INHALTSVERZEICHNIS
1.TEIL : HISTORISCHER HINTERGRUND 3
1.1 Samaritanerforschung 3
1.2 Quellen. 3
1.3 Die Religion der Samaritaner 4
1.4 Die Geschichte Samariens und der Samaritaner in vorchristlicher Zeit. 4
1.5 Byzantinische Zeit 7
1.6 Mittelalter 7
1.7 Neuzeit 7
2. TEIL : EXEGESE DES GLEICHNISES VOM BARMHERZIGEN
SAMARITER (LK 10, 25-37) 9
Vorwort 9
2.1 Einleitung 9
2.2 Formkritik 10
2.3 Literarkritik. 10
2.4 Exegetische Ergebnisse 12
2.5 „Kopernikanische Wende“ im Verständnis des Gebotes der Nächstenliebe. 15
2. 6 Schlussgedanke 16
3. VERWENDETE LITERATUR. 16
2
1.Teil : Historischer Hintergrund
1.1 Samaritanerforschung
Mit den ersten Kontaktaufnahmen europäischer Wissenschaftler begann Ende des 16. Jh. die wissenschaftliche Erforschung der Samaritaner. Neu war das Wissen um einen samaritanischen Pentateuch in Europa durch die Bemühungen von Pietro Della Valle. Eine bis heute aktuelle Übersetzung stammt von J. A. Montgomery aus dem Jahre 1906. Eine neue Entdeckungsphase begann 1930 u. a. mit H. G. Kippenberg und J. Bowman. Der Benediktiner Dom Guy Sixdenier gründete 1982 in Paris die Societe des Études Samaritaines - ein wissenschaftliches Forum für Experten. 1996 fand ihr 5. Kongress statt. 1
Das Interesse an der Erforschung der Samaritaner und ihrer Geschichte rührt nicht zuletzt daher, daß Existenz und Eigenart dieser Gruppe geeignet sind, Licht auf die Entwicklung der jüdischen Religion in der Zeit des Zweiten Tempels zu werfen. Neben diesem historischen Interesse überaus aktuell ist jedoch die Erforschung der Samaritaner unter kulturethnologischen, politologischen und soziologischen Gesichtspunkten. 2
1.2 Quellen
Es gibt sehr viele handgeschriebene Werke, die u. a. von Bowman und Zangenberg in Sammlungen zusammengestellt wurden. Vom Ursprung der samaritanischen Geschichte gibt es nicht viele Quellen. Als nicht-samaritanische Quelle ist Josephus Flavius von Bedeutung. Für das 1. Jh. n. Chr. ist auch das NT bedeutsam:
... (vgl. Mt 10,5; Lk 9,52-55; 10,30-37; 17,16-18; Joh 4,4-42; 8,48;Act 1,8; 8,4-25) ... . In diesen Texten spiegeln sich jedoch die Bekehrungserwartungen der Urgemeinde (wie etwa die unsamaritanische Messisasterminologie in Joh 4 zeigt) aber auch das zeitgenössische jüdische Urteil über die Samaritaner. 3
Seit dem 2 Jh. erwähnen die rabbinisch-jüdischen Schriften als auch die Kirchenväter die Samaritaner in indirekter Weise.
Als Quellen für das 4. Jh. gibt es Handschriften aus dem Mittelalter - z. B. der samaritanische Targum oder der Tibat Marqe (=Memar Marqa), der eine Verherrlichung Mose darstellt (Moses hat bei den Samaritanern eine besondere Autorität) Seit dem Mittelalter existieren mehrere voneinander unabhängige Chroniken. Die bedeutendste davon ist die von Abu`l Fath (14 Jh.).
