Kreuzfahrer 9
5. Die Kreuzzüge 10
5.1 Der Kreuzzug des Volkes 10
5.2 Der erste Kreuzzug (1096 1099) 11
5.3 Der zweite Kreuzzug (1147 1150) 14
5.4 Der dritte Kreuzzug (1189 1192) 15
5.5 Der vierte Kreuzzug (1202 1204) 16
5.6 Der fünfte Kreuzzug (1217 1221 1228 1229) 17
5.7 Der sechste Kreuzzug (1248 1254) 18
5.8 Der siebte Kreuzzug (1270) 18
5.9 Das Ende der Kreuzzüge 19
6. Stellungnahme 19
7. Literaturverzeichnis 21
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Erläuterungen Da die Zählung der Kreuzzüge in der Literatur variiert, habe ich mich bei dieser Hausarbeit an die Auflistung aus dem Evangelischen Lexikon für Theologie und Gemeinde gehalten.
Der erste Kreuzzug wird ausführlicher behandelt, da durch ihn eine Bewegung in Gang gesetzt wurde die knapp 200 Jahre anhalten sollte und weil er (bis auf den begrenzten Vertrag zwischen Kaiser Friedrich II. und Sultan Al-Kamil) die einzig erfolgreiche Unternehmung zur Befreiung des Heiligen Landes darstellt.
1. Einleitung
Vor 910 Jahren rief Papst Urban II zum ersten Kreuzzug auf. Die Wirkung war enorm, denn es setzte sich eine riesige Menschenmasse in Bewegung, um den islamischen Feinden das Heilige Land mit Gewalt zu entreißen. All das sollte im Namen Gottes geschehen. Diese Hausarbeit zeigt u.a. wie christlich bzw. religiös die Motive der Kreuzzüge waren. Es werden hier die sieben großen Orientkreuzzüge und, als deren Vorläufer, der Kreuzzug des Volkes behandelt.
Eine alle Facetten dieses Themas beleuchtende Ausarbeitung kann nicht geleistet werden, da es sich um ein sehr umfangreiches Thema handelt. Diese Arbeit soll zur Orientierung dienen und einen Einblick in das Thema: “Die Kreuzzüge“ ermöglichen.
Die ersten Kreuzzüge fanden im Mittelalter statt, doch gibt es Parallelen zu heutigen Auseinandersetzungen. George Bush hat sich während des Irak-Krieges häufig auf Gott berufen, weshalb dieser Krieg auch als „Amerikas Kreuzzug“ bezeichnet wurde. Die gleiche Einstellung (Krieg von/für Gott) sieht man ebenfalls bei islamischen Fundamentalisten.
2. Bestimmung des Kreuzzugsbegriffes
Ein Kreuzzug ist ein h eiliger Krieg zur Rückeroberung christlicher Besitzrechte (hierbei wurde besonders an das durch Jesus Leben und Sterben geheiligte Palästina gedacht 1 ), zum Schutz der Christen oder der Kirche gegen Feinde. Obwohl seine Teilnehmer meist nur aus einem 1 vgl. Evangelisches Lexikon für Theologie und Gemeinde, S. 1179
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Landstrich kamen, galt er als Anliegen der gesamten Christenheit und aus diesem Grund wurde ein Kreuzzugsheer als I nternational definiert. 2 Als Kontrahent wurde vornehmlich der Islam angesehen 3 , welcher das Heilige Land und somit auch Jerusalem eingenommen hatte. Konstituierend für den Kreuzzug sind: der Aufruf durch den Papst (nach zeitgenössischer Auffassung nahm man an, dass der Papst das Sprachrohr Christi sei, der Heiland somit selbst den Kreuzzugsbefehl gab 4 ), das Gelübde jeden Teilnehmers den Kreuzzug zu u nternehmen und seine Privilegierung (besonders Ablass und Schutz des Eigentums). 5 Die theologische Grundlage der Kreuzzugsidee beruht auf den Vorstellungen Augustinus über das Wesen des gerechten Krieges. „Danach galt Gewalt nicht als an sich schlecht, sondern moralisch neutral. Gerecht war ein Krieg, wenn er auf Anordnung einer legitimen Autorität, wie der des Papstes (...) geführt wurde, einen gerechten Kriegsgrund infolge der Unrechtshandlungen des Gegners hatte und ihm gute Absichten zugrundelagen.“ 6
