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Inhaltsverzeichnis:
Seite
1 Einleitung 2
2 Zur Biographie des Nikolaus von Kues 2
2.1 Sein Leben 2
2.2 Seine Werke 3
3 Die Schrift De principio 4
3.1 Der Aufbau von De principio 5
3.2 Was meint principium Ursprung 12
4 Der Begriff der Ewigkeit in De principio 14
4.1 Vom Ursprung zur Ewigkeit 14
4.2 Was heißt Ewigkeit für Cusanus 14
4.3 Ewigkeit und Zeit 15
5 Schluß 16
Literaturverzeichnis 17
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1 Einleitung
Die vorliegende Arbeit zum Seminar "Zeitphilosophien im Mittelalter und in der Gegenwart" beschäftigt sich mit der Schrift "De principio - Über den Ursprung" des Nikolaus von Kues. Am Anfang sollen kurz ein paar Worte zum Leben und zu den Werken des Cusanus gesagt werden. Dann wird in einem ersten Teil die Schrift "De principio" vorgestellt und ein Vorschlag für die Gliederung dieser Schrift gemacht. Außerdem wird der Begriff des "Ursprungs", des "principium" eingehender untersucht. Wie kommt Nikolaus Cusanus von seinem Verständnis des "Ursprungs" zum Begriff der "Ewigkeit", ist eine Frage, die sich beim Lesen von "De principio" stellt. In einem zweiten Teil soll auf diese Frage und auf den Ewigkeitsbegriff des Cusanus eingegangen und das Verhältnis von Zeit und Ewigkeit näher betrachtet werden.
2 Zur Biographie des Nikolaus von Kues
"Nur wenige wissen viel über ihn" titelte die Frankfurter Allgemeine Zeitung in der Überschrift für einen Artikel, der sich mit Leben und Wirken des Nikolaus von Kues
beschäftigte. 1 In dem Artikel ging es vor allem um die Frage, wie bekannt der Cusaner heute ist. Er, der im 15. Jahrhundert, am Übergang vom Mittelalter zur Neuzeit, gelebt hat, war lange Jahre hindurch fast vergessen und wurde erst seit dem Beginn des 19. Jahrhunderts
wieder stärker rezipiert. 2 Unser Jahrhundert hat sich schließlich noch intensiver und genauer mit Nikolaus von Kues befaßt, so daß die Menge an Literatur, die es über ihn gibt, nicht zu übersehen ist. Einige Bemerkungen zu seiner Biographie sollen aber dennoch gemacht werden.
2.1 Sein Leben
Im Jahr 1401 wurde er als Sohn eines Fischers in Kues an der Mosel geboren. Sein ursprünglicher Name lautete Nikolaus Krebs, später nannte er sich Nikolaus von Kues, in latinisierter Form Nikolaus Cusanus. Sein Studium, das er zwischen 1416 und 1430
1 Vgl. Fischer, H.-J., Nur wenige wissen viel über ihn. Der große Nikolaus von Kues in Brixen, in Rom und an
der Mosel, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung Nr. 146, 28. Juni 1999, S. 14.
2 Vgl. Otto, S., Nikolaus von Kues, in: Höffe, O. (Hg.), Klassiker der Philosophie. Von den Vorsokratikern bis
David Hume, Bd. 1, München 2 1985, S. 245 - 261, hier S. 259.
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absolvierte, umfaßte mehrere Richtungen. Anfangs studierte er als "clericus Treverensis diocesis" bis zum Abschluß des Bakkalaureats in Heidelberg, anschließend dann weltliches und kirchliches Recht in Padua, wo er sich zusätzlich mit der Mathematik und den Naturwissenschaften sowie der aristotelischen Philosophie beschäftigte, und schließlich auch Theologie und Philosophie in Köln. Dort machte er die Bekanntschaft mit den Schriften von Albertus Magnus, Raimundus Lullus und Pseudo-Dionysius Areopagita, durch den er mit dem Gedankengut des Neuplatonismus vertraut wurde. 3
Ab 1432 vertritt Nikolaus von Kues den Trierer Erzbischof Ulrich von Manderscheid beim Baseler Konzil, anfänglich ist er Anhänger der konziliaren Partei, wechselt aber im Verlauf des mehrere Jahre dauernden Konzils auf die päpstliche Seite. Mit 35 Jahren empfängt er die Priesterweihe und wird bald darauf, nämlich 1437, von Papst Eugen IV. beauftragt, nach Konstantinopel zu reisen, von wo er den byzantinischen Kaiser und den Patriarchen zum Konzil von Ferrara-Florenz begleitet. Der Versuch, auf dem Konzil eine Union zwischen lateinischer und griechischer Kirche zu erreichen, schlägt aber letztlich fehl. In den darauffolgenden Jahren ist Nikolaus von Kues als päpstlicher Gesandter auf verschiedenen Reichstagen anwesend, so zum Beispiel in Mainz, Frankfurt und Aschaffenburg.
