Inhaltsverzeichnis:
I. Einleitung in das Thema 1
II. Hauptteil 2
1. Das Deutsche Königreich in den letzten Jahren
der Regierung des Heinrichs VI. - eine kurze Vorgeschichte 2
2. Die Entstehung des Konflikts - die Rückkehr Philipps von Schwaben 3
3. Die Doppelwahl von 1198 - der große Konflikt am Ende des XII. Jahrhundert 5
3. 1. Die Wahl am 6. März 1198 - Philipp von Schwaben 5
3. 2. Die Wahl Ottos von Braunschweig am 9. Juni 1198
und die Krönung am 12. Juli an Aachen 6
3. 3. Entscheid über die Situation der Doppelwahl 7
3. 4. Die Jahre nach der Doppelwahl von 1198
- Entwicklung und Folgen des Geschehens -
eine kurze Übersicht über die Zeit 9
III. Schlussteil: Zusammenfassung 10
IV. Literaturverzeichnis 11
I. Einleitung in das Thema
Der Grundgedanke dieser Arbeit bezieht sich auf die Zeit des Thronstreites von 1198. Es war ein ziemlich problematischer Moment in der deutschen Geschichte. Das damalige Deutsche Reich stand vor dem Dilemma, wer der Nachfolger der deutschen Krone, bzw. des deutschen Thrones sein sollte. Im 12. Jahrhundert gab es immer wieder Konkurrenz zwischen zwei großen „Herrschaftsfamilien“ - einerseits die Familie der Staufer, anderseits - die der Welfen. Ich versuche in meiner Arbeit darzustellen, wie es im 12. Jahrhundert dazu kam, dass diese beiden Herrschaftsmächte in Konflikt geraten sind und welche Ereignisse dazu geführt haben, dass es im Jahr 1198 zu einem Thronstreit und demzufolge zu einer Doppelwahl kam.
Es gibt einige Quellen, die zu diesem Thema passend sind. Als Grundlage meiner Gedanken zu diesem Thema habe ich mich mit den Quellen von Otto von St. Blasien „Marbacher Annalen“ über die Deutsche Königswahl von 1198 beschäftigt. Außerdem kamen für mich andere Quellen in Frage wie z.B. „Wahlanzeige für Otto IV. an den Papst (1198/99)“, „Wahlanzeige Philipps an den Papst. 1199, Mai 28“, den „Päpstlichen Rundbrief über die Königswahl ( 1200)“, die „Erklärung deutscher Fürsten zur Königswahl Philipps ( 1202, Januar)“ oder „Bulle über die Königswahl (1202, März 26)“ von Papst Innozenz aus Dekretale „Venerabilem“. Anhand dieser Quellen werde ich versuchen ein, soviel wie es möglich ist, klares Bild dieser Epoche zu machen und die Situation vor und nach 1198 darzustellen. Diese Quellen zeigen ganz klar wie wichtig für die damalige Zeit die Wahl eines Königs für alle war, vor allem für die Menschen, die auch Interesse an eine Wahl hatten und daran beteiligt waren. Zunächst ist eine kurze Vorgeschichte erforderlich, in der die wichtigsten Menschen des Königshofs angesprochen werden, deren Interesse an die Doppelwahl und Ziele, die sie verfolgt haben. Eine wichtige Rolle dieser Epoche spielte auch der Papst Innozenz, dessen Quelle ganz bedeutsam für das Thema ist. Es werden wichtige Anhaltspunkte und Ereignisse von dem Leben beider Kandidaten Philipp von Schwaben und Otto von Braunschweig angesprochen, die auch eine Rolle für die weitere Entwicklung Deutschlands spielen. Eine kurze Zusammenfassung der Periode und der Ereignisse und ein Versuch die Quelle zu bewerten wird am Ende dieses Textes dargestellt.
