Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 4
2. Das elisabethanische Theater 5
2.1. Öffentliche Theater („public theatres“) 7
2.1.2. Aufbau des „public theatre“ 8
2.1.3. Aufführungspraxis 10
2.2. Private Theater („private theatres“) 12
3. Exempli causa Twelfth Night 13
4. Schlusswort 17
5. Bibliographie 18
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1. Einleitung
Im Verlauf des Seminars wurden nicht nur einzelne Dramen vorgestellt und Interpretationsansätze skizziert; immer wieder machten die Referenten und Referentinnen auch auf die Besonderheiten der den verschiedenen Epochen eigenen Bühnenpraktiken aufmerksam. Damit wurde erfolgreich der (nicht nur) in der Literaturwissenschaft verbreiteten Tendenz, wichtige, epochenspezifische Dramen primär als Lesestücke zu rezipieren, entgegengewirkt und den Seminarteilnehmern und -teilnehmerinnen dieses Manko bewusst gemacht. Jene waren nun dazu angeregt sich die Werke vor dem Hintergrund ihrer eigenen Theatertradition zu erarbeiten. In der vorliegenden Arbeit möchte ich die Eigenarten des elisabethanischen Theaters, mit einem Fokus auf die „öffentlichen“ Theater (vs. „private“ Theater), deren Schauspieler, das Publikum und die gängige Aufführungspraxis vorstellen, wobei zusätzlich Kontrastfolien aus anderen Epochen die Eigenständigkeit der elisabethanischen Dramaturgie unterstreichen sollen. Anschließend werden einige dieser Besonderheiten an William Shakespeares Komödie Twelfth Night; or What You Will (Was Ihr Wollt) exemplarisch aufgezeigt.
Gerade im Zusammenhang mit Shakespeares Werken hat sich in den vergangen Jahrzehnten eine ungebrochene Begeisterung entwickelt, die Stücke unter authentischen Bedingungen aufzuführen, wobei die Rekonstruktion des Globe Theatre von 1599, dem als Erstaufführungsstätte von Shakespeares wichtigsten Stücken ein besonderer historischer Wert zukommt, „durch den amerikanischen Theaterenthusiasten S. Wanamaker den Höhepunkt und vorläufigen Abschluss dieser Entwicklung“ 1 markiert.
1 Castrop, Helmut: „Das elisabethanische Theater“, in: Shakespeare Handbuch, hrsg. v. Ina Schabert, 4 Stuttgart 2001, S. 72.
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2. Das elisabethanische Theater
Wie der Name schon andeutet erfährt das englische Theater der Renaissance seinen Höhepunkt unter der Regentschaft Königin Elisabeths I., deren erstaunlich lange Amtszeit (1558 - 1603) der englischen Schauspielkunst Gelegenheit zu einer zuvor nicht gekannten Entfaltung bot. Ironischerweise war gerade sie diejenige, die in einem Zeitalter, in dem Frauen das Schauspielen untersagt war, die „Funktion des Hofs als zeremonielle Bühne“ 2 geschickt für ihre Zwecke auszunutzen wusste. Unter ihr lebte die Tradition der Maskenspiele, „interludes“ und „entertainments“ neu auf, die dazu dienten „die Macht und den Glanz des Königtums zu demonstrieren und die Loyalität des Hofs zu bekunden“. 3 Regelmäßig gastierten Schauspieltruppen an ihrem Hof, deren Aufführungen den Darbietungen des öffentlichen Theaters, das Königin Elisabeth durchaus auch besuchte, ähnlich waren. Auch Shakespeares Lord Chamberlain's Men spielten des öfteren für Königin Elisabeth - in Hamlet hat Shakespeare diese Sitte künstlerisch verarbeitet. Die verschiedenen Dramen des 16. Jh. sind generell eine große Hilfe für die Forschung, wenn es darum geht, das damalige Theaterleben zu rekonstruieren. So forcierte zum Beispiel der Prolog aus Shakespeares Henry V., in welchem von einem „cockpit“ und „wooden O“ 4 die Rede ist, die Annahme, dass die damaligen Theater teilweise eine runde Grundform hatten, bis die archäologische Erschließung des Rose Theatre im Jahr 1988 und in dessen Zuge auch die Entdeckung von Resten des Globe Theaters diese These bestätigte.
2 Klein, Bernhard: „England in der Frühen Neuzeit“, in: Shakespeare Handbuch, hrsg. v. Ina Schabert,
4 Stuttgart 2001, S. 6.
3 Weiß, Wolfgang: „Die dramatische Tradition“, in: Shakespeare Handbuch, hrsg. v. Ina Schabert,
4 Stuttgart 2001, S. 63.
4 Ob es sich bei diesem nun um das Globe Theatre oder um das Curtain Theatre handelt ist in der Forschung ein strittiges Thema. Siehe: Shakespeare, William: „King Henry V“, in: The Arden Shakespeare, hrsg. v. John H. Walter, 4 Bungay 1970, S. 6.
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Arbeit zitieren:
Eva Forster, 2004, Elisabethanische Bühnenpraxis, München, GRIN Verlag GmbH
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