3. Die Mittelmeerwelt um 1095
Von Europa aus gesehen lag um 1095 der Schwerpunkt der Welt in den Mittelmeerländern. Der Papst hatte hier seinen Amtssitz und es befanden sich dort die Hauptstädte des ost- und weströmischen Kaiserreiches: Konstantinopel und Rom. 7 Der Kontinent besaß keine politische Einheit mehr (wie noch zu Zeiten des Karolingerreiches), stattdessen löste sich langsam das gemeinsame Selbstbewusstsein auf 8 und Europa war in schwerste innere Kämpfe verwickelt. Zwischen den beiden Weltreligionen Christentum und Islam fungierte das Mittelmeer als grobe Trennungslinie. 9 Seit 1054 existiert eine Trennung auch in der christlichen Kirche. Auf der einen Seite stand der griechisch sprechende Osten, auf der anderen der lateinische Westen. Zwischen beiden Welten waren die kulturellen 2 vgl. Theologische Realenzyklopädie, S. 1 3 vgl. Die Religion in Geschichte und Gegenwart, S. 54 4 vgl. Evangelisches Lexikon für Theologie und Gemeinde, S. 1179 5 vgl. Religion in Geschichte und Gegenwart, S. 1758 6 Evangelisches Lexikon für Theologie und Gemeinde, S. 1180 7 vgl. Mayer: Geschichte der Kreuzzüge, S. 7 8 vgl. Waas: Geschichte der Kreuzzüge. Zweiter Band, S. 69 9 vgl. Mayer: Geschichte der Kreuzzüge, S. 7
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Differenzen, z.B. in Liturgie und Theologie, so groß geworden, dass die christliche Einheit auf Dauer nicht hätte erhalten werden können. Der Wunsch nach einer Kirchenunion war dennoch vorhanden, was die beispielhafte Aktion Gregor VII. anno 1074 zeigt, bei der er dem Ostreich gegen die Seldschuken zu Hilfe kam. 10 Ähnlich wie im Christentum gab es auch im Islam eine Spaltung. Es taten sich drei große Herrschaftsgebiete hervor. Im Osten die Seldschuken, mit Zentrum im Iran. Westlich der Seldschuken herrschten die Fatimiden mit Zentrum im ägyptischen Kairo und noch weiter westlich lag das Gebiet der Almoraviden, einer Berberdynastie. 11
3.1 Die islamische Welt bis 1095
Der Tod Mohammeds 632 stellte die junge islamische Gemeinschaft vor große Probleme. Die arabischen Wüstenstämme kündigten die Solidarität mit dem Islam auf und gefährdeten somit dessen Weiterbestand. Die Aufgabe der Nachfolger M ohammeds (Khalifen genannt) war es, die unbestrittene Vorherrschaft des Islam in Arabien z u etablieren und auch außerhalb Arabiens voranzutreiben. Sie eroberten im 7. Jh. ganz Nordafrika, griffen Europa an, wo sie in Frankreich durch Karl Martell geschlagen (717 – 732) und endgültig am Vorankommen in Westeuropa gehindert wurden. Im Osten überwa nden sie die Grenzen Persiens, erreichten Nordindien und drangen in Zentralasien bis nach China vor. Im Jahre 750 übernahmen die Abbasiden die Herrschaft und mussten schon bald die Zersplitterung des Reiches hinnehmen, da sich in den entlegenen Provinzen d ie verschiedenen Herrscher nach und nach selbständig machten (968 – 1171). Anzumerken sei, dass die Bedeutung des türkischen Elements durch die Seldschuken ab 1055 hervortrat. 12 Diese in der ersten Hälfte des 11. Jhds. aufsteigende türkische Dynastie, bedrohte die Ostgrenze des europäischen Reiches spürbar. 13 Angriffe der Seldschuken, nicht nur an der Grenze, sondern vor allem im H eiligen Land, sollte n die Entstehung der Kreuzzüge vorantreiben.