1448 erfolgt seine Ernennung zum Kardinal, bereits zwei Jahre später wird er zum Bischof von Brixen geweiht. Während seiner Tätigkeit als Bischof bemüht er sich um eine Reform der Klöster und des Klerus und beruft zu diesem Zweck unter anderem mehrere Diözesansynoden ein. Als es zum Konflikt mit dem Tiroler Herzog Sigismund kommt und in seinem Bistum vermehrt Widerstände auftreten, wird der Kardinal 1458 vom Papst an die Kurie nach Rom berufen. Dieser ernennt ihn nach kurzer Zeit zum Generalvikar von Rom. In dieser Funktion entwirft er die "Reformatio generalis" und führt Synoden zur allgemeinen Erneuerung der Kirche durch. 1460 wollte Nikolaus noch einmal nach Brixen, in sein Bistum, zurückkehren, wird aber von Herzog Sigismund überfallen, woraufhin er wieder nach Rom geht. Am 11. August 1464 stirbt Nikolaus von Kues im Alter von 63 Jahren bei einer Visitationsreise in der Stadt Todi in Umbrien.
3 Bei den Angaben zur Biographie des Cusanus vgl. auch Schaber, J., Nikolaus von Kues, in: Bautz, T. (Hg.),
Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon, Bd. VI, Herzberg 1993, S. 889 - 909.
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2.2 Seine Werke
Cusanus hat sich, obwohl er so vielen anderen Tätigkeiten und Pflichten nachging, auch in größerem Umfang wissenschaftlich betätigt und zahlreiche Schriften verfaßt. Das Werk, mit dem er sozusagen als erstes bekannt wurde, ist die Schrift "De concordantia catholica" (Von der allgemeinen Eintracht) aus dem Jahr 1433. In dieser Schrift geht es um den Gedanken der Einheit im (kirchen-)politisch-juristischem Bereich wie auch auf religiösem und philosophischem Gebiet, der ihn sehr beschäftigt hat. Ein weiteres Werk, 1440 erschienen, ist "De docta ignorantia" (Über das gelehrte Nichtwissen), ganz in der sokratischen Tradition "Ich weiß, daß ich nichts weiß". Ein Begriff, den Cusanus geprägt hat und der in mehreren Schriften anklingt bzw. zur Sprache kommt, ist der "Zusammenfall, das In-eins-fallen der Gegensätze" (coincidentia oppositorum). Die Gegensätze werden im Unendlichen entschränkt. Dies läßt sich auch mit dem Wortpaar "complicatio" und "explicatio" darstellen. Die Dinge, das Seiende, sind in Gott eingefaltet (complicatio), durch die Schöpfung werden
sie ausgefaltet, entfalten sie sich in der Welt (explicatio). 4 Zu seinen späteren Werken gehört die "Cribratio Alchorani", im Jahr 1461 geschrieben, eine Sichtung des Korans, in der er sich mit dem Islam beschäftigt. 1462 kommt der "Tetralogus de Non-Aliud" (Vom Nicht-Anderen) heraus, der von Gott als dem "Nicht-Anderen" handelt. Gott ist für Cusanus nicht schlechthin der Andere, er ist weder mit anderem identisch noch
von ihm verschieden. Gott ist nicht nur der absolut Eine, er ist der absolut Selbe. 5 Das "Non- Aliud" ist neben dem oben schon erwähnten "coincidentia oppositorum", einer der für Cusanus charakteristischen Kernbegriffe.
