Einführung zu Marx′ Wertlehre"
von Johannes Wallner
Inhaltsverzeichnis
Einführung 2
Marx′ Methode 3
Die Ware 5
Der Wert 7
Der Fetischcharakter der Waren im gesellschaftlich-formalen Austausch 13
Literatur 18
Einführung
Aufgabe der Autoren war es, die Marxsche Wertlehre, insbesondere die Kapitel 1 und 2 zu erörtern.
Diese Fokussierung auf die beiden ersten Kapitel legt eine textkritische Behandlung (im Sinne einer kritischen Würdigung) der gewählten Lesestelle nahe, um dabei nicht am schmalen Grad der Wanderung abzugleiten und in den Reihen der Verwerfer oder aber der Apologeten der Marxschen Wertlehre zu landen. Die vorliegende Arbeit ist das Ergebnis einer möglichst unbefangenen Näherung an den kontroversiellen Denker und Ökonom Marx.
Marx′ Methode
"Die im ′Kapital′ angewandte Methode ist wenig verstanden worden, wie schon die einander widersprechenden Auffassungen derselben beweisen."
Marx geht es um die Entdeckung einer bestimmten Ordnung hinter den gesellschaftlichen Verhältnissen, eben darum "das ökonomische Bewegungsgesetz der modernen Gesellschaft zu enthüllen". Auch will er sich nicht kümmern um eine psychologische Ausdeutung von gesellschaftlichen Phänomenen (Hinweise hierzu gibt er bereits im Vorwort zur ersten Auflage) .
Diese Art der Wahrheitssuche erscheint auf den ersten Blick als absurd. Ist sie doch nicht auf der Suche nach Interpretationen, die im Rahmen des sinnlich Wahrnehmbaren bleiben und unmittelbar zweckgerichtet sind. Er versucht eine zweite Realität hinter der sinnlich wahrnehmbaren zu finden, um die inneren Bewegungsgesetze der kapitalistischen Produktionsweise zu erklären als sein gewähltes interessantes Objekt. Die untersuchte Realität zeigt sich aber widerspenstig. Eine Theorie soll entwickelt werden, die den internen sozialen Mechanismus schlüssig aufzeigt. Marx will sich dabei nicht auf ad-hoc-Aussagen reduzieren. Seine (zunächst) Werttheorie soll erzeugt und nicht platt von postulierten Sätzen abgeleitet sein.
Es gilt, ein Modell zu errichten, das die Wirkzusammenhänge des zu erklärenden Objektes aufdeckt. Dieses Vorgehen erinnert an naturwissenschaftliche Kausalketten. Doch meint er, "daß die jetzige Gesellschaft kein fester Kristall, sondern ein umwandlungsfähiger und beständig im Prozeß der Umwandlung begriffener Organismus ist." Demnach können nicht physikalisch-mechanische Gesetzmäßigkeiten den Erklärungsbeitrag für das Gesamte liefern (Obwohl er in Einzelbereichen auf diese Weise argumentiert) . Die Ähnlichkeit des in Frage stehenden Bewegungsgesetztes mit der Gesetzmäßigkeit sich am Himmel entlang bewegender Weltraumkörper kann Marx nicht meinen. Die Gesellschaft ist etwas Organisches, also Zusammengesetztes und nicht unbedingt monokausal Funktionierendes. Sie befindet sich im Fluß, ebenso ihre Gesetze.
Ausgehend von der Komplexität des gewählten Untersuchungsobjekts versucht Marx die abstrakten (Einzel-)teile zu analysieren. Die relevanten ökonomischen Kategorien können dann, in eine logische Ordnung zueinander gebracht, deduktiv ein Abbild der (sozialen) Realität erzeugen. "Allerdings muß sich die Darstellungsweise formell von der Forschungsweise unterscheiden. Die Forschung hat den Stoff sich im Detail anzueignen, seine verschiednen Entwicklungsformen zu analysieren und deren innres Band aufzuspüren. Erst nachdem diese Arbeit vollbracht, kann die wirkliche Bewegung entsprechend dargestellt werden. Gelingt dies und spiegelt sich nun das Leben des Stoffs ideell wider so mag es aussehen, als habe man es mit einer Konstruktion a priori zu tun."
Diese Methode mag auf den ersten Blick als schwierig nachvollziehbar erscheinen. Das Modell ist auch nicht seiner Form nach mathematisch gefaßt., wie heute in der modernen Ökonomie üblich.
Naturgemäß muß die Bereitschaft vorausgesetzt werden, sich auf Marx′ Denkwege einzulassen. Denn er "unterstellt natürlich Leser, die etwas Neues lernen, also auch selbst denken wollen".
Die Ware
Die Analyse setzt bei der Untersuchung der Ware an. Dieser Einsatz ist naheliegend auf der Suche nach dem Bewegungsgesetz der zur Disposition stehenden besonderen Produktionsform, der in der Warenproduktion gesellschaftliche Werte schaffenden. Das Bild einer "ungeheuren Warensammlung" und der "einzelnen Ware als [...] Elementarform [der kapitalistischen Produktionsform]" legt den Grundstein.
[...]
Arbeit zitieren:
Johannes Wallner, Georg Pils, 2000, Marx Wertlehre, München, GRIN Verlag GmbH
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