Seit 1969 erscheint regelmäßig die Zeitschrift ‘A.-B. Samaritan News’, die über das Leben der Samaritaner informiert. 4
1 Vgl. Dexinger, F.: Samaritaner, in: Theologische Realenzyklopädie (TRE) Bd. 29, 1998, 750f.
2 Ebd., 751.
3 Ebd., 751.
4 Vgl. ebd, 751.
3
1.3 Die Religion der Samaritaner
Die Samaritaner haben eine gemeinsame Wurzel mit den Juden. Man kann nicht sagen, dass die Samaritaner eine Sekte oder ein Ableger des Judentums sind. Eher umgekehrt - es ist genauer, die Juden als Sproß der konservativen Samaritaner zu sehen:
Auf dieser Linie liegt auch das samaritanische Selbstverständnis: Indem sie gleichzeitig dem rabbinischen Judentum diesen Anspruch streitig machen, verstehen sich die Samaritaner als das eigentliche Israel und als die wahren Beobachter (Somerim) der Tora Moses, zu der sich in der Endzeit auch die Juden bekehren müssen. 1
Auf jeden Fall ist es nicht richtig, die samaritanische Religion mit Synkretismus zu verwechseln, da die Samaritaner auch den Gott Israels, wie er sich in der Tora geoffenbart hat, verehren. Die Tora ist ihr einziges Buch. Sie haben keine ergänzenden und aktualisierenden Interpretationen wie es die Juden mit Mischna und Talmud haben. Das religiöse Zentrum der Samaritaner ist der Berg Garizim. 2
The belief that Mt. Gerizim ... is the place which God has chosen is the cardinal tenet that separates Samaritans from Jews. Despite the greater height of Mt. Ebal, Mt. Gerizim is considered by the Samaritans to be the highest of all mountains. It is the mountain of blessing (Deut. 11:29 and 27:11), where Joshua erected the stones on which he wrote the Law (Deut. 27:4 SP), and built an altar (Deut. 27:5). These verses, as mentioned above, form part of the Tenth Commandment in the Samaritan Pentateuch. 3
Die Samaritaner schlachten im Unterschied zu den Juden bis heute dort Opferlämmer. Seit der Makkabäerzeit spielt sich ihr religiöses Leben hauptsächlich in Synagogen ab. Es gibt drei davon: Eine auf dem Garizim, die andere in Nablus und die dritte in Holon. Ausgenommen die Feste „Purim“ (Losfest) und „Chanukka“ (Tempelweihfest) haben die Samaritaner dieselben Feste wie die Juden. Dabei benützen sie liturgische Texte, die sehr wichtig für die Quellenforschung sind (Texte seit dem 2. Jh. n. Chr.). 4
1.4 Die Geschichte Samariens und der Samaritaner in vorchristlicher Zeit
Christliche Autoren und Josephus Flavius nennen die Gläubigen des Kultes am Garizim „Samaritaner“, obwohl in den frühesten Zeugnissen diese Gemeinde mit dem Namen ihres Wohnortes „Sichem“ bezeichnet wurde (vgl. Sir 50, 26). Der Name „Samaritaner“ hat eine längere Entwicklungsgeschichte. Samaria ist zunächst einmal eine Stadt und Provinz bzw. Landschaft. Im Gegensatz zu den Juden hatte die „sichemitische Gemeinde“ keine besondere Bindung an die Provinz Samaria und es scheint, dass sie dort auch niemals politischen Einfluss hatten. 5
1 Dexinger, F.: Samaritaner, in: TRE Bd. 29, 1998, 752.
2 Vgl. ebd, 752
3 Pummer, R.: The Samaritans, Brill-Verlag, Leiden, 1987, 8.
4 Vgl. Dexinger, F.: Samaritaner, 752.
5 Vgl. Kippenberg, H. G.: Garizim und Synagoge, traditionsgeschichtliche Untersuchung zur samaritanischen Religion der aramäischen Periode, Walter de Gruyter, Berlin,1971, 33f.
