Zivilcourage
von: Christine Haindl
INHALT
1. Was ist Zivilcourage und woher kommt dieser Begriff? 3
1.1. Einleitung 3
1.2. Definition und Merkmale von Zivilcourage 3
1.3. Die Geschichte des Begriffs Zivilcourage 5
2. Was hindert/was fördert Zivilcourage? 5
2.1. Einleitung 5
2.2. Zivilcourage hemmende/fördernde Faktoren 5
2.2.1. Moralische Vorstellungen 5
2.2.2. Verantwortung, soziale und emotionale Nähe 6
2.2.3. Soziale Kompetenzen, Angst und Selbstsicherheit 6
2.2.4. Soziale Orte und Öffentlichkeiten 7
2.2.5. Die soziale Position 7
2.2.6. Vor- und Nachteile 8
2.2.7. Gewalt 8
2.3. Die häufigsten Gründe, warum Menschen in Gefahrensituationen nicht eingreifen im Überblick 9
3. Persönliche Voraussetzungen für Zivilcourage 9
3.1. Einleitung 9
3.2. Persönliche Voraussetzungen 10
4. Situationsfragebogen zur Selbst- und Fremdeinschätzung von prosozialem Handeln 10
4.1. Einleitung 10
4.2. Situationsfragebogen 11
5. Wo und warum Zivilcourage wichtig ist 13
5.1. Einleitung 13
5.2. Bedeutung von Zivilcourage im Alltag 13
6. persönliche Meinung 14
1. Was ist Zivilcourage und woher kommt dieser Begriff?
1.1. Einleitung
Zu Beginn dieser Arbeit soll zunächst genau dargelegt werden, was man unter Zivilcourage versteht was zivilcouragiertes Handeln/Verhalten ausmacht und in welchen Situationen es zu zivilcouragiertem Handeln kommt. Außerdem soll dem Ursprung des Wortes auf den Grund gegangen werden. Die Ausführungen dazu beziehen sich insbesondere auf Meyer G., Hermann A. (2000)1, Meyer G., Dovermann U., Frech S., Gugel G2 und Ostermann Ä.3.
1.2. Definition und Merkmale von Zivilcourage
Laut Duden ist Zivilcourage der Mut überall unerschrocken seine eigene Meinung zu vertreten. Doch gehört zu Zivilcourage nicht auch sich für die Rechte des Anderen stark zu machen? Menschen mit Zivilcourage fühlen sich von Problemen herausgefordert, die alle Bürger etwas angehen. Mit ihrem politisch-moralischen Einspruch machen sie auf diese Probleme aufmerksam. Sie regen ihre Mitbürger dazu an, sich ebenfalls einzumischen, und rufen die Verantwortlichen dazu auf, anders zu handeln. Eines der wohl bekanntesten Zitate von Franca Magnani4 lautet:
„Je mehr Bürger mit Zivilcourage ein Land hat, desto weniger Helden wird es einmal brauchen.“
(Franca Magnani hat selbst ein bewunderungswürdiges Beispiel für Zivilcourage gegeben, als sie sich in den achtziger Jahren weigerte, ihre Fernsehkommentare nach dem Wohlgefallen der Rundfunkmächtigen in München auszurichten, woraufhin sie Bildschirmverbot für ihre Beiträge erhielt.) Meyer G. und Hermann A. beschreiben Zivilcourage folgendermaßen: „Zivilcourage oder gleichbedeutend sozialer Mut ist ein bestimmter Typus demokratischen Handelns, das sich in spezifischen Situationen in unterschiedlichen sozialen Kontexten und Öffentlichkeiten vollzieht: eine Person (seltener eine Gruppe) tritt – orientiert an humanen und demokratischen Prinzipien – ein für die legitimen, primär nicht-materiellen Interessen und die Integrität vor allem anderer Personen, aber auch des Handelnden selbst.“ 5
Situationen, in denen zivilcouragiert gehandelt wird, sind gekennzeichnet durch:
• ein Ereignis, dass das subjektive Wert- oder Gerechtigkeitsempfinden einer Person verletzt;
• einen daraus resultierende Auseinandersetzung mit anderen;
• Handlungsdruck, aber auch Handlungsspielraum;
• Öffentlichkeit (mehr als zwei Personen sind anwesend);
• ein existentes oder subjektiv wahrgenommenes Machtungleichgewicht zum Nachteil dessen, der sich wagemutig einsetzen will
Das Ergebnis zivilcouragierten Handelns ist unbestimmt, es sind jedoch eher Nachteile, als Folge zu erwarten. Häufig, aber nicht zwingend, handelt es sich bei Situationen, in denen zivilcouragiertes Handeln zustande kommt, um eine Täter-Opfer-Situation. Hier geht es jedoch, wie Hermann A. und Mayer G. feststellen: „… nicht nur um akute oder einmalige Situationen, die meist unerwartet ein schnelles Eingreifen erfordern“6, sondern es handelt sich manchmal auch um Situationen, in denen sich Missfallen und Handlungszwang erst über einen längeren Zeitraum hinweg aufbauen, z. B. bei Mobbing am Arbeitsplatz oder in der Schule. Wer hiergegen etwas unternehmen will, wird eine geeignete Situation abwarten, um sich zu artikulieren - allein oder mit einer Gruppe, vielleicht mit externem Beistand.
1.3. Die Geschichte des Begriffs Zivilcourage
[...]
1 Meyer G., Hermann A. (2000): Zivilcourage im Alltag. Ergebnisse einer empirischen Studie
2 Meyer G., Dovermann U., Frech S., Gugel G. (Hrsg.) (2004): Zivilcourage lernen. Analysen – Modelle – Arbeitshilfen
3 Ostermann Ä. (1998): Zivilcourage – eine demokratische Tugend.
4 (* 1. Juli 1925 in Rom; † 28. Oktober 1996 in Rom), ARD-Korrespondentin in Rom seit 1964, freie Autorin für alle wichtigen Fernseh- und Printmedien in Deutschland und in der Schweiz.
5 Meyer G., Dovermann U., Frech S., Gugel G. (Hrsg.) (2004): Zivilcourage lernen. Analysen – Modelle – Arbeitshilfen
6 Meyer G., Hermann A. (2000): Zivilcourage im Alltag
Arbeit zitieren:
Christine Haindl, 2005, Zivilcourage, München, GRIN Verlag GmbH
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