10 vgl. Mayer: Geschichte der Kreuzzüge, S. 8 11 vgl. Jaspert: Die Kreuzzüge, S. 4 12 vgl. Khoury: Der Islam. Sein Glaube, seine Lebensordnung, sein Anspruch, S. 16 - 18 13 vgl. Jaspert: Die Kreuzzüge, S. 4
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4. Die Entstehung der Kreuzzüge Das Heilige Land Palästina war seit den ältesten christlichen Zeiten ein Anzugspunkt für fromme Pilger. Sie nahmen die mühselige Reise auf sich um die Orte zu sehen, an denen der Erlöser gelebt, seine heilbringende Lehre den Menschen verkündet und sein Erlösungswerk vollbracht hatte. In d er Grabeskirche knieten sie nieder und flehten zu Gott um die Vergebung ihrer Sünden. 14 Diese Pilgerreisen waren im frühen Mittelalter keine gefährlichen Fahrten, da Karl der Große auf diplomatischem Wege Sicherheit ausgehandelt hatte – die Araber ließen die christlichen Pilger ungehindert das Land betreten, denn auch sie hatten Ehrfurcht vor den heiligen Orten – und den Schutz der heiligen Stätten übernahm. 15 Eine grundlegende Änderung trat ein, als die Türken (Seldschuken) heftige Kämpfe gegen die Khalifen führten und diese siegreich abschlossen. Hierdurch erlangten sie auch die Herrschaft über das gelobte Land. Jeder Pilger der von nun an die heilige Stadt Jerusalem betreten wollte, musste ein Goldstück zahlen. Christen die in Jerusalem wohnten traf es ebenfalls arg, denn die Türken kamen häufig während des Gottesdienstes in die Kirche, rissen den Schmuck von den Altären, zerschlugen Bilder und warfe n die heiligen Gefäße zu Boden. Diese fürchterlichen Taten schreckten die Pilgerfahrer dennoch nicht ab, denn die Sehnsucht am Grabe des Heilandes zu beten war stärker als jede Furcht und so nahm die Zahl der Pilger stetig zu. 16 Da die Reisen wegen häufiger Übergriffe gefährlicher wurden, schlossen sich die Pilger zu Großgruppen zusammen. Bischof Gunther von Bamberg unternahm 1064/65 mit 7000 Personen eine Reise in das Heilige Land. In der Nähe von Ramla in Palästina wurden sie von Muslimen überfallen und musste sich mehrere Tage zur Wehr setzen. 17 Da Wallfahrer stets unbewaffnet waren, erklärt sich, weshalb nur etwa 2000 Menschen von dieser Reise zurückkehrten. 18 Die Not und Schmach im Heiligen Lande war den europäischen Christen bekannt und es wuchs der Gedanke, sich für die ergehenden Grausamkeiten zu rächen. Schon Papst Gregor VII. spielte mit dem 14 vgl. Hennes: Die Kreuzzüge, S.1f 15 vgl. Heyd: Die Kreuzzüge und das heilige Land 16 vgl. Hennes: Die Kreuzzüge, S.3f 17 vgl. Mayer: Geschichte der Kreuzzüge, S. 19 18 vgl. Hennes: Die Kreuzzüge, S.5
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Arbeit zitieren:
Dirk Piche, 2005, Die Kreuzzüge, München, GRIN Verlag GmbH
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