4
Daher werden im Folgenden die Bewohner des politischen Distrikts Samarier genannt, die Anhänger des Garizim-Kultes dagegen Samaritaner… Damit soll natürlich nicht bestritten sein, daß die Geschichte der Provinz auch für die Religionsgemeinschaft von höchster Bedeutung war. Es soll lediglich die Gemeinde zu Sichem auch im Ausdruck von der (viel älteren) Bevölkerung im Bereiche des ehemaligen Nordreiches unterschieden werden. 1
In der Zeit nach dem Exil lebten in Samaria/Samarien neben einer Mischbevölkerung aus Heiden und Synkretisten auch „Nichtdeportierte“ der Jahwe - Religion. Esra 4, 1-5 gibt Anhaltspunkte für die Situation Samariens in der frühen nachexilischen Zeit. Es ist für diese Zeit plausibel, dass die Rückwanderer - Gemeinde von Jerusalem sich von den synkretistischen Heiden distanzierten. Außerdem standen die aus dem Exil zurückkehrenden Israeliten in Spannung zu den nicht exilierten jahwistischen Judäern und den in Samaria wohnenden Nord-Reich-Israeliten. Jerusalem hing politisch von Samaria ab. Das ist der Hintergrund für Esr 4, 1-5.
Esr 4,2b Wir wollen zusammen mit euch bauen. Denn wir verehren auch euren Gott und opfern ihm seit der Heit des Königs Asarhaddon von Assur, der uns hierher gebracht hat.
Die Samarier als politisch dominierende Gruppe, die sich in synkretistischer Weise des lokalen Jahwe-Kultes bemächtigten, hatten ein ambivalent politisches Interesse an Jerusalem, damit der dortige Tempelbau nicht ihrer Politik zuwiderläuft. Für die heidnischen Samarier war es kein Problem sich an der Jahwe-Verehrung zu beteiligen, doch war es von Seiten der Judäer wohl schwierig sie als gleichwertig anzuerkennen. 2
The traditional Jewish version sees the origin of the Samaritans in the events related in 2 Kings 17. This makes the Samaritans a mixture of pagans and inhabitants of the northern kingdom that had not been deported. The notion was made popular by Flavius Josephus in the 1st cent. A.D. and has had its effect up to our times. The name „Samaritans“ is derived from 2 Kgs. 17:29, although there it means only inhabitans of Samaria and does not yet denote the members of a distinct religious group. 3
H. H. Rowley hat erwiesen, dass 2 Kön 17 keine historisch relevante Nachricht über die Entstehung der Samaritaner enthält. Die in 2 Kön 17 nicht erwähnten nichtdeportierten Nord-Reich-Israeliten werden u. a. als ‘Ahnen des Samaritanismus’ gesehen. Nach der traditionellen samaritanischen Sicht (43. Kap. des samaritanischen Josua-Buchs) verliess ein gewisser ‘Heli’ das Heiligtum am Garizim und errichtete mit Anhängern in Silo ein abgespaltenes (dissidentes) Heiligtum. Die Samaritaner sehen sich so als Nachkommen derjenigen, die am Garizim geblieben sind: Sie sind die wahren Israeliten. 4
Obwohl es auf dem Garizim ein Kultzentrum gab, blieb die Orientierung Richtung Jerusalem erhalten. Deswegen ist es besser, diese Mischbevölkerung „Protosamaritaner“ zu nennen. In der Zeit der Makkabäer (2. Jh v. Chr.) verlor dann Jerusalem seine Relevanz. Von hier an kann von „Samaritanern“ gesprochen werden. Der Makkabäer Johannes Hyrkanus zerstörte den Altar auf dem Garizim um 111 v. Chr. Vermutlich wurde dies von den Samaritanern in einem Kampf gegen die Makkabäer provoziert. 5
1 Makk 3,10 Apollonius sammelte Truppen aus den fremden Völkern und dazu ein grosses Heer aus Samarien, um gegen Israel Krieg zu führen.
1 Kippenberg, H. G.: Garizim und Synagoge, 1971, 34.
2 Vgl. Dexinger, F.: Die Samaritaner, Wiss. Buchges., Darmstadt 1992, 90ff.
3 Pummer, R.: The Samaritans,1987, 3.
4 Vgl. Dexinger, F.: Die Samaritaner, 73f.
5 Vgl. Dexinger, F.: Samaritaner, in: TRE Bd. 29, 1998, 752.
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Arbeit zitieren:
Ferdinand Creutz, 1999, Samarien im lukanischen 'Reisebericht' - Historische Informationen, literarische Beobachtungen, lukanisches Interesse , München, GRIN Verlag GmbH
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