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(LQOHLWXQJ- Seite 2
3ROLWLVFKH.RPPXQLNDWLRQ- Seite 4
1.1. Politikvermittlung - Seite 6
1.1.1. Funktionen der Medien bei der Politikvermittlung - Seite 7
1.2. Personalisierung und Inszenierung - Seite 8
1.2.1. Auswirkungen auf den Wahlkampf - Seite 8 1.2.2. Auswirkungen auf die Politik - Seite 9
6\PELRVHSROLWLVFKHUXQGPHGLDOHU$NWHXUH- Seite 12
2.1. Zur Symbiose politischer und medialer Akteure - Seite 12 2.2. Symbiose und Kommunikationswissenschaft - Seite 15 2.2.1. Von „happy symbiosis“ und „Symbiotischer Skopeokratie“ - Seite 15 2.2.2. Kritik an der Symbiose - Seite 16
3DUDOOHOHQYRQ3ROLWLNXQG3XEOL]LVWLN- Seite 18 'LH)XQNWLRQHQ$XIJDEHQXQG7lWLJNHLWHQGHU3ROLWLNHUXQG
0DVVHQPHGLHQ-RXUQDOLVWHQ- Seite 22
4.1. Funktionen, Aufgaben und Tätigkeiten der Politiker - Seite 22 4.2. Funktionen, Aufgaben und Tätigkeiten der Massenmedien/Journalisten -Seite 23
9HUKlOWQLV3ROLWLN±0HGLHQ- Seite 25
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1
Elisabeth Peham - „Mediatisierte Politik - Politisierte Medien“
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Die mediatisierte Politik und die politisierten Medien sind der Gegenstand dieser Arbeit.
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Im Rahmen der politischen Kommunikation und der Politikvermittlung kommt den Medien eine zentrale Stellung zu. Politische Kommunikation findet in modernen, ausdifferenzierten Gesellschaften vor allem über die Medien statt. 2
Als ein wesentliches Grund- und Reduktionsmuster für alle Vermittlung und Wahrnehmung von Politik gilt die Personalisierung. Politische Programme und Ziele werden aufs intensivste mit zentralen politischen Rolleninhabern in Verbindung gebracht und auf die reduziert. 3 (Siehe Kapitel 1)
Im zweiten Kapitel der Arbeit wird der Begriff “Symbiose” näher beleuchtet. Als erstes wird versucht, den Begriff von seinen Ursprüngen herzuleiten und für die Publizistik zu adaptieren und zu definieren. Der zweite Arbeitsschritt bestand aus der Sichtung der Forschungsliteratur, die sich speziell mit dem Thema Symbiose widmet, um gleichzeitig auch auf die Kritikpunkte näher eingehen zu können.
Als „gemeinsame Eigenschaft“ (siehe Kapitel 3) von Politikern und Journalisten bei ihrer Interaktion könnte man die Verfolgung eines ähnlichen Ziels verstehen. Sie konkurrieren jeweils mit Vertretern des eigenen Systems, aber nicht untereinander. Sowohl Politiker als auch Journalisten sind befriedigt, wenn eine Information vom Politiker zum Journalisten fließt und von ihm veröffentlicht wird. Ihre Beziehung ist nicht grundsätzlich von einem Interessengegensatz geprägt, sie sind vergleichbar mit zwei Branchen, die auf Zulieferung der jeweils anderen angewiesen sind. 4
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1 Staudacher, Anita: „Eine paradoxe Symbiose. Das Beziehungsgeflecht zwischen Politik und Medien“