3 Die Schrift "De principio"
Schon etwas früher, im Jahr 1459, datiert auf den 9. Juni, stellt Nikolaus von Kues seine Schrift "De principio" fertig, um die es im weiteren Verlauf gehen soll. "De principio" (Über den Ursprung) ist unter anderem in der vatikanischen Predigtsammlung des Cusanus enthalten. Außerdem gibt es noch zwei weitere Handschriften, eine davon in der Bibliothek des von Cusanus gestifteten Hospitals in Bernkastel-Kues. Es handelt sich bei dieser Schrift um eine theologisch-spekulative Deutung von Vers 25 aus dem achten Kapitel des
Johannesevangeliums: "Su\ ti¿j eiå; eiåpen au)toiÍj o( ¹Ihsou=j, Th\n a)rxh\n oÀ ti kaiì
4 Vgl. Reding, M., Die Aktualität des Nikolaus Cusanus in seinen Grundgedanken, Berlin 1964, S. 20. 5 Vgl. a.a.O., S. 19f.
5
lalw½ u(miÍn; - Wer bist Du? Es antwortete ihnen Jesus: der Ursprung, als der ich zu euch rede." Oft als Predigt angesehen, ist "De principio" aber auch "keine stille Meditation, sondern ein Gespräch mit einem Freund und Schüler", eine philosophisch-theologische Untersuchung, in der Cusanus "das Problem ..., das im Mittelpunkt seines Denkens steht: die
Gotteserkenntnis" 6 , aufgreift. Vielleicht ließe sich "De principio" bei der Frage nach der Textgattung auch als exegetischer Text einordnen, der in einer Art "metaphysischer Exegese"
die Intention einer Bibelstelle darzulegen versucht. 7 Da in den Text-Ausgaben von "De principio" nur die Absätze markiert bzw. die einzelnen Abschnitte numeriert sind, aber keine (thematisch-inhaltliche) Kapiteleinteilung existiert, soll im Folgenden ein Vorschlag für eine Gliederung unterbreitet und begründet werden. Die
Gliederung orientiert sich am von L. Gabriel herausgegeben Text 8 , nach welchem auch zitiert wird, wenn es nicht ausdrücklich anders vermerkt ist. Zum Vergleich wird an manchen
Stellen zusätzlich die kritische Edition der Heidelberger Akademie herangezogen. 9 Ein anderer Gliederungsvorschlag findet sich in der Einführung zur deutschen "De principio"-
Übersetzung von M. Feigl. 10
3.1 Der Aufbau von "De principio"
Leitfrage: "Wer bist Du? Es antwortete ihnen Jesus: der Ursprung, als der ich zu euch rede." Tu quis es? Respondit eis Jesus: Principium qui et loquor vobis. (Joh. 8, 25)
Einleitung
Propositum est ... in peccatis vestris. (S. 212)
I. Gibt es einen Ursprung?
Primum igitur investigemus, si est principium ... sed a causa seniore. (S. 212 - 214)
6 Feigl, M., in: Hoffmann, E. (Hg.), Schriften des Nikolaus von Cues. Über den Ursprung. De principio, Einführung und Übersetzung v. M. Feigl, erläutert v. J. Koch, Bd. 1, Heidelberg 1949, S. 10. Wer als Gesprächspartner in Frage kommt, wird von M. Feigl im gleichen Werk auf S. 10f. erörtert. Im Folgenden kurz: Feigl, M.
7 Vgl. Protokoll der Diskussion in der Seminarsitzung vom 25. Juni 1999 (HS "Zeitphilosophien"), S. 2. 8 Vgl. Gabriel, L. (Hg.), Nikolaus von Kues. Philosophisch-Theologische Schriften, Lat.-Dt., Bd. II, Wien 1966. Im Folgenden: Gabriel, L. (Hg.), De principio.
9
Vgl. Bormann, K. (Hg.), Nicolai de Cusa Opera omnia (Academiae Litterarum Heidelbergensis). Vol. 10. Opuscula II. Fasciculus II. De Deo unitrino principio. b. Tu quis es
10 Vgl. Feigl, M., S. 33 - 35.
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Dipl.-Theol. Christoph Körner, 1999, Von Ursprung und Ewigkeit. Die Schrift 'De principio' des Nikolaus Cusanus, Munich, GRIN Publishing GmbH
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