1
II. Hauptteil
1. Das Deutsche Königreich in den letzten Jahren der Regierung des Heinrichs VI. - eine kurze Vorgeschichte
Heinrich VI. war der Nachfolger und Sohn von Friederich I. Barbarossa. Als sein Nachfolger war er entschlossen die Politik seines Vaters bis zum Ende durchzuführen. Während seiner kurzen Regierungszeit war Sizilien unter die Herrschaft des deutschen Königs, da im Jahr 1184 der junge Heinrich die viel ältere Konstanze geheiratet hat, die „Tochter des Sizilianischen Königs Roger II und Halbschwester Wilhelms I“ 1 war. Wie es im Mittelalter gewöhnlich war, war eine Hochzeit nicht ein Werk der Liebe zwischen zwei Menschen, sondern eine Abmachung zwischen den Adligen in diesem Falle im wirtschaftlichen Aspekt. Heinrich VI. war von der Politik seines Vaters sehr überzeugt, er wollte die „Kreuzzugspläne und Tributforderungen an das byzantinische Reich offenbaren, dass er die Überzeugung seines Vaters vom universalen Herrschaftsanspruch des Heiligen Römischen Kaisers voll und ganz teilte“ 2 . Im Jahr 1194 kam sein Nachfolger auf die Welt - der kleine Friedrich II. Hohenstaufen. Heinrich VI wollte seinen Sohn, der bereits designierte Erbe des sizilianischen Thrones, aufgrund seiner mütterlichen Abstammung, war, zum deutschen König wählen lassen. Im 12. Jahrhundert war eine solche Situation schon gewöhnlich. In Frankreich und anderen Königreichen war es üblich, das der designierte Thronerbe schon vor dem Tod des Vaters gekrönt wurde und als Mitkönig regieren durfte. Ziel einer solchen Handlung war natürlich die Sicherung des Überlebens seiner Dynastie durch Einführung einer ähnlichen Regierung. Er konnte damit die Familienpolitik fortführen, die bereits die Amtszeit Barbarossas geprägt hatte und die auch die Politik Friedrichs II. bestimmen sollte. Für die Wahl des kleinen Friedrichs wollte Heinrich, dass sich die wichtigsten Fürsten des ganzen Landes und der Römische Papst zur damaligen Zeit Cölestin treffen und den Friedrich zum König Deutschlands wählen. Wichtig war die Zustimmung aller daran Beteiligten. Die deutschen Fürsten versprachen dem Heinrich den Friedrich im Jahr 1196 zum König zu wählen, aber Heinrich hatte gehofft, auch den Papst für die Teilnahme an dieser Wahl zu gewinnen und zwar die Taufe und die Krönung des Friedrich höchstpersönlich durchzuführen. Für die Deutschen Fürsten wäre eine solche Handlung seitens Heinrichs ein weiterer Schlag, denn das Recht den deutschen König
1 Hagen Keller: Propyläen, Geschichte Deutschlands. Zwischen regionaler Begrenzung und universalem
Horizont. Deutschland im Imperium der Salier und Staufer 1024 - 1250“. S. 414
2 David Abulafia: Herrscher zwischen den Kulturen. Friedrich II. von Hohenstaufen. S. 87
2
zu krönen, stand traditionell immer dem Erzbischof von Köln zu, der einer der mächtigsten deutschen Fürsten war. Doch am Ende bekam Friederich die Zustimmung der deutschen Fürsten und die Wahl des Nachfolgers von Heinrich wurde im Jahr 1196 an einem Reichstag durchgesetzt 3 . Am nächsten Jahr „wurde Heinrich von einem unverhofften Tod überrascht“ 4 . Er starb in Messina am Ende des Jahres 1197. Ob er am Fieber oder an einer Vergiftung gestorben ist, blieb unklar. Einerseits kam es zu dem Gedanke, dass die Kaiserin Konstanze selbst für den Tod seines Mannes verantwortlich war. Sie sollte ihren Gatten, der „ein grausamer Mann gewesen war“ 5 , gehasst haben. Sein Tod sollte dem Volk der Deutschen und allen Völkern Germaniens ewig bejammernswert sein, da er sie durch die Reichtümer anderer Länder berühmt machte, Furcht vor ihnen allen Nationen im Umkreis durch seine kriegerische Tüchtigkeit einflößte 6 . Der Tod Heinrichs VI. war auch die Ursache, dass die deutsche Herrschaft in Italien rasch zusammengebrochen ist - damals schon zeichnete sich die Katastrophe des Kaisertums ab, die 1250 vollendet wurde 7 .
2. Die Entstehung des Konflikts - die Rückkehr Philipps von Schwaben
Nach dem unerwarteten Tod Heinrichs VI. kehrte sein Bruder Herzog Philipp von Schwaben zurück. Er wurde zur Flucht gezwungen. Wieder einmal bildete sich ein Bund toskanischer Städte und ebenso ein Bündnis der lombardischen, die schon Friedrich I. so sehr zu schaffen gemacht hatten. Die Aufgabe von Philipp war den Sohn Heinrichs aus Apulien nach Deutschland zu führen, wo dieser zum König gewählt und vom Kölner Bischof gesalbt werden sollte 8 . In dieser Zeit stellte sich heraus, dass die Witwe Heinrichs VI. sich über die Pläne ihres Mannes hinweggesetzt hat. Am Anfang löste sie selbst die Verbindung zwischen dem Deutschen Reich und Sizilien. Den unmündigen Sohn Heinrichs, der kleine Friedrich, der bereits zum Römischen König und damit nach dem Willen seines Vaters zum künftigen Kaiser bestimmt war, ließ sie nach Sizilien holen und 1198 in Palermo zum König krönen. In dem selben Jahr ist auch der Papst Cölestin gestorben. Als Nachfolger wurde ein „verhältnismäßig junger Jurist
3 Gerhard Linne: Panorama der Deutschen Geschichte. S. 62
4 Otto von St. Blasien: Marbacher Annalen. Ausgewählte Quellen zur Deutschen Geschichte des
Mittelalters. S. 133, Kapitel 45
5 Joseph Rovan: Geschichte der Deutschen. Von ihren Ursprüngen bis heute. S.130. Kapitel 6
6 Otto von St. Blasien: Marbacher Annalen. Ausgewählte Quellen zur Deutschen Geschichte des
Mittelalters. S. 133, Kapitel 45
7 Joachim Leuschner: Deutschland im späten Mittelalter. S. 56
8 Otto von St. Blasien: Marbacher Annalen. Ausgewählte Quellen zur Deutschen Geschichte des
Mittelalters. S. 133, Kapitel 45
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Arbeit zitieren:
Darina Gugleva, 2004, Suche nach dem Gerechten in dem Konfllikt bei der deutschen Doppelwahl im Jahr 1198, München, GRIN Verlag GmbH
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