Universität Wien Dipl. Arb. 1994. S. 3
2 Jarren, Otfried; Donges, Patrick: „Die Rolle von Politik und Medienvertretern in der Sozialpolitik“.
[Electronic ed.] Bonn, 2000: http://library.fes.de/fulltext/asfo/00980toc.htm
3 Staudacher, Anita: „Eine paradoxe Symbiose“. S. 13
4 Jarren, Otfried; Donges, Patrick: „Die Rolle von Politik und Medienvertretern in der Sozialpolitik“
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Elisabeth Peham - „Mediatisierte Politik - Politisierte Medien“
¡ ZDKUQHKPHQZROOHQ³ Kapitel 4 beschreibt die Funktionen, Aufgaben und Tätigkeiten der Politiker und Massenmedien/Journalisten
Wie stehen Politik und Medien zueinander im Verhältnis? Herrscht tatsächlich eine Symbiose zwischen den beiden Systemen, oder hat eines der beiden Systeme die „Oberhand“? Verschiedene Erklärungsmodelle werden im letzten Kapitel der Arbeit gegeben,
5 Jarren, Otfried; Donges, Patrick: „Die Rolle von Politik und Medienvertretern in der Sozialpolitik“
3
Elisabeth Peham - „Mediatisierte Politik - Politisierte Medien“
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Systemtheoretisch gefasst versteht Siegfried Weischenberg unter „politischer Kommunikation“ die Beziehungen zwischen dem politischen System, dem Mediensystem und der Öffentlichkeit. Ihr Hintergrund sind allgemeine soziale Rahmenbedingungen, ihr Kontext die Ausprägungen einer „politischen Kultur“. Diese politische Kommunikation ist der offenen Gesellschaft Kernelement „checks and balances“, der Austarierung von Macht und Einfluss. Auf den ersten Blick scheinen damit auch die Erwartungen gegenüber den Medien und ihren Journalisten klar abgesteckt zu sein. Sie sollen vor allem Informationsangebote für alle bereitstellen, die am Prozess der politischen Willensbildung teilhaben: für die Bevölkerung wie deren Repräsentanten, die politischen Akteure. 6
Für Wolfgang Donsbach manifestiert sich politische Kommunikation im wesentlichen in drei Prozessen: der Auswahl der politischen Medieninhalte durch die Journalisten, die Nutzung dieser Inhalte durch das Publikum sowie die Wirkung dieser Inhalte auf politische Kenntnisse, Einstellungen und Verhalten. 7
Laut Otfried Jarren und Patrick Donges kommt im Rahmen der politischen Kommunikation und der Politikvermittlung den Medien eine zentrale Stellung zu. Politische Kommunikation findet in modernen, ausdifferenzierten Gesellschaften vor allem über die Medien statt. Daher könnte man, wenn man von Gesellschaft spricht, auch von „Mediengesellschaft" sprechen. Da Politik in demokratischen Systemen auf die Unterstützung der Regierten angewiesen ist, ist die Darstellung und Wahrnehmung von Politik in der Öffentlichkeit eine grundlegende Funktion von Politik selbst. 8
Politische Kommunikation ist damit nicht nur ein „Anhängsel" von Politik, sie ist selbst Politik. Um Aufmerksamkeit und Anschlusshandeln bei anderen Akteuren wie auch den Bürgerinnen und Bürgern zu erzielen, können politische Akteure nicht darauf verzichten, ihr
6 Weischenberg, Siegfried: „Gladiatoren und Propagandisten? Die Akteure politischer Kommunikation in einer
medialen Streitkultur“. S. 133. In: Langenbucher, Wolfgang R. [hg.]: „Politische Kommunikation. Grundlagen,
Strukturen, Prozesse“. Studienbücher zur Publizistik und Kommunikationswissenschaft Bd. 2. Wien² 1994
7 Staudacher, Anita: „Eine paradoxe Symbiose. Das Beziehungsgeflecht zwischen Politik und Medien“
Universität Wien Dipl. Arb. 1994. S. 4
8 Jarren, Otfried; Donges, Patrick: „Die Rolle von Politik und Medienvertretern in der Sozialpolitik“.
[Electronic ed.] Bonn, 2000 (http://library.fes.de/fulltext/asfo/00980toc.htm)
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Elisabeth Peham - „Mediatisierte Politik - Politisierte Medien“
Handeln und politische Entscheidungsprozesse öffentlich darzustellen, jedoch sind sie auf die Thematisierungsfunktion (wie auch Thematisierungsleistung) der Medien angewiesen. Zugleich werden die Informationsleistungen der Medien, beispielweise bestimmte Fernsehsender und/oder bestimmte Sendeformate (Talkshows), immer mehr zur Voraussetzung für die Kommunikationsmöglichkeiten gesellschaftlicher Organisationen ganz allgemein. Insbesondere politische Organisationen haben sich auf die im Wandel befindlichen medialen Vermittlungsformen anzupassen, wenn sie denn bei den Medienschaffenden und damit in der Folge auch bei einem Publikum Aufmerksamkeit erringen wollen. Politische Akteure sind zunehmend auf die Vermittlungsleistungen der Medien angewiesen, zugleich wird es aber für sie aber aufgrund der allgemeinen Zunahme an Informationen und der wachsenden Selektion der Medien und des Publikums immer schwieriger, sich öffentlich Gehör zu verschaffen.
Die Aufmerksamkeit des Publikums - unabhängig von den Medien und vom Journalismusist aufgrund zeitlicher und finanzieller Faktoren begrenzt und die Themen stehen in hoher Konkurrenz zueinander. Politische Akteure, die mit ihren Themen öffentliche Aufmerksamkeit erreichen und in der Informationsflut nicht untergehen wollen, müssen folglich interessanter, wichtiger, kompetenter und glaubwürdiger sein oder erscheinen als ihre Mitkonkurrenten. Sie müssen in der Lage sein, attraktive Inhalte anzubieten. 9
Die starke Orientierung der politischen Akteure auf die Medien hat Rückwirkungen auf die Art und Weise der Politikentwicklung, -formulierung und -vermittlung. Um in die Medien zu kommen, orientieren sich die politischen Akteure mit ihren Themenangeboten an den Formaten, Regeln und Routinen der Medien. Sie müssen sich insbesondere an den Nachrichtenfaktoren (Einfachheit, Identifikation, Sensationalismus 10 ) orientieren. Die Anpassung der politischen Themenangebote an die Handlungsorientierung und Sichtweise der Medien hat allerdings ihren „Preis“. Aufgrund der Schwierigkeiten der Medien, komplexe politische Sachverhalte und Zusammenhänge medienwirksam darzustellen, gewinnen in der Politikdarstellung zunehmend Formen der Inszenierung, Symbolisierung und Personalisierung an Bedeutung. 11
9 vergl.: Jarren, Otfried; Donges, Patrick: „Die Rolle von Politik und Medienvertretern in der Sozialpolitik“
10 Burkart, Roland: „Kommunikationswissenschaft. Grundlagen und Problemfelder“. Wien² 1995. S. 268
11 vergl.: Jarren, Otfried; Donges, Patrick: „Die Rolle von Politik und Medienvertretern in der Sozialpolitik“
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Elisabeth Peham - „Mediatisierte Politik - Politisierte Medien“
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Zwei Typen von Kommunikationskanälen sind, laut Rüdiger Schmitt-Beck, in erster Linie für die Politikvermittlung zwischen dem politischen System und seinen Bürgern relevant: einerseits das System der Massenkommunikation, d. h. die verschiedenen aktuellen und nichtaktuellen Printmedien und elektronischen Medien, andererseits die Netzwerke interpersonaler Kommunikation, welche den einzelnen Bürger mit Familienmitgliedern, Arbeitskollegen, Freunden usw. verknüpfen. 13
Politik wird also nicht ausschließlich durch Massenmedien vermittelt, doch konstituiert sich politische Realität in überwiegendem Maße erst durch die Medienrealität. Der Politikvermittlung durch Massenmedien kommt eine Doppelrolle zu: Zum einen geht es um die Beschaffung, Bereitstellung und Verbreitung von Informationen, Wissen und Meinungen über Politik. Zum anderen beinhaltet Vermittlung von Politik aber immer auch den Aspekt der Herstellung von Übereinstimmung zwischen zwei Seiten, der Konsensbildung also. 14
So gesehen kann Information als eine Ware betrachtet werden, für die Gegenleistungen erbracht werden sollen. Ulrich Sarcinelli spricht daher von einem
„Politikvermittlungsgeschäft“, das dadurch gekennzeichnet ist, dass notwendige „Übersetzungsleistungen“ zu erbringen sind, sei es durch Selektion, Reduktion, Vereinfachung, Bewertung und Pointierung. Andererseits erfolgen solche Transferleistungen absichtlich und mit Blick auf zu erwartende Reaktionen beim Publikum: Ä3ROLWLNYHUPLWWOXQJ UHLFKW GHVKDOE YRP WHFKQLVFK SHUIHNWLRQLHUWHQ
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12 Staudacher, Anita: „Eine paradoxe Symbiose“. S. 8
13 Schmitt-Beck, Rüdiger: „Politikvermittlung durch Massenkommunikation und interpersonale Kommunikation.
Anmerkungen zur Theorieentwicklung und ein empirischer Vergleich“. S, 160. In: Jäckel, Michael; Winterhoff-
Spurk, Peter [hg.]: „Politik und Medien. Analysen zur Entwicklung der politischen Kommunikation“. Berlin
1994
14 Staudacher, Anita: „Eine paradoxe Symbiose“. S. 9
15 Staudacher, Anita: „Eine paradoxe Symbiose“. S. 9
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Elisabeth Peham - „Mediatisierte Politik - Politisierte Medien“
1.1.1. Funktionen der Medien bei der Politikvermittlung
In der Forschung gibt es erhebliche Positionsunterschiede - sie reichen von der populären Auffassung, Medien hätten eine den anderen politischen Gewalten gegenüber unabhängige, sog. „Vierte Gewalt“ zu sein, über die Betonung einer Forumsfunktion in Form einer Gesprächsanwaltschaft bis hin zur Absicht, Medien sollten sich zunehmend als Instrument im Dienste des Publikums begreifen und insofern auch politisch kompensierend wirken. 16
Im Zusammenhang mit Politikvermittlung werden drei Problemschwerpunkte thematisiert:
1.) Die zunehmend aktiv gestaltende Rolle des politischen Systems und politischer Akteure im Rahmen massenmedialer Kommunikation. (z.B.: Politische Öffentlichkeitsarbeit, Personalisierung des Wahlkampfs)
2.) Das unklare Verhältnis zwischen Politik und Journalismus, das oft mehr einer symbolischen Kommunikationsgemeinschaft denn einem Gewalten kontrollierenden Gegenüber gleicht.
3.) Die wichtigsten Strategien und Instrumentarien der Politikvermittlung im Sinne einer massenmedialen Vereinfachung von Komplexität. Stichwörter: Symbolische Politik, Politikinszenierung 17
Als gemeinsames, vorläufiges Fazit aus den zahlreichen Forschungsergebnissen dieser drei Schwerpunkte lässt sich folgendes ableiten:
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16 Staudacher, Anita: „Eine paradoxe Symbiose“. S. 9
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Staudacher, Anita: „Eine paradoxe Symbiose“. S. 10
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Staudacher, Anita: „Eine paradoxe Symbiose“. S. 10
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Arbeit zitieren:
Elisabeth Peham, 2002, Mediatisierte Politik - Politisierte Medien, München, GRIN Verlag